{"id":441143,"date":"2025-09-22T01:36:16","date_gmt":"2025-09-22T01:36:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/441143\/"},"modified":"2025-09-22T01:36:16","modified_gmt":"2025-09-22T01:36:16","slug":"immer-dem-wasser-nach-der-berlin-kopenhagen-radweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/441143\/","title":{"rendered":"Immer dem Wasser nach: Der Berlin-Kopenhagen-Radweg"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<b class=\"ortsmarke\">Berlin\/Kopenhagen.<\/b>\u00a0<\/p>\n<p>Zieleinlauf nach Hunderten Kilometern auf dem <a href=\"https:\/\/www.blick.de\/thema\/schlagwort\/fahrrad\" title=\"Fahrrad\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/KEYWORD\/FAHRRAD\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fahrrad<\/a> in <a href=\"https:\/\/www.blick.de\/thema\/ort\/kopenhagen\" title=\"Kopenhagen\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/LOCATION\/KOPENHAGEN\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kopenhagen<\/a> &#8211; und pl\u00f6tzlich sind wir mitten in einer Horde von Drahteseln wie zuvor auf der ganzen Reise nicht. Aber wir sind ja auch angekommen in einer Stadt, die sich selbst &#8222;Fahrradhauptstadt der Welt&#8220; nennt.<\/p>\n<p>Allein die meistbefahrene Strecke, die Dronning Louises Bro, die K\u00f6nigin-Louise-Br\u00fccke, z\u00e4hlt 42.600 Radfahrer am Tag. In Kopenhagen gibt es f\u00fcnfmal mehr R\u00e4der als <a href=\"https:\/\/www.blick.de\/thema\/schlagwort\/auto\" title=\"Autos\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/KEYWORD\/AUTOS\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Autos<\/a>. Die Kopenhagener treten gern schnell durch die Stadt. Nur die Radtouristen bremsen sie aus, wenn sie Handzeichen oder Rechtsfahrregel ignorieren.<\/p>\n<p>In <a href=\"https:\/\/www.blick.de\/thema\/ort\/berlin\" title=\"Berlin\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/LOCATION\/BERLIN\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> dagegen, wo die Radreise beginnt und auf einen beliebten Fernradweg eingeschwenkt wird, sorgen f\u00fcr erh\u00f6hten Puls beim Radeln dagegen unachtsame Autofahrer und oft schmale Radstreifen, auch das Stop-and-Go an den Ampeln nervt. Aber von vorn.<\/p>\n<p>Startpunkt des 680 Kilometer langen Berlin-Kopenhagen-Radweges ist das Brandenburger Tor, wo vor historischer Kulisse ein erstes Gruppenfoto geschossen wird. Dann aufsitzen und ein St\u00fcck dem ehemaligen Mauerstreifen folgen. Beim einstigen Wachturm Kieler Stra\u00dfe in Spandau erinnert eine Inschrift an den ersten Mauertoten G\u00fcnter Litfin.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tNoch sind die Waden fit<\/p>\n<p>Die Ger\u00e4usche der Stadt werden leiser, der Verkehr verebbt, Brandenburg, wir kommen! Der Radweg f\u00fchrt \u00fcber das im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg in Schutt und Asche gelegte Kloster Zehdenick bis Mildenberg, mitten hinein in die einzigartige Tonstichlandschaft an der oberen Havel. Mit der Einstellung der Ziegelproduktion 1990 wurden die Tongruben mit Wasser gef\u00fcllt und entwickelten sich zum Paradies f\u00fcr Pflanzen und Tiere.<\/p>\n<p>Noch sind die Waden fit, um den <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.ziegeleipark.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ziegeleipark<\/a>, heute ein Industriedenkmal, zu besichtigen. Zu Spitzenzeiten wurden hier 300.000 Ziegel in einem Durchgang gebrannt und gro\u00dfe Teile Berlins damit erbaut. Heute halten nur noch Besucher Ziegelsteine bei Workshops am Ringofen in der Hand.\u00a0Ein paar Kilometer weiter klingt der Tag beschaulich in der Marina Alter Hafen aus, wo es ein namensgleiches Gasthaus direkt an der Havel gibt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Boote im Wasser wiegen und der Fr\u00fchnebel \u00fcber den Steg zieht, beginnt morgens die Packerei. R\u00e4der entsichern. Akku rein, Taschen einh\u00e4ngen, Landkarte positionieren, Helm zurechtr\u00fccken und Windschutz aufr\u00fcsten. Selbst wenn es mal schnell geht, dauert es gut 20 Minuten bis jeder abfahrbereit am Sattel sitzt. Geduld und Gelassenheit sollten auf Radgruppenreisen mit ins Gep\u00e4ck.<\/p>\n<p>Landschaftlich sch\u00f6n liegt die Klosterruine Himmelpfort von 1299 auf einer schmalen Landzunge zwischen Stolp- und Haussee \u00f6stlich von F\u00fcrstenberg\/Havel, eine weitere Wegmarke. Die n\u00e4chste ist schwere Kost, die Mahn- und Gedenkst\u00e4tte Ravensbr\u00fcck, ein ehemaliges Frauenkonzentrationslager mitten im Wald. Unter Zwang fertigten hier zeitweise mehr als 5.000 inhaftierte Frauen H\u00e4ftlingskleidung f\u00fcr Konzentrationslager sowie unter anderem Uniformen f\u00fcr SS und Wehrmacht. Vor 80 Jahren wurde es befreit.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tModerne \u00dcbernachtungst\u00fcrmchen<\/p>\n<p>Auf und ab schl\u00e4ngelt sich der Radweg ab F\u00fcrstenberg, manchmal holprig \u00fcber Kopfsteinpflaster, von Pappelb\u00e4umen flankiert. In Neustrelitz, jetzt ist Mecklenburg-Vorpommern erreicht, sind rund 170 Kilometer geschafft, ein Viertel der Gesamtstrecke. Hier wird Fahrradfahrern eine besondere Bleibe f\u00fcr die Nacht geboten: die \u00dcbernachtungst\u00fcrmchen.\u00a0Wie eine Ansammlung \u00fcbergro\u00dfer Salz- und Pfefferstreuer stehen die modernen Wohnzylinder am Stadthafen.<\/p>\n<p>Ab dem dritten Radtag sorgen die dunklen Wolken am Himmel, vor denen es zu fliehen gilt, f\u00fcr gesteigerte Motivation im Sattel. Der Lenker h\u00fcpft \u00fcber die Wurzeln, und die Kanus bringen Farbe aufs Erinnerungsfoto: Wir haben die Landschaft der Mecklenburgische Seenplatte erreicht.<\/p>\n<p>In Ankershagen parken die R\u00e4der auf dem Vorplatz an einem h\u00f6lzernen Trojanischen Pferd, w\u00e4hrend sich Fahrerinnen und Fahrer im <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.schliemann-museum.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schliemann-Museum<\/a> umsehen. Als Kaufmann, Weltreisender, Sprachtalent und Arch\u00e4ologe entdeckte Heinrich Schliemann Troja. Dort, wo er seine Kindheit verbrachte, wird seine Geschichte erz\u00e4hlt, w\u00e4hrend sich die m\u00fcden Beinmuskeln in den Ausstellungsr\u00e4umen erholen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tZur Ostsee? Immer dem Wasser nach<\/p>\n<p>Meditativ tritt jeder in die Pedale, jahrhundertealte Buchen und Kiefern ziehen vorbei. Kurzer Halt an der Quelle der Havel, dann geht\u2019s weiter durch den M\u00fcritz Nationalpark, mit 32.000 Hektar dem gr\u00f6\u00dften Nationalpark auf dem Festland Deutschlands. Von hier flie\u00dft das Wasser in die <a href=\"https:\/\/www.blick.de\/thema\/ort\/ostsee\" title=\"Ostsee\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/LOCATION\/OSTSEE\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ostsee<\/a>, und der Radfernweg orientiert sich an diesem Plan der Natur.<\/p>\n<p>Die Seen werden gr\u00f6\u00dfer und das Land flacher. Rothirsch, Kraniche, Seeadler, Fischadler oder sogar Wasserflederm\u00e4use g\u00e4be es zu sehen. Bezeugen k\u00f6nnen wir K\u00fche, Pferde und Hasen. Und M\u00f6wen: Bis zur Ostsee ist nicht mehr weit.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag werden die R\u00e4der auf die F\u00e4hre geschoben. Zwei Stunden Kreuzfahrtcharakter bis Gedser in D\u00e4nemark, danach ist es ein letztes Viertel der Radwegstrecke bis Kopenhagen. &#8222;Die Etappen sind flach, aber windig&#8220;, warnt Jesper P\u00f8rksen von Dansk Cykelturisme, eine Vereinigung, die sich f\u00fcr die d\u00e4nische Fahrradtourismus-Infrastruktur starkmacht. Er fuhr schon mehrmals mit dem Rad von Berlin nach Kopenhagen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens an der K\u00fcste sind alle dankbar, dass sie ein E-Bike unter dem Po haben. So ist der Weg zur Welterbe-Kreidefelsensteilk\u00fcste <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/stevnsklint.dk\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stevns Klint<\/a>, die am s\u00fcdlichen \u00d6resund sich bis \u00fcber 40 Meter aus der Ostsee erhebt, trotz kerniger Brise entgegen der Fahrtrichtung, ein Hochgenuss.\u00a0<\/p>\n<p>270 Kilometer f\u00fchrt der Berlin-Kopenhagen-Radweg durch D\u00e4nemark, ab <a href=\"https:\/\/stevnsklint.dk\/\" title=\"Stevns Klint\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/\/STEVNS-KLINT\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stevns Klint<\/a> sind es noch gut 70 Kilometer. Und nach der wilden Natur kommen einem die dort umher rasenden Lastenrad fast wie Autos vor. Gro\u00dfstadt ist Gro\u00dfstadt.<\/p>\n<p>Aber schon am zweiten Tag in der d\u00e4nischen Hauptstadt gew\u00f6hnt man sich daran und sieht die Vorteile der auf den Radverkehr zugeschnittenen Infrastruktur: kein Stau auf der Br\u00fccke, freie Fahrt auf den Schnellstra\u00dfen. Es flie\u00dft. Auch auf der Fahrradbr\u00fccke Cykelslangen, die sich wie eine Schlange \u00fcber das Wasser zwischen den Geb\u00e4uden windet.<\/p>\n<p>Seit 2006 sind 18 autofreie Br\u00fccken f\u00fcr Radfahrer und Fu\u00dfg\u00e4nger gebaut worden. Jede davon praktisch. Und optisch ein Hingucker. Die Stadt zeigt sich von ihrer sch\u00f6nsten Seite. Und das nicht nur, weil das allgegenw\u00e4rtige Wasser in der Abendsonne glitzert.\u00a0<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tLinks, Tipps, Praktisches:\u00a0<\/p>\n<p>Die Route: Der <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/bike-berlin-copenhagen.com\/de\/startseite\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Radfernweg Berlin-Kopenhagen<\/a> kann bequem zw\u00f6lf Tagesetappen bestritten werden, aber auch sieben Etappen sind machbar. Laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) f\u00fchrt er \u00fcberwiegend \u00fcber befestigte Radwege, ruhige Nebenstra\u00dfen oder Wirtschaftswege, nur vereinzelt Kopfsteinpflaster und Betonspurbahnen. Ein wei\u00df-blaues Logo weist durchgehend den Weg.<\/p>\n<p>Reisezeit: In der Hauptsaison im Juli und August ist viel los, und Unterk\u00fcnfte sollten im Voraus gebucht werden. Angenehm ruhig ist es von April bis Juni oder von September bis Anfang November.\u00a0<\/p>\n<p>Anreise und R\u00fcckreise: Berlin ist mit der Bahn gut zu erreichen. Wer mit dem ICE kommt, muss die Fahrradmitnahme vorab buchen. Tipp f\u00fcr die R\u00fcckreise von Kopenhagen: mit dem Regionalzug bis Nyk\u00f8bing auf Falster und von dort mit dem Rad bis zur <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.scandlines.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">F\u00e4hre <\/a>in Gedser (26 Kilometer), von Rostock mit dem Zug nach Berlin.<\/p>\n<p>Stadtf\u00fchrung per Rad durch Kopenhagen: Es gibt etliche Anbieter; wer das eigene Rad mitbringt, muss mit rund 40 Euro f\u00fcr eine mehrst\u00fcndige Tour rechnen.<\/p>\n<p>Unterkunft: Die Website <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.bettundbike.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bettundbike.de<\/a>\u00a0bietet eine gro\u00dfe Auswahl.<\/p>\n<p>Weitere Infos:\u00a0<a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.reiseland-brandenburg.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">reiseland-brandenburg.de<\/a>; <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.mecklenburgische-seenplatte.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mecklenburgische-seenplatte.de<\/a>; <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.ruppiner-seenland.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ruppiner-seenland.de<\/a>; <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.visithavelland.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">havelland-tourismus.de<\/a>; <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.visitberlin.de\/de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">visitberlin.de<\/a>; <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.visitcopenhagen.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">visitcopenhagen.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin\/Kopenhagen.\u00a0 Zieleinlauf nach Hunderten Kilometern auf dem Fahrrad in Kopenhagen &#8211; und pl\u00f6tzlich sind wir mitten in einer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":441144,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,1163],"class_list":{"0":"post-441143","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-tourismus"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115245389271787245","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/441143","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=441143"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/441143\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/441144"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=441143"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=441143"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=441143"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}