{"id":445949,"date":"2025-09-23T23:25:13","date_gmt":"2025-09-23T23:25:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/445949\/"},"modified":"2025-09-23T23:25:13","modified_gmt":"2025-09-23T23:25:13","slug":"stammzellspende-mit-22-jahren-nach-registrierung-auf-festival-junge-stuttgarterin-spendet-stammzellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/445949\/","title":{"rendered":"Stammzellspende mit 22 Jahren: Nach Registrierung auf Festival \u2013 Junge Stuttgarterin spendet Stammzellen"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich hatte Sarah Borrmann was ganz anderes im Kopf als sie an jenem Tag im September 2024 \u00fcber das Gel\u00e4nde des Gl\u00fccksgef\u00fchle-Festivals am Hockenheimring streifte: Welche Bands wollte sie anschauen, wo spielt der n\u00e4chste Act? \u201eEs war daher ziemlich spontan, dass ich beim Stand der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/DKMS\" title=\"DKMS\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DKMS<\/a> stehengeblieben bin und dachte: Hey, ich lass mich schnell mal registrieren\u201c, sagt die 22-J\u00e4hrige aus <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>. Es dauerte auch gar nicht lange: \u201eMund auf, St\u00e4bchen rein, Kontaktdaten ausf\u00fcllen \u2013 und schon ging\u2019s zur n\u00e4chsten B\u00fchne.\u201c <\/p>\n<p>Von der <a href=\"https:\/\/www.dkms.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gemeinn\u00fctzige Organisation DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei)<\/a>, die Knochenmarkspender f\u00fcr Patienten mit <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Blutkrebs\" title=\"Blutkrebs\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blutkrebs<\/a> oder anderen Erkrankungen sucht, hatte sie schon geh\u00f6rt: Der Gro\u00dfvater ihrer Freundin war vor kurzem an Leuk\u00e4mie erkrankt und ist verstorben. \u201eVon daher wusste ich, wie wichtig eine <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.krebstherapie-mit-stammzellen-leben-retten.d6f40302-bdef-4e83-9a7e-acb4c99f7bfb.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stammzellspende<\/a> f\u00fcr Patienten mit dieser Form von Krebs ist\u201c, sagt Sarah. Und ihr gefiel der Gedanke, einem Betroffenen irgendwann einmal helfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sarah ist eine von knapp 8500 Spendern <\/p>\n<p>Doch aus dem \u201eirgendwann\u201c wurde schnell Realit\u00e4t. Nur ein halbes Jahr nach der Registrierung erhielt Sarah Borrmann eine Nachricht aufs Handy: Sie komme f\u00fcr eine m\u00f6gliche Stammzellspende in Frage, ob sie f\u00fcr ein solches Unterfangen bereit sei? \u201eDas hat mich ziemlich \u00fcberrascht\u201c, sagt die junge Stuttgarterin. Denn eigentlich ist die Wahrscheinlichkeit, in den folgenden zehn Jahren nach einer Registrierung tats\u00e4chlich auch zu spenden, recht gering: Sie liegt nach Angaben der DKMS bei 1,5 Prozent. <\/p>\n<p>Die Bereitschaft daf\u00fcr ist allerdings hierzulande so hoch wie nirgends sonst: Mehr als 10 Millionen potenzielle Spender sind im <a href=\"https:\/\/zkrd.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD)<\/a> mit Sitz in Ulm registriert. Im vergangenen Jahr haben 8349 von ihnen ihre <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stammzellen\" title=\"Stammzellen\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stammzellen<\/a> gespendet \u2013 so wie auch Sarah Borrmann. Ein neuer Rekord f\u00fcr die weltweit gr\u00f6\u00dfte nationale Spenderdatenbank. <\/p>\n<p>\u201eIch habe panische Angst vor Krankenh\u00e4usern\u201c <\/p>\n<p>Am Anfang habe sie viel telefoniert, erz\u00e4hlt Sarah. Eine Mitarbeiterin der DKMS habe sie sorgf\u00e4ltig \u00fcber den Ablauf der Spende informiert. Denn schnell wurde klar: F\u00fcr diese muss sich die junge Frau einem kleinen operativen Eingriff unter Vollnarkose aussetzen. \u201eUnd ich habe doch so panische Angst vor Krankenh\u00e4usern\u201c, sagt Sarah. Niemals zuvor habe sie operiert werden m\u00fcssen. \u201eDa habe ich schon schlucken m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.rbk.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart (RBK)<\/a>, wo auch Sarah untergebracht wurde, werden seit mehr als drei Jahrzehnten Stammzellen f\u00fcr Transplantationen entnommen. Im vergangenen Jahr wurden 336 Spenden von Probanden aufbereitet, die dann an Blutkrebspatienten in ganz Europa und auch nach \u00dcbersee per Kurierdienst verschickt worden sind. \u201eF\u00fcr uns ist das ein routinierter Ablauf\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.rbk.de\/behandlung\/abteilungen\/haematologie-onkologie-und-palliativmedizin\/team\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hans-Georg Kopp, Chefarzt der Abteilung f\u00fcr H\u00e4matologie, Onkologie und Palliativmedizin am RBK<\/a>.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/media.media.5b99aba2-d6bd-4fa7-abcf-8bb1cedfd3ef.original1024.media.jpeg\"\/>     Der Stuttgarter Onkologe Hans-Georg Kopp    Foto: Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart    <\/p>\n<p> Knochenmark per Operation entnommen <\/p>\n<p>Etwa drei bis vier Wochen vor der Entnahme werden die Spender gr\u00fcndlich untersucht und \u00fcber s\u00e4mtliche Abl\u00e4ufe aufgekl\u00e4rt. \u201eIn neun von zehn F\u00e4llen erfolgt die Abnahme der Stammzellen aus dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Blut\" title=\"Blut\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blut<\/a>\u201c, erkl\u00e4rt der Onkologe Kopp. Die Spender injizieren sich dazu an vier Tage vor der Spende einen Wachstumsfaktor ins Unterhautfettgewebe, um m\u00f6glichst viele Stammzellen im Blut anzureichern. \u201eDann werden sie hier bei uns f\u00fcr vier bis f\u00fcnf Stunden an sogenannte Zellseparatoren angeschlossen\u201c, sagt Kopp. Diese Maschinen filtern Stammzellen aus dem Blut, das danach zur\u00fcck in den K\u00f6rper geleitet wird. <\/p>\n<p>Bei etwa zehn Prozent der Spender braucht es aber ein aufwendigeres Verfahren \u2013 so auch bei Sarah Borrmann. Bei ihnen muss Knochenmark \u00fcber eine Nadel aus dem Beckenknochen entnommen werden \u2013 unter Vollnarkose. \u201eDas wird h\u00e4ufig f\u00fcr erkrankte Kinder mit schweren Immundefekten gemacht, weil das Knochenmark neben den Stammzellen noch mehr Zellbestandteile erh\u00e4lt, die f\u00fcr eine gesunde Blutbildung wichtig sind\u201c, sagt Kopp. Dazu m\u00fcssen die Probanden \u2013 wie medizinisch die Spenderinnen und Spender genannt werden \u2013 allerdings f\u00fcr ein bis zwei N\u00e4chte station\u00e4r aufgenommen werden. \u201eDie Risiken der operativen Entnahme sind aber minimal\u201c, so der Onkologe. <\/p>\n<p> Schlaflos kur vor dem Eingriff <\/p>\n<p>Auch Sarah Borrmann wurde dar\u00fcber aufgekl\u00e4rt \u2013 und stimmte der Entnahme zu: \u201eIch habe mich bei den Vorgespr\u00e4chen gut aufgehoben gef\u00fchlt \u2013 und da kam Absagen f\u00fcr mich absolut nicht in Frage\u201c, sagt sie. Wenige Wochen nach dem ersten Bescheid fuhr Sarah f\u00fcr den Eingriff ins RBK. \u201eIch musste die erste Nacht in der Klinik verbringen und konnte gar nicht richtig schlafen, weil ich so aufgeregt war.\u201c<\/p>\n<p>Letztlich war der Eingriff aber gar nicht so schlimm, erz\u00e4hlt sie. \u201eEs ging alles so schnell, dass ich ganz \u00fcberrascht war, alles schon hinter mir zu haben.\u201c Ein paar Tage lang habe die Einstichstelle unangenehm gedr\u00fcckt, \u00e4hnlich wie bei einem Bluterguss. Auch ein bisschen m\u00fcde habe sie sich gef\u00fchlt. Doch nach einer Woche war sie wieder an ihrem Arbeitsplatz bei einer Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft in Stuttgart. <\/p>\n<p> Knochenmarkspende geht an junges M\u00e4dchen in Polen <\/p>\n<p>Rund eineinhalb Liter Knochenmark wurden Sarah entnommen. \u201eMan entzieht bei einem solchen Eingriff recht viel Blut, erkl\u00e4rt der Onkologe Kopp. \u201e\u00c4hnlich wie bei einem Aderlass.\u201c Daher werden in den folgenden vier Wochen nach der OP die Blutwerte \u00fcberpr\u00fcft. \u201eIn den allermeisten F\u00e4llen ist das Blutbild aber dann wieder normal\u201c, sagt Kopp.<\/p>\n<p>Stolz sei sie schon, dass sie einem anderen Menschen auf diese Weise helfen \u2013 wenn nicht sogar das Leben retten konnte, sagt Sarah. Wer genau ihre Stammzellen erh\u00e4lt, wei\u00df sie nicht. Es handelt sich wohl um eine Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren aus Polen. Erst nach zwei bis drei Jahren kann \u00fcber die DKMS ein Treffen arrangiert werden \u2013 sofern Spender und Empf\u00e4nger es wollen. Sarah jedenfalls w\u00fcrde sich freuen: \u201eSchon jetzt denke ich sehr oft an das M\u00e4dchen und hoffe, dass es ihr nun wieder gut geht.\u201c<\/p>\n<p> Stammzellspende: So einfach klappt es mit der Registrierung <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Alter<\/strong><br \/>Grunds\u00e4tzlich kann sich jeder gesunde Mensch im Alter zwischen 17 und 55 Jahren als potenzieller Stammzellspender registrieren. 17-J\u00e4hrige d\u00fcrfen zwar noch keine Stammzellen spenden, werden aber ab dem 18. Geburtstag automatisch in der Datei aktiviert und bei der Suche nach Spendern ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Registrierung<\/strong><br \/>\u00dcber ein <a href=\"https:\/\/www.dkms.de\/registrieren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Online-Formular der DKMS<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.dkms.de\/registrieren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dkms.de\/registrieren) <\/a> kann man sich das Registrierungsset nach Hause schicken lassen. Mit den beigef\u00fcgten Wattest\u00e4bchen nimmt man jeweils einen Abstrich der Wangenschleimhaut und schickt die St\u00e4bchen samt unterschriebener Einwilligungserkl\u00e4rung an das Labor zur\u00fcck. Nach der Registrierung werden die relevanten Gewebemerkmale im Labor ausgewertet. Anschlie\u00dfend steht die Probe pseudonymisiert f\u00fcr den weltweiten Spendersuchlauf zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eigentlich hatte Sarah Borrmann was ganz anderes im Kopf als sie an jenem Tag im September 2024 \u00fcber&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":445950,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[32841,1634,6704,9280,3364,29,9282,30,115500,44175,3652,23046,115499,1441],"class_list":{"0":"post-445949","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-registrierung","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-blut","11":"tag-blutkrebs","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-dkms","15":"tag-germany","16":"tag-knochenmark","17":"tag-robert-bosch-krankenhaus","18":"tag-stadtkind","19":"tag-stammzellen","20":"tag-stammzellspende","21":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115256198842916724","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/445949","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=445949"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/445949\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/445950"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=445949"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=445949"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=445949"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}