{"id":439346,"date":"2025-09-21T08:03:10","date_gmt":"2025-09-21T08:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439346\/"},"modified":"2025-09-21T08:03:10","modified_gmt":"2025-09-21T08:03:10","slug":"ehepaar-schuetzt-pflanzen-die-von-werthers-vergangenheit-erzaehlen-haller-kreisblatt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439346\/","title":{"rendered":"Ehepaar sch\u00fctzt Pflanzen, die von Werthers Vergangenheit erz\u00e4hlen | Haller Kreisblatt"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Werther. Es muss sie einst gegeben haben in Werther &#8211; in Massen. Auch wenn sich das heute niemand mehr so recht vorstellen kann. Aber die historischen Flur- und Stra\u00dfennamen wie Langenheide, Vo\u00dfheide oder die Stra\u00dfe Heide in Theenhausen d\u00fcrften nicht ohne Grund entstanden sein. Die Rede ist von der Heidepflanze. Und die w\u00e4chst &#8211; das wei\u00df auch, wer sich so gar nicht f\u00fcr Pflanzen und Vegetation interessiert &#8211; auf kargen Sandb\u00f6den.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Nun ist man in Werther ziemlich stolz darauf, dass man diese nun gerade nicht hat. Statt fruchtloser Sandb\u00f6den k\u00f6nnen die Landwirte in Werther dank der fruchtbaren Lehm- und L\u00f6\u00dfb\u00f6den an vielen Stellen aus dem Vollen sch\u00f6pfen. Wie also kommt es zu den Ortsbezeichnungen und wenn es die Heide mal hier gab, was ist aus ihr geworden?<\/p>\n<p id=\"absatz4\" class=\"em_text\">Ein bisschen stolz ist J\u00fcrgen Dammeyer schon, das kann er nicht verhehlen. \u00dcppig und in kr\u00e4ftigem Lila bl\u00fchen die Heidepflanzen. Und das nicht etwa in seinem Garten, sondern an einem Feldweg, der Acker und Wald voneinander trennt. Der Grenzweg in H\u00e4ger gibt n\u00e4mlich einen kleinen Einblick, wie die Kulturlandschaft in der Gegend vor mehreren Hundert Jahren stellenweise ausgesehen hat.<\/p>\n<p>Die Heide in Werther ist ein Relikt der Vergangenheit<\/p>\n<p class=\"em_text\">\u201eDie meisten kennen die Heide hier in der Gegend nur aus der Senne. In unserer Kulturlandschaft w\u00fcrde man die gar nicht vermuten. Das, was wir hier noch haben, ist ein Relikt aus der fr\u00fcheren Zeit\u201c, sagt J\u00fcrgen Dammeyer. <a href=\"https:\/\/www.haller-kreisblatt.de\/lokal\/werther\/24043440_Ex-Berlinerin-bringt-spannende-Ideen-in-Werthers-Dorf.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nun sind er und seine Frau Christiane<\/a> von Haus aus weder Botaniker noch G\u00e4rtner. Aber an vielem &#8211; und vor allem ihrer Heimat &#8211; interessiert.<\/p>\n<p id=\"absatz6\"><b class=\"bold\">Lesen Sie auch: <\/b><a href=\"https:\/\/www.haller-kreisblatt.de\/ratgeber\/garten\/24171163_Staudenmischungen-Bluetenvielfalt-ohne-starren-Pflanzplan.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Staudenmischungen: Bl\u00fctenvielfalt ohne starren Pflanzplan <\/a><\/p>\n<p id=\"absatz7\" class=\"em_text\">2007 hatte sich der Verein Ravensberger Lichtlandschaften rund um den Vegetationskundler Hans-Christoph Vahle und Landschaftsarchitekt Helge Jung gegr\u00fcndet. J\u00fcrgen und Christiane Dammeyer, die auch Vorsitzende des Heimatvereins H\u00e4gers ist, waren sofort dabei. Ganz knapp und trocken gesagt, handelte es sich um ein Modellprojekt zur Steigerung der Biodiversit\u00e4t in ausger\u00e4umten Kulturlandschaften. \u201eEs ging uns um den Erhalt beziehungsweise die Schaffung besonderer Biotope, die ansonsten mehr und mehr verschwinden\u201c, sagt Helge Jung.<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">Die Vereinsmitglieder hatten es sich zur Aufgabe gemacht, biologisch wertvolle Lebensr\u00e4ume wie bunte Wiesen, Heiden oder Klarwasserteiche, die es nicht mehr sehr h\u00e4ufig gibt, neu anzulegen oder vorhandene Restbiotope zu pflegen. Viele Blumenwiesen und Bl\u00fchstreifen entstanden so im Laufe der Jahre unter den H\u00e4nden der Vereinsmitglieder. \u201eDie Heidefl\u00e4chen waren dabei eher Exoten\u201c, sagt Helge Jung.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher waren Schafe die Garanten f\u00fcr Heidelandschaften<\/p>\n<p><a class=\"article-detail-image use-fancybox\" href=\"https:\/\/www.haller-kreisblatt.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xTlEyRHV6bG94c1NPWEpLcERtMUYvcEIwUnZ2eEROSmdJSXcrK0FDZzlpbVVtM1IzOWw1eWY0UVIvS1VKRktDNVZWQXFScnZkV1Z4RkUxK3NYNlFVWi9ieFVmSkZHTmFHREZBeVNtQStkaVU9\/250918-1542-644401746.jpg\" rel=\"article-detail-image-overlay noopener\" title=\"Zwischen den trockenen Grashalmen auf Sandboden f\u00fchlt sich das Heidekraut richtig wohl. - \u00a9 Silke Derkum-Homburg\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" itemprop=\"image\" class=\"media-object img-responsive\" width=\"500\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/250918-1542-644401746.jpg\" alt=\"Zwischen den trockenen Grashalmen auf Sandboden f\u00fchlt sich das Heidekraut richtig wohl. - \u00a9 Silke Derkum-Homburg\"\/><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Zwischen den trockenen Grashalmen auf Sandboden f\u00fchlt sich das Heidekraut richtig wohl.<br \/>\n(\u00a9 Silke Derkum-Homburg)<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Denn Heide lasse sich nicht einfach so irgendwo anpflanzen. Sie braucht eine ganz bestimmte Bodenbeschaffenheit. Offen, besonnt, mager und sauer &#8211; fasst es der Fachmann zusammen. Das bietet die Wertheraner Landschaft und auch die der umliegenden Orte diesseits des Teuto nur recht selten. Wenn dann in der Regel auf B\u00f6schungen, die besonders flachgr\u00fcndig seien, sagt Helge Jung.<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">\u201eFr\u00fcher haben die Schafe daf\u00fcr gesorgt\u201c, sagt J\u00fcrgen Dammeyer, w\u00e4hrend er ein paar hartn\u00e4ckige Zweige eines Brombeerbusches abschneidet. Denn auch Brombeeren brauchen einen sauren und recht trockenen Boden und stehen damit in direkter Konkurrenz zur Heide. Regelm\u00e4\u00dfig schneiden die Dammeyers deshalb die wuchernden Brombeerpflanzen zur\u00fcck.<\/p>\n<p id=\"absatz12\"><b class=\"bold\">Lesen Sie auch: <\/b><a href=\"https:\/\/www.haller-kreisblatt.de\/lokal\/werther\/24128568_Mutige-Wertheraner-Schulchronik-Haeger-enthuellt-Widerstand-gegen-Napoleon-und-Hitler.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mutige Wertheraner: Schulchronik H\u00e4ger enth\u00fcllt Widerstand gegen Napoleon und Hitler <\/a><\/p>\n<p id=\"absatz13\" class=\"em_text\">\u201eBis ins 18. Jahrhundert haben die Bauern ihr Vieh in die Gemarkung getrieben\u201c, erkl\u00e4rt J\u00fcrgen Dammeyer weiter. Auf offene Fl\u00e4chen, aber auch in die W\u00e4lder, die der Gemeinschaft geh\u00f6rten, haben die Bauern ihr Vieh zum Weiden geschickt. So haben die Tiere daf\u00fcr gesorgt, dass die Vegetation nicht zu hoch wuchs und genug Licht auf den Boden fiel, sodass die Heide wachsen konnte.<\/p>\n<p>Die Landschaft ist durch Menschenhand entstanden<\/p>\n<p id=\"absatz14\" class=\"em_text\">Und das tat sie offenbar recht \u00fcppig. \u201eAuch am Beckendorfer M\u00fchlenbach und am Arroder Weg gibt es noch Heide\u201c, sagt Helge Jung. Es seien aber nicht nur diese pflanzlichen Relikte, die an die fr\u00fchere Kulturlandschaft in Werther erinnerten, also an die Bereiche der Landschaft, die durch Eingriffe ihrer Bewohner entstanden sind, sagt Christiane Dammeyer. Denn auch die B\u00f6schungen selbst sind nicht auf nat\u00fcrliche Weise entstanden.<\/p>\n<p id=\"absatz15\" class=\"em_text\">\u201eDie sind irgendwann als Einfriedungen aufgesch\u00fcttet worden\u201c, sagt J\u00fcrgen Dammeyer. Deshalb best\u00fcnden sie auch nicht aus Mutterboden, sondern aus dem sauren und verwitterten Boden, den die Heidepflanzen so lieben. Und damit sie dort auch weiterhin einen Standort zum Wohlf\u00fchlen haben, muss der eben von Menschen entsprechend bearbeitet werden.<\/p>\n<p id=\"absatz16\" class=\"em_text\">Auf rund einen Meter im Durchmesser sind einige der kleinen Heidestr\u00e4ucher unter der Dammeyerschen Pflege in den vergangenen Jahren angewachsen. Der Verein Ravensberger Lichtlandschaften hat sich letztes Jahr aufgel\u00f6st. \u201eUnsere Arbeit war getan\u201c, begr\u00fcndet das J\u00fcrgen Dammeyer. Trotzdem werden die fr\u00fcheren Vereinsmitglieder sich auch weiterhin um die Pflanzen, die Unterst\u00fctzung brauchen, k\u00fcmmern.<\/p>\n<p id=\"absatz17\"><b class=\"bold\">Aktuelle News bekommen Sie t\u00e4glich \u00fcber den <\/b><a data-auth=\"NotApplicable\" data-linkindex=\"0\" href=\"https:\/\/whatsapp.com\/channel\/0029VagU0FW1SWsxhmHz2v0q\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" title=\"https:\/\/whatsapp.com\/channel\/0029VagU0FW1SWsxhmHz2v0q\">WhatsApp-Kanal des HK<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Werther. Es muss sie einst gegeben haben in Werther &#8211; in Massen. 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