{"id":439263,"date":"2025-09-21T07:16:21","date_gmt":"2025-09-21T07:16:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439263\/"},"modified":"2025-09-21T07:16:21","modified_gmt":"2025-09-21T07:16:21","slug":"unternehmerverbaende-veroeffentlichen-ein-positionspapier-zur-energiewende-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439263\/","title":{"rendered":"Unternehmerverb\u00e4nde ver\u00f6ffentlichen ein Positionspapier zur Energiewende \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Selbst die Unternehmer in Mitteldeutschland haben die Nase voll vom immer neuen Bremsen, Zur\u00fccknehmen, Herumeiern in der deutschen Energiepolitik. Sie betonen es ja in allen ihren Wortmeldungen: Wirtschaft braucht verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen. Auch in der Energiewende. Jetzt melden sich die Unternehmerverb\u00e4nde Mitteldeutschlands zu Wort und lesen der \u201einkonsequenten Energiepolitik\u201c die Leviten. Zum 14. Ostdeutschen Energieforums am 23. und 24. September 2025 in Leipzig wird das zentrale Thema werden.<\/p>\n<p>Aber um die \u00d6ffentlichkeit wachzur\u00fctteln, wollen sie nicht erst bis zum Energieforum warten. Sie melden sich vorher zu Wort. \u201eDer Mittelstand ist das R\u00fcckgrat der ostdeutschen Wirtschaft. Unsere Unternehmen schaffen Arbeitspl\u00e4tze, bilden aus, investieren regional und sichern den sozialen Zusammenhalt \u2013 insbesondere in strukturschwachen und l\u00e4ndlichen Regionen.<\/p>\n<p>Sie sind nicht nur \u00f6konomischer Motor, sondern auch gesellschaftlicher Kitt\u201c, schreiben die Unternehmerverb\u00e4nde von Berlin, Brandenburg-Berlin e.V., Norddeutschland, Rostock-Mittleres Mecklenburg, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen, Sachsen-Anhalt e.V. und Th\u00fcringen in ihrer gemeinsamen Stellungnahme.<\/p>\n<p>\u201eDoch eine inkonsistente Energiepolitik wird zunehmend zu einer Belastung f\u00fcr den Mittelstand und und gef\u00e4hrdet die wirtschaftliche Entwicklung \u2013 nicht nur in Ostdeutschland. \u00dcberregulierung, sprunghafte Kurswechsel, unklare F\u00f6rderperspektiven und dauerhaft hohe Energiepreise untergraben das Vertrauen der Unternehmen in die politischen Rahmenbedingungen. Statt langfristiger Planungssicherheit dominieren Verunsicherung und b\u00fcrokratische \u00dcberforderung \u2013 gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen, die keine spezialisierten Stabsabteilungen unterhalten.\u201c<\/p>\n<p>Der Erfolg der Energiewende entscheide sich dort, wo Verantwortung getragen wird \u2013 in den Unternehmen vor Ort, betonen sie. Das aber brauche Rahmenbedingungen, die der Realit\u00e4t des Mittelstands gerecht werden: kalkulierbare Kosten, unternehmerische Freir\u00e4ume und konkrete Umsetzbarkeit.<\/p>\n<p>Zehn Handlungsfelder<\/p>\n<p>Sie z\u00e4hlen zehn Handlungsfelder auf, auf denen mittelstandsfreundlichen Energiepolitik gestaltet werden muss.<\/p>\n<p>1. Bezahlbare Energiepreise f\u00fcr die kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen sichern<br \/>2. Erneuerbare Energien mit dem Mittelstand ausbauen<br \/>3. Planungssicherheit und Investitionsschutz gew\u00e4hrleisten<br \/>4. Digitalisierung als Schl\u00fcssel zur intelligenten Energiewende begreifen<br \/>5. Infrastruktur- und Netzausbau smart gestalten<br \/>6. B\u00fcrokratischen Prozessen vereinfachen und beschleunigen<br \/>7. Versorgungssicherheit mit Erneuerbaren Energien als Standortfaktor verstehen<br \/>8. Energiepolitik europ\u00e4isch denken<br \/>9. Investitionsmodelle technologieoffen an CO\u2082-Einsparung oder Prim\u00e4renergieverbrauch orientieren<\/p>\n<p>\u201eDie Energiewende braucht Investitionen, Mut und Vertrauen in den Mittelstand\u201c, betonen sie etwas eigentlich Selbstverst\u00e4ndliches. \u201eDoch ohne bezahlbare Energie, verl\u00e4ssliche Regeln, schlanke Verfahren und ein digital tragf\u00e4higes Fundament wird der Umbau zum Risiko f\u00fcr ganze Regionen. Unsere Botschaft: Wer den Mittelstand erhalten will, muss ihm Perspektiven geben. Wer die Energiewende will, muss ihn einbinden. Wir stehen bereit \u2013 zum Dialog, zur Umsetzung, zur Verantwortung. Lassen Sie uns gemeinsam ins Gespr\u00e4ch kommen \u2013 beim Ostdeutschen Energieforum und dar\u00fcber hinaus.\u201c<\/p>\n<p>Die zehn Forderungen f\u00fcr eine mittelstandsfreundliche Energiepolitik<\/p>\n<p>Impulse f\u00fcr eine mittelstandsfreundliche Energiepolitik anl\u00e4sslich des 14. Ostdeutschen Energieforums am 23. und 24. September 2025 in Leipzig<\/p>\n<p><strong>1. Bezahlbare Energiepreise f\u00fcr den Mittelstand sichern<\/strong><br \/>Hohe Energiepreise geh\u00f6ren zu den gr\u00f6\u00dften Standortrisiken f\u00fcr ostdeutsche Unternehmen. W\u00e4hrend Gro\u00dfverbraucher von Ausnahmeregelungen profitieren, tr\u00e4gt der Mittelstand die volle Last von Netzentgelten, Stromsteuer und CO\u2082-Kosten. Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit vieler Unternehmen \u2013 besonders in energieintensiven Branchen wie dem verarbeitenden Gewerbe, der Lebensmittelverarbeitung oder der IT-Infrastruktur \u2013 steht dadurch auf dem Spiel. Ohne verl\u00e4ssliche Preisstrukturen verlieren Investitionen ihre Planungssicherheit, Innovationen werden ausgebremst und Arbeitspl\u00e4tze gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Was jetzt zu tun ist: Einf\u00fchrung eines mittelstandsgerechten Strompreises mit Preiskappung analog Industriestrompreis, angelehnt an die europ\u00e4ischen Durchschnittspreise. Reform der Netzentgeltsystematik, Abbau b\u00fcrokratischer Kostenbestandteile im Energiepreis, St\u00e4rkung regionaler Energieversorgung.<\/p>\n<p><strong>2. Erneuerbare Energien mit dem Mittelstand ausbauen<\/strong><br \/>Der Umbau des Energiesystems gelingt nur, wenn die Unternehmen vor Ort daran beteiligt werden \u2013 nicht nur als Dienstleister, sondern als aktive Mitgestalter. Doch vielerorts wird der Mittelstand bei Fl\u00e4chenvergabe, Netzanschl\u00fcssen und Direktvermarktung \u00fcbergangen. Dabei sind gerade kleine und mittlere Unternehmen Tr\u00e4ger regionaler Wertsch\u00f6pfungsketten und Garanten langfristiger Verantwortung vor Ort. Ohne ihre Beteiligung bleibt der Ausbau der Erneuerbaren ein Projekt von wenigen \u2013 statt eines Gewinns f\u00fcr viele.<\/p>\n<p>Was jetzt zu tun ist: Beteiligung des Mittelstands an alternativen Energieerzeugungslagen wie Wasserkraft, Wind- und Solarprojekten erleichtern, lokale Stromgemeinschaften erm\u00f6glichen, Mieterstrom und Direktliefermodelle st\u00e4rken, Genehmigungsverfahren digitalisieren und beschleunigen.<\/p>\n<p><strong>3. Planungssicherheit und Investitionsschutz gew\u00e4hrleisten<\/strong><br \/>Viele mittelst\u00e4ndische Unternehmen wollen klimafreundlich investieren \u2013 doch sie scheitern an h\u00e4ufig wechselnden Vorgaben, unklaren F\u00f6rderkonditionen und auslaufenden Regelungen. Wer heute in neue Technik investiert, muss sicher sein k\u00f6nnen, dass sich die politischen Spielregeln nicht morgen \u00e4ndern. Fehlt diese Sicherheit, wird nicht investiert \u2013 und die notwendige Transformation verschoben.<\/p>\n<p>Was jetzt zu tun ist: Langfristige Bestandsgarantien f\u00fcr Investitionen, rechtssichere \u00dcbergangsregelungen bei<br \/>Gesetzes\u00e4nderungen, einfache Vorab-Pr\u00fcfung durch Beh\u00f6rden, branchenspezifische Transformationspfade anerkennen. Wegfall von F\u00f6rderungen und hin zu planbaren Investitionsmodellen. St\u00e4rkung einer europ\u00e4ischen Produktion von Anlagenkomponenten.<\/p>\n<p><strong>4. Digitalisierung als Schl\u00fcssel zur intelligenten Energiewende begreifen<\/strong><br \/>Energieversorgung, Verbrauchssteuerung, Netzstabilit\u00e4t, Eigenversorgung, Flexibilit\u00e4t \u2013 all das funktioniert im zuk\u00fcnftigen Energiesystem nur noch digital. Doch der Smart-Meter-Rollout stockt, digitale F\u00f6rderstrukturen fehlen und viele Unternehmen wissen nicht, welche Technologie tats\u00e4chlich wirtschaftlich steuerbar ist. Digitalisierung ist kein technisches Extra, sondern Voraussetzung f\u00fcr die Energiewende.<\/p>\n<p>Was jetzt zu tun ist: Smart-Meter-Infrastruktur beschleunigen, digitale Schnittstellen standardisieren, Echtzeitabrechnungen erm\u00f6glichen, ohne dabei kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen zu benachteiligen, Energiemanagementsysteme verst\u00e4rkt in KMU f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>5. Infrastruktur- und Netzausbau smart gestalten<\/strong><br \/>Ostdeutschland ist Vorreiter beim Ausbau der Erneuerbaren \u2013 doch Stromleitungen, Umspannwerke und Wasserstoffnetze halten nicht Schritt. Viele Regionen k\u00e4mpfen mit Netzengp\u00e4ssen, langen Anschlussfristen und fehlenden Kapazit\u00e4ten. Der geplante Wasserstoffhochlauf droht ebenfalls an mangelnder Anbindung zu scheitern \u2013 vor allem in strukturschw\u00e4cheren Regionen.<\/p>\n<p>Was jetzt zu tun ist: Ostdeutschland bei Netzausbau priorisieren, lokale Netze ert\u00fcchtigen, Anschlusskosten fair verteilen, Industrie-Cluster mit H\u2082-Infrastruktur verbinden, Speicherl\u00f6sungen f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>6. B\u00fcrokratische Prozesse vereinfachen und beschleunigen<\/strong><br \/>Die Transformation der Energieversorgung verlangt schnelle Entscheidungen \u2013 doch viele Prozesse in der Verwaltung sind \u00fcberlastet, analog oder realit\u00e4tsfern. F\u00fcr KMU wird der Zeit- und Ressourcenaufwand zur H\u00fcrde: F\u00f6rderantr\u00e4ge, Genehmigungen, Nachweispflichten oder Berichtspflichten binden Kapazit\u00e4ten, die im betrieblichen Alltag fehlen.<\/p>\n<p>Was jetzt zu tun ist: Belastungsmoratorium bis 2026, Einf\u00fchrung eines vereinfachten KMU-Verfahrens, digitale F\u00f6rderantr\u00e4ge und Verwendungsnachweise, Energie-Meldepflichten vereinheitlichen und reduzieren.<\/p>\n<p><strong>7. Versorgungssicherheit auch mit Erneuerbaren Energien als Standortfaktor verstehen<\/strong><br \/>Netzstabilit\u00e4t und Versorgungssicherheit sind zentrale Voraussetzungen f\u00fcr betriebliche Entscheidungen. Gerade l\u00e4ndliche Regionen in Ostdeutschland haben h\u00e4ufig keine belastbaren Stromnetze \u2013 Spannungsschwankungen, Redispatch-Ma\u00dfnahmen und Netzabschaltungen sind reale Standortnachteile. Wenn Regionen nicht sicher mit Energie versorgt werden k\u00f6nnen, investieren Unternehmen dort nicht.<\/p>\n<p>Was jetzt zu tun ist: Stromverf\u00fcgbarkeit in Regionalplanung ber\u00fccksichtigen, Ausfallrisiken sichtbar machen (z. B. Energieverf\u00fcgbarkeits-Scores), Eigenversorgung f\u00f6rdern, resiliente Gewerbestandorte aufbauen.<\/p>\n<p><strong>8. Energiepolitik europ\u00e4isch denken<\/strong><br \/>Viele Herausforderungen der Energiewende lassen sich nur gemeinsam mit unseren europ\u00e4ischen Nachbarn l\u00f6sen: vom Strombinnenmarkt \u00fcber grenz\u00fcberschreitende Netze bis zur gemeinsamen Rohstoff- und Versorgungssicherheit. Nationale Alleing\u00e4nge verhindern Synergien und f\u00fchren zu neuen Abh\u00e4ngigkeiten. Gerade Ostdeutschland mit seiner Grenzlage profitiert von einer offenen, strategisch abgestimmten Energiepolitik.<\/p>\n<p>Was jetzt zu tun ist: Grenz\u00fcberschreitende Erneuerbaren-Projekte f\u00f6rdern, EU-Emissionshandel verl\u00e4sslich ausgestalten, Klimageld z\u00fcgig einf\u00fchren, Versorgungssicherheit \u00fcber europ\u00e4ische Rohstoff- und Technologiepolitik st\u00e4rken und auf eine Versch\u00e4rfung der EU-Vorgaben verzichten.<\/p>\n<p><strong>9. Investitionsmodelle technologieoffen an CO\u2082-Einsparung oder Prim\u00e4renergieverbrauch orientieren<\/strong><br \/>Staatliche Investitionsmodelle im Energie- und Baubereich d\u00fcrfen sich nicht l\u00e4nger an pauschalen Standards, Einzelma\u00dfnahmen, komplizierten Rahmenbedingungen oder einzelnen Technologien orientieren. Entscheidend muss sein, welchen tats\u00e4chlichen Beitrag ein Projekt zur Reduktion der CO\u2082-Emissionen und des Prim\u00e4renergieverbrauchs leistet.<\/p>\n<p>Was jetzt zu tun ist: Jedes Investitionsmodell im Baubereich muss an nachweisbare CO\u2082-Einsparungen und den Prim\u00e4renergieverbrauch gekoppelt werden. F\u00f6rdermittel sind dort einzusetzen, wo die gr\u00f6\u00dfte klima- und energiepolitische Wirkung erzielt wird.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Das 14. Ostdeutsche Energieforum findet am 23. und 24. September 2025 im Campus Jahnallee der Universit\u00e4t Leipzig (Jahnallee 59, 04109 Leipzig) statt. Anmelden<a href=\"http:\/\/ostdeutsches-energieforum.de\/programm\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> kann man sich hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Selbst die Unternehmer in Mitteldeutschland haben die Nase voll vom immer neuen Bremsen, Zur\u00fccknehmen, Herumeiern in der deutschen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":439264,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,4552,30,9951,71,114068,44572,859],"class_list":{"0":"post-439263","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-energiepolitik","11":"tag-germany","12":"tag-investitionen","13":"tag-leipzig","14":"tag-ostdeutsches-energieforum","15":"tag-positionspapier","16":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115241063832712908","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439263","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=439263"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439263\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/439264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=439263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=439263"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=439263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}