{"id":440775,"date":"2025-09-21T21:55:09","date_gmt":"2025-09-21T21:55:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/440775\/"},"modified":"2025-09-21T21:55:09","modified_gmt":"2025-09-21T21:55:09","slug":"kaempferische-trauerfeier-fuer-rechten-us-aktivisten-kirk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/440775\/","title":{"rendered":"K\u00e4mpferische Trauerfeier f\u00fcr rechten US-Aktivisten Kirk"},"content":{"rendered":"<p>Glendale (dpa) &#8211; Die Trauerfeier f\u00fcr Charlie Kirk ist mehr als ein Abschied von einem prominenten rechten Aktivisten. Inszeniert wie eine Mischung aus Gottesdienst, christlichem Popkonzert und politischer Kundgebung geriet die Veranstaltung mit Zehntausenden Teilnehmern auch zu einer Machtdemonstration der Bewegung hinter US-Pr\u00e4sident Donald Trump &#8211; und wohl zum Katalysator f\u00fcr eine zunehmend k\u00e4mpferische Agenda seiner Regierung.<\/p>\n<p>Schon im Morgengrauen versammelten sich Tausende vor dem Stadion in Glendale im Bundesstaat Arizona, wo Kirk zuletzt mit seiner Familie gelebt hatte. In der Schlange stimmten sie \u00abUSA\u00bb-Rufe an, viele waren in Rot, Wei\u00df oder Blau gekleidet &#8211; wie von der von ihm gegr\u00fcndeten Organisation Turning Point USA erbeten. Die Arena fasst bis zu 73.000 Zuschauer, zus\u00e4tzlich wurde eine weitere Halle f\u00fcr diejenigen eingerichtet, die nicht mehr hineinkamen.<\/p>\n<p>Sicherheitsvorkehrungen wie beim Superbowl<\/p>\n<p>Um ins Stadion zu gelangen, mussten Besucher ausf\u00fchrliche Sicherheitskontrollen passieren. Zwar w\u00e4ren die Vorkehrungen ohnehin streng, angesichts der Umst\u00e4nde war die Sorge vor m\u00f6glicher Gewalt aber besonders gro\u00df. Nach US-Medienberichten stufte das Heimatschutzministerium die Trauerfeier auf eine \u00e4hnliche Sicherheitsstufe wie den Superbowl oder den New-York-Marathon ein. Das Rednerpult auf der B\u00fchne befand sich hinter dickem Panzerglas.<\/p>\n<p>Am Mittag (Ortszeit) begann das Programm &#8211; mit christlicher Musik, Gebeten und Gesang. \u00abIhr werdet vom Who&#8217;s Who h\u00f6ren\u00bb, k\u00fcndigte ein Pastor an. Auf der Rednerliste standen neben Kirks Witwe Erika auch Pr\u00e4sident Trump und Vizepr\u00e4sident JD Vance. Nach Informationen mitreisender Reporter wollte Trump voraussichtlich als letzter Redner auftreten.<\/p>\n<p>Zahlreiche weitere Regierungsvertreter waren dabei. Auch Tech-Milliard\u00e4r Elon Musk lie\u00df sich im Stadion blicken. Wegen der vielen Teilnehmer aus dem Wei\u00dfen Haus wurden laut Reportern zwei Flugzeuge f\u00fcr die Anreise aus Washington ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Symbolfigur von \u00abMake America Great Again\u00bb<\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne erinnerten sich auch andere Weggef\u00e4hrten Kirks an den 31-J\u00e4hrigen. Solche Beitr\u00e4ge sind bei Trauerfeiern in den USA \u00fcblich. Weniger \u00fcblich ist die politische Bedeutung der Veranstaltung: Mit stark religi\u00f6s aufgeladener Sprache wurde Kirk nicht nur als Verstorbener, sondern auch als Symbolfigur f\u00fcr die Zukunft der von ihm mitgepr\u00e4gten \u00abMake America Great Again\u00bb-Bewegung dargestellt.<\/p>\n<p>Der gewaltsame Tod Kirks vor laufenden Kameras hat die amerikanische Rechte tief ersch\u00fcttert. Der Aktivist machte sich als Verfechter der Meinungsfreiheit einen Namen. Mit seiner Organisation Turning Point USA, die er 2012 mit 18 Jahren gr\u00fcndete, besuchte er Hochschulen und forderte Studierende &#8211; auch solche mit anderer politischer Haltung &#8211; zur Debatte heraus. Kritiker warfen ihm rassistische, homophobe und sexistische Ansichten vor. Bei einer solchen Veranstaltung wurde Kirk am 10. September im Bundesstaat Utah erschossen.<\/p>\n<p>Ermittlungen zu Attentat laufen<\/p>\n<p>Im Laufe der Jahre war Kirk zu einem der bekanntesten Gesichter der amerikanischen Rechten aufgestiegen. \u00dcber seine Plattformen, darunter auch ein erfolgreicher Podcast, erreichte er ein Millionenpublikum, vor allem junge Menschen. Im Wahlkampf half er Trump, bei ihnen popul\u00e4rer zu werden. Er galt als enger Vertrauter von Vizepr\u00e4sident Vance; Trumps \u00e4ltester Sohn Don Jr. erkl\u00e4rte nach dem Attentat, Kirk sei f\u00fcr ihn wie ein Bruder gewesen.<\/p>\n<p>Kirks mutma\u00dflichem M\u00f6rder &#8211; einem 22-J\u00e4hrigen &#8211; droht die Todesstrafe. Nach ersten Erkenntnissen handelte er allein. \u00dcber sein Motiv herrscht bislang keine abschlie\u00dfende Klarheit. Ermittler erkl\u00e4rten unter Berufung auf Angeh\u00f6rige und sichergestellte Textnachrichten, der junge Mann &#8211; der aus einem konservativen Elternhaus stammen soll &#8211; habe zuletzt eine linke politische Haltung eingenommen. Er war Medienberichten zufolge au\u00dferdem wohl in der Gamer-Szene aktiv. Wie genau dies sein Handeln beeinflusste, ist offen. In einer Nachricht schrieb er laut Anklage, er habe genug von Kirks \u00abHass\u00bb.<\/p>\n<p>Im Netz verbreiteten sich nach dem Anschlag rasch Mutma\u00dfungen \u00fcber m\u00f6gliche Hintergr\u00fcnde. W\u00e4hrend die Trauerfeier lief, erkl\u00e4rte FBI-Chef Kash Patel, man gehe zahlreichen Theorien nach. Patel selbst hatte vor seiner Ernennung in Podcast-Auftritten wiederholt Verschw\u00f6rungstheorien gesch\u00fcrt.<\/p>\n<p>Sorge um Meinungsfreiheit in den USA<\/p>\n<p>Trump und sein Umfeld machen die Rhetorik der \u00abradikalen Linken\u00bb f\u00fcr das Attentat verantwortlich &#8211; und blenden damit nach Ansicht von Kritikern das breitere Problem einer zunehmenden Radikalisierung im Land aus. Stattdessen, so der Vorwurf, gie\u00dfe Trump mit seinen \u00c4u\u00dferungen zus\u00e4tzlich \u00d6l ins Feuer. Im Zuge dessen wird auch heftig dar\u00fcber gestritten, wie \u00fcber Kirk und seinen Tod gesprochen werden darf. Beobachter warnen, das Attentat k\u00f6nne zu einem Hebel werden, um Opposition, Presse und kritische Stimmen einzuschr\u00e4nken.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abTr\u00e4nen in Feuer verwandelt\u00bb<\/p>\n<p>Wie eng sich Trauer, Wut, religi\u00f6se Botschaften und politische Deutung bei der Feier verbanden, zeigte sich in den Reden auf der B\u00fchne. Manche riefen zu Liebe und Einheit auf, erz\u00e4hlten von pers\u00f6nlichen Erinnerungen an Kirk. Andere schlugen deutlich h\u00e4rtere T\u00f6ne an und kn\u00fcpften dabei teils an die \u00abGreat Replacement Theory\u00bb an &#8211; eine in rechtsextremen Kreisen verbreitete Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlung, wonach Migration und gesellschaftlicher Wandel einen gezielten Austausch der wei\u00dfen Mehrheitsbev\u00f6lkerung herbeif\u00fchren sollen.<\/p>\n<p>\u00abWir werden \u00fcber die M\u00e4chte des Unrechts und des B\u00f6sen siegen\u00bb, sagte etwa Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller und erkl\u00e4rte, die Tr\u00e4nen \u00fcber Kirks Tod h\u00e4tten sich in ein \u00abFeuer\u00bb verwandelt, das die \u00abFeinde\u00bb nicht verstehen k\u00f6nnten. Der rechtsradikale Kommentator Benny Johnson rief die Menge auf, zu heiraten und Kinder zu bekommen, \u00abdamit Millionen neuer Charlie Kirks entstehen und wir unser Land retten k\u00f6nnen\u00bb.<\/p>\n<p>Verschw\u00f6rungstheoretiker Jack Posobiec erkl\u00e4rte, man werde die Linke, die Medien und die Demokraten den Namen Kirk niemals vergessen lassen. In den Geschichtsb\u00fcchern werde sein \u00abOpfer\u00bb als Wendepunkt erscheinen &#8211; als einer der entscheidenden Momente zur \u00abRettung der westlichen Zivilisation\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Glendale (dpa) &#8211; Die Trauerfeier f\u00fcr Charlie Kirk ist mehr als ein Abschied von einem prominenten rechten Aktivisten.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":440776,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[3364,29,30,177,2549,8970,1209,139,64],"class_list":{"0":"post-440775","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-kriminalitt","12":"tag-leute","13":"tag-muenster","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-regierung","16":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115244520292267069","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/440775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=440775"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/440775\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/440776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=440775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=440775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=440775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}