{"id":447270,"date":"2025-09-24T16:09:10","date_gmt":"2025-09-24T16:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/447270\/"},"modified":"2025-09-24T16:09:10","modified_gmt":"2025-09-24T16:09:10","slug":"muenchen-wirbel-um-glasfaserkooperation-von-telekom-m-net-und-stadtwerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/447270\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Wirbel um Glasfaserkooperation von Telekom, M-net und Stadtwerken"},"content":{"rendered":"<p>Die Deutsche Telekom auf der einen sowie die Stadtwerke M\u00fcnchen und ihre Telekommunikationstochter M-net auf der anderen Seite haben das Kriegsbeil begraben. Die drei Firmen setzen nun auf eine langfristige Kooperation, um den Glasfaserausbau in der bayerischen Landeshauptstadt fl\u00e4chendeckend voranzutreiben. Ziel der Zusammenarbeit ist es, M\u00fcnchen zur ersten deutschen Gro\u00dfstadt mit einem umfassenden Glasfaserausbau-Plan f\u00fcr das gesamte Stadtgebiet zu machen.<\/p>\n<p>Dass doch noch eine Einigung in dem jahrelangen Streit erfolgte, \u00fcberrascht. Schon seit L\u00e4ngerem gab es an der Isar die Idee, dass M-net und die Telekom sich gegenseitig den Zugang zu ihren Netzen erm\u00f6glichen, um Endkunden zu versorgen und Ausbaukosten zu sparen. Doch die Telekom <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Glasfaserausbau-Harte-Bandagen-im-Kampf-um-die-Kunden-10013184.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">brach die Gespr\u00e4che zwischendurch ab und drohte mit einem Doppelausbau in der Metropole<\/a>. Beide Akteure w\u00e4ren sich dabei geh\u00f6rig ins Gehege gekommen.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.swm.de\/unternehmen\/presse\/pressemitteilungen\/2025\/09-2025\/ftth-koop-swm-telekom\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">sp\u00e4te Friedenserkl\u00e4rung<\/a> sieht vor, Glasfaserkabel als Fiber-to-the-Home (FTTH) direkt bis in jede Wohnung und Gesch\u00e4ftseinheit zu verlegen. Die Partner wollen die Stadt in den kommenden Jahren vollst\u00e4ndig mit dieser zukunftssicheren Technologie ausstatten. Alle B\u00fcrger sowie Unternehmen sollen die Option erhalten, einen Glasfasertarif zu buchen. Damit werde eine nachhaltige Infrastruktur geschaffen, betonen beide Seiten, die den stetig wachsenden Anforderungen der Digitalisierung gerecht werde.<\/p>\n<p>Die Stadtwerke haben bereits seit 2009 rund 650.000 Einheiten in der Innenstadt und angrenzenden Vierteln mit Glasfaser erschlossen. Dabei endeten die Leitungen bisher aber meist im Keller der Geb\u00e4ude (Fiber-to-the-Building \u2013 FTTB). Mit der neuen \u00dcbereinkunft sollen die Anschl\u00fcsse nun konsequent vom Keller bis in jede einzelne Einheit weitergef\u00fchrt werden. Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, bezeichnet den Ausbau als &#8222;digitale Daseinsvorsorge&#8220;, die M\u00fcnchen fit f\u00fcr die Zukunft mache und Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr die kommenden Jahrzehnte setze. Stabiles, schnelles Internet sei die Basis f\u00fcr modernes Leben, Wohnen und Arbeiten.<\/p>\n<p>Weniger Baustellen, mehr Auswahl<\/p>\n<p>Die Kooperation umfasst perspektivisch rund 550.000 Anschl\u00fcsse, also einen Gro\u00dfteil der von den SWM erschlossenen Wohnungen und B\u00fcros. Jede Einheit erh\u00e4lt eine Glasfaser-Anschlussdose mit zwei Eing\u00e4ngen, je einen f\u00fcr M-net und die Telekom. Dies sichert den Kunden die freie Wahl zwischen den beiden Anbietern sowie anderen, die deren Netze nutzen.<\/p>\n<p>Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter (SPD) sieht einen weiteren gro\u00dfen Vorteil in der Reduzierung von Baustellen: Statt dass Stra\u00dfen mehrmals f\u00fcr die Verlegung unterschiedlicher Kabel aufgerissen werden m\u00fcssten, k\u00f6nne dies durch die Zusammenarbeit deutlich vermindert werden. Wirtschaftsreferent Christian Scharpf betont, dass dieser Abschluss das Fundament f\u00fcr einen effizienten und kostensparenden Ausbau bilde und M\u00fcnchen technologisch an der Spitze halte.<\/p>\n<p>Die Kooperation basiert darauf, dass die SWM der Telekom \u00fcber M-net Teile ihres passiven FTTH-Glasfasernetzes verpachten. Im Gegenzug erh\u00e4lt M-net \u00fcber einen aktiven Bitstream-Zugang einen offenen Zugang zu den Glasfaserbest\u00e4nden der Telekom in M\u00fcnchen. Dieses Modell erm\u00f6glicht die komplette Erschlie\u00dfung der Stadt, wobei die Anschl\u00fcsse beider Netzbetreiber per <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Grosse-Koalition-Kein-eigenstaendiges-Digitalministerium-3962324.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Open Access<\/a> auch f\u00fcr andere Telekommunikationsdienste-Anbieter zug\u00e4nglich sind.<\/p>\n<p>&#8222;Fatales Signal&#8220;<\/p>\n<p>Der Verband der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt (VATM) warnt, dass der M\u00fcnchner Fall &#8222;den Erfolg des von Wettbewerberseite getriebenen Glasfaserausbaus massiv gef\u00e4hrdet&#8220;. Die Telekom sende im S\u00fcden ein &#8222;fatales Signal: Gew\u00e4hrt uns Zugang zur passiven Infrastruktur oder ihr werdet \u00fcberbaut.&#8220; Erst durch den Start entsprechender Aktivit\u00e4ten und durch die konsequente Weigerung der Telekom, das gut ausgebaute Glasfasernetz der Stadtwerke-Tochter auf Bitstrom-Basis anzumieten, sei eine Vereinbarung zustande gekommen. Das zeige, wie hilflos selbst der gr\u00f6\u00dfte kommunale Versorger Europas der Marktmacht der Telekom gegen\u00fcberstehe.<\/p>\n<p>Eine vom VATM <a href=\"https:\/\/www.vatm.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/2025-09-08_SBR_VATM-Studie_Netznutzungsmodelle_Open-Access.pdf\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">beauftragte Studie<\/a> zeigt laut der Branchenvereinigung, dass der Platzhirsch statt auf offene Netzzugangs-Kooperationen auf exklusive Pachtmodelle setze. Dabei \u00fcbernehme er ganze Glasfasernetze regionaler Infrastruktur-Errichter langfristig, \u00f6ffne aber in seinem eigenen Netz keine passiven Zug\u00e4nge f\u00fcr Wettbewerber. So kontrolliere die Telekom systematisch Bau, Betrieb und Vermarktung.<\/p>\n<p>Weniger kritisch sieht der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) den Deal. &#8222;Die Menschen in M\u00fcnchen k\u00f6nnen aufatmen&#8220;, erkl\u00e4rte ein Sprecher gegen\u00fcber heise online. Der 2024 durch die Telekom \u00f6ffentlichkeitswirksam angedrohte <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Abschlussbericht-Regulierer-entlastet-Telekom-beim-Glasfaser-Ueberbau-10504792.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Doppelausbau<\/a> sei wohl vom Tisch. Der Platzhirsch m\u00fcsse sich aber endlich auch &#8222;f\u00fcr andere Formen der Kooperation \u00f6ffnen \u2013 insbesondere f\u00fcr den Einkauf von Bitstrom-Vorleistungen auf den Glasfasernetzen der Wettbewerber&#8220;. Ferner w\u00e4re es folgerichtig, wenn sich die Telekom im Zuge einer solchen Vereinbarung dazu verpflichten w\u00fcrde, das Kupfernetz in Ausbauregionen abzuschalten.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:vbr@heise.de\" title=\"Volker Briegleb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vbr<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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