{"id":44324,"date":"2025-04-19T12:26:14","date_gmt":"2025-04-19T12:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/44324\/"},"modified":"2025-04-19T12:26:14","modified_gmt":"2025-04-19T12:26:14","slug":"jd-vance-in-rom-melonis-osterbesuch-von-freunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/44324\/","title":{"rendered":"JD Vance in Rom: Melonis Osterbesuch von Freunden"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Am Donnerstag traf sie Donald Trump im Wei\u00dfen Haus, am Freitag trifft sie jetzt seinen Vize JD Vance in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/rom\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rom<\/a>.<br \/>\nKeine andere europ\u00e4ische Regierungschefin hat so gute und so enge Kontakte zur<br \/>\nUS-Administration wie die italienische Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni. Das<br \/>\nist zun\u00e4chst einmal eine gute Sache. Denn trotz aller Zerw\u00fcrfnisse sollten die<br \/>\nEurop\u00e4er mit Trump im Gespr\u00e4ch bleiben. Trump mag sich noch so ver\u00e4chtlich \u00fcber<br \/>\ndie EU \u00e4u\u00dfern, er mag noch so vulg\u00e4r und verletzend auftreten, Europa sollte<br \/>\nvon sich aus nichts tun, um den Konflikt zu versch\u00e4rfen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Da kommt eine wie Meloni gerade<br \/>\nrecht. Sie kann mit Trump, und er kann mit ihr.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Meloni stand ihm schon in ihrer<br \/>\nZeit als Oppositionspolitikerin nahe. Nachdem sie 2022 italienische<br \/>\nRegierungschefin geworden war, baute sie zum damals amtierenden demokratischen<br \/>\nPr\u00e4sidenten <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/joe-biden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Joe Biden<\/a> gute Beziehungen auf, ohne die Verbindungen zu Trump<br \/>\nabrei\u00dfen zu lassen. Es war dabei aber immer klar, in welchem Lager sie sich ideologisch<br \/>\nverortete: nicht bei den Demokraten, sondern bei den Republikanern, gerne auch<br \/>\nin ihrer radikalisierten Form.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Meloni bezeichnete <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/donald-trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> k\u00fcrzlich<br \/>\nals einen &#8222;great leader&#8220;. Das ist keine Schmeichelei. Das meint sie ernst. Denn<br \/>\nob es um Wokeness, um Migration oder um Diversit\u00e4t geht \u2013 die beiden teilen sehr<br \/>\nviele \u00dcberzeugungen, oder besser: Instinkte. Das gilt auch f\u00fcr ihr Verh\u00e4ltnis<br \/>\nzu JD Vance. Seine inzwischen ber\u00fcchtigte Rede auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, bei der er Europa frontal angriff, in der er behauptete,<br \/>\nes g\u00e4be dort keine Meinungsfreiheit, fand sie im Kern richtig. Tats\u00e4chlich<br \/>\nzieht Meloni gerne gegen vermeintliche linksliberale Eliten, die Italien<br \/>\nbeherrschten, zu Felde, das tat sie als Oppositionspolitikerin, und das tut sie als<br \/>\nRegierungschefin.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                    Newsletter<\/p>\n<p>                    Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags den US-Sonderletter &#8222;Was jetzt, America?&#8220; sowie das digitale Magazin ZEIT am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! 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Die beiden haben sicher viel<br \/>\nmiteinander gesprochen, bevor Meloni zu Trump fuhr. <\/p>\n<p>                        Verb\u00fcndete im Schaffen einer Wertegemeinschaft        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Meloni hat sich seit der Wahl<br \/>\nTrumps immer wieder als Br\u00fcckenbauerin angeboten. Bei ihrem Auftritt im Wei\u00dfen<br \/>\nHaus wurde deutlich, dass sie es damit ernst meint. Sie kann es als Erfolg<br \/>\nverbuchen, dass Trump offenbar eine Einladung zu einem Besuch in Rom &#8222;in naher<br \/>\nZukunft&#8220; angenommen hat. Wobei die Versprechungen Trumps bekanntlich eine sehr<br \/>\ngeringe Halbwertszeit haben \u2013 aber daf\u00fcr kann Meloni nichts. In Rom, sagte sie, k\u00f6nne sich Trump<br \/>\ndann mit &#8222;Europa&#8220; treffen. Mit <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> war wohl Ursula von der Leyen gemeint. Trump<br \/>\nhat sich bis heute beharrlich geweigert, die EU-Kommissionschefin zu treffen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Am Freitag nun hatte Meloni eine<br \/>\nweitere Gelegenheit, die US-Regierung zu bearbeiten. Sie a\u00df mit dem<br \/>\nkonvertierten Katholiken JD Vance zu Mittag, bevor er an der Karfreitagsmesse<br \/>\nim Petersdom teilnahm. Die beiden werden sich \u00fcber den aktuellen Zollkonflikt<br \/>\nhinaus einiges zu sagen gehabt haben. Denn Meloni hat sich selbst vor Jahren<br \/>\nmit folgendem Satz beschrieben, ja definiert: &#8222;Ich bin Giorgia, ich bin eine<br \/>\nFrau, ich bin eine Mutter, ich bin eine Christin!&#8220; Vance wie Meloni stehen f\u00fcr ein<br \/>\nkulturk\u00e4mpferisches, konservatives Christentum, nicht f\u00fcr ein liberales und offenes Christentum, wie es Papst Franziskus vertritt. Meloni definiert den Westen nicht<br \/>\nals &#8222;geografischen Raum&#8220;, sondern als Zivilisation, als eine Wertegemeinschaft. &#8222;We will make western civilization great<br \/>\nagain&#8220; \u2013 sagte sie zu Trump im Wei\u00dfen Haus. Trump ist f\u00fcr sie ein Verb\u00fcndeter in diesem Unterfangen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Damit ist der Unterschied zu<br \/>\nUrsula von der Leyen deutlich markiert. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/16\/ursula-von-der-leyen-eu-usa-donald-trump\/komplettansicht\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Im Interview mit der ZEIT<\/a> sagte sie<br \/>\nk\u00fcrzlich: &#8222;Den Westen, wie wir ihn kannten, gibt es nicht mehr!&#8220; Die<br \/>\nEU-Kommissionschefin macht sich da keine Illusionen. Meloni hingegen h\u00e4lt an<br \/>\nder Fiktion fest, dass im Westen nichts Fundamentales zerbrochen sei. Ihre Rede<br \/>\nvon make the western civilization great again ist daf\u00fcr der Beleg.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Im Ergebnis bremst das Gerede von<br \/>\nder westlichen Zivilisation den europ\u00e4ischen Emanzipationsprozess. Das ist<br \/>\nfolgerichtig. Denn Meloni ist im Kern eine Nationalistin. Sie will keine weiteren<br \/>\nSouver\u00e4nit\u00e4tsrechte an eine \u00fcbergeordnete Institution abgeben. Deswegen f\u00fcrchtet sie eine enger<br \/>\nzusammenwachsende Europ\u00e4ische Union mehr als den amerikanischen Rabiat-Nationalismus<br \/>\nvon Donald Trump und JD Vance. Die Br\u00fccke, die sie gerade zwischen den beiden<br \/>\nKontinenten baut, soll bitte direkt nach Rom f\u00fchren, nicht nach Br\u00fcssel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Donnerstag traf sie Donald Trump im Wei\u00dfen Haus, am Freitag trifft sie jetzt seinen Vize JD Vance&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":44325,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[22298,106,663,9236,13,8223,22297,6555,3187,14,15,16,21058,12,10,8,9,11,1493,103,104],"class_list":{"0":"post-44324","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-demokraten-usa","9":"tag-donald-trump","10":"tag-europa","11":"tag-giorgia-meloni","12":"tag-headlines","13":"tag-james-david-vance","14":"tag-jd-vance-in-rom","15":"tag-joe-biden","16":"tag-muenchner-sicherheitskonferenz","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-politik","20":"tag-rom","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-top-news","23":"tag-top-meldungen","24":"tag-topmeldungen","25":"tag-topnews","26":"tag-ursula-von-der-leyen","27":"tag-welt","28":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114364624564423688","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44324","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44324"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44324\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/44325"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}