{"id":445375,"date":"2025-09-23T18:00:31","date_gmt":"2025-09-23T18:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/445375\/"},"modified":"2025-09-23T18:00:31","modified_gmt":"2025-09-23T18:00:31","slug":"schnellbahnausbau-u-bahn-statt-s-bahn-hamburg-aendert-plaene-fuer-den-westen-der-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/445375\/","title":{"rendered":"Schnellbahnausbau: U-Bahn statt S-Bahn \u2013 Hamburg \u00e4ndert Pl\u00e4ne f\u00fcr den Westen der Stadt"},"content":{"rendered":"<p>Der Hamburger Westen soll schneller ans Schnellbahnnetz: Statt der S6 wird nun die U5 bis Lurup und Osdorfer Born verl\u00e4ngert. Die neue Trasse soll um 2040 fertig sein \u2013 zehn Jahre fr\u00fcher als bisher geplant. Die S6 endet k\u00fcnftig in Bahrenfeld in der Science City.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Seit Jahrzehnten warten die Menschen im Hamburger Stadtteil Lurup und  in der Gro\u00dfwohnsiedlung Osdorfer Born auf eine direkte Schnellbahnanbindung. Pl\u00e4ne gibt es seit rund 50 Jahren. Nun kommt Bewegung in die Sache. Allerdings anders als bislang geplant: Der Hamburger Senat hat am Dienstag eine grundlegende Umplanung vorgestellt. Statt der urspr\u00fcnglich vorgesehenen S-Bahnlinie S6 sollen die beiden Stadtteile k\u00fcnftig \u00fcber eine verl\u00e4ngerte U5 erschlossen werden. Die neue Trasse soll \u201eetwa im Jahr 2040\u201c fertiggestellt sein \u2013 und damit rund zehn Jahre fr\u00fcher als die S6 nach Ansicht des Senats auf der Strecke fertig sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Verkehrssenator Anjes Tjarks (Gr\u00fcne) sprach nach der Senatsentscheidung im Rathaus von einem \u201egro\u00dfen Schritt\u201c, der Klarheit f\u00fcr die betroffenen Stadtteile bringe: \u201eMit dem heutigen Tag bekommen wir zum ersten Mal eine Aussage, wann die Schnellbahnanbindung kommt.\u201c Die Hochbahn wurde bereits mit den Planungen beauftragt. Die neuen Haltestellen mit den Arbeitstiteln \u201eLurup-Mitte\u201c und \u201eOsdorfer Born\u201c sollen nach dem bisher als Endpunkt gedachten Halt \u201eArenen\u201c folgen. Laut Verkehrsbeh\u00f6rde w\u00fcrden dadurch rund 18.000 Menschen erstmals direkt ans Schnellbahnnetz angeschlossen. Die Streckenl\u00e4nge betr\u00e4gt \u2013 je nach konkreter Ausgestaltung \u2013 vier bis f\u00fcnf Kilometer.<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr die Entscheidung ist der sogenannte Nutzen-Kosten-Faktor (NKF), der \u00fcber die F\u00f6rderf\u00e4higkeit durch den Bund entscheidet. Liegt dieser Wert unter 1,0, sind keine Bundesmittel m\u00f6glich. Nach Angaben der Verkehrsbeh\u00f6rde h\u00e4tte die S6-Verl\u00e4ngerung \u00fcber die Science City hinaus diesen Schwellenwert nicht erreicht. Die U5-Verl\u00e4ngerung hingegen liegt laut Senat \u00fcber dem Faktor 1,0 \u2013 eine Bundesf\u00f6rderung gilt daher als wahrscheinlich. Hamburg m\u00fcsse zwar zun\u00e4chst in Vorleistung gehen, k\u00f6nne aber bei Aufnahme in die F\u00f6rderkategorie A des Gemeindeverkehrswege-Finanzierungsgesetzes (GVFG) r\u00fcckwirkend Geld vom Bund erhalten, erkl\u00e4rte Tjarks.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Verkehrsbeh\u00f6rde ist mit der U5 eine deutlich dichtere Taktung m\u00f6glich als mit der urspr\u00fcnglich geplanten S6. W\u00e4hrend die S6 betrieblich bedingt nur alle zehn Minuten h\u00e4tte fahren k\u00f6nnen, soll die U5 im Zwei-Minuten-Takt unterwegs sein. Senator Tjarks betonte, dass die Menschen in Lurup und Osdorf dadurch \u201evon h\u00e4ufigeren Verbindungen und insgesamt mehr Sitzpl\u00e4tzen profitieren\u201c w\u00fcrden. <\/p>\n<p>Entlang der neuen U5 seien zudem zahlreiche Umsteigem\u00f6glichkeiten ins bestehende Schnellbahnnetz vorgesehen, so Tjarks: etwa am S-Bahnhof Stellingen (S3, S5), an Hagenbecks Tierpark (U2), an der Hoheluftbr\u00fccke (U3) und am Stephansplatz (U1).<\/p>\n<p>Das Projekt S6, das Hamburg gemeinsam mit der Deutschen Bund geplant hat, wird derweil nicht beendet. Sie soll k\u00fcnftig auf den Abschnitt bis zur Science City in Bahrenfeld konzentriert werden. Dort entstehen neben dem Ausbau des Wissenschaftsbetriebs rund 3800 neue Wohnungen. Die Anbindung der Science City ist auch mit Blick auf Hamburgs Olympia-Pl\u00e4ne entscheidend. Das geplante Olympische Dorf soll in Bahrenfeld liegen: ein zentrales Argument, den Ausbau der S6 bis dorthin schneller angehen zu k\u00f6nnen. Aktuell liefen Gespr\u00e4che, die Planung und Realisierung der S6 zu beschleunigen, hie\u00df es am Dienstag.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen-Fraktion sieht in der Umplanung einen Gewinn f\u00fcr den Hamburger Westen. Rosa Domm, Sprecherin f\u00fcr Mobilit\u00e4t, sagte: \u201eDie neue, schnellere L\u00f6sung mit der U5 ist eine richtig gute Nachricht f\u00fcr unsere Stadt. Besonders f\u00fcr die Menschen im Osdorfer Born und in Lurup bedeutet die U5 eine enorme Verbesserung: Sie kommen rund zehn Jahre fr\u00fcher ans Schnellbahnnetz.\u201c<\/p>\n<p>Auch die SPD begr\u00fc\u00dft die Entscheidung. Frank Schmitt, Wahlkreisabgeordneter f\u00fcr Lurup und Osdorf, sprach von einer \u201eguten L\u00f6sung\u201c mit \u201eh\u00f6heren Kapazit\u00e4ten, kurzen Takten und attraktiven Umsteigem\u00f6glichkeiten\u201c. Die bisherigen S6-Pl\u00e4ne \u00fcber die Science City hinaus h\u00e4tten keinen ausreichenden Nutzen-Kosten-Faktor erreicht, eine Bundesf\u00f6rderung w\u00e4re damit ausgeschlossen gewesen.<\/p>\n<p>Kritik kommt hingegen von der Opposition. Philipp Hei\u00dfner, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, kritisierte, dass in den vergangenen Jahren mehrfach die Priorit\u00e4ten gewechselt wurden: \u201eErst wurde vom Senat die U5 nach Osdorf und Lurup versprochen, dann die S6 zur Science City und zum Osdorfer Born priorisiert \u2013 inklusive Machbarkeitsuntersuchungen und weiterer 120 Millionen Euro f\u00fcr die Planung. Jetzt m\u00f6chte der rot-gr\u00fcne Senat v\u00f6llig \u00fcberraschend doch wieder die U5 verl\u00e4ngern, statt endlich konsequent die S6 voranzutreiben.\u201c <\/p>\n<p>Hei\u00dfner spricht von einem \u201erot-gr\u00fcnen Eiertanz\u201c und fordert eine verl\u00e4ssliche L\u00f6sung f\u00fcr die betroffenen Stadtteile: \u201eLurup und der Osdorfer Born brauchen endlich eine leistungsf\u00e4hige Schienenanbindung statt st\u00e4ndig wechselnder Pl\u00e4ne, vagen Zusagen und millionenschweren Umplanungen. Die erneute Kehrtwende des Senats ist ein R\u00fcckschritt f\u00fcr ganz Hamburg und besonders f\u00fcr die Menschen in Lurup und Osdorf.\u201c<\/p>\n<p>Auch Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin, zeigte sich irritiert von der \u201ekompletten Kehrtwende\u201c und warf dem Senat mangelnde Verl\u00e4sslichkeit vor. \u201eErst U-Bahn, dann S-Bahn, jetzt wieder U-Bahn \u2013 was interessiert mich mein Geschw\u00e4tz von gestern?\u201c Die Argumente zur Wirtschaftlichkeit und P\u00fcnktlichkeit der U-Bahn seien nicht neu, sondern bereits 2020 bekannt gewesen. \u201eAlles f\u00fcr Olympia, leere Versprechungen f\u00fcr Osdorf und Lurup\u201c, so Sudmann.<\/p>\n<p>Auch wenn die U5-Verl\u00e4ngerung nun als bevorzugte L\u00f6sung gilt, bleibt die Realisierung ein langfristiges Projekt. Die Verkehrsbeh\u00f6rde spricht von einem \u201eZeitkorridor\u201c bis etwa 2040 \u2013 ein konkretes Fertigstellungsdatum gibt es nicht. Die Kosten sind ebenfalls noch offen. Tjarks verwies auf Erfahrungen mit der U5 Ost, wo man derzeit \u201esehr gut im Kostenplan\u201c liege. F\u00fcr die neue Westverl\u00e4ngerung k\u00f6nne man jedoch noch keine belastbaren Zahlen nennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Hamburger Westen soll schneller ans Schnellbahnnetz: Statt der S6 wird nun die U5 bis Lurup und Osdorfer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":445376,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[111942,29,30,692,20656,111941,20655,54724,28995],"class_list":{"0":"post-445375","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-anjes","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-hamburg","12":"tag-s-bahnen","13":"tag-tjarks","14":"tag-u-bahnen","15":"tag-u-bahnen-ks","16":"tag-witte-genannt-vedder-julia"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115254920761601299","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/445375","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=445375"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/445375\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/445376"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=445375"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=445375"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=445375"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}