{"id":443457,"date":"2025-09-22T23:51:11","date_gmt":"2025-09-22T23:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/443457\/"},"modified":"2025-09-22T23:51:11","modified_gmt":"2025-09-22T23:51:11","slug":"berlin-koeln-klischee-und-realitaet-was-die-arbeit-in-der-pflege-ausmacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/443457\/","title":{"rendered":"Berlin\/K\u00f6ln | Klischee und Realit\u00e4t: Was die Arbeit in der Pflege ausmacht"},"content":{"rendered":"<p>Berlin\/K\u00f6ln (dpa\/tmn) &#8211; Jeden Tag Leben retten, Hoffnung schenken, da sein, wenn Menschen Hilfe brauchen \u2013 kaum ein Beruf ist so sinnstiftend wie die Pflege. Pflegefachpersonen stehen Menschen in ihren schw\u00e4chsten Momenten bei und sorgen daf\u00fcr, dass deren W\u00fcrde gewahrt bleibt. \u00abDas erf\u00fcllt und gibt dem eigenen Leben enormen Sinn\u00bb, sagt Vera Lux, Pr\u00e4sidentin des Deutschen Berufsverbands f\u00fcr Pflegeberufe (DBfK).<\/p>\n<p>Der Weg in die Pflege<\/p>\n<p>Wer sich f\u00fcr einen Beruf in der Pflege entscheidet, hat mehrere Einstiegsm\u00f6glichkeiten. \u00abKlassisch ist die dreij\u00e4hrige Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann\u00bb, sagt Prof. Frank Weidner, Vorsitzender des gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Vorstands des Deutschen Instituts f\u00fcr angewandte Pflegeforschung (DIP). Seit 2020 ist die Ausbildung auch im Rahmen eines Bachelorstudiums m\u00f6glich. Daneben gibt es auch spezielle Bachelor- und weiterf\u00fchrende Masterstudieng\u00e4nge, etwa in den Bereichen Pflegewissenschaften, Pflegemanagement oder Pflegelehramt.<\/p>\n<p>Ein Einstieg in die Pflege kann auch \u00fcber einen Pflegeassistenzberuf erfolgen \u2013 hier plant der Gesetzgeber aktuell eine neue, bundeseinheitliche Ausbildung zur Pflegefachassistenz, die dann 18 Monate Ausbildung umfasst und M\u00f6glichkeiten zum Durchstieg zur dreij\u00e4hrigen Fachausbildung vorsieht.<\/p>\n<p>Mit Abschluss der gew\u00e4hlten Ausbildung ist das Lernen aber nicht vorbei. \u00abMan sollte immer aufgeschlossen f\u00fcr Neuerungen sowie f\u00fcr lebenslange Weiterbildung bereit sein\u00bb, sagt Weidner.<\/p>\n<p>Die Entwicklungsm\u00f6glichkeiten<\/p>\n<p>Nach der Ausbildung kann man sich in speziellen Fachbereichen weiterbilden oder studieren. \u00abDas kann etwa in der An\u00e4sthesie- und Intensivpflege, in der Palliativversorgung, Psychiatrie oder in der Onkologie sein\u00bb, sagt Lux. Die M\u00f6glichkeiten sind zahlreich.<\/p>\n<p>Die Arbeitsbereiche<\/p>\n<p>Angeh\u00f6rige von Pflegeberufen k\u00f6nnen in unterschiedlichen Bereichen arbeiten \u2013 ob im Krankenhaus, im Pflegeheim oder etwa beim Pflegedienst. Die T\u00e4tigkeitsfelder im einzeln:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Ambulanter Pflegedienst: Wer bei einem ambulanten Pflegedienst arbeitet, besucht und betreut Pflegebed\u00fcrftige in ihrem h\u00e4uslichen Umfeld. \u00abDabei geht es etwa um K\u00f6rperpflege, Wundversorgung oder um Begleitung im Alltag\u00bb, sagt Weidner. Im ambulanten Bereich arbeitet die Pflegefachkraft zumeist selbstst\u00e4ndig und eigenverantwortlich. Sie tr\u00e4gt dazu bei, einer pflegebed\u00fcrftigen Person m\u00f6glichst lange ein eigenst\u00e4ndiges Leben zu Hause zu erm\u00f6glichen.<\/li>\n<li>Krankenhaus: Auf der Station eines Krankenhauses betreuen Pflegefachkr\u00e4fte nicht nur einen, sondern mehrere Patienten gleichzeitig. \u00abHier erfolgt die Arbeit in einem Team mit anderen Fachkr\u00e4ften sowie mit \u00c4rzten\u00bb, sagt Lux. Neben der sicheren Patientenversorgung stehen unter anderem die Gabe von Medikamenten, die Vorbereitung und Begleitung zu diagnostischen Eingriffen und das F\u00fchren einer pflegerischen Dokumentation auf der Agenda.<\/li>\n<li>Intensivpflege: Auf der Intensivstation eines Krankenhauses umsorgen Pflegefachpersonen Patienten, die lebensbedrohliche Erkrankungen haben. \u00abOft m\u00fcssen die Patienten beatmet und ihre Vitalfunktionen \u00fcberwacht werden, etwa mit Hilfe komplexer Medizintechnik\u00bb, sagt Weidner. Eine Pflegefachperson versorgt intensiv immer nur einzelne Patienten.<\/li>\n<li>Station\u00e4re Pflegeeinrichtung: Pflegefachpersonen betreuen und pflegen umfassend gemeinsam mit Assistenzkr\u00e4ften Pflegebed\u00fcrftige, die in der Einrichtung wohnen. H\u00e4ufig geht es hier auch um die Versorgung von Demenzkranken und chronisch kranken Menschen \u2013 ihnen soll der Erhalt von F\u00e4higkeiten und sozialen Kontakten erm\u00f6glicht werden<\/li>\n<li>Leitung: Zu den Hauptaufgaben einer F\u00fchrungskraft eines Pflegedienstes oder einer Station etwa in einem Krankenhaus z\u00e4hlen die Organisation des Stationsalltags, das Ausarbeiten von Dienstpl\u00e4nen, die praktische Ausbildung sowie die Qualit\u00e4tssicherung der durchgef\u00fchrten Arbeiten. Auch koordinieren sie die Kommunikation zwischen Patienten, \u00c4rzten, Verwaltung und externen Dienstleistern\u00bb, so Weidner.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Arbeitsalltag<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig vom Einsatzort gilt: In der professionellen Pflege steht der Mensch im Mittelpunkt. \u00abPflegefachpersonen setzen sich f\u00fcr Gesundheit als Menschenrecht ein \u2013 durch fachlich kompetente, ethisch fundierte und empathische Versorgung\u00bb, sagt Lux. Sie passen situativ die Versorgung der Betroffenen an. Sie beraten Patienten wie ihre Angeh\u00f6rigen, leiten sie an, stellen die Selbstst\u00e4ndigkeit und Autonomie her oder helfen dabei, dass Patienten lernen, die Krankheit zu akzeptieren und damit zu leben.<\/p>\n<p>Die Vorurteile<\/p>\n<p>\u00dcber die Arbeit in der Pflege kursieren diverse Klischees. Sie reichen von kaum Zeit \u00fcber \u00dcberstunden und schlechtem Arbeitsklima bis hin zu offen ausgetragenen Konflikten. Solche Arbeitssituationen k\u00f6nnen in der ein oder anderen Einrichtung durchaus der Realit\u00e4t entsprechen, r\u00e4umen sowohl Lux als auch Weidner ein. Verallgemeinern lassen sie sich aber nicht.<\/p>\n<p>\u00abEs gibt Bereiche, in denen die Arbeit sehr verdichtet ist, die personell unterbesetzt sind und daher stark belasten\u00bb, so Lux. Im Bewerbungsgespr\u00e4ch sollten sich Fachleute genau nach diesem Punkt erkundigen und dann entscheiden, ob sie bereit sind, das zu akzeptieren oder nicht. Au\u00dferdem ist es sinnvoll, sich nach psychosozialen Angeboten und Unterst\u00fctzung zu erkundigen, sagt Lux.\u00a0<\/p>\n<p>Die Karriereaussichten<\/p>\n<p>\u00abIn der Pflege gibt es eine Vielzahl von Karrierewegen\u00bb, sagt Lux, Drei Beispiele:<\/p>\n<ol>\n<li>Ausbildung zur Pflegefachperson, im Anschluss Bachelorstudium Pflegewissenschaften, dann Masterstudium CHN. CHN steht f\u00fcr Community Health Nurse. Eine CHN ist eine Pflegefachperson, die erste Anlaufstelle f\u00fcr Gesundheitsfragen ist und Menschen in allen Lebenslagen unterst\u00fctzt. Nach dem Studium ein Job in der Kommune sowie Forschung und Lehre in der Patientenversorgung.<\/li>\n<li>Ausbildung zur Pflegefachassistenz, dann Weiterqualifikation zur Pflegefachperson. Es gibt das Studium Pflegewissenschaften mit Bachelor und Master. Im Anschluss sind auch Promotion, Habilitation und Professur an einer Hochschule m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Ausbildung zur Pflegefachperson. Diese Ausbildung qualifiziert das Arbeiten auf einer Station im Krankenhaus, in einer Pflegeeinrichtung oder bei einem ambulanten Pflegedienst. Hier gibt es etwa Weiterbildungen zum zur Pflegeexpertin Stoma, Kontinenz und Wunde.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin\/K\u00f6ln (dpa\/tmn) &#8211; Jeden Tag Leben retten, Hoffnung schenken, da sein, wenn Menschen Hilfe brauchen \u2013 kaum ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":443458,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[1140,620,630,4941,29,5348,30,141,1710,1420,1209,9221,624,26124],"class_list":{"0":"post-443457","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-arbeit","9":"tag-arbeitsmarkt","10":"tag-beruf","11":"tag-cjab","12":"tag-deutschland","13":"tag-educateme","14":"tag-germany","15":"tag-gesundheit","16":"tag-karriere","17":"tag-koeln","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-pflege","20":"tag-ratgeber","21":"tag-tmn0300"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115250638818525023","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/443457","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=443457"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/443457\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/443458"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=443457"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=443457"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=443457"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}