{"id":441358,"date":"2025-09-22T03:47:12","date_gmt":"2025-09-22T03:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/441358\/"},"modified":"2025-09-22T03:47:12","modified_gmt":"2025-09-22T03:47:12","slug":"nahost-portugal-erkennt-staat-palaestina-an-auch-erklaerungen-von-grossbritannien-kanada-und-australien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/441358\/","title":{"rendered":"Nahost: Portugal erkennt Staat Pal\u00e4stina an \u2013 auch Erkl\u00e4rungen von Gro\u00dfbritannien, Kanada und Australien"},"content":{"rendered":"<p>Nach Gro\u00dfbritannien, Kanada und Australien erkennt auch Portugal Pal\u00e4stina als Staat an. Israel hatte den Schritt als Belohnung f\u00fcr den Terror der Hamas kritisiert. Der Oppositionsf\u00fchrer sieht aber auch Fehler bei der Netanjahu-Regierung.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nach Gro\u00dfbritannien, Kanada und Australien hat auch Portugal die Anerkennung eines Pal\u00e4stinenserstaates verk\u00fcndet. Dabei handele es sich um die \u201eErf\u00fcllung einer grundlegenden, best\u00e4ndigen und weithin anerkannten Politik\u201c, sagte Au\u00dfenminister Paulo Rangel vor Journalisten in New York. Portugal setze sich f\u00fcr die Zweistaatenl\u00f6sung als \u201eeinzigen Weg zu einem gerechten und dauerhaften Frieden\u201c zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensern ein, betonte Rangel.<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien, Kanada und Australien hatten zuvor am Sonntag wie erwartet ihre Anerkennung von Pal\u00e4stina als Staat bekannt gegeben. Der britische Premierminister Keir Starmer und der kanadische Regierungschef Mark Carney teilten ihre Entscheidungen ann\u00e4hernd zeitgleich mit. Die Hoffnung auf eine Zweistaatenl\u00f6sung m\u00fcsse aufrechterhalten werden, schrieb Starmer auf der Plattform X. Die Zweistaatenl\u00f6sung sei das exakte Gegenteil der hasserf\u00fcllten Vision der Hamas. Die Anerkennung Pal\u00e4stinas sei keine Belohnung f\u00fcr die militant-islamistische Pal\u00e4stinenserorganisation. Der Schritt sei Teil eines Prozesses, um den Krieg im Gazastreifen zu beenden, so Starmer.<\/p>\n<p>Vom kanadischen Premierminister Carney hei\u00dft es in einer Erkl\u00e4rung: \u201eKanada erkennt den Staat Pal\u00e4stina an und bietet seine Partnerschaft an, um das Versprechen einer friedlichen Zukunft f\u00fcr sowohl den Staat Pal\u00e4stina als auch den Staat Israel zu verwirklichen.\u201c Carney warf der israelischen Regierung zudem vor, aktiv an der Verhinderung einer Zweistaatenl\u00f6sung zu arbeiten. Die Anerkennung Pal\u00e4stinas st\u00e4rke diejenigen, die sich f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben zwischen Israelis und Pal\u00e4stinensern und ein Ende der Hamas einsetzten.<\/p>\n<p>Der australische Premier Anthony Albanese teilte am Sonntag mit, die Anerkennung w\u00fcrdige das legitime und seit Langem bestehende Streben des pal\u00e4stinensischen Volks nach einem eigenen Staat. Die gemeinsame Anerkennung Pal\u00e4stinas durch Australien, Gro\u00dfbritannien und Kanada sei Teil eines koordinierten Bem\u00fchens, der Idee einer Zweistaatenl\u00f6sung neuen Auftrieb zu verschaffen \u2013 beginnend mit einer Waffenruhe im Gaza-Krieg und der Freilassung aller Geiseln, die beim von der Hamas angef\u00fchrten Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 verschleppt wurden.  <\/p>\n<p>Israels Oppositionsf\u00fchrer: Anerkennung \u201ediplomatische Katastrophe\u201c<\/p>\n<p>Das israelische Au\u00dfenministerium kritisierte den Schritt scharf. Er sei \u201enichts anderes als eine Belohnung f\u00fcr die dschihadistische Hamas \u2013 ermutigt durch ihre der Muslimbruderschaft nahestehenden Verb\u00fcndeten im Vereinigten K\u00f6nigreich\u201c, hie\u00df es in einem Post des Ministeriums in Jerusalem auf der Plattform X. <\/p>\n<p>Die Hamas-Anf\u00fchrer h\u00e4tten selbst zugegeben, bei dieser Anerkennung handele es sich um ein \u201edirektes Ergebnis, die Fr\u00fcchte des Massakers vom 7. Oktober\u201c, hie\u00df es weiter. \u201eLasst nicht zu, dass die dschihadistische Ideologie eure Politik bestimmt\u201c, hie\u00df es in der Mitteilung an die Adresse der britischen Politspitze. <\/p>\n<p>Auch Israels Oppositionsf\u00fchrer Jair Lapid bezeichnete die Anerkennung als \u201ediplomatische Katastrophe\u201c. Es sei ein \u201eschlechter Schritt und eine Belohnung f\u00fcr den Terror\u201c, schrieb Lapid in einem <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/x.com\/yairlapid\/status\/1969769347842285716\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/x.com\/yairlapid\/status\/1969769347842285716&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Post auf der Plattform X.<\/a> Er kritisierte jedoch auch die Netanjahu-Regierung: \u201eEine funktionierende israelische Regierung h\u00e4tte dies verhindern k\u00f6nnen \u2013 durch kluge und ernsthafte Arbeit, durch professionellen diplomatischen Dialog und durch richtige Aufkl\u00e4rungsarbeit\u201c, schrieb Lapid, dessen Zukunftspartei in der politischen Mitte angesiedelt ist. <\/p>\n<p>\u201eDie Regierung, die die schwerste Sicherheitskatastrophe in unserer Geschichte \u00fcber uns gebracht hat, beschert uns nun auch die schlimmste diplomatische Krise aller Zeiten\u201c, schrieb er weiter. Mit der Erw\u00e4hnung einer Sicherheitskatastrophe d\u00fcrfte er sich auf das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 bezogen haben.<\/p>\n<p>Die deutsche Position im Konflikt<\/p>\n<p>Die USA sind Israels engster Verb\u00fcndeter und lehnen \u2013 wie Deutschland \u2013 die Anerkennung eines pal\u00e4stinensischen Staates zu diesem Zeitpunkt ab. Deutschlands Au\u00dfenminister Johann Wadephul bekr\u00e4ftigte zuletzt die Position der Bundesregierung, \u201edass ein Pal\u00e4stinenser-Staat jetzt nicht anzuerkennen ist, aber dass eine Zweistaatenl\u00f6sung m\u00f6glich sein muss\u201c.<\/p>\n<p>Mit der sogenannten Zweistaatenl\u00f6sung ist die Errichtung eines unabh\u00e4ngigen pal\u00e4stinensischen Staates gemeint, der friedlich Seite an Seite mit Israel existieren soll. Sie gilt als das international anerkannte Ziel f\u00fcr eine L\u00f6sung des Nahost-Konflikts. Deutschland setzt daher weiterhin auf eine Verhandlungsl\u00f6sung. Doch alle Versuche einer friedlichen Einigung beider Seiten waren bisher gescheitert, die letzten Gespr\u00e4che gab es 2014.<\/p>\n<p>Israels lehnt die Zweistaatenl\u00f6sung ab<\/p>\n<p>Netanjahu hatte die Idee eines entmilitarisierten pal\u00e4stinensischen Staates einst ebenfalls unterst\u00fctzt, r\u00fcckte dann jedoch davon ab. Seine gegenw\u00e4rtige rechtskonservative Regierung lehnt eine Zweistaatenl\u00f6sung strikt ab. Laut ihrer Argumentation gef\u00e4hrde ein pal\u00e4stinensischer Staat Israels Existenz und w\u00e4re eine \u201eBelohnung\u201c f\u00fcr die islamistische Terrororganisation Hamas nach dem beispiellosen Massaker in Israel am 7. Oktober 2023. <\/p>\n<p>Auch die Hamas, die 2007 gewaltsam die alleinige Kontrolle im Gazastreifen an sich gerissen hatte, lehnt eine Zweistaatenl\u00f6sung ab. Sie will Israel zerst\u00f6ren und stattdessen einen islamischen Staat auf dem gesamten Gebiet des historischen Pal\u00e4stina errichten.<\/p>\n<p>Die gem\u00e4\u00dfigtere Pal\u00e4stinensische Befreiungsorganisation PLO, die im Westjordanland die Autonomiebeh\u00f6rde dominiert und international die Interessen der Pal\u00e4stinenser wahrnimmt, bef\u00fcrwortet hingegen die Zweistaatenl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Konferenz zur Zweistaatenl\u00f6sung<\/p>\n<p>Der Vorsto\u00df, die Woche der UN-Generaldebatte f\u00fcr die Anerkennung eines pal\u00e4stinensischen Staates zu nutzen, war Ende Juli von Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron gekommen. Wadephul will an der daf\u00fcr von Frankreich organisierten <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article68ce69a56199625f8c0f74b3\/vereinte-nationen-zwei-staaten-konferenz-in-new-york-baerbock-will-druck-auf-israel-erhoehen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article68ce69a56199625f8c0f74b3\/vereinte-nationen-zwei-staaten-konferenz-in-new-york-baerbock-will-druck-auf-israel-erhoehen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Konferenz<\/a> an diesem Montag auch teilnehmen.<\/p>\n<p>Weltweit haben bereits fast 150 der 193 UN-Mitgliedsstaaten einen pal\u00e4stinensischen Staat anerkannt. Aus pal\u00e4stinensischer Sicht ist aber gerade die Entscheidung mehrerer f\u00fchrender westlicher Staaten von besonderer Bedeutung. Wenn nach Gro\u00dfbritannien wie geplant auch Frankreich folgt, dann haben einschlie\u00dflich Russland und China vier der f\u00fcnf UN-Vetom\u00e4chte einen Pal\u00e4stinenser-Staat anerkannt \u2013 einzig die USA nicht.<\/p>\n<p>Reuters\/AFP\/dpa\/ceb\/lay<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach Gro\u00dfbritannien, Kanada und Australien erkennt auch Portugal Pal\u00e4stina als Staat an. 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