{"id":439699,"date":"2025-09-21T11:33:11","date_gmt":"2025-09-21T11:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439699\/"},"modified":"2025-09-21T11:33:11","modified_gmt":"2025-09-21T11:33:11","slug":"new-wave-legende-john-watts-von-fischer-z-praesentiert-songs-und-kunst-in-galeien-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439699\/","title":{"rendered":"New-Wave-Legende John Watts von Fischer-Z pr\u00e4sentiert Songs und Kunst in Galeien &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Dass John Watts gleich beim allerersten Konzert in Deutschland einen Haufen Halbstarker verpr\u00fcgelte, hat seiner Popularit\u00e4t hierzulande nicht geschadet. Im Gegenteil, viele Zeitungen berichteten \u00fcber diesen Haudrauf aus Gro\u00dfbritannien, der seine Ansage \u201eWenn ihr nicht die Klappe haltet, komme ich runter und rei\u00dfe euch den Kopf ab\u201c in die Tat umgesetzt hatte. Und auch viele der unbeschadeten Zuschauer zollten dem blutend auf die B\u00fchne zur\u00fcckgekehrten Frontmann der Band Fischer-Z Respekt daf\u00fcr, dass er die St\u00f6renfriede in ihre Schranken gewiesen hatte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Angst vor irgendwelchen R\u00fcpeln hatte der damals knapp 20-J\u00e4hrige keine. Vor den Konzerten mit seiner aufstrebenden Band in England arbeitete der Student der klinischen Psychologie tags\u00fcber in einer Klinik f\u00fcr psychisch Kranke; als st\u00e4mmiger Rugby-Spieler war es seine Aufgabe, ausrastende Patienten niederzuwerfen. \u201eIch bin selbst von Natur aus nicht aggressiv, aber ich hatte buchst\u00e4blich den ganzen Tag mit tobenden Psychopathen zu tun\u201c, so erinnert er sich in einem Begleit-Interview zum neuen, seinem 26. Album. \u201eDa hast du keinen Bammel mehr vor ein paar Punks.\u201c Denn wenn er dann abends \u201evor ein paar rotzfrechen kleinen 17-J\u00e4hrigen\u201c spielte, die drohten, ihm eine Zigarette auf dem Bein auszudr\u00fccken, dann habe er sich gedacht: \u201eOkay, dann komm ruhig her!\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Das klingt jetzt schwer nach dem rauflustigen Punk in den Endsiebzigern, also nicht die feine englische Art. Aber im Grunde waren Fischer-Z von 1977 bis 1982 beides: \u201eWir waren Art-Punks.\u201c Also <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Kunst\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kunst<\/a>-R\u00fcpel \u2013 feingeistig und wehrhaft. Sowas sagte deren Anf\u00fchrer auch im ersten offiziellen Interview der Band\u00a0im Magazin\u00a0Sounds: \u201eIch nehme an, wir sind pseudointellektuelle M\u00f6chtegern-Kunststudenten aus der Mittelschicht.\u201c Von da an galt er als Klugschei\u00dfer, und in seiner Heimat ging es bergab mit Fischer-Z (mal abgesehen von Edel-Fans wie BBC-Moderatoren-Guru John Peel). In Rest-Europa hatte man wohl mehr Sinn f\u00fcr schwarzen britischen Humor, vor allem in Deutschland, wo sich das hymnisch-kritische Album \u201eRed Skies Over Paradise\u201c mit Hits wie \u201eMarlies\u201c und \u201eBerlin\u201c bis zu 50 000 Mal die Woche verkaufte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Fischer-Z (was sich wie Fish\u2019s Head, also Fischkopf anh\u00f6ren sollten) waren richtige Stars der Post-Punk- und New-Wave-\u00c4ra, die mit Talking Heads, The Cure, Depeche Mode gemessen wurden, die mit Peter Gabriel, Dire Straits, The Police und Bob Marley spielten (auch weil sie anst\u00e4ndigen Reggae abliefern konnten), die immer auch politisch und links agierten, wenn sie sich mit Margaret Thatcher anlegten oder den gro\u00dfen britischen Bergarbeiter-Streik in Songs thematisierten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Obwohl Watts ein geborener Entertainer ist, blieb er in den Clubs und Underground \u2013\u00a0vielleicht auch, weil er lange lieber Alleinunterhalter war, die Band 1982 aufl\u00f6ste und solo alles m\u00f6gliche probierte: Poesie, DJ-Beats, ein Multidmediaprojekt mit Stra\u00dfenmusikern zu 9\/11. Er sah sich stets als Gesamtk\u00fcnstler, dessen Helden sowohl Captain Beefheart als auch Andy Warhol waren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/e51df9cd-17f5-4574-be0a-984aa1db1d85.jpg\"   alt=\"Immer noch will das Publikum seinen gro\u00dfen Hit \u201eMarlies\u201c h\u00f6ren.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Immer noch will das Publikum seinen gro\u00dfen Hit \u201eMarlies\u201c h\u00f6ren. (Foto: Andre\u00cc\u0081 Symann)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">So will er nun (wieder als Fischer-Z) auch von anderen gesehen werden. \u201eHallo, ich bin John Watts, ihr kennt mich f\u00fcr meine Musik, wenn ihr mich \u00fcberhaupt kennt. Aber was ihr nicht wisst: Ich mache auch viele Zeichnungen\u201c, so stellt der Mann mit Hut sein Projekt \u201ePunkt!\u201c in einem Video vor.\u00a0 Es gibt also nicht nur zehn neue Songs wie den schunkligen Maracas-Soul \u201eWhen Love Goes Wrong\u201c oder die Polit-Meditation \u201eConclusion\u201c. Dazu packt Watts auch zehn Kunstwerke und einen Kurzfilm. Und das alles gibt es zun\u00e4chst vor allem limitiert und analog, also mit echter Schallplatte\u00a0\u2013 John Watts\u2019 Gegenma\u00dfnahme zu KI.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Dazu geh\u00f6rt auch der feine Rahmen seiner \u201ePunkt!\u201c-Tour, die ihn zun\u00e4chst in einige deutsche Kunst-Galerien bringt, zu denen sich auch das M\u00fcnchner Kulturzentrum Pasinger Fabrik wegen seiner feinen Ausstellungen z\u00e4hlen darf. Hier will Watts erst mal f\u00fcr eine kleine Zahl <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Pop\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pop<\/a>&#8211; und Kunstinteressierter spielen. Die schauen sich davor auch seine Zeichnungen an und sagen (so hofft er) \u201emein Gott sind die toll, und kaufen welche\u201c. 2026 geht er dann in gr\u00f6\u00dferen Hallen auf 50-Jahre-Fischer-Z-Tournee. Nat\u00fcrlich besonders gerne in Deutschland, wo man ihm seine Provokationen nicht \u00fcbel nimmt, wie: \u201eIch w\u00fcnschte, mein Publikum w\u00e4re nicht so h\u00e4sslich.\u201c Zuhause w\u00e4ren sie daf\u00fcr beleidigt, sagt er, in Deutschland feiere man ihn daf\u00fcr als lustigen, m\u00fcrrischen Engl\u00e4nder, einen politischen Pop-Autor zwischen Paul Weller und Billy Bragg.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\"><strong><a href=\"https:\/\/pasinger-fabrik.de\/Veranstaltung\/john-watts-punkt-art\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fischer-Z, \u201ePunkt!\u201c-Galerien-Tour, Mittwoch, 24. September, 18 bis 21.30 Uhr,\u00a0 M\u00fcnchen, Pasinger Fabrik<\/a><\/strong><strong>; 50-Jahre-Tour, 20. Oktober, Alte Kongresshalle<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dass John Watts gleich beim allerersten Konzert in Deutschland einen Haufen Halbstarker verpr\u00fcgelte, hat seiner Popularit\u00e4t hierzulande nicht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":439700,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,30,3371,2392,2075,1268,1703,149],"class_list":{"0":"post-439699","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-konzerte-muenchen","12":"tag-kultur-in-muenchen","13":"tag-kunst","14":"tag-muenchen","15":"tag-pop","16":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115242074717321343","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=439699"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439699\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/439700"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=439699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=439699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=439699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}