{"id":444060,"date":"2025-09-23T05:38:10","date_gmt":"2025-09-23T05:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/444060\/"},"modified":"2025-09-23T05:38:10","modified_gmt":"2025-09-23T05:38:10","slug":"wie-ken-follett-mit-stonehenge-geschichte-neu-erzaehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/444060\/","title":{"rendered":"Wie Ken Follett mit \u201eStonehenge\u201c Geschichte neu erz\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"<p>Bei Ken Follett kann man sich sicher sein: Ver\u00f6ffentlicht der Brite einen seiner backsteindicken Historienromane, wird das Buch in k\u00fcrzester Zeit zum Bestseller. Da ist es dann auch egal, ob seine Helden Spione sind, Kathedralen errichten oder Kriege f\u00fchren \u2013 oder, wie im neuen Werk \u201eStonehenge &#8211; Die Kathedrale der Zeit\u201c (\u201eCircle of Days\u201c), vor 4500 Jahren tonnenschwere Brocken durch die s\u00fcdenglische Ebene ziehen, um einen gewaltigen Steinkreis zu errichten. <\/p>\n<p>Follett \u00fcberl\u00e4sst beim Schreiben nichts dem Zufall. Er recherchiert gr\u00fcndlich, fast handwerklich. In den ersten sechs bis zw\u00f6lf Monaten sammelt er Material und fasst es zu einem etwa 50-seitigen Expos\u00e9 zusammen, das er von Geschichtsprofessoren und \u2013 bei j\u00fcngeren Stoffen \u2013 auch von Zeitzeugen pr\u00fcfen l\u00e4sst. Genauigkeit und historische Detailtreue sind ihm wichtig. Erst danach entwickelt er Schritt f\u00fcr Schritt die Fassungen bis zum fertigen Roman, wie er kurz vor der Ver\u00f6ffentlichung von \u201eStonehenge\u201c in London erz\u00e4hlt. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              Mehr als 190 Millionen verkaufte Exemplare\u00a0 <\/p>\n<p>Mehr als 190 Millionen verkaufte Exemplare belegen seinen Erfolg. Nach fast 40 Romanen in \u00fcber 80 L\u00e4ndern vertrauen Leserinnen und Leser auf solides Handwerk, klaren Rhythmus \u2013 und auf eine klare Erz\u00e4hltechnik, aus der Follett kein Geheimnis macht. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              Kurze S\u00e4tze, viel Tempo \u2013 und Sex <\/p>\n<p>Ein Beispiel? \u201eDie Geschichte braucht alle vier bis sechs Seiten eine Wendung\u201c, verriet er. Andernfalls langweile sich das Publikum, statt mit den Figuren zu hoffen und zu bangen. Die meisten Romane best\u00fcnden aus etwa 50 dramatischen Szenen &#8211; eine Methode, die Tempo, Spannung und Aufmerksamkeit garantiert.\u00a0 <\/p>\n<p>Verschachtelte Handlungsg\u00e4nge? Lange S\u00e4tze? Alles Fehlanzeige bei Follett. Tiefe in den Charakterz\u00fcgen umgeht er geschickt. Seine Sprache bleibt schlicht, die Szenen wechseln schnell, und auch Liebesschw\u00fcre sowie Sexszenen nehmen in \u201eStonehenge\u201c viel Raum ein. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              Kritik an blassen Charakteren <\/p>\n<p>Im Zentrum stehen bei Follett meist einfache Menschen, die Gro\u00dfes leisten: In seinem Erfolgsroman \u201eDie S\u00e4ulen der Erde\u201c bauen Steinmetze im England des zw\u00f6lften Jahrhunderts eine Kathedrale, in \u201eStonehenge\u201c entsteht eine Kultst\u00e4tte, die 5000 Jahre sp\u00e4ter noch zu den bedeutendsten Orten der Welt z\u00e4hlt. \u201eMich inspiriert die Vorstellung, dass Menschen aus benachteiligten Verh\u00e4ltnissen Gro\u00dfes vollbringen k\u00f6nnen\u201c, sagte der 76-J\u00e4hrige der \u201eFAZ\u201c. <\/p>\n<p>Fans sch\u00e4tzen diese klare Figurenf\u00fchrung und die leichte Lesbarkeit trotz des wuchtigen Stoffes. Kritiker hingegen halten seine Methode f\u00fcr vorhersehbar, schablonenhaft und die Charaktere oft f\u00fcr blass. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              Einfache Meldungen im Mittelpunkt\u00a0 <\/p>\n<p>Das d\u00fcrfte sich auch beim nicht immer wirklich packenden Lesen von \u201eStonehenge\u201c kaum \u00e4ndern. Im neuen Roman tragen die Priesterin Joia und der Steinmetz Seft den von Follett verfolgten Gedanken. In ihrer Welt voller Rivalit\u00e4t, Verrat und Gewalt lieben, leiden, k\u00e4mpfen und hoffen Bauern, Hirten und Waldvolk finden Menschen durch ihre Vision und ihren Ehrgeiz zusammen, um ein gewaltiges Monument zu errichten: Stonehenge.\u00a0 <\/p>\n<p>Im Mittelpunkt steht der junge Seft, der sich von seiner brutalen Familie l\u00f6st und entscheidend am Bau beteiligt ist. W\u00e4hrend pers\u00f6nliche Trag\u00f6dien, Stammesfehden und Naturkatastrophen die Menschen immer wieder zur\u00fcckwerfen, w\u00e4chst das Monument langsam heran und wird zum Symbol f\u00fcr Zusammenhalt, Opferbereitschaft und die Sehnsucht der fr\u00fchen Gesellschaft nach Sinn und Dauerhaftigkeit. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              War Stonehenge eine Kultst\u00e4tte? <\/p>\n<p>Dabei ist der religi\u00f6se Ursprung von Stonehenge keineswegs gesichert. Manche sagen, es sei eine Art \u00fcberdimensionierter Kalender gewesen, andere vermuten einen religi\u00f6sen Ursprung. J\u00fcngere Theorien deuten die Monolithen als Symbol der Einheit zwischen den verschiedenen V\u00f6lkern, die auf der Insel lebten.\u00a0 <\/p>\n<p>Doch war es wirklich m\u00f6glich, diese tonnenschweren Brocken kilometerweit zu bewegen? Und das in einer Epoche, in der Rad und Spaten noch nicht erfunden waren? Woher nahmen Menschen damals die Kraft, ein solches Projekt vielleicht ein ganzes Leben lang zu verfolgen \u2013 ohne zu wissen, ob es je vollendet w\u00fcrde? <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              Follett zu seiner Theorie: \u201eEs f\u00fchlt sich so an\u201c\u00a0 <\/p>\n<p>Im Dickicht der Theorien schl\u00e4gt Follett seinen eigenen Weg ein. Er entf\u00fchrt seine Leserinnen und Leser in Steinbr\u00fcche und auf Schlachtfelder, in Tempelst\u00e4tten und \u00fcber Felder der Vergangenheit \u2013 ein vertrautes Muster, das die einen begeistern, die anderen aber erneut zuverl\u00e4ssig irritieren wird. <\/p>\n<p>Ob das historisch haltbar ist? Nein &#8211; und vielleicht ja doch. \u201eAlles an Stonehenge ist eine Mutma\u00dfung. Ich nehme lediglich an, dass es ein religi\u00f6ses Monument und eine Pilgerst\u00e4tte war \u2013 denn es f\u00fchlt sich so an\u201c, sagt Follett in London. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei Ken Follett kann man sich sicher sein: Ver\u00f6ffentlicht der Brite einen seiner backsteindicken Historienromane, wird das Buch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":444061,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,93,9558,215],"class_list":{"0":"post-444060","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-literatur","14":"tag-rezensionen","15":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115252004621580309","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/444060","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=444060"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/444060\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/444061"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=444060"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=444060"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=444060"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}