{"id":445252,"date":"2025-09-23T16:54:10","date_gmt":"2025-09-23T16:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/445252\/"},"modified":"2025-09-23T16:54:10","modified_gmt":"2025-09-23T16:54:10","slug":"zulieferer-kiekert-aus-heiligenhaus-meldet-insolvenz-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/445252\/","title":{"rendered":"Zulieferer Kiekert aus Heiligenhaus meldet Insolvenz an"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Auf Antrag der Kiekert AG hat das Amtsgericht <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wuppertal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wuppertal<\/a> am heutigen Dienstag, 23. September, ein vorl\u00e4ufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Ziel ist die geordnete Fortf\u00fchrung des Gesch\u00e4ftsbetriebs unter dem Schutz des Insolvenzrechts und sodann die Restrukturierung des Unternehmens. Das zust\u00e4ndige Amtsgericht hat Rechtsanwalt Joachim Exner von der Kanzlei Dr. Beck &amp; Partner zum vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter bestellt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In einer ersten Reaktion der Stadt <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/heiligenhaus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heiligenhaus<\/a> auf die Lage des Traditionsunternehmens hei\u00dft es: \u201eDas heute auf Antrag der Kiekert AG vom Amtsgericht Wuppertal angeordnete, vorl\u00e4ufige Insolvenzverfahren hat auch die Stadt Heiligenhaus \u00fcberrascht.\u201c B\u00fcrgermeister Michael Beck macht deutlich, dass \u201ewir grunds\u00e4tzlich um die angespannte Situation des Unternehmens wissen und daher seit mehreren Monaten mit dem Vorstand im Gespr\u00e4ch sind. Gemeinsam wurde der Kontakt zum Wirtschaftsministerium und F\u00f6rderbanken gesucht und nach entsprechenden L\u00f6sungen gerungen. Gerade mit Blick auf die lange Tradition des Unternehmens vor Ort und die Sicherung der gro\u00dfen Anzahl an Arbeitspl\u00e4tzen wurden alle M\u00f6glichkeiten in Betracht gezogen.\u201c Weiterhin f\u00fcgt er an, dass \u201eauch die Stadt Heiligenhaus hofft, dass es zu einer zielf\u00fchrenden Restrukturierung des Gesch\u00e4ftsbetriebs unter dem vorl\u00e4ufigen Insolvenzschutz kommen kann.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Beyer pflegt, wie er auf Anfrage sagte, seit Jahren enge Kontakte in das Unternehmen hinein. Seine erste Einsch\u00e4tzung nun: \u201eDie Meldung ist noch ganz frisch und f\u00fcr sich schon ein Schock. Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass neue internationale Investoren an den Start kommen. Wir wissen allerdings auch um die schwierige Lage bei Autozulieferern.\u201c F\u00fcr eine detaillierte Einsch\u00e4tzung der Lage sei es noch zu fr\u00fch. Aber das Ziel aller folgenden Bem\u00fchungen sei  klar: Erhalt des Standorts Heiligenhaus.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der operative Gesch\u00e4ftsbetrieb l\u00e4uft im vorl\u00e4ufigen Verfahren an allen Standorten regul\u00e4r weiter, hei\u00dft es in der Mitteilung des Unternehmens selbst. Auch die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter der rund 700 Mitarbeitenden in Deutschland sind \u00fcber das Insolvenzgeld bis einschlie\u00dflich November gesichert. Die Mitarbeitenden wurden aktuell \u00fcber die aktuelle Situation informiert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kiekert-CEO J\u00e9r\u00f4me Debreu erkl\u00e4rt: \u201eDer Insolvenzantrag ist ein unabwendbarer Schritt, um die Zukunftsf\u00e4higkeit der Kiekert-Gruppe zu sichern. Die Kiekert AG hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich restrukturiert und auf der Kundenseite erheblich an Vertrauen gewonnen \u2013 davon zeugt ein Auftragsbestand von zehn Milliarden Euro. Die Insolvenz ist die Konsequenz daraus, dass der chinesische Gesellschafter keine weiteren Mittel bereitgestellt und seine finanziellen Verpflichtungen im dreistelligen Millionenbereich nicht erf\u00fcllt hat. Der von Sanktionen betroffene Gesellschafter verwehrt uns den Zugang zu wichtigen M\u00e4rkten und Finanzierungen, was unsere Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit erheblich gef\u00e4hrdet. Mit nur vier Prozent unseres Umsatzes mit chinesischen OEMs und Kapital, das in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/china\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">China<\/a> gebunden ist, d\u00fcrfen wir nicht zulassen, dass geopolitische Restriktionen unser 96-prozentiges Kerngesch\u00e4ft in Europa, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/amerika\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amerika<\/a>, Japan und S\u00fcdkorea gef\u00e4hrden. Der Ausstieg des Gesellschafters ist entscheidend, um unser Wachstum zu beschleunigen und die 168-j\u00e4hrige Geschichte von Kiekert als systemischen Zulieferer der Automobilindustrie fortzusetzen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Debreu betont, dass sein internationales Top-Management-Team bereit ist, alle Wachstumschancen zu nutzen und das Unternehmen von Einschr\u00e4nkungen zu befreien. \u201eWir werden eng mit dem vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter zusammenarbeiten, um eine erfolgreiche Restrukturierung sicherzustellen und Kiekert als verl\u00e4sslichen Partner in der Automobilindustrie zu erhalten \u201aback home\u2018.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit der Ernennung von J\u00e9r\u00f4me Debreu zum CEO im Jahr 2021 hatte Kiekert eine strategische Neuausrichtung erfahren, die auf langfristige Stabilit\u00e4t und Innovation setzte. Trotz der Herausforderungen der vergangenen Jahre sah man sich finanziell und operativ solide aufgestellt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zum Hintergrund der nun enstandenen Lage \u00e4u\u00dferte sich das Unternehmen so: Zuletzt hat die Kiekert AG auch durch die geopolitischen Entwicklungen \u2013 insbesondere die US-Sanktionspolitik \u2013 erhebliche Auftragsverluste hinnehmen m\u00fcssen. Amerikanische Kunden haben bereits erteilte Gro\u00dfauftr\u00e4ge zur\u00fcckgezogen, Rating-Agenturen das Unternehmen aufgrund des chinesischen Gesellschafters heruntergestuft, Banken verweigern neue Kredite. In dieser Situation ist der Antrag auf Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens die einzig verbliebene Option, um die Kiekert AG zu restrukturieren und zukunftsf\u00e4hig aufzustellen. Die Kiekert AG wird nun die Arbeit des vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters bestm\u00f6glich unterst\u00fctzen und eng mit ihm zusammenarbeiten, um die Voraussetzungen f\u00fcr eine tragf\u00e4hige Restrukturierung zu schaffen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Uwe H\u00f6hndorf, Betriebsratsvorsitzender der Kiekert AG, betont: \u201eDie Besch\u00e4ftigten haben alles gegeben und waren bereit, ein millionenschweres Sanierungspaket zum Erhalt der Wettbewerbsf\u00e4higkeit mitzutragen, um das Unternehmen zu st\u00fctzen: Viele Kolleginnen und Kollegen stammen aus Familien, die seit Generationen bei Kiekert arbeiten und das Unternehmen gepr\u00e4gt haben. Die Belegschaft unterst\u00fctzt den amtierenden Vorstand \u2013 der eingeschlagene Weg war und ist richtig.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf Antrag der Kiekert AG hat das Amtsgericht Wuppertal am heutigen Dienstag, 23. 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