{"id":442431,"date":"2025-09-22T14:03:17","date_gmt":"2025-09-22T14:03:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/442431\/"},"modified":"2025-09-22T14:03:17","modified_gmt":"2025-09-22T14:03:17","slug":"waermewende-in-stuttgart-fuer-wen-ist-ein-fernwaerme-anschluss-in-stuttgart-lukrativ","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/442431\/","title":{"rendered":"W\u00e4rmewende in Stuttgart: F\u00fcr wen ist ein Fernw\u00e4rme-Anschluss in Stuttgart lukrativ?"},"content":{"rendered":"<p>Viele Stuttgarter B\u00fcrger hadern mit den hohen Anschlusskosten der EnBW. Die st\u00e4dtische Wohnungsbaugesellschaft etwa setzt dennoch oft auf Fernw\u00e4rme. Was spricht dagegen und was daf\u00fcr?<\/p>\n<p>Noch immer gehen bei unserer Zeitung Nachrichten von Hausbesitzern ein, die Interesse an einem<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.energiewende-in-stuttgart-enbw-startet-in-stuttgart-offensive-fuer-neue-fernwaermekunden.c01926d0-b05d-4f94-a84e-b91bf23c9cb5.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Fernw\u00e4rmeanschluss<\/a> h\u00e4tten, den Preis der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/EnBW_Energie_Baden-W%C3%BCrttemberg\" title=\"EnBW\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EnBW<\/a> von bis zu 46.000 Euro aber als viel zu hoch kritisieren. Das ist die Pauschale, die der Energieversorger f\u00fcr die Verlegung der Rohre ins Haus verlangt. In Esslingen liegt der Preis genau bei der H\u00e4lfte, und es ist sogar der W\u00e4rmetauscher inbegriffen. Von beiden Betr\u00e4gen gehen noch <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.heizen-in-quartieren-fuenfstelliger-zuschuss-fuer-privates-waermenetz-in-stuttgart.d0b72a83-3025-4d7e-b5c8-134b28eef885.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">F\u00f6rdergelder<\/a> ab. Ob die beiden Preise aber v\u00f6llig vergleichbar sind, l\u00e4sst sich aus den offiziellen Angeboten nicht ganz erkennen. <\/p>\n<p>In <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> wundern sich jedenfalls manche \u00fcber den EnBW-Preis. So rechnet ein Eigent\u00fcmer eines Achtfamilienhauses in Bad Cannstatt unserer Zeitung vor, dass bei ihm der Anschluss von der Stra\u00dfe ins Haus nach Abzug der staatlichen F\u00f6rderung rund 30.000 Euro kosten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Hinzu k\u00e4men aber 110.000 Euro f\u00fcr die Arbeiten im Haus, ebenfalls den Zuschuss schon abgerechnet. Das w\u00e4ren umgelegt 17.500 Euro pro Wohnung. \u201eWir haben die Ma\u00dfnahme nicht umgesetzt\u201c, zieht der Hausbesitzer sein Fazit: \u201eWir bauen nun eine <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.energiesparkommissar-kommt-viele-gebaeude-sind-bereits-geeignet-fuer-eine-waermepumpe.cbef581d-6f2b-4a0b-9f2b-32799a6e915e.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">W\u00e4rmepumpe<\/a> f\u00fcr 80.000 Euro nach F\u00f6rderung ein.\u201c Sprich, pro Wohnung macht das dann 10.000 Euro an Kosten.<\/p>\n<p>Zwei Quartiere in Bad Cannstatt bekommen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Fernw%C3%A4rme\" title=\"Fernw\u00e4rme\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fernw\u00e4rme<\/a>-Angebote <\/p>\n<p>Konkret hatte die EnBW die Menschen in zwei Quartieren angeschrieben und zu Infoveranstaltungen eingeladen. In der Neckarvorstadt zwischen dem Rosensteinpark und der Krefelder Stra\u00dfe sind die Anschl\u00fcsse etwas g\u00fcnstiger \u2013 die EnBW nennt einen Nettopreis nach F\u00f6rderung f\u00fcr den Hausanschluss von 21.420 Euro pro Haus. Die Arbeiten sollen schon im Herbst beginnen.<\/p>\n<p>In den Wohnvierteln Kurpark und Seelberg, ebenfalls in Bad Cannstatt, liegt der Nettopreis bei 27.500 Euro. Die Leitungen sollen ab dem 2. Quartal 2026 verlegt werden. Auf der <a href=\"https:\/\/www.enbw.com\/fernwaerme#selbstcheck\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homepage der EnBW erh\u00e4lt man f\u00fcr die genannten Quartiere<\/a> mehr Informationen. Die Preise Der Preis gelten jeweils f\u00fcr ein ganzes Haus, egal wie viele Wohnungen es darin gibt.<\/p>\n<p>Marc J\u00fcdes, der Leiter des Bereichs Fernw\u00e4rme bei der EnBW, erkl\u00e4rt, dass die Kosten f\u00fcr einen Anschluss von vielen Faktoren abh\u00e4nge \u2013 wenn zum Beispiel ein Abwasserkanal in der Stra\u00dfe aufw\u00e4ndig unterfahren werden m\u00fcsse, werde es eigentlich viel teurer. In Bad Cannstatt werde nun ein Durchschnittspreis angeboten, damit alle klar kalkulieren k\u00f6nnten. Auch lie\u00dfen sich die Kosten in verschiedenen St\u00e4dten nur bedingt vergleichen, weil es einen Unterschied mache, ob man in einer Altstadt oder in einem Wohngebiet Fernw\u00e4rme anschlie\u00dfe.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/media.media.e23db388-1165-4756-ba5e-43059f3b1fa6.original1024.media.jpeg\"\/>     Erst im April ist das Kraftwerk M\u00fcnster von Kohle auf Gas umgestellt worden \u2013 zusammen mit den Kraftwerken in Gaisburg und Altbach liefert es die Fernw\u00e4rme f\u00fcr Stuttgart und Esslingen.    Foto: Lichtgut    <\/p>\n<p>J\u00fcdes verweist zuletzt darauf, dass der Hausanschluss immer den kleineren Kostenblock ausmache: \u201eWenn sich jemand gegen Fernw\u00e4rme entscheidet, dann liegt das meist an den Gesamtkosten, von denen ein gro\u00dfer Teil oft durch die Umbauma\u00dfnahmen an der Heizungsanlage im Haus entstehen.\u201c Dort m\u00fcssen etwa neue Leitungen verlegt werden, wenn zuvor in jeder Wohnung eine <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.heizen-in-stuttgart-gas-etagenheizung-stuttgarter-fuehlt-sich-zum-warten-verdammt.2142a136-a135-4ac5-9cfb-ba69ed738843.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gas-Etagenheizung<\/a> existierte.<\/p>\n<p>Matthias Bauer, der Energieexperte der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Verbraucherzentrale\" title=\"Verbraucherzentrale\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verbraucherzentrale<\/a> Baden-W\u00fcrttemberg, kann den Preis der EnBW nicht wirklich erkl\u00e4ren. Er ist der Ansicht, dass so hohe Hausanschlusskosten in Baden-W\u00fcrttemberg h\u00f6chst ungew\u00f6hnlich seien.<\/p>\n<p> Viele Faktoren sprechen f\u00fcr Fernw\u00e4rme in Stuttgart <\/p>\n<p>Experten betonen dennoch, dass die Fernw\u00e4rme auch in Stuttgart eine Alternative sein k\u00f6nnte. Gerade bei gr\u00f6\u00dferen Mehrfamilienh\u00e4usern verteilten sich die Kosten gut, so dass diese unter dem Preis einer W\u00e4rmepumpe f\u00fcr 20.000 bis 25.000 Euro (nach Zusch\u00fcssen) pro Wohnung liegen k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem m\u00fcsse man ber\u00fccksichtigen, dass die Fernw\u00e4rmetechnik wartungsarm ist und gerne 50 Jahre h\u00e4lt \u2013 eine W\u00e4rmepumpe muss dagegen wom\u00f6glich schon nach 25 Jahren wieder ausgetauscht werden. Die Fernw\u00e4rme komme ganz grunds\u00e4tzlich in Frage, wenn in sehr dicht bebauten Vierteln gar kein Platz f\u00fcr eine W\u00e4rmepumpe ist. <\/p>\n<p>Es gilt also, jeden Fall f\u00fcr sich zu beurteilen und gut zu berechnen. Ein wichtiger Punkt ist dabei auch die F\u00f6rderh\u00f6he. Es gibt das F\u00f6rderprogramm f\u00fcr effiziente W\u00e4rmenetze (30 bis 40 Prozent Zuschuss f\u00fcr Hausanschlusskosten), die Bundesf\u00f6rderung f\u00fcr effiziente Geb\u00e4ude (bis zu 70 Prozent Zuschuss f\u00fcr Kosten im Haus) und den Zuschuss von 20 Prozent der Stadt Stuttgart. Nicht alles ist aber mit allem kumulierbar. <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich entscheidet sich etwa die st\u00e4dtische Wohnungsbaugesellschaft <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/SWSG\" title=\"SWSG\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SWSG<\/a> bei Sanierungen und Neubauten recht h\u00e4ufig f\u00fcr die Fernw\u00e4rme. Etwa 25 Prozent der Wohnfl\u00e4che der Best\u00e4nde w\u00fcrden durch Fernw\u00e4rme versorgt, betont SWSG-Sprecherin Saskia Bodemer-Stachelski. Weitere f\u00fcnf Prozent seien an ein Nahw\u00e4rmenetz angeschlossen.<\/p>\n<p>Zwar ziehe man alle Heizungsformen in Betracht, so die Sprecherin weiter, aber wenn Fernw\u00e4rme in der N\u00e4he liege, werde diese Option priorisiert. Als Vorteile sieht Saska Bodemer-Stachelski die Wartungsarmut und Langlebigkeit der Fernw\u00e4rme, die zumindest perspektivisch hohe Klimafreundlichkeit, die gute Umsetzbarkeit im dicht bebauten urbanen Raum sowie manchmal auch die relativ geringen Investitionskosten.<\/p>\n<p> Fernw\u00e4rme-Betriebspreis ist in Stuttgart unauff\u00e4llig <\/p>\n<p>Ein Nachteil der Fernw\u00e4rme sind allerdings die h\u00f6heren Betriebskosten. Laut dem neuesten bundesweiten Heizspiegel liegt der Durchschnittspreis f\u00fcr Fernw\u00e4rme bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung bei 1100 Euro j\u00e4hrlich. Die W\u00e4rmepumpe kostet dagegen 910 Euro im Jahr. <\/p>\n<p>Die Arbeits- und Grundpreise der EnBW in Stuttgart sind im bundesweiten Vergleich unauff\u00e4llig. Laut einer Auswertung des gemeinn\u00fctzigen Portals CO2online lag die EnBW im zweiten Quartal 2024 bei einem Fernw\u00e4rmepreis von 307 Euro pro Monat f\u00fcr eine Wohnung mit 120 Quadratmetern.<\/p>\n<p>Die Spannweite bei den 160 ausgewerteten Versorgern reichte von 152 bis 493 Euro. Bei einem Monitoring des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen geh\u00f6rte Stuttgart 2024 dagegen zu den teureren Fernw\u00e4rmenetzen im Vergleich zum jeweils gr\u00f6\u00dften Netz der anderen 15 Bundesl\u00e4nder. <\/p>\n<p> Fernw\u00e4rme ist in Stuttgart erst zu einem Viertel klimaneutral <\/p>\n<p>Ganz grunds\u00e4tzlich hat ein Eigent\u00fcmer mit einem Anschluss an die Fernw\u00e4rme in Stuttgart alle Vorgaben der Bundesregierung im Heizungsgesetz erf\u00fcllt \u2013 f\u00fcr ihn ist die W\u00e4rmewende damit erledigt. In Wirklichkeit ist die Fernw\u00e4rme in Stuttgart aber noch recht fossillastig; der gr\u00fcne Anteil liegt erst bei einem Viertel. Durch die bald vollzogene Umstellung der Fernw\u00e4rmekraftwerke von Kohle auf Gas sinken die CO2-Emissionen aber deutlich. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viele Stuttgarter B\u00fcrger hadern mit den hohen Anschlusskosten der EnBW. 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