{"id":439539,"date":"2025-09-21T09:59:10","date_gmt":"2025-09-21T09:59:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439539\/"},"modified":"2025-09-21T09:59:10","modified_gmt":"2025-09-21T09:59:10","slug":"premiere-in-leipzig-vom-aufwachsen-im-schatten-des-krieges-erzaehlt-das-theater-der-jungen-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439539\/","title":{"rendered":"Premiere in Leipzig: Vom Aufwachsen im Schatten des Krieges erz\u00e4hlt das Theater der Jungen Welt"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\n<a name=\"Gluecksding\">Das<\/a> St\u00fcck &#8222;Ein Gl\u00fccksding&#8220; am <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/leipzig-leipzig-land\/theater-junge-welt-neu-spielzeit-intendantin-kultur-news-100.html\" title=\"Leipzig: Neue Intendantin des Theaters der Jungen Welt will zum Mitmachen motivieren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Theater der Jungen Welt<\/a> (TdJW) Leipzig verwebt die Geschichte zweier 14-j\u00e4hriger Jungen miteinander, eine spielt im <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/ukraine-hauptstadt-kyjiw-oder-kiew-100.html\" title=\"Kiew oder Kyjiw: Wie hei\u00dft die ukrainische Hauptstadt?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kyjiw<\/a> des Jahres 1941 und eine im heutigen Leipzig. Dargestellt werden sie durch lebensecht wirkende Puppen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nJuri ist mit seiner Mutter vor dem russischen Angriffskrieg aus der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/gesellschaft\/ukraine-gefluechtete-schlechte-integration-arbeit-hierbleiben-100.html\" title=\"Trotz Problemen bei Integration: Mehr als die H\u00e4lfte der Ukraine-Fl\u00fcchtlinge wollen in Deutschland bleiben\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine gefl\u00fcchtet<\/a> und lebt erst seit kurzem in Leipzig. In seiner Besch\u00e4ftigung mit dem Holocaust und seiner eigenen Familiengeschichte ger\u00e4t er in der Inszenierung in eine Art surreale Zwischenwelt, wo er dem ebenfalls 14-j\u00e4hrigen Motja begegnet. Der hat 1941 das Massaker von Babyn Jar \u00fcberlebt, so wie die Puppenspielerin Dina, die er auf seiner Flucht trifft, auf der er umkommt.\n<\/p>\n<p>12-J\u00e4hrigen von Holocaust und Krieg erz\u00e4hlen?<\/p>\n<p class=\"text\">\n1941, das war die Zeit, als die Deutschen die Aggressoren waren. Innerhalb von zwei Tagen wurden fast 50.000 <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/religion\/juedisches-leben\/juden-in-der-ddr-renate-aris-herbert-lappe100.html\" title=\"&quot;Ich war ein DDR-B\u00fcrger und auch j\u00fcdisch&quot;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">j\u00fcdische<\/a> Menschen im Tal von Babyn Jar bei Kyjiw ermordet.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nKann und sollte man 12-J\u00e4hrigen von einem Massaker so unglaublichen Ausma\u00dfes erz\u00e4hlen? Dramaturg J\u00f6rn Kalbitz findet, grunds\u00e4tzlich k\u00f6nne man auch so jungen Menschen zutrauen, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen: &#8222;Man muss sich jedoch Gedanken dar\u00fcber machen, wie man davon erz\u00e4hlt.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"Auftragsstueck\">Auftragswerk<\/a> der russisch-j\u00fcdischen Autorin Lena Gorelik<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas sei auch der Arbeitsauftrag an die Autorin Lena Gorelik gewesen, so Kalbitz: &#8222;ein St\u00fcck zu schreiben, dass zwei Zeitebenen \u2013 die Erinnerung an Verbrechen von vor \u00fcber 80 Jahren und die Lebenswelt von jungen Menschen heute, die ja auch nicht im luftleeren Raum leben \u2013 miteinander zu verbinden&#8220;.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDass es Motja wirklich gab, davon erz\u00e4hlen Zeitzeugnisse der Puppenspielerin Dina Pronitschewa, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Prozessen \u00fcber das Massaker von Babyn Jar berichtete, wie Kalbitz weiter erl\u00e4utert. Diese Dokumente seien Grundlage f\u00fcr Goreliks St\u00fcck gewesen ebenso wie Interviews mit Menschen aus der Ukraine, die heute in Kyjiws Partnerstadt Leipzig lebten.\n<\/p>\n<p><a name=\"Fantasy\">Inszenierung inspiriert<\/a> von surrealen Fantasy-Welten<\/p>\n<p class=\"text\">\nDa ist viel Material zusammengekommen f\u00fcr die Leipziger Inszenierung mit zwei Puppen und ihre drei Spieler, Regisseurin Martina van Boxen bringt sie trotz ihrer unterschiedlichen Zeitebenen in einer Art Fantasy-Welt zusammen. &#8222;Ich bin ein gro\u00dfer <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/archaeologie-fruehgeschichte\/fantasy-nordische-sagen-norwegen-island-literatur-wissenschaft-100.html\" title=\"Herr der Ringe oder Buddenbrocks: Nordische Sagas als Ursprung gro\u00dfer Literatur?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fantasy<\/a>-Fan und mag es sehr gerne, wenn es irreal und surreal wird, wenn Sachen passieren, die man gar nicht erkl\u00e4ren kann.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas korrespondiert mit der durchaus auch Fantasy-affinen Zielgruppe im jugendlichen Publikum, das zwei ihrer Altersgenossen durch ihr jeweiliges Leben begleitet, damals wie heute.\n<\/p>\n<p>Krieg vernichtet Perspektiven junger Menschen<\/p>\n<p class=\"text\">\nPuppenspieler Sven Tillmann betont, dass Juri und Motja nicht nur schlimme Dinge erlebten, sondern auch ihre erste gro\u00dfe Liebe mit einem M\u00e4dchen, das zuf\u00e4lligerweise den selben Namen, Sveta, trage. Sich auf den ersten Kuss und das Zusammensein einzustellen, das aber bleibe Motja komplett verwehrt in seiner Welt des Jahres 1941.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nWie Vergangenes in die Gegenwart wirkt, die Perspektiven junger Menschen durch Krieg auch heute komplett \u00fcber den Haufen gerannt w\u00fcrden, das sei Thema des St\u00fccks.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nQuelle: MDR KULTUR (Wolfgang Schilling, Theater der Jungen Welt Leipzig)<br \/>Redkationelle Bearbeitung: op, ks<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das St\u00fcck &#8222;Ein Gl\u00fccksding&#8220; am Theater der Jungen Welt (TdJW) Leipzig verwebt die Geschichte zweier 14-j\u00e4hriger Jungen miteinander,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":439540,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,114131,30,114130,4046,66,71,81,16176,26727,859,7844,59340,317],"class_list":{"0":"post-439539","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-ein-gluecksding","11":"tag-germany","12":"tag-jugendlich","13":"tag-krieg","14":"tag-kulturnachrichten","15":"tag-leipzig","16":"tag-mdr","17":"tag-pubertaet","18":"tag-puppentheater","19":"tag-sachsen","20":"tag-tdjw","21":"tag-theater-der-jungen-welt","22":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115241704825151033","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439539","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=439539"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439539\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/439540"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=439539"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=439539"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=439539"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}