{"id":442087,"date":"2025-09-22T10:49:11","date_gmt":"2025-09-22T10:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/442087\/"},"modified":"2025-09-22T10:49:11","modified_gmt":"2025-09-22T10:49:11","slug":"absurd-kommunismus-frankreichs-superreiche-wettern-gegen-steuer-idee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/442087\/","title":{"rendered":"&#8222;Absurd&#8220;, &#8222;Kommunismus&#8220;: Frankreichs Superreiche wettern gegen Steuer-Idee"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Linke in Frankreich hat eine Idee, um die enorme Verschuldung des Staates in den Griff zu bekommen: eine Verm\u00f6genssteuer f\u00fcr Superreiche. Die halten von der Forderung &#8211; wenig \u00fcberraschend &#8211; \u00fcberhaupt nichts.<\/strong><\/p>\n<p>Der Druck auf Frankreichs neuen Premier S\u00e9bastien Lecornu nimmt zu. Um einen Haushalt durch das Parlament zu bringen, ist die von ihm gef\u00fchrte Minderheitsregierung auf die Stimmen der Sozialisten angewiesen &#8211; und die verlangen erhebliche Zugest\u00e4ndnisse, darunter eine deutlich h\u00f6here Besteuerung der reichsten Franzosen.<\/p>\n<p>Die Partei verweist auf eine Umfrage, nach der 86 Prozent der Franzosen die so genannte Zucman-Steuer bef\u00fcrworten. Sie ist benannt nach dem franz\u00f6sischen \u00d6konomen Gabriel Zucman, der \u00fcber Verm\u00f6gensungleichheit und Steuerflucht forscht. Er fordert, dass Menschen mit einem Verm\u00f6gen von mehr als 100 Millionen Euro darauf j\u00e4hrlich mindestens 2 Prozent Steuern zahlen &#8211; einschlie\u00dflich ihrer Unternehmen, Unternehmensanteile oder nicht realisierten Gewinne. Politiker der Sozialisten beziffern die Einnahmen aus einer Zucman-Steuer auf 15 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist jedoch umstritten &#8211; andere Sch\u00e4tzungen liegen weit darunter. <\/p>\n<p>Angef\u00fchrt werden die Gegner von Bernard Arnault, dem Chef und Hauptaktion\u00e4r des Luxus-Giganten LVMH. Die Finanznachrichtenagentur &#8222;Bloomberg&#8220; sch\u00e4tzt sein Verm\u00f6gen auf knapp 144 Milliarden Euro. Sollte die Steuer tats\u00e4chlich eingef\u00fchrt werden, m\u00fcsste er also mehr als 2,8 Milliarden Euro zahlen. <\/p>\n<p>Diese Ideen k\u00f6nnten die franz\u00f6sische Wirtschaft zerst\u00f6ren, sagte Arnault der &#8222;Sunday Times&#8220;. Zucman sei &#8222;in erster Linie ein Aktivist der extremen Linken&#8220;. Er nutze sein &#8222;pseudo-akademisches Fachwissen&#8220; &#8211; das selbst Gegenstand einer breiten Debatte sei \u2013, um seine Ideologie voranzutreiben. Arnault betonte, er sei bereits einer der gr\u00f6\u00dften Steuerzahler des Landes. <\/p>\n<p>&#8222;Das ist Kollektivismus&#8220;<\/p>\n<p>Der \u00d6konom bezeichnete Arnaults Angriff gegen ihn als &#8222;karikaturhafte Opposition&#8220; und bestritt, jemals in einer Bewegung oder Partei aktiv gewesen zu sein. Zucman betonte, er lehre an den angesehenen Universit\u00e4ten Berkley in Kalifornien und der Ecole Normale Sup\u00e9rieur in Paris. &#8222;Was auch immer Sie denken&#8220;, schrieb er auf X, &#8222;es ist Zeit, Milliard\u00e4re einem Mindeststeuersatz zu unterwerfen.&#8220;<\/p>\n<p>Gegenwind bekommt Zucman auch vom Mitbegr\u00fcnder des Krypto-Unternehmens Ledger, Eric Larcheveque. &#8222;Das ist Kollektivismus, es ist Kommunismus. Das ist ein grundlegender Angriff auf meine Freiheit und mein Recht auf Eigentum&#8220;, sagte er der &#8222;Financial Times&#8220;. Investoren bewerten Ledger derzeit mit 1,3 Milliarden Euro. Damit w\u00e4re sein Anteil so hoch, dass er die neue Verm\u00f6genssteuer zahlen m\u00fcsste &#8211; obwohl das nicht b\u00f6rsennotierte Startup weder Gewinne erzielt noch Dividenden aussch\u00fcttet.<\/p>\n<p>Das Zucman-Lager argumentiert, die Steuer w\u00fcrde lediglich 1800 Menschen betreffen. Au\u00dferdem k\u00f6nnten Startup-Gr\u00fcnder die Forderungen ganz einfach begleichen. Sie m\u00fcssten entweder Anteile ihrer Unternehmen an einen franz\u00f6sischen Staatsfonds \u00fcbertragen oder Kredite aufnehmen. Philippe Corrot, Mitgr\u00fcnder des Tech-Startups Mirakl sagte der &#8222;Financial Times&#8220;, es sei &#8222;absurd&#8220; und &#8222;gef\u00e4hrlich&#8220;, Menschen in eine Situation zu bringen, in der sie Teile ihres Unternehmens verkaufen m\u00fcssen, um Steuern zu zahlen.<\/p>\n<p>&#8222;Jeder muss sich anstrengen, und niemand hat gesagt, dass wir keine Steuern zahlen wollen&#8220;, so der Unternehmer. Aber es d\u00fcrfe die Menschen nicht davon abhalten, Risiken einzugehen, es d\u00fcrfe keine Enteignungen geben. &#8222;H\u00e4tte ich Mirakl vor 15 Jahren in Frankreich gegr\u00fcndet, wenn es diese Steuern gegeben h\u00e4tte?&#8220;<\/p>\n<p>Defizitverfahren l\u00e4uft<\/p>\n<p>Frankreich hat gemessen an der Wirtschaftsleistung mit 114 Prozent die dritth\u00f6chste Schuldenquote in der EU nach Griechenland und Italien. In absoluten Zahlen lastet auf Frankreich mit rund 3300 Milliarden Euro der h\u00f6chste Schuldenberg in der Eurozone. Auch die Staatsausgaben geh\u00f6ren zu den h\u00f6chsten in Europa. Das Haushaltsdefizit lag zuletzt bei 5,8 Prozent und war damit fast doppelt so hoch wie erlaubt. Die EU hat bereits im Juli 2024 ein Defizitverfahren gegen Frankreich er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>In der vergangenen Woche hatte es landesweit Proteste gegen angek\u00fcndigte Sparma\u00dfnahmen der zuvor bereits zur\u00fcckgetretenen Regierung gegeben. Lecornu, ein enger Vertrauter des Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron, wurde vergangene Woche zum f\u00fcnften Regierungschef in weniger als zwei Jahren ernannt. Zuvor hatte das Parlament seinem Vorg\u00e4nger Francois Bayrou das Vertrauen entzogen &#8211; er war mit seinem Plan f\u00fcr Einsparungen in H\u00f6he von 44 Milliarden Euro gescheitert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Linke in Frankreich hat eine Idee, um die enorme Verschuldung des Staates in den Griff zu bekommen:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":442088,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,1356,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12,114616,55],"class_list":{"0":"post-442087","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-emmanuel-macron","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-france","15":"tag-frankreich","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-vermoegenssteuer","21":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115247563735851242","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/442087","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=442087"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/442087\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/442088"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=442087"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=442087"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=442087"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}