{"id":444343,"date":"2025-09-23T08:23:20","date_gmt":"2025-09-23T08:23:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/444343\/"},"modified":"2025-09-23T08:23:20","modified_gmt":"2025-09-23T08:23:20","slug":"buchrezension-ueber-einen-faszinierenden-roman","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/444343\/","title":{"rendered":"Buchrezension \u00fcber einen faszinierenden Roman"},"content":{"rendered":"<p>                                &#8211;                                Wie oft gibt es uns eigentlich? In \u201eDie zehn Lieben des Nishino\u201c von Hiromi Kawakami gibt es die Hauptfigur Yukihiko Nishino genauso oft: zehnmal.<\/p>\n<p>                Im Englischen beschreibt das Wort \u201e<strong>Sonder<\/strong>\u201c die Erkenntnis, dass jeder Mensch um uns herum ein Leben f\u00fchrt, das genauso <strong>komplex <\/strong>und <strong>verschachtelt <\/strong>ist wie unser <strong>eigenes<\/strong>. Genauso <strong>\u00fcberw\u00e4ltigend <\/strong>ist die <strong>Erkenntnis<\/strong>, dass nicht nur jeder Mensch das <strong>Zentrum <\/strong>eines <strong>komplexen Universums <\/strong>bildet, sondern dass <strong>jeder Mensch <\/strong>auch noch auf <strong>verschiedene Arten <\/strong>und <strong>Weisen <\/strong>existiert. Aber wie soll denn das nun funktionieren?<\/p>\n<p>Ganz einfach: Jeder Mensch, dem wir begegnen, <strong>sieht uns auf eine ganz eigene Art und Weise<\/strong>. Das kann das <strong>Ergebnis <\/strong>einer <strong>fl\u00fcchtigen Begegnung <\/strong>sein. Aber auch Menschen, mit denen wir unser <strong>gesamtes Leben <\/strong>verbracht haben, haben eine <strong>unterschiedliche Vorstellung <\/strong>von uns.<\/p>\n<p>Und jede Vorstellung ist eine <strong>ganz eigene Version<\/strong> von uns. Mit diesem Umstand spielt <strong>\u201eDie zehn Lieben des Nishino\u201c<\/strong> von <strong>Hiromi Kawakami.<\/strong><\/p>\n<p>                                                        \u201eDie zehn Lieben des Nishino\u201c: Faszinierender Roman aus Japan<\/p>\n<p>An sich k\u00f6nnte man diesen Roman als eine <strong>Ansammlung <\/strong>von <strong>Kurzgeschichten <\/strong>betrachten. Jedes Kapitel ist eine <strong>Geschichte f\u00fcr sich<\/strong>. Eine <strong>andere Liebe <\/strong>von <strong>Yukihiko Nishino<\/strong>. Die Kapitel sind sogar in sich <strong>schl\u00fcssig<\/strong>. <strong>Interessant <\/strong>wird das Buch aber erst, wenn wir die <strong>Kurzgeschichten <\/strong>im <strong>Kontext zueinander <\/strong>betrachten.<\/p>\n<p>Denn <strong>faszinierenderweise <\/strong>lesen wir hier <strong>nicht <\/strong>die <strong>Lebensgeschichte <\/strong>von <strong>Nishino <\/strong>aus <strong>seiner eigenen Sicht<\/strong>. Stattdessen hat jedes Kapitel eine<strong> andere Ich-Erz\u00e4hlerin<\/strong>, die eine <strong>andere Version<\/strong> von Nishino kennenlernt und <strong>beschreibt<\/strong>. Dabei bekommen wir nicht den Eindruck, dass sich Nishino auf eine bestimmte Art <strong>verstellt<\/strong>. Stattdessen sind die <strong>Sichtweisen <\/strong>der Frauen von ihren eigenen <strong>Erfahrungen <\/strong>und <strong>Erwartungen <\/strong>beeinflusst.<\/p>\n<p>Und so k\u00f6nnen wir uns <strong>bis zum Ende nicht sicher<\/strong> sein, wer dieser <strong>Yukihiko Nishino<\/strong>, diese <strong>Hauptfigur <\/strong>des Romans, eigentlich ist. Mal begegnen wir einem <strong>sympathischen<\/strong>, <strong>einf\u00fchlsamen Mann<\/strong>. Ein anderes Kapitel beginnt wortw\u00f6rtlich mit dem Satz: \u201e<strong>Yukihiko war grausam<\/strong>.\u201c<\/p>\n<p>Bis zuletzt bleibt es ein <strong>R\u00e4tsel<\/strong>. Dennoch erfahren wir ganz am Ende ein bisschen <strong>mehr <\/strong>\u00fcber Nishino. Das war auch <strong>bitter n\u00f6tig<\/strong>. \u201eDie zehn Lieben des Nishino\u201c liest sich <strong>schnell <\/strong>und <strong>angenehm<\/strong>, doch sp\u00e4testens bei <strong>Liebe Nr. 7<\/strong> beginnen wir uns zu fragen, ob das Buch nicht auch mit <strong>ein paar Lieben weniger <\/strong>ausgekommen w\u00e4re. <strong>Gl\u00fccklicherweise <\/strong>beginnt sich dann der Kreis <strong>zu schlie\u00dfen<\/strong> und der Roman bekommt ein <strong>gelungenes Ende<\/strong>. Und das, obwohl wir immer noch nicht wissen, <strong>wer Nishino eigentlich wirklich ist<\/strong>.<\/p>\n<p>So gesehen ist \u201eDie zehn Lieben des Nishino\u201c <strong>mehr als ein Roman<\/strong>, sondern schon fast so etwas wie eine <strong>Charakterstudie<\/strong>. Nicht etwa von Nishino, sondern <strong>von uns selbst<\/strong>. Denn wir beginnen uns <strong>unweigerlich <\/strong>zu fragen, wie denn eigentlich die <strong>Menschen<\/strong>, denen wir selbst begegnet sind,<strong> uns sehen<\/strong>. Und<strong> wie viele Versionen<\/strong> von uns selbst es da drau\u00dfen eigentlich gibt.<\/p>\n<p><strong>\u201eDie zehn Lieben des Nishino\u201c<\/strong><\/p>\n<p>von Hiromi Kawakami<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nordbayern.de\/service\/buchtipp-evgr-die-gabe-suzumi-suzuki-1.14834218\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eDie Gabe\u201c von Suzumi Suzuki &#8211; Ein d\u00fcsterer Kurzroman und zwischen Schuld, Tod und Rotlicht<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nordbayern.de\/service\/buchtipp-evgr-der-stille-freund-von-ferdinand-von-schirach-rep-1-1.14810588\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eDer stille Freund\u201c von Ferdinand von Schirach &#8211; Geschichten \u00fcber Menschen und Zuf\u00e4lle<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nordbayern.de\/panorama\/buchtipp-evgr-die-frau-im-lila-rock-rep-2-1.14606305\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Faszinierende Verwirrung: Dieser Roman wird Sie nicht mehr loslassen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8211; Wie oft gibt es uns eigentlich? In \u201eDie zehn Lieben des Nishino\u201c von Hiromi Kawakami gibt es&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":444344,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-444343","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115252651885752979","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/444343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=444343"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/444343\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/444344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=444343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=444343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=444343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}