{"id":43984,"date":"2025-04-19T09:15:20","date_gmt":"2025-04-19T09:15:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/43984\/"},"modified":"2025-04-19T09:15:20","modified_gmt":"2025-04-19T09:15:20","slug":"warum-leipzig-seine-1-000-zusaetzlichen-strassenbaeume-im-jahr-nicht-schafft-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/43984\/","title":{"rendered":"Warum Leipzig seine 1.000 zus\u00e4tzlichen Stra\u00dfenb\u00e4ume im Jahr nicht schafft + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>In der Stadtratssitzung am 16. April gab es \u2013 eigentlich folgerichtig \u2013 auch noch eine kleine Debatte zu Leipzigs Stra\u00dfenb\u00e4umen. Denn die B\u00e4ume in der Stadt spielen eine enorme Rolle beim Klimaschutz und der K\u00fchlung der Stadt in den zunehmend hei\u00dferen Jahren. Gleichzeitig leiden sie auch f\u00fcr alle sichtbar unter der D\u00fcrre der vergangenen Jahre. So gesehen war schon verst\u00e4ndlich, dass der \u00d6kol\u00f6we nach dieser Ratssitzung herb entt\u00e4uscht war. \u201eKatastrophale Bilanz bei Stra\u00dfenbaumpflanzungen!\u201c, meldete er sich danach zu Wort. \u201eDie Stadt Leipzig pflanzt 2024 nur jeden zweiten versprochenen Stra\u00dfenbaum\u201c.<\/p>\n<p>Die Debatte entspann sich in der Fragestunde des Stadtrates zur<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2024709&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2162157\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Anfrage der Fraktion B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen \u201eBaumf\u00e4llungen: Wo bleibt der gr\u00fcne Nachschub?\u201c<\/a>. Die Gr\u00fcne hatten sehr detailliert gefragt und sich dabei auch auf sehr irritierende Zahlen bezogen, welche die LVZ verk\u00fcndet hatte: \u201eRegelm\u00e4\u00dfig erfragen wir im Fr\u00fchjahr eine Bilanz der Baumf\u00e4llungen nach Baumschutzsatzung nach Ende der F\u00e4llsaison. Ebenso interessieren wir uns f\u00fcr die Entwicklung des Leipziger Stadtbaumbestands an Stra\u00dfen, in Gr\u00fcnanlagen und Parks.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/b87b10dfa0764cc28eafc55123048b26.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/04\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/04\/1\"\/><\/p>\n<p>Denn meist fallen mehr B\u00e4ume als neue gepflanzt werden \u2013 bestehenden Bem\u00fchungen und Zielsetzungen zum Trotz. Laut Stra\u00dfenbaumkonzept 2030 sollen in Leipzig j\u00e4hrlich zus\u00e4tzlich zum Erhalt des Stra\u00dfenbaumbestands 1.000 Neupflanzungen erfolgen. In der LVZ vom 19. Februar steht, dass 2024 2.533 B\u00e4ume gef\u00e4llt wurden und nur 745 nachgepflanzt wurden, wobei unklar bleibt, ob es sich dabei um Stra\u00dfenb\u00e4ume, Stadtb\u00e4ume (in Parks und Gr\u00fcnanlagen) oder B\u00e4ume auf privaten Grundst\u00fccken handelt.\u201c<\/p>\n<p>Im LVZ-Artikel scheint es dabei dr\u00fcber und drunter gegangen zu sein. Die Unklarheit, die die Gr\u00fcnen empfanden, war wohl im Text angelegt. Dabei wissen die Gr\u00fcnen \u00fcber die Zahlen besser Bescheid als die LVZ-Redakteure.<\/p>\n<p>Zahlen zu F\u00e4llungen auf Privatgrundst\u00fccken fehlen<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2024766&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antwort aus dem Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser<\/a> bot dann folgerichtig ein v\u00f6llig anderes Bild. \u00dcbrigens mit der Grundaussage: \u201eDer Stra\u00dfenbaumbestand konnte in den letzten Jahren wieder kontinuierlich erweitert werden.\u201c<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch die Aussage, dass seit M\u00e4rz 2023 allein auf privaten Grundst\u00fccken 588 neue B\u00e4ume gepflanzt wurden. Eine Zahl, die dann \u00fcber 2.000 Antr\u00e4gen auf Genehmigung von Eingriffen in den gesch\u00fctzten Geh\u00f6lzbestand in den Jahren 2023 und 2024 gegen\u00fcber steht. Aber diese \u00fcber 2.000 Antr\u00e4ge sind nicht alles Baumf\u00e4llungen, betonte Umweltb\u00fcrgermeister Heiko Rosenthal am Mittwoch, als Dr. Nicole Schreyer f\u00fcr die Gr\u00fcnen nachfragte. Darin stecken auch Baumschnitte und Eingriffe in Geh\u00f6lze. Wie viele Baumf\u00e4llungen darunter sind, das verrate das EDV-System um ASG leider nicht, so Rosenthal. Das m\u00fcsse man h\u00e4ndisch auswerten. Wof\u00fcr er wieder nicht die Leute hat.<\/p>\n<p>Bessere \u00dcbersicht hat die Stadt bei den Stra\u00dfenb\u00e4umen und den B\u00e4umen in Parks und Gr\u00fcnanlagen. Denn da gibt es zu jedem einzelnen Baum eine Dokumentation.<\/p>\n<p>Die Kritik des \u00d6kol\u00f6wen<\/p>\n<p>Auch wenn der \u00d6kol\u00f6we erst einmal nur eine negative Botschaft aus der Antwort des Amtes f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser mitnahm: \u201eAuf Anfrage im Stadtrat gab die Verwaltung diese Woche die aktuellen Zahlen zu den Stra\u00dfenbaumpflanzungen bekannt. Die Bilanz ist katastrophal: Statt der beschlossenen 1.000 neuen B\u00e4ume hat die Stadt Leipzig im vergangenen Jahr nur 556 neu gepflanzt \u2013 \u00fcber weitere 200 B\u00e4ume weniger als im Jahr 2023.\u201c<\/p>\n<p>\u201eW\u00e4hrend die Temperaturen steigen, versagt Leipzig beim einfachsten Klimaschutz: dem Pflanzen von B\u00e4umen. Das ist ein klimapolitisches Armutszeugnis!\u201c, meint Niclas Rosendahl, umweltpolitischer Sprecher des Umweltverbands \u00d6kol\u00f6we e. V. Seit dem Beschluss des Stra\u00dfenbaumkonzepts im Jahr 2019<br \/>habe Leipzig in keinem einzigen Jahr die 1.000 versprochenen Erstpflanzungen ann\u00e4hernd erreicht.<\/p>\n<p>Stattdessen habe die Stadt inzwischen einen Pflanzr\u00fcckstand von 3.169 B\u00e4umen aufgestaut. Im Stra\u00dfenbaumkonzept wurden Leipzigs Stra\u00dfen analysiert und ein Potenzial von 45.391 Erstpflanzungen berechnet \u2013 bei 1.000 neuen B\u00e4umen pro Jahr w\u00e4re das Ziel in 45 Jahren erreicht.<br \/>\u201eDas Potenzial ist doch da, also Schluss mit den ewigen Ausreden!\u201c, meint Rosendahl. \u201eWenn Leipzig in diesem Tempo weiter pflanzt, brauchen wir \u00fcber 100 Jahre, um unsere Stra\u00dfen zu begr\u00fcnen!\u201c<\/p>\n<p>Baumpflanzungen im Wettlauf mit der D\u00fcrre<\/p>\n<p>Aber auch das deckt sich nicht wirklich mit den Zahlen aus der Antwort des ASG. Zumindest bei Stra\u00dfenb\u00e4umen nicht. Denn von den 1.000 vom Stadtrat beschlossenen zus\u00e4tzliche Stra\u00dfenb\u00e4umen pro Jahr entfallen nur 500 auf das ASG. Die anderen 500 entfallen vor allem auf Stadtentwicklungsprojekte.<\/p>\n<p>Aber da trifft tats\u00e4chlich zu, dass die beschlossene Gr\u00f6\u00dfenordnung nicht erreicht wurde: \u201eErstpflanzungen aus zus\u00e4tzlichen Stadtentwicklungsprojekten (wachsende Stadt) in Gr\u00f6\u00dfenordnungen von 250 B\u00e4umen pro Jahr (vgl. Stra\u00dfenbaumkonzept S. 68) konnten in den vergangenen Jahren nicht ann\u00e4hernd in der H\u00f6he realisiert werden, da entsprechende Projekte nicht umgesetzt wurden\u201c, hei\u00dft es in der Antwort. Und: \u201eErstpflanzungen im bisherigen Umfang aus st\u00e4dtischen Projekten in Gr\u00f6\u00dfenordnungen von 250 B\u00e4umen pro Jahr (vgl. Stra\u00dfenbaumkonzept S. 68) konnten nicht immer vollst\u00e4ndig erreicht werden.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/baume.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-622458 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/baume.jpg\" alt=\"Baumpflanzungen und Baumf\u00e4llungen in Parks und bei Stra\u00dfenb\u00e4umen. Grafik: Stadt Leipzig\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Baumpflanzungen und Baumf\u00e4llungen in Parks und bei Stra\u00dfenb\u00e4umen. Grafik: Stadt Leipzig<\/p>\n<p>Aber genau da fragte am Mittwoch niemand nach, warum das so ist. Und ob man die B\u00e4ume nicht doch lieber dem ASG zuschl\u00e4gt, damit es neue Stra\u00dfenb\u00e4ume pflanzt.<\/p>\n<p>Oder noch besser: neue Parkb\u00e4ume.\u00a0Denn da wird das eigentliche Problem sichtbar. Die B\u00e4ume in Leipzigs Gr\u00fcnanlagen leiden massiv unter Trockenstress, wie Heiko Rosenthal feststellte. Und er rechnet in den n\u00e4chsten Jahren noch mit weiteren Abg\u00e4ngen im Baumbestand der Leipziger Parks. Schon die Abg\u00e4nge in den letzten beiden Jahren waren heftig.<\/p>\n<p>Allein 2022 kamen auf 745 neu gepflanzte Parkb\u00e4ume 2.066, die gef\u00e4llt werden mussten, weil sie \u2013 vor allem durch Trockenstress \u2013 abgestorben waren oder nicht mehr standsicher. Die langen D\u00fcrrejahre seit 2018 machen sich \u00fcberall bemerkbar. 2023 wurde 432 neue Parkb\u00e4ume gepflanzt, aber wieder mussten auch 1.756 B\u00e4ume in Parks und Gr\u00fcnanlagen gef\u00e4llt werden. Und 2024 sah es nicht besser aus: Auf 313 Neupflanzungen kamen 1.775 gef\u00e4llte Parkb\u00e4ume. In Leipzigs Parks wird am st\u00e4rksten sichtbar, was die D\u00fcrren der letzten Jahre f\u00fcr Folgen haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Stadtrat-Andreas_Geisler-SPD-00005792.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-622393 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Stadtrat-Andreas_Geisler-SPD-00005792.jpg\" alt=\"Herr Andreas Geisler (SPD) im Leipziger Stadtrat am 16.04.25. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Andreas Geisler (SPD) im Leipziger Stadtrat am 16.04.25. Foto: Jan Kaefer<br \/>\nPositive Entwicklung bei Stra\u00dfenb\u00e4umen<\/p>\n<p>Gerade bei den Stra\u00dfenb\u00e4umen sieht es etwas besser aus. 2022 kamen auf 769 gef\u00e4llte Stra\u00dfenb\u00e4ume 872 durch das ASG neu oder nachgepflanzte B\u00e4ume. 2023 kamen auf 729 F\u00e4llungen 1.370 Neu- und Nachpflanzungen und 2024 dann auf 758 gef\u00e4llte Stra\u00dfenb\u00e4ume 1.029 Neu- und Nachpflanzungen. 2023 hat das ASG zumindest f\u00fcr seinen Teil das vom Stadtrat gesetzte Ziel von 500 zus\u00e4tzlichen Stra\u00dfenb\u00e4umen geschafft. Nicht nur durch Bepflanzung der amtlich vorhandenen \u00fcber 14.000 leeren Baumscheiben, sondern \u2013 in vielen Ortsteilen zu beobachten \u2013 die Anlage neuer Baumscheiben im Stra\u00dfenraum.<\/p>\n<p>Aber Heiko Rosenthal erkl\u00e4rte auch, warum das Ziel von 1.000 zus\u00e4tzlichen B\u00e4umen nicht erreicht wird: Es sind die massiven Abg\u00e4nge von B\u00e4umen durch die Folgen der jahrelangen D\u00fcrre, auf die auch das ASG \u201eressourcentechnisch nicht eingestellt\u201c sei. Was im Klartext ja hei\u00dft: Die Ressourcen, die eigentlich f\u00fcr den Aufbau des Stra\u00dfenbaumbestandes gebraucht w\u00fcrden, werden allein schon durch die notwendig werdenden F\u00e4llungen verdorrter B\u00e4ume und der notwendigen Neupflanzungen an ihrer Stelle gebunden.<\/p>\n<p>Die Stadt befindet sich in einem Rennen gegen die zunehmende Hitze und Trockenheit. Hier wird es ganz explizit sichtbar.<\/p>\n<p>Und auch die 14.325 gez\u00e4hlten unbepflanzten Baumscheiben stehen nicht alle f\u00fcr Bepflanzung zur Verf\u00fcgung. Danach fragte SPD-Stadtrat Andreas Geisler. Denn \u2013 so Rosenthal \u2013 unter etlichen \u00e4lteren Baumscheiben verlaufen auch noch Leitungen. Die da eigentlich gar nicht hingeh\u00f6ren, wie CDU-Stadtrat Falk Dossin feststellte. Aber darauf haben wohl die fr\u00fcheren Leipziger Verwaltungen in vielen F\u00e4llen einfach nicht geachtet. Also muss jede Baumscheibe f\u00fcr sich untersucht und geplant werden. Und das sei \u2013 so Rosenthal \u2013 viel aufwendiger, als man sich das f\u00fcr gew\u00f6hnlich so vorstelle.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Stadtratssitzung am 16. 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