{"id":439573,"date":"2025-09-21T10:20:16","date_gmt":"2025-09-21T10:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439573\/"},"modified":"2025-09-21T10:20:16","modified_gmt":"2025-09-21T10:20:16","slug":"bildband-anselm-kiefers-aquarelle-zeigen-zarte-seite-des-malers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439573\/","title":{"rendered":"Bildband: Anselm Kiefers Aquarelle zeigen zarte Seite des Malers"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/coverkiefer-100.webp\" alt=\"Cover: Anselm Kiefer: Wasserfarben\" title=\"Cover: Anselm Kiefer: Wasserfarben | Schirmer \/Mosel Verlag Gm\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 21.09.2025 06:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Anselm Kiefer gilt als einer der bedeutendsten deutschen K\u00fcnstler der Gegenwart. Jetzt lernen wir eine neue, zartere Seite von ihm kennen. &#8222;Wasserfarben&#8220; hei\u00dft der zur Ausstellung in Seeb\u00fcll entstandene Katalog.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/martina-kothe,kothe124.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Martina Kothe<\/a><\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Ich k\u00f6nnte ohne die Kunst nicht leben, es w\u00e4re v\u00f6llig unm\u00f6glich&#8220;,<strong> <\/strong>sagt Anselm Kiefer. Raumgreifend und meist riesig sind seine Arbeiten: Auf Leinw\u00e4nde gie\u00dft er hei\u00dfes Blei, sieht zu, wie sich die Farbe abrollt und aufb\u00e4umt. Er stapelt Betonabg\u00fcsse von Containern zu unbewohnbaren T\u00fcrmen, setzt seine Bilder der Witterung aus, l\u00e4sst Schichten von Stroh, Lehm und Farbe frieren und schmelzen. Der Kampf mit dem und gegen das Material, am liebsten Blei, scheint ein wichtiger Teil des k\u00fcnstlerischen Prozesses bei Kiefer zu sein.<\/p>\n<p>    Anselm Kiefers Farbexperimente<\/p>\n<p class=\"\">Tuschkasten, Pinsel, Papier, transparente Farbschichten, \u00fcberhaupt: Farben &#8211; all das ist in Bezug auf Kiefer neu und spannend, und man versucht diese Bilder mit dem restlichen Werk und dem Anspruch des K\u00fcnstlers in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Mit seinen Aquarellen stellt sich Anselm Kiefer in die Tradition der Kunstgeschichte und damit auch von Emil Nolde. Beiden K\u00fcnstlern ist bewusst, dass sie ihren eigenen Einfluss aufgeben durch die Freiheiten, die sie der Farbe im Aquarell erm\u00f6glichen&#8220;, schreibt der Direktor des Emil-Nolde-Museums, Christian Ring, im Vorwort.<\/p>\n<p class=\"\">In seinen Aquarellarbeiten bleibt sich Anselm Kiefer aber in einem Aspekt treu: Er schreibt in die Bilder. &#8222;\u00dcber allen Gipfeln ist Ruh. In allen Wipfeln sp\u00fcrest Du kaum einen Hauch&#8220;, steht diagonal auf dem zum rechten Bildrand ansteigenden Hang, der sich gr\u00fcn und braun gefleckt von einem blassblauen Himmel abhebt. Ein halbkahler Baum ragt dunkel \u00fcber Hang und Himmel und kreuzt die Steigung mit der Schrift. Es ist eines der \u00e4lteren Aquarelle in dem Band, Anselm Kiefer hat es zwischen 1971 und &#8217;73 gemalt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/anselmdoku102.webp\" alt=\"Eine Frauenskulptur ohne Kopf - mit Dr\u00e4hten, dahinter ein Mann mit einem Kind auf den Schultern - zu sehen im Dokumentarfilm &quot;Anselm &quot; von Wim Wenders\" title=\"Eine Frauenskulptur ohne Kopf - mit Dr\u00e4hten, dahinter ein Mann mit einem Kind auf den Schultern - zu sehen im Dokumentarfilm &quot;Anselm &quot; von Wim Wenders | 2023, Road Movies, photograph by Wim Wenders, Wim Wenders\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Sie teilen einen Jahrgang und kennen sich seit Jahrzehnten: Wim Wenders und Anselm Kiefer. Der Dokumentarfilm l\u00e4sst Kiefers Werk sinnlich erfahren.<\/p>\n<p>    Schrift und Symbolik als erz\u00e4hlerische Elemente<\/p>\n<p class=\"\">Aus dem Jahr 1975 stammt das Bild &#8222;Kranke Kunst&#8220;. Auf beiges Papier getuscht, eine lila Bucht im Abendlicht. Rechts die dunklen Steine, der Strand, dahinter und am Horizont: blauviolette Berge unter wehenden wei\u00dfen Wolken. &#8222;KRANKE KUNST&#8220; steht ganz oben am Bildrand in ungelenken Druckbuchstaben. Die Szene ist bedeckt mit rosa-gelben Flecken, gleich Eiterpusteln, die pastos, rund und schw\u00e4rend aufs Blatt gesetzt wurden. Das ist nicht ohne Witz, wird aber meist seri\u00f6s als R\u00fcckverweis auf die &#8222;entartete Kunst&#8220; der Nationalsozialisten gelesen. Ob es ein schneller, belangloser Einfall, ein banaler Witz war, oder einen tieferen Sinn hat?<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Mit meiner Schrift f\u00fchre ich auch oft in die Irre. Ich will nicht, dass es so verstanden wird, wie ich es verstehe&#8220;, sagt Gr\u00fcn. &#8222;Ich werde oft gefragt, was meine Interpretation ist, dann sage ich immer: Ich bin nur einer unter vielen. Ich kann nur eine Interpretation geben, aber es gibt so viele Interpretationen, wie es Menschen gibt, die es anschauen.&#8220;<\/p>\n<p>    Zufall und Farbe im Einklang<\/p>\n<p class=\"\">Das Titelbild, &#8222;Aller Abende Tag&#8220;, entstand 2014 und zeigt eine weite, verschneite Landschaft &#8211; jene Landschaft, die man auch aus Emil Noldes Aquarellen kennt. Hier also treffen sich die beiden K\u00fcnstler: in der Technik, teilweise im Motiv, vor allem aber im Unvorhersehbaren des Arbeitsprozesses.<\/p>\n<p class=\"\">\u00dcber einem wei\u00dfen Feld mit Grasstoppeln, das sich in diagonalen Furchen bis zum Horizont erstreckt, t\u00fcrmen sich farbige Wolkenb\u00e4nder: Sie sind lilafarben, orange, gelb, blau und t\u00fcrkis; in Bahnen liegen sie \u00fcber dem Land. Sie werden durch verlaufende Wasserflecke aufgebrochen, verschwimmen, bilden neue, unkalkulierbare Formen. Der Zufall wurde eingeladen.<\/p>\n<p class=\"\">Das so schlicht wie sch\u00f6n gestaltete Buch offenbart eine neue Facette im Werk Anselm Kiefers. Und es macht Lust, den Tuschkasten selbst mal wieder herauszuholen.<\/p>\n<p class=\"\">Die Aquarelle Kiefers sind derzeit noch bis zum 15. November in der Galerie Bastian in Berlin zu sehen.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/coverkiefer-100.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/coverkiefer-100.webp\" alt=\"Cover: Anselm Kiefer: Wasserfarben\" title=\"Cover: Anselm Kiefer: Wasserfarben | Schirmer \/Mosel Verlag Gm\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>        <\/a><\/p>\n<p>      Wasserfarben<\/p>\n<p>von Anselm\u00a0Kiefer<\/p>\n<dl>\n<dt class=\"dtHidden\">Seitenzahl:<\/dt>\n<dd>80 Seiten<\/dd>\n<dt class=\"dtHidden\">Genre:<\/dt>\n<dd>Bildband<\/dd>\n<dt>Verlag:<\/dt>\n<dd>Schirmer\/Mosel<\/dd>\n<dt>ISBN:<\/dt>\n<dd>978-3-8296-1037-7<\/dd>\n<dt>Preis:<\/dt>\n<dd>45 \u20ac<\/dd>\n<\/dl>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 21.09.2025 06:00 Uhr Anselm Kiefer gilt als einer der bedeutendsten deutschen K\u00fcnstler der Gegenwart. Jetzt lernen wir&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":439574,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[70863,1793,9225,9229,83009,1797,29,214,83008,30,2075,1794,215,114134],"class_list":{"0":"post-439573","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-anselm-kiefer","9":"tag-art-and-design","10":"tag-bildband","11":"tag-bildbaende","12":"tag-bildschoene-buecher","13":"tag-buch","14":"tag-deutschland","15":"tag-entertainment","16":"tag-fotogafie","17":"tag-germany","18":"tag-kunst","19":"tag-kunst-und-design","20":"tag-unterhaltung","21":"tag-wasserfarben"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115241787929940160","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=439573"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439573\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/439574"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=439573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=439573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=439573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}