{"id":443672,"date":"2025-09-23T01:54:09","date_gmt":"2025-09-23T01:54:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/443672\/"},"modified":"2025-09-23T01:54:09","modified_gmt":"2025-09-23T01:54:09","slug":"streit-um-bahnchef-posten-machtkampf-im-aufsichtsrat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/443672\/","title":{"rendered":"Streit um Bahnchef-Posten &#8211; Machtkampf im Aufsichtsrat"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Der Chefwechsel bei der Deutschen Bahn wird heute Streitthema im Aufsichtsrat des bundeseigenen Konzerns. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat angek\u00fcndigt, gegen die Berufung der designierten neuen Bahnchefin Evelyn Palla zu stimmen. Auf diese Weise kann die Gewerkschaft den Wechsel an der Spitze zwar nicht verhindern. Doch der von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) angek\u00fcndigte Neustart bei der Deutschen Bahn erweist sich als \u00e4u\u00dferst holprig.\u00a0<\/p>\n<p>Dabei hat die EVG gar nichts gegen Palla einzuwenden. Das bisher f\u00fcr den Regionalverkehr der Bahn zust\u00e4ndige Vorstandsmitglied hat die Sparte in den vergangenen Jahren erfolgreich saniert. Schnieder schlug Palla am Montag nach einem mehrw\u00f6chigen Auswahlprozess als Wunschkandidatin f\u00fcr den Vorstandsvorsitz vor. Das war von vielen Seiten positiv aufgenommen worden. Der Widerstand der Gewerkschaft richtet sich gegen eine andere Personalentscheidung des Ministers.\u00a0<\/p>\n<p>Schnieder strebt Chefwechsel bei der InfraGo an<\/p>\n<p>Schnieder strebt auch einen Wechsel auf dem Chefposten der Infrastrukturtochter DB InfraGo an. Dirk Rompf soll dort den bisher zust\u00e4ndigen Philipp Nagl ersetzen. Nagl gilt aus ausgewiesener Bahn-Fachmann und als Kopf hinter der Generalsanierung, mit der die Hauptrouten des \u00fcberalterten Schienennetzes in den kommenden Jahren instand gesetzt werden. Rompf wiederum war schon einmal Chef der damals noch DB Netz genannten Infrastruktursparte. Zuletzt war er Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim Beratungsunternehmen Ifok.\u00a0<\/p>\n<p>EVG-Chef Martin Burkert nannte Schnieders Entscheidung \u00abgrundfalsch\u00bb. F\u00fcr die Gewerkschaft ist Rompf verbunden mit der Amtszeit des umstrittenen Infrastrukturvorstands Ronald Pofalla. Diesem werfen Kritiker bis heute vor, das wahre Ausma\u00df des Verfalls der Infrastruktur mindestens verschwiegen und zu wenig dagegen getan zu haben. \u00abJeder Fahrgast sp\u00fcrt heute noch die Auswirkungen seiner schlechten Bilanz\u00bb, sagte Burkert mit Blick auf Rompf. \u00abDas ist kein Neustart.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Die mit der EVG konkurrierende Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf\u00fchrer (GDL) sieht eigenen Angaben zufolge keinen Anlass, im Aufsichtsrat gegen Palla zu stimmen.\u00a0<\/p>\n<p>Machtprobe im Aufsichtsrat<\/p>\n<p>In dem Kontrollgremium kommt es daher nun zur Machtprobe zwischen dem Bundesverkehrsminister und der EVG, die mit ihrer Ablehnung Pallas ein Zeichen gegen die Berufung Rompfs setzen will.<\/p>\n<p>Zuletzt war unklar, ob f\u00fcr die Berufung der neuen Bahnchefin eine Zweidrittelmehrheit oder eine einfache Mehrheit im Aufsichtsrat ben\u00f6tigt wird. Im Falle einer Zweidrittelmehrheit w\u00fcrde die Ablehnung der EVG ausreichen, um Palla zumindest im ersten Wahlgang zu verhindern.\u00a0<\/p>\n<p>Burkert zufolge k\u00e4me es dann erstmals in der Geschichte der Deutschen Bahn zu einer Sitzung des Vermittlungsausschusses und anschlie\u00dfend zu einem weiteren Wahlgang. Sp\u00e4testens dann w\u00e4re nur noch eine einfache Mehrheit notwendig. Aufsichtsratschef Werner Gatzer k\u00f6nnte Palla dann bei Stimmengleichstand mit seiner doppelten Stimme zur Mehrheit verhelfen &#8211; auch gegen die Stimmen der EVG.<\/p>\n<p>Holpriger Start f\u00fcr neue Strategie<\/p>\n<p>Verkehrsminister Schnieder hatte am Montag nicht nur die neuen Personalien pr\u00e4sentiert, sondern auch seine Strategie, wie die Bahn in den kommenden Jahren aus der Krise kommen soll. An der Generalsanierung h\u00e4lt er dabei fest. Die letzte Strecke soll nun allerdings erst 2036 fertig werden und damit rund f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter als urspr\u00fcnglich geplant.\u00a0<\/p>\n<p>Zugleich verschob Schnieder das bisherige P\u00fcnktlichkeitsziel der Bahn von mindestens 70 Prozent im Fernverkehr im kommenden Jahr auf Ende 2029. Zudem will er die Infrastruktursparte InfraGo enger steuern. Der Konzernvorstand soll verkleinert werden und k\u00fcnftig nur noch sechs statt acht Ressorts umfassen. Infrastruktur und Technik sollen als eigenst\u00e4ndige Vorstandsbereiche wegfallen.<\/p>\n<p>Der Fahrgastverband Pro Bahn nannte die Ank\u00fcndigungen Schnieders \u00aberst mal ein Pl\u00e4nchen\u00bb. Von einer Strategie k\u00f6nne erst dann die Rede sein, wenn das ben\u00f6tigte Geld freigegeben werde. Bereits in diesem Jahr habe es f\u00fcr die Bahn deutlich weniger Mittel gegeben, \u00abals eigentlich notwendig w\u00e4ren\u00bb. Bei der P\u00fcnktlichkeit h\u00e4tte sich Pro Bahn mehr Ehrgeiz gew\u00fcnscht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Der Chefwechsel bei der Deutschen Bahn wird heute Streitthema im Aufsichtsrat des bundeseigenen Konzerns. 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