{"id":444640,"date":"2025-09-23T11:17:12","date_gmt":"2025-09-23T11:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/444640\/"},"modified":"2025-09-23T11:17:12","modified_gmt":"2025-09-23T11:17:12","slug":"popikone-bryan-ferry-wird-80-und-moechte-nicht-mehr-singen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/444640\/","title":{"rendered":"Popikone Bryan Ferry wird 80 und m\u00f6chte nicht mehr singen"},"content":{"rendered":"<p>Er ist Rockstar, Crooner und Dandy. Mit Roxy Music und Songs wie \u201eLove Is The Drug\u201c oder \u201eAvalon\u201c pr\u00e4gte Bryan Ferry die Popmusik der siebziger und achtziger Jahre ma\u00dfgeblich. Als Solok\u00fcnstler war er mit Hits wie \u201eSlave To Love\u201c \u00e4hnlich erfolgreich. Von extravagantem Artrock \u00fcber geschmeidigen Pop bis hin zu nostalgischen Kl\u00e4ngen im Stil der drei\u00dfiger Jahre \u2013 Ferry kann alles. Zuletzt ver\u00f6ffentlichte er sogar Alben, auf denen er nicht sang. Am 26. September wird das britische Pop-Genie achtzig Jahre alt.<\/p>\n<p>Ferry: \u201eIch wollte Maler werden\u201c<\/p>\n<p>Eine Karriere als Musiker hat Ferry, der 1945 in der englischen Kleinstadt Washington nahe Newcastle als Sohn einer Arbeiterfamilie zur Welt kam, zun\u00e4chst nicht im Sinn. \u201eOh nein, ich wollte Maler werden\u201c, sagt er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Aber dann trampt er f\u00fcr ein Konzert der Soulikonen Otis Redding und Sam &amp; Dave nach London und ist hin und weg.<\/p>\n<p>\u201eEs klang unglaublich, sie sahen fantastisch aus, so viel Energie\u201c, erinnert sich Ferry. \u201eDas Publikum liebte es. Da dachte ich: Das muss ich versuchen. Mir gefiel diese K\u00f6rperlichkeit der Musik und des Publikums. Also begann ich, Songs zu schreiben, und als ich Roxy gr\u00fcndete, dachte ich pl\u00f6tzlich: Das ist meine Kunst, Bilder mit Songs schaffen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAuf der B\u00fchne zu stehen, war immer eine Herausforderung\u201c<\/p>\n<p>Aus der 1970 gegr\u00fcndeten Band Roxy wird sp\u00e4ter Roxy Music. Ferry sagt heute noch meistens nur Roxy. Der Name stammt von einem Kino. Alte Filmklassiker, der Film noir und die sogenannte goldene Hollywood-\u00c4ra sind eine Passion des Nostalgikers. Bei seiner Arbeit l\u00e4sst er sich davon inspirieren. \u201eAlles baut auf Dingen auf, die ich seit meiner Kindheit liebe. Ich schaue gern alte Filme, wie etwa \u201aDancing in the Dark\u2018 mit Fred Astaire\u201c, schw\u00e4rmt Ferry. \u201eAus der Vergangenheit kann man so viel lernen.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"730\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/489111152-1024x730.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30290 with-source\"  \/>Foto:  picture alliance\/dpa | dpaBryan Ferry , Andy Mackay, Bryan Eno, Paul Thompson und Phil Manzanera waren die britische Band Roxy Music.<\/p>\n<p>Mit ihrer ersten Single \u201eVirginia Plain\u201c landen Roxy Music auf Platz vier der britischen Hitparaden; in Deutschland kommen sie auf Platz zwanzig. Die tanzbare, intellektuell angehauchte Artrock-Hymne hebt sich von der Musik anderer Glamrock-Vertreter wie T.Rex oder The Sweet ab. Optisch f\u00e4llt die Gruppe mit ihren extravaganten Kost\u00fcmen auf.<\/p>\n<p>\u201eIch wollte ein breiteres Publikum erreichen\u201c<\/p>\n<p>Ferry ist ein Gegenentwurf zu den S\u00e4ngern anderer Rockbands. Oft tr\u00e4gt er ein wei\u00dfes Jackett, meistens ein Hemd und eine Krawatte. Nicht nur optisch ist er den gro\u00dfen Croonern der vierziger, f\u00fcnfziger und sechziger Jahre \u00e4hnlich. Auch sein schmachtender, geradezu verf\u00fchrerischer Gesang erinnert an Ikonen wie Perry Como oder Dean Martin.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss der Frontmann aber sein Lampenfieber \u00fcberwinden. \u201eIch bin, glaube ich, ein sehr sch\u00fcchterner Mensch und war es immer\u201c, sagt Ferry. \u201eInsofern ist es nicht der beste Beruf. Zumindest dieser Teil, auf der B\u00fchne zu stehen, war f\u00fcr mich immer eine Herausforderung.\u201c<\/p>\n<p>Fast zeitgleich mit dem Aufstieg von Roxy Music beginnt Ferry seine Solokarriere und ver\u00f6ffentlicht 1973 \u201eThese Foolish Things\u201c, ein Album mit Coverversionen. \u201eEs war erfrischend, etwas ganz anderes als Roxy zu machen\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>\u201eWir haben die Messlatte ziemlich hoch gelegt\u201c<\/p>\n<p>\u201eVielleicht wollte ich mit meiner Musik ein breiteres Mainstream-Publikum erreichen, denn das Publikum von Roxy war am Anfang sehr nischig \u2013 vor allem Artrock-Fans und Studenten. Das war toll, aber ich war ehrgeiziger und wollte mehr Menschen erreichen. Und ich glaube, ich habe es tats\u00e4chlich geschafft, Roxy Music ein gr\u00f6\u00dferes Publikum zu bescheren.\u201c<\/p>\n<p>Dass der einflussreiche Soundt\u00fcftler Brian Eno die Band schon nach dem zweiten Album verl\u00e4sst, kann Roxy Music nicht stoppen. Fortan diktiert Ferry als Songwriter und Frontmann den Kurs. Mit Erfolg: Die Alben \u201eStranded\u201c (1973) und \u201eCountry Life\u201c (1974) gelten mit ihrer Mischung aus raffiniertem Rock und elegantem Pop als Klassiker.<\/p>\n<p>F\u00fcr Roxy Music wird das achte und letzte Studioalbum \u201eAvalon\u201c mit der Hitsingle \u201eMore Than This\u201c das erfolgreichste Werk. Vom anf\u00e4nglich progressiven, teils pomp\u00f6sen Rock \u2019n\u2019 Roll-Sound haben sich Roxy Music zu einer stylishen Popgruppe entwickelt, die zum Vorbild f\u00fcr sp\u00e4tere Erfolgsbands der New Wave und New Romantic wird, darunter Duran Duran, Spandau Ballet oder Human League. Die Band reformiert sich sp\u00e4ter mehrfach. 2022 feiern Roxy Music das f\u00fcnfzigste Jubil\u00e4um mit einer kurzen Tournee.<\/p>\n<p>Ferry: \u201eIch liebe es, Musik zu konstruieren.\u201c<\/p>\n<p>Den Musikstil f\u00fchrt Ferry auf seinem Soloalbum \u201eBoys and Girls\u201c fort. \u201eWeil \u201aAvalon\u2018 so ein gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr mich, die Band und alle Beteiligten war, haben wir den Druck versp\u00fcrt, etwas noch Besseres zu schaffen. Wir hatten die Messlatte ziemlich hoch gelegt\u201c, sagt Ferry. Die Single \u201eSlave To Love\u201c wird ein Welthit. \u201eUnd ich denke, das hat mir die T\u00fcren f\u00fcr alles andere ge\u00f6ffnet.\u201c<\/p>\n<p>Sechzehn Studioalben, dazu acht mit Roxy Music, hat Ferry aufgenommen. Sein typischer, eleganter Pop-Sound ist letztmalig 2014 auf \u201eAvonmore\u201c zu h\u00f6ren. Er probiert vieles aus. So arrangiert er f\u00fcr \u201eThe Jazz Age\u201c Solo- und Roxy-Music-Songs im Stil der zwanziger Jahre neu, ohne einen einzigen Ton zu singen.<\/p>\n<p>Auf seinem j\u00fcngsten Album \u201eLoose Talk\u201c kommt seine Stimme ebenfalls kaum zum Einsatz. Die K\u00fcnstlerin Amelia Barratt spricht die Texte, er liefert die Begleitmusik. Es hat den Anschein, als habe Bryan Ferry mit dem Singen abgeschlossen. \u201eIch habe einfach das Gef\u00fchl, dass ich schon so viel gesungen habe\u201c, sagt er im dpa-Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>\u201eIch m\u00f6chte mich lieber auf den anderen Teil der Musik fokussieren. Das Singen war f\u00fcr mich \u2013 seltsamerweise \u2013 immer nur ein kleiner Teil davon. Bei den meisten Platten, die ich gemacht habe, war das wie bei einem Eisberg: Das Singen war nur die Spitze, und der ganze Rest war das Musikmachen. Ich liebe es, Musik zu konstruieren. Das fasziniert mich endlos.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Er ist Rockstar, Crooner und Dandy. 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