{"id":4471,"date":"2025-04-03T08:14:15","date_gmt":"2025-04-03T08:14:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/4471\/"},"modified":"2025-04-03T08:14:15","modified_gmt":"2025-04-03T08:14:15","slug":"us-handelspolitik-was-trumps-zollpaket-vorsieht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/4471\/","title":{"rendered":"US-Handelspolitik: Was Trumps Zollpaket vorsieht"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faq<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 03.04.2025 09:29 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Wochenlang hatte US-Pr\u00e4sident Trump mit einem gewaltigen Zollpaket gedroht. Nun hat er seine Pl\u00e4ne pr\u00e4sentiert. Die EU m\u00f6chte einen Handelskrieg verhindern &#8211; bereitet aber Gegenma\u00dfnahmen vor.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>    Was hat Trump angek\u00fcndigt?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie USA belegen ab Samstag Einfuhren aus allen L\u00e4ndern pauschal mit Z\u00f6llen von zehn Prozent. Au\u00dferdem k\u00fcndigte die US-Regierung einen komplexen Mechanismus an, der f\u00fcr viele L\u00e4nder h\u00f6here Z\u00f6lle vorsieht. Dieser wird ab dem 9. April gelten. Ein Berater Trumps bezeichnete diese L\u00e4nder als &#8222;schlimmste \u00dcbelt\u00e4ter&#8220;. Gemeint sind solche L\u00e4nder, mit denen die Vereinigten Staaten nach Auffassung der US-Regierung ein besonders gro\u00dfes Handelsdefizit haben.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Amerikaner sprechen an dieser Stelle von der Belegung mit wechselseitigen Z\u00f6llen &#8211; also von einem Prinzip der Gegenseitigkeit. Ihre Argumentation: Viele L\u00e4nder erschwerten den Import von US-Produkten, das k\u00f6nne man sich nicht l\u00e4nger bieten lassen. Washington bezieht sich dabei nicht nur auf Z\u00f6lle, sondern auch Handelshemmnisse wie Subventionen, strenge Einfuhrvorgaben, Diebstahl geistigen Eigentums und W\u00e4hrungsmanipulation in ihre Kalkulation mit ein. Diese Barrieren seien &#8222;weit schlimmer&#8220; als die eigentlichen Z\u00f6lle, hei\u00dft es aus dem Wei\u00dfen Haus.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie US-Regierung hat nun f\u00fcr jedes Land einen Prozentsatz ermittelt, der sowohl Z\u00f6lle als auch diese anderen Handelshemmnisse abbilden soll. Daraus leitet sich dann der entsprechende Zoll auf Importe aus diesen L\u00e4ndern ab. Er ist jeweils etwa halb so hoch wie der von den Amerikanern ermittelte und schwer \u00fcberpr\u00fcfbar. Der Wert setzt sich offenbar aus einer Kombination des Handelsbilanzdefizits mit den Gesamtexporten eines Staates zusammen.<\/p>\n<p>    F\u00fcr welche L\u00e4nder gelten nun besonders hohe Einfuhrgeb\u00fchren?:<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEinige L\u00e4nder treffen die neuen Z\u00f6lle besonders hart. Teilweise werden sehr kleine Handelspartner stark abgestraft, etwa Krisenl\u00e4nder wie Syrien und Myanmar. Die h\u00e4rtesten Strafz\u00f6lle von je 50 Prozent treffen den afrikanischen Kleinstaat Lesotho und ein franz\u00f6sisches \u00dcberseegebiet, die Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs folgen Kambodscha mit 49 Prozent und Laos mit 48 Prozent vor Madagaskar mit 47 Prozent. Vietnam muss 46 Prozent verkraften, f\u00fcr Myanmar und Sri Lanka sind es 44 Prozent und Syrien 41 Prozent.\u00a0F\u00fcr China, die zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt nach den USA, belaufen sich die neuen Z\u00f6lle auf 34 Prozent &#8211; zus\u00e4tzlich zu bereits geltenden happigen Strafabgaben auf Produkte aus der Volksrepublik.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRussland dagegen fehlt auf Trumps langer Liste &#8211; im Gegensatz zur Ukraine, f\u00fcr die Strafz\u00f6lle von zehn Prozent f\u00e4llig werden sollen. Zur Erkl\u00e4rung f\u00fchrte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt der US-Nachrichtenseite &#8222;Axios&#8220; gegen\u00fcber an, dass Russland nicht ber\u00fccksichtigt wurde, weil US-Sanktionen bereits &#8222;jeden bedeutenden Handel ausschlie\u00dfen&#8220;. Dabei liegt Russland in der Handelsbilanz der USA bei Warenimporten aber immer noch vor der Ukraine.\u00a0<\/p>\n<p>                    Welche individuellen Z\u00f6lle Trump verh\u00e4ngt hat<\/p>\n<tr>\n                        Land<br \/>\n                        Z\u00f6lle<br \/>\n                    <\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Lesotho<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            50 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Saint Pierre und Miquelon<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            50 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Kambodscha<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            49 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Laos<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            48 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Madagaskar<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            47 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Vietnam<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            46 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Myanmar<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            44 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Sri Lanka<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            44 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Falklandinseln<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            41 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Syrien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            41 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Mauritius<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            40 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Irak<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            39 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Guyana<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            38 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Bangladesch<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            37 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Botswana<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            37 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Liechtenstein<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            37 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            R\u00e9union<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            37 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Serbien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            37 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Thailand<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            36 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Bosnien und Herzegowina<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            35 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            China<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            34 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Nordmazedonien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            33 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Angola<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            32 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Fidschi<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            32 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Indonesien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            32 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Taiwan<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            32 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Libyen<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            31 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Moldawien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            31 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Schweiz<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            31 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Algerien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            30 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Nauru<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            30 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            S\u00fcdafrika<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            30 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Indien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            26 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            S\u00fcdkorea<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            25 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Japan<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            24 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Europ\u00e4ische Union<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            20 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Argentinien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            10 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Australien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            10 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Brasilien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            10 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Saudi-Arabien<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            10 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            T\u00fcrkei<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            10 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n                            Gro\u00dfbritannien und Nordirland<\/p>\n<\/td>\n<td>\n                            10 Prozent<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<p>    Gibt es Sonderregeln?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie USA haben bereits vor Trumps gewaltiger Zollank\u00fcndigung diverse Strafabgaben auf bestimmte Produkte verh\u00e4ngt, die weiter greifen. So sollen ab heute Z\u00f6lle in H\u00f6he von 25 Prozent auf alle in die USA importierten Autos gelten, f\u00fcr Autoteile soll diese Strafma\u00dfnahme sp\u00e4testens am 3. Mai greifen. Auch auf alle Stahl- und Aluminiumeinfuhren erheben die USA Z\u00f6lle in H\u00f6he von 25 Prozent. F\u00fcr bestimmte Importe aus Kanada und Mexiko werden ebenfalls Strafabgaben f\u00e4llig &#8211; es gibt aber bestimmte Ausnahmen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAn all diesen spezifischen Z\u00f6llen \u00e4ndert sich nun wohl erst einmal nichts &#8211; die neuen Zollregelungen finden hier den Angaben nach keine Anwendung. Ein hochrangiger Regierungsvertreter machte auch deutlich, dass Trump bald sogar noch weitere spezifische Strafma\u00dfnahmen f\u00fcr bestimmte Produktgruppen verh\u00e4ngen k\u00f6nnte &#8211; egal aus welchem Land sie kommen. Explizit nannte er dabei: Halbleiter, Arzneimittel und kritische Mineralien.\u00a0<\/p>\n<p>    Wie sind die Reaktionen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie wichtigsten Handelspartner der Vereinigten Staaten haben verhalten auf das Zollpaket reagiert. &#8222;Niemand will einen Handelskrieg&#8220;, sagte der britische Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds. Die britische Regierung will zun\u00e4chst keine Vergeltungsz\u00f6lle verh\u00e4ngen, &#8222;aber nichts ist vom Tisch, und die Regierung wird alles Notwendige tun, um die nationalen Interessen des Vereinigten K\u00f6nigreichs zu verteidigen&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nItaliens Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni bezeichnete die neuen Z\u00f6lle als &#8222;falsch&#8220; und sagte, dass sie keiner Seite n\u00fctzten. &#8222;Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um auf eine Einigung mit den Vereinigten Staaten hinzuarbeiten, mit dem Ziel, einen Handelskrieg zu vermeiden, der unweigerlich den Westen zugunsten anderer globaler Akteure schw\u00e4chen w\u00fcrde&#8220;, schrieb Meloni in einem Facebook-Post.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJapan reagierte besorgt\u00a0auf die US-Ank\u00fcndigung. Man habe der amerikanischen Seite gesagt, dass die Ma\u00dfnahmen &#8222;\u00e4u\u00dferst bedauerlich&#8220; seien, sagte Regierungssprecher\u00a0Yoshimasa Hayashi. Man habe &#8222;nachdr\u00fccklich gebeten&#8220;, die Ma\u00dfnahmen zu \u00fcberdenken.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer australische Premierminister Anthony Albanese sagte, die gegen sein Land verh\u00e4ngten US-Z\u00f6lle seien v\u00f6llig ungerechtfertigt, aber Australien werde keine Vergeltungsma\u00dfnahmen ergreifen. &#8222;Die Z\u00f6lle der Regierung entbehren jeglicher Logik und widersprechen den Grundlagen der Partnerschaft zwischen unseren beiden L\u00e4ndern. Dies ist nicht das Verhalten eines Freundes.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nChina drohte den USA mit Gegenma\u00dfnahmen. Die Volksrepublik habe die Ank\u00fcndigung wechselseitiger Z\u00f6lle zur Kenntnis genommen und lehne diese entschieden ab, teilte das Handelsministerium in Peking mit. China werde entschlossen Gegenma\u00dfnahmen ergreifen, um seine Rechte und Interessen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer chilenische Pr\u00e4sident Gabriel Boric warnte, dass Trumps Ma\u00dfnahmen nicht nur zu Unsicherheit f\u00fchrten, sondern auch &#8222;gegenseitig vereinbarte Regeln&#8220; und &#8222;Grunds\u00e4tze des internationalen Handels&#8220; in Frage stellten.<\/p>\n<p>    Wie betreffen die Z\u00f6lle die EU?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr die Europ\u00e4ische Union hei\u00dft das, dass Exporte ihrer Mitgliedsl\u00e4nder in die Vereinigten Staaten mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden. Deutschland als drittgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt ist in der Zoll-Liste des Wei\u00dfen Hauses nicht einzeln aufgef\u00fchrt, sondern f\u00e4llt unter die Bestimmungen f\u00fcr die EU.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrump kritisiert die EU nicht nur f\u00fcr h\u00f6here Z\u00f6lle, er moniert auch die in Europa erhobene Mehrwertsteuer als bedeutende Handelsbarriere f\u00fcr US-Produkte. Das Argument ist allerdings fragw\u00fcrdig, denn die Mehrwertsteuer wird f\u00fcr Produkte aus der EU gleicherma\u00dfen f\u00e4llig.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Amerikaner haben errechnet, dass die Europ\u00e4ische Union Z\u00f6lle in H\u00f6he von 39 Prozent auf US-Importe verh\u00e4nge &#8211; dabei sollen alle Handelshemmnisse ber\u00fccksichtigt sein. Wie genau die US-Regierung diesen Wert ermittelt hat, ist unklar. Die EU selbst gibt an, dass es aus technischen Gr\u00fcnden schwer sei, einen absoluten Wert zu ermitteln, da sich ein Durchschnitt auf sehr unterschiedliche Weise berechnen lasse. &#8222;Legt man jedoch den tats\u00e4chlichen Warenhandel zwischen der EU und den USA zugrunde, so liegt der durchschnittliche Zollsatz in der Praxis auf beiden Seiten bei etwa einem Prozent&#8220;, betont die EU-Kommission.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Zollunterschiede mit der Europ\u00e4ischen Union sch\u00e4tzen Fachleute in den meisten Bereichen als eher klein ein. Die gro\u00dfe Ausnahme ist der Agrarsektor, wo die EU-Z\u00f6lle teils deutlich h\u00f6her sind als in den USA &#8211; insbesondere auf Milchprodukte, Fleisch, Zucker und Gefl\u00fcgel. Zu beachten sind hier auch unterschiedliche Standards und Importvorgaben. Auch Textilien und Bekleidung aus den USA unterliegen in Europa meist etwas h\u00f6heren Z\u00f6llen als umgekehrt &#8211; der Unterschied ist aber teils geringf\u00fcgig. Andersherum sind Z\u00f6lle auf Kunststoffe, Chemikalien, Kunstwerke und Antiquit\u00e4ten in den USA teilweise h\u00f6her als in der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p>    Was hei\u00dft das f\u00fcr die deutsche Wirtschaft?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin Importzoll funktioniert \u00e4hnlich wie eine Steuer. Sie muss vom importierenden Unternehmen gezahlt werden &#8211; in diesem Fall also von den Unternehmen in den USA. Es gilt als wahrscheinlich, dass die importierenden Unternehmen die h\u00f6heren Kosten nicht einfach selbst \u00fcbernehmen. Sie d\u00fcrften sie an die Verbraucher weitergeben &#8211; die Preise steigen. Trumps Ziel ist, US-Unternehmen davon abzuhalten, Produkte aus dem Ausland einzuf\u00fchren. Das soll langfristig den Produktionsstandort USA f\u00f6rdern.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00d6konomen warnen vor erheblichen Folgen f\u00fcr die deutsche Wirtschaft. &#8222;Auch Europa und insbesondere das exportstarke Deutschland sind von diesen Z\u00f6llen betroffen&#8220;, sagte der Pr\u00e4sident des Zentrums f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach, der Nachrichtenagentur Reuters. Studien gingen davon aus, dass die Exporte aus Deutschland in die USA um etwa 20 Prozent einbrechen d\u00fcrften. &#8222;Das Bruttoinlandsprodukt wird um bis zu 0,5 Prozent sinken&#8220;, sagte Wambach. Gleichzeitig d\u00fcrften Unternehmen aus Drittstaaten ihre Exporte umlenken und mehr G\u00fcter in die EU liefern, &#8222;was tendenziell zu geringeren Preisen f\u00fchren wird&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDem M\u00fcnchner Ifo-Institut zufolge k\u00f6nnten die Z\u00f6lle einen dauerhaften R\u00fcckgang des deutschen Bruttoinlandsproduktes um 0,3 Prozent bedeuten. Einige Schl\u00fcsselbranchen wie Pharma, Auto und Maschinenbau d\u00fcrften dabei st\u00e4rker betroffen sein.<\/p>\n<p>    Wie reagiert die EU?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie EU bereitet Gegenma\u00dfnahmen vor, bleibt aber gespr\u00e4chsbereit. &#8222;Wir finalisieren bereits das erste Ma\u00dfnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlz\u00f6lle und bereiten nun weitere Ma\u00dfnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu sch\u00fctzen, falls die Verhandlungen scheitern&#8220;, sagte EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZugleich betonte die deutsche Spitzenpolitikerin, es sei noch nicht zu sp\u00e4t f\u00fcr Verhandlungen und appelliert an die US-Seite, sich auf Gespr\u00e4che einzulassen. Ziel m\u00fcsse es sein, Handelshemmnisse abzubauen und nicht, sie zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>    Welche Gegenma\u00dfnahmen sind geplant?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDetails nannte von der Leyen nicht. Nach Angaben aus Kommissionskreisen w\u00fcrden sie aber unter anderem die Einf\u00fchrung weitreichender Gegenz\u00f6lle beinhalten. Zudem werden Abgaben auf digitale Dienstleistungen von US-Unternehmen in der EU erwogen. Sie k\u00f6nnten die Plattform X von Trump-Unterst\u00fctzer Elon Musk und Firmen wie Google, Amazon oder Netflix treffen. Die franz\u00f6sische Regierungssprecherin Sophie Primas erkl\u00e4rte, die EU sei &#8222;bereit zu einem Handelskrieg&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBereits angek\u00fcndigt ist, dass Mitte April die derzeit ausgesetzten Sonderz\u00f6lle auf US-Produkte wie Jeans, Bourbon-Whiskey, Motorr\u00e4der und Erdnussbutter wieder eingef\u00fchrt werden. Dies ist aber die Reaktion auf die US-Sonderz\u00f6lle auf Stahl- und Aluminiumimporte, die bereits in Kraft getreten sind. Die zweite Welle wird f\u00fcr Ende April erwartet.<\/p>\n<p>    Welche Angebote k\u00f6nnte die EU in Verhandlungen machen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNeben Zollsenkungen auf Waren wie US-Autos gelten neue Abkommen als Option. Nach Einsch\u00e4tzung der EU-Kommission k\u00f6nnten die Europ\u00e4ische Union und Trump etwa einen neuen Deal zum Ausbau amerikanischer Exporte von Fl\u00fcssiggas (LNG) schlie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wir bekommen immer noch viel LNG aus Russland, warum also nicht stattdessen amerikanisches LNG einsetzen, das g\u00fcnstiger f\u00fcr uns ist und unsere Energiepreise senkt&#8220;, sagte von der Leyen bereits im vergangenen Jahr. Zudem w\u00e4re es m\u00f6glich, mehr Milit\u00e4rtechnik und Agrarg\u00fcter aus den USA zu importieren.<\/p>\n<p>    Wie sind die Erfolgsaussichten?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas ist unklar. In seiner ersten Amtszeit lie\u00df sich Trump durch einen Deal zur F\u00f6rderung der EU-Importe von US-Produkten wie\u00a0Soja, Rindfleisch und Fl\u00fcssiggas davon abhalten, den bereits damals bestehenden Handelskonflikt weiter zu eskalieren. F\u00fcr die Verhandlungen war damals Jean-Claude Juncker zust\u00e4ndig, der seitdem den Ruf hat, ein &#8222;Trump-Fl\u00fcsterer&#8220; zu sein.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Nachrichtenagentur dpa sagte er vor wenigen Monaten in einem Gespr\u00e4ch: &#8222;Man sollte Trump mit Respekt begegnen und das ernst nehmen, was er sagt und mit ihm in der Substanz Verhandlungen f\u00fchren.&#8220; Trump sei &#8222;nicht der Mann, der gro\u00dfe Vertr\u00e4ge schlie\u00dft &#8211; er h\u00e4tte gerne einen Deal.&#8220; Also m\u00fcsse man ihm etwas anbieten, was ihm erlaube, &#8222;innenpolitisch \u00fcber die H\u00fcgel und Berge zu kommen&#8220;.<\/p>\n<p>    Wie geht es jetzt weiter?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPr\u00e4sident Trump hat einen nationalen Notstand ausgerufen. Als Grund nennt die US-Regierung wirtschaftliche und sicherheitspolitische Risiken angesichts der Handelsdefizite mit anderen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Das ist keine Verhandlung, das ist ein nationaler Notstand&#8220;, entgegnete ein Trump-Berater auf die Frage, ob die betroffenen L\u00e4nder die Z\u00f6lle noch verhindern oder mindern k\u00f6nnten. Er machte klar, dass andere L\u00e4nder nicht einfach niedrigere Z\u00f6lle auf US-Importe ank\u00fcndigen k\u00f6nnten, um Zollerleichterungen seitens der USA zu erreichen. Als Grund nannte er die anderen Handelshemmnisse, welche die USA benachteiligen w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Wei\u00dfe Haus teilt dazu mit: &#8222;Die Z\u00f6lle bleiben in Kraft, bis Pr\u00e4sident Trump feststellt, dass die durch das Handelsdefizit und die zugrunde liegende ungleiche Behandlung verursachte Bedrohung beseitigt, gel\u00f6st oder gemindert wurde.&#8220;<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/audio\/audio-213494.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>Gisela Former, NDR, tagesschau, 02.04.2025 23:31 Uhr<\/p>\n<p>    <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faq Stand: 03.04.2025 09:29 Uhr Wochenlang hatte US-Pr\u00e4sident Trump mit einem gewaltigen Zollpaket gedroht. 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