{"id":447410,"date":"2025-09-24T17:22:11","date_gmt":"2025-09-24T17:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/447410\/"},"modified":"2025-09-24T17:22:11","modified_gmt":"2025-09-24T17:22:11","slug":"daniel-kramer-inzweniert-in-duesseldorf-die-komische-oper-prima-la-mamma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/447410\/","title":{"rendered":"Daniel Kramer inzweniert in D\u00fcsseldorf die Komische Oper &#8222;Prima la Mamma&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Sinnlich, kom\u00f6diantisch, bunt und queer \u2013 so sollte \u201ePrima la Mamma!\u201c aus der Sicht von Daniel Kramer inszeniert werden. Lustvoll machte sich der amerikanische Regisseur im Vorjahr ans Werk. Er brachte den Zweiakter von Gaetano Donizetti im November 2024 zuerst f\u00fcr die Rheinoper im Theater Duisburg auf die B\u00fchne und freut sich jetzt auf die Premiere in D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was reizte ihn an dieser virtuosen Parodie auf die Sitten und Unsitten des Theaters? \u201eComedy, ganz klar\u201c, antwortet er. \u201eWir sehen uns jeden Tag mit Kriegen konfrontiert, in der Ukraine, in Gaza. Schlimm genug. Und dann gibt es in meinem Land noch Donald Trump.\u201c Er sch\u00fcttelt den Kopf. Wie er sich ge\u00e4rgert habe, dass man dem Pr\u00e4sidenten in England neulich schmeichelte, als sei er der Kaiser der Welt! \u201eHier aber\u201c, kommt er auf die Oper zur\u00fcck, \u201ek\u00f6nnen wir mit einem deftigen Spa\u00df dem Publikum zu einer lustigen Zeit verhelfen. Dieses St\u00fcck verlangt nach Freude.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Grundlage daf\u00fcr schuf Donizetti. Mit einer Theatertruppe, deren Proben zu dem antiken Schinken \u201eRomulus und Ersilia\u201c komplett entgleisen. Mamma Agata, Mutter der zweiten Sopranistin, platzt rein und fordert, obschon v\u00f6llig unmusikalisch, die Mezzopartie. Der Komponist wies die Rolle der exaltierten Diva einem Bariton zu. Dieser Kunstgriff ist ein gefundenes Fressen f\u00fcr Daniel Kramer. Seinem Helden in Frauenkleidern schnallt er monstr\u00f6se, acht Kilo schwere Br\u00fcste um. \u00dcberhaupt ger\u00e4t \u201ePrima la Mamma!\u201c mit quietschbunten Kost\u00fcmen, aufgeplusterten Plastikmuskeln und grellen Per\u00fccken zum schrillen Spektakel. \u201eDas muss auf die Spitze getrieben werden\u201c, beteuert der 48-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nur an dem Wort \u201eschrill\u201c, auf Englisch gleichlautend \u201eshrill\u201c, bleibt er h\u00e4ngen. Das m\u00f6ge er ja gar nicht. \u201eIn meiner Sprache ist das negativ beladen, es war verst\u00f6rend, geradezu ekelhaft, es in den Kritiken zu lesen.\u201c Kramers Emp\u00f6rung verrauscht, als er h\u00f6rt, in Deutschland sei das ein wenig anders. Mit \u201eover the top\u201c gibt er sich dann zufrieden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Opera buffa (1827 als Einakter in Neapel uraufgef\u00fchrt, 1931 um einen Akt erweitert) reicherte der Regisseur mit zus\u00e4tzlichen Kompositionen von Donizetti an \u2013 seiner Ouvert\u00fcre aus \u201eAlahor in Granata\u201c und vier Arien. Warum? Das St\u00fcck sei ihm zu kurz gewesen f\u00fcr einen Opernabend, f\u00fcr den man ordentlich Geld bezahle, befindet er. Au\u00dferdem habe der Meister des Belcanto ein \u00fcberw\u00e4ltigendes Repertoire hinterlassen, daraus wollte er sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei \u201ePrima La Mamma!\u201c f\u00fchrte Daniel Kramer zum zweiten Mal Regie an der Rheinoper. Sein Deb\u00fct gab er 2023 mit \u201eDie tote Stadt\u201c von Wolfgang Korngold. \u201eDas war so emotional\u201c, erz\u00e4hlt er. \u201eIch hatte dieses wunderbare Werk seit Jahren auf meiner Liste. Aber nach dieser tragischen sollte es dann doch eine komische Oper sein.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">2026 wird er wiederkommen. \u201eDann spielen wir ein St\u00fcck von f\u00fcnf Stunden\u201c, k\u00fcndigt er an und lacht lauthals. Ein quicklebendiges Gespr\u00e4ch. Rasant purzeln die S\u00e4tze aus seinem Mund, man kommt kaum hinterher. Zwischendurch rauft er sich die Haare: \u201eOh Himmel, ich bin so gern dramatisch!\u201c Auch bekennt er sich zu seiner Queerness: \u201eF\u00fcr sie werde ich mich nicht mehr sch\u00e4men. Wir leben in einer Zeit von Drag Queens und Transgender. Daran m\u00fcssen wir uns gew\u00f6hnen. Ich unterst\u00fctze diese Bewegung, sie bringt Farbe ins Leben.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bl\u00e4ttert man die Karriere dieses Mannes auf, die ihn rund um die Welt f\u00fchrte, die ihn zum begehrten Regisseur f\u00fcr Opern, Theater, Musicals und Ballett reifen lie\u00df, so landet man beim M\u00e4rchen von Peter Rabbit. Mit seiner ersten Rolle auf der High School, als Benjamin Bunny im pelzigen Kost\u00fcm, war er f\u00fcr immer ans Theater verloren. \u201eDie B\u00fchnenlichter, der Geruch von Schminke und Nebelmaschine, der Applaus \u2013 dieser Moment \u00e4nderte mein Leben. Ich sah meinen Weg, und nie schaute ich zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ohio war kein gutes Pflaster f\u00fcr einen schwulen Jungen. Er ging nach Chicago und studierte an der North Western University Interdisziplin\u00e4re Kunst. Seine Lehrer rieten ihm, ins Ausland zu wechseln, um einen anderen Blick zu bekommen. Und so setzte er sein Studium in London und Italien fort, tauchte tief in den Zirkus und die Commedia dell\u2019 Arte ein. Gleich f\u00fcr seine erste Oper \u201ePunch &amp; Judy\u201c an der English National Opera wurde der Regisseur ausgezeichnet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Arbeit am Theater und an der Oper unterscheide sich, sagt Daniel Kramer. \u201eDie Musik ist vorgegeben, den S\u00e4ngern musst du nur sagen, was sie machen sollen. Bei Schauspielern kommt es auf jede Silbe an, wir ringen miteinander um Worte. Diesen Prozess liebe ich.\u201c Ein Blick hinter die Kulissen, wie Donizetti ihn vor 200 Jahren beschrieb, sei heute wom\u00f6glich weniger interessant. Die blumige Vorlage behielt er dennoch bei: \u201eIch will das St\u00fcck nicht brechen. Es ist \u00fcbertrieben, aber sehr am\u00fcsant.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Er k\u00e4mpft um eine kreative Erziehung. \u201eSie ist das gr\u00f6\u00dfte Geschenk, das wir unseren Kindern machen k\u00f6nnen. Es geht nicht nur um Wissenschaft und Technik.\u201c Das will er beim Unterricht an mehreren Hochschulen vermitteln. Seine wichtigste Botschaft? \u201eSei ganz du selbst, sei ohne Furcht. Und wenn du ber\u00fchmt wirst, kommt es nicht auf Limousinen und Champagner an. Das Leben hat H\u00f6hen und Tiefen. Es ist harte Arbeit, vom ersten bis zum letzten Tag.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sinnlich, kom\u00f6diantisch, bunt und queer \u2013 so sollte \u201ePrima la Mamma!\u201c aus der Sicht von Daniel Kramer inszeniert&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":447411,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[115766,18019,3364,29,3405,115755,30,48892,100837,1209,97,83624,47990,45498,115767,115765,7726,5207,23084],"class_list":{"0":"post-447410","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-agata","9":"tag-daniel","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-duesseldorf","13":"tag-gaetano-donizetti","14":"tag-germany","15":"tag-kramer","16":"tag-mamma","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-oper","19":"tag-opera","20":"tag-operamrhein","21":"tag-opernabend","22":"tag-opernwerkstatt","23":"tag-prima","24":"tag-regisseur","25":"tag-rheinoper","26":"tag-stueck"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115260433860951173","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/447410","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=447410"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/447410\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/447411"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=447410"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=447410"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=447410"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}