{"id":447822,"date":"2025-09-24T21:14:24","date_gmt":"2025-09-24T21:14:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/447822\/"},"modified":"2025-09-24T21:14:24","modified_gmt":"2025-09-24T21:14:24","slug":"rollout-des-infection-control-system-im-krh-klinikum-siloah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/447822\/","title":{"rendered":"Rollout des Infection Control System im KRH Klinikum Siloah"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/csm_ics_gruppenbild_04_960_500_13e90a5fcf.jpg\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Das Infection Control System (ICS) Team am Rollout-Tag im KRH Klinikum Siloah (hinten v. l.): Dr. Karin Kobusch, Leitende Ober\u00e4rztin Krankenhaushygiene des Instituts f\u00fcr Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Daniel Ewert-Sch\u00f6nstein, Senior IT-Projektmanager Krankenhausdigitalisierung, Elisa Kroczek, Siemens Healthineers, Alev Ince, Medizincontrolling, mit Patientin Dana Azarafroz (vorn).<\/p>\n<p>\u00dcber das Projekt <a href=\"https:\/\/www.krh.de\/das-krh\/aktuelle-meldungen\/mit-kontaktdaten-krankenhauskeime-bekaempfen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eInfection Control System\u201c (ICS)<\/a> ist <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/episode\/6rVnX2teriaFV9TZP75GBw\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">viel berichtet<\/a> worden, zuletzt in der <a href=\"https:\/\/www.ktm-journal.de\/aktuelles_heft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Septemberausgabe<\/a> des Fachmagazins \u201eKrankenhaus Technik + Management\u201c, das im Verlag medhochzwei erscheint. Jetzt steht es vor dem n\u00e4chsten gro\u00dfen Meilenstein: Dem Rollout \u2013 von der Station C5 auf das gesamte Haus. Ein \u00dcberblick.<\/p>\n<p>Es ist die zentrale Aufgabe der Arbeit eines jeden Krankenhaushygieneteams: die Vermeidung von Infektionen. Sie sorgen daf\u00fcr, dass Hygienestandards eingehalten werden, um nosokomiale Infektionen zu verhindern und die Patientensicherheit zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des KRH Klinikum Region Hannover ist darauf spezialisiert, s\u00e4mtliche bakteriologischen, mykologischen, parasitologischen und infektionsserologischen Untersuchungen f\u00fcr die acht somatischen und die zwei psychiatrischen Kliniken des KRH durchzuf\u00fchren. Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt ist die Infektions- und Komplikationsvermeidung.<\/p>\n<p>Wie Ober\u00e4rztin Dr. Karin Kobusch vom KRH betont, ist Hygiene im Krankenhaus \u201eaus infektionspr\u00e4ventiver Sicht ein zentrales Thema\u201c. Es ist essenziell, die \u00dcbertragung potentiell gef\u00e4hrlicher Keime zu verhindern, weil Patientinnen und Patienten \u2013 besonders bei geschw\u00e4chtem Immunsystem \u2013 durch solche Erreger gef\u00e4hrdet sind. Besonders das zunehmende Auftreten multiresistenter Keime ist Grund zur Sorge, da sie gegen viele Antibiotika unempfindlich sind und Therapien erschweren. Das Ziel ist und bleibt: Die Weitergabe und Verbreitung von Keimen im Krankenhaus muss verhindert werden.<\/p>\n<p>\u201eUm das einzuordnen: Das Thema ist ein unliebsames und jeder ist froh, wenn es beherrschbar ist. Bei vermehrtem Auftreten dieser Erreger ist es eine m\u00fchsame, zeitaufwendige Detektivarbeit, die Gemeinsamkeiten von Patienten in ihrer Zeit im Krankenhaus nachzuverfolgen, um herauszubekommen, wo die \u00dcbertragung eines Erregers stattgefunden haben k\u00f6nnte. In ung\u00fcnstigen F\u00e4llen m\u00fcssten in dieser Zeit Betten oder ganze Stationen gesperrt werden\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Kobusch.<\/p>\n<p>Die beruflichen Wege von Dr. Kobusch \u2013 und auch der von Mitinitiator Dr. Bernhard Tautz, Oberarzt am Institut f\u00fcr Mikrobiologie und Krankenhaushygiene \u2013 begannen nicht in der Krankenhaushygiene, sondern als An\u00e4sthesisten auf der Intensivstation. \u201eEs k\u00fcmmern sich gl\u00fccklicherweise viele kompetente Menschen um die Intensivmedizin, aber noch zu wenige um die zunehmende Bedrohung durch Multiresistenzen. Der sinnvolle Einsatz von Antibiotika und Einhaltung der Hygieneregeln als wirksamste Schutzma\u00dfnahmen gegen diese stumme Pandemie finden noch zu wenig Beachtung. Da wollten wir t\u00e4tig werden\u201c, sagt Dr. Kobusch. Als die Beiden in das Thema bestm\u00f6gliche Vermeidung nosokomialer Infektionen eintauchen, kam ein anfangs logisch anmutender Gedanke: \u201eWir haben gedacht, das muss heutzutage doch elektronisch zu l\u00f6sen sein.\u201c Es folgte die Ern\u00fcchterung: Das ist es aktuell nicht \u2013 noch nicht.<\/p>\n<p><strong>Ein l\u00f6sbares Problem?!<\/strong><\/p>\n<p>Der Gedanke lie\u00df die Beiden nicht los \u2013 und so wurden sie zu den Ideengebern des Infection-Control-System-Projekts (ICS), der erste Rollout startet diese Tage im September. Dazu sp\u00e4ter mehr. Die Idee ist, dass durch die wesentlich schnellere Identifikation der Quelle Ausbruchsgeschehen zuk\u00fcnftig rascher kontrolliert werden k\u00f6nnen. Als Dritter mit im Projektteam ist Daniel Ewert-Sch\u00f6nstein, Senior IT-Projektmanager der Krankenhausdigitalisierung des KRH. \u201eEs geht darum, einen Mehrwert f\u00fcr die Behandlung unserer Patienten zu generieren. Die Hygieniker liefern die Prozesse und wir als IT unterst\u00fctzen mit technischer und methodischer Expertise bei der Umsetzung\u201c, erl\u00e4utert Ewert-Sch\u00f6nstein seine Rolle. Als Partner gewonnen wurde zudem Siemens Healthineers \u2013 das L\u00f6sungskonzept wurde von den KRH Expert*innen in enger Zusammenarbeit mit Siemens entwickelt.<\/p>\n<p><strong>So funktioniert das ICS<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem \u00fcblichen risikoadaptierten Eingangsscreening erhalten alle Patienten Transponder, die an Identifikations- Armb\u00e4ndern angebracht werden. Auch alle Mitarbeitenden werden perspektivisch mit Transpondern ausgestattet. Die medizintechnischen Ger\u00e4te und Krankenhausbetten sind ebenfalls mit Sendern ausgestattet.<\/p>\n<p>Mittels Bluetoothtechnologie laufen Kontaktdaten (Personen, Ger\u00e4te, R\u00e4ume) in einem speziell f\u00fcr diese Fragestellungen entwickelten System zusammen. Die dahinterliegenden Algorithmen wurden von Siemens Healthineers in enger Zusammenarbeit mit den Hygienikern, vor allem mit Dr. Tautz entwickelt. Die Daten k\u00f6nnen im infektiologischen Bedarfsfall von einer bestimmten Gruppe von Mitarbeitenden des Instituts f\u00fcr Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene ausgewertet werden und Informationen zum m\u00f6glichen Ausgangspunkt einer Infektion liefern. \u201eDiese Infektionsquelle kann dann gezielt und schnell beseitigt und die Infektionskette damit effektiv unterbrochen werden\u201c, so Dr. Kobusch. Sammeln und Auswerten in einem kurzen Prozess \u2013 so k\u00f6nnen gezielt etwa Patientenzimmer oder Untersuchungsr\u00e4ume desinfiziert werden, bei denen es elektronisch ein \u201eMatch\u201c gegeben hat. Zudem k\u00f6nnen Kontrollabstriche bei Patienten gemacht werden, die eventuell ebenfalls Kontakt mit der identifizierten Quelle in einem bestimmten Zeitraum hatten.<\/p>\n<p>Die gesammelten Bewegungsdaten sind pseudonymisiert, werden also nur dann einer Person zugeordnet, wenn der konkrete Verdacht besteht, dass eine Infektionsr\u00fcckverfolgung auch im Sinne des Infektionsschutzgesetzes erforderlich ist. \u201eUnd auch diese d\u00fcrfen nur von handverlesenen Personen entschl\u00fcsselt werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die ICS-Software \u2013 Siemens Healthineers unterst\u00fctzt beim Monitoring<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie ICS-Software hilft dabei, Zusammenh\u00e4nge zwischen durch mit Erreger infizierten Patient*innen schneller zu erkennen \u2013 etwa durch gemeinsame Aufenthalte, Bewegungsmuster oder Behandlungen. So l\u00e4sst sich der Ursprung einer Infektionskette deutlich schneller identifizieren als bisher\u201c, fasst Daniel Ewert-Sch\u00f6nstein, Senior IT-Projektmanager Krankenhausdigitalisierung, zusammen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ewert-Sch\u00f6nstein verspricht das Projekt eine zukunftsf\u00e4hige L\u00f6sung, um mit der Herausforderung von Krankenhauskeimen umzugehen. \u201eDas ICS ist eine innovative, datenschutzkonforme L\u00f6sung. Wir k\u00f6nnen sicherstellen, wo die Daten hingehen und wer Einsicht zu ihnen hat. Mit dem Projekt best\u00e4tigt sich, dass der bedarfsgerechte Einsatz von Technik und Digitalisierung auch Mitarbeitende entlasten und sch\u00fctzen kann. Gleichzeitig bietet uns das System die M\u00f6glichkeit, unsere Prozesse noch gezielter zu betrachten und so einen wirtschaftlichen Mehrwert f\u00fcr das Krankenhaus zu generieren.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Finanziert wird das Infection Control System als Leuchtturmprojekt im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG). Dieses verfolgt das Ziel, die station\u00e4re Versorgung durch umfassende Digitalisierung und damit auch die Prozesse zur Infektionsverfolgung zu verbessern. Ein Kernpunkt ist, dass durch digitale L\u00f6sungen die bisher oft m\u00fchsame und zeitaufwendige manuelle Nachverfolgung von Infektionen beschleunigt und effizienter gestaltet wird. Digitale Systeme und klinische Entscheidungsunterst\u00fctzungen erm\u00f6glichen es, relevante medizinische Daten schneller bereitzustellen, Infektionsketten fr\u00fchzeitig zu erkennen und Ausbruchsgeschehen im Krankenhaus gezielt zu unterbrechen. Auch die Einrichtung strukturierter elektronischer Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen, wie z.\u00a0B. die elektronische Patientenakte, geh\u00f6rt zum KHZG.<\/p>\n<p><strong>Rollout des ICS \u2013 erfreuliche Nebeneffekte<\/strong><\/p>\n<p>Die Pilotphase des Projekts startete kurz nach Ostern im KRH Klinikum Siloah auf einer Station der Klinik f\u00fcr Nephrologie, Angiologie, Hypertensiologie und Rheumatologie und ist auch dank des engagierten Einsatzes der dortigen Mitarbeitenden erfolgreich abgeschlossen worden. Mittlerweile ist die Hardware der Kontaktverfolgung im kompletten KRH Klinikum Siloah implementiert, in diesen Tagen startet der Einsatz.<\/p>\n<p>Auch erste Daten des Life-Trackings sind ausgewertet, sie zeigen: \u201eSchon jetzt werden Prozesse f\u00fcr Mitarbeitende unterst\u00fctzt und erleichtert\u201c, so Ewert-Sch\u00f6nsein. Es sei ein sch\u00f6ner Nebeneffekt der Technologie f\u00fcr die Sicherheit, dass die Arbeitsabl\u00e4ufe optimiert werden k\u00f6nnen. Sind Infektionsherde identifiziert, k\u00f6nnen die Bereiche mittlerweile schneller wieder f\u00fcr Patientinnen und Patienten zug\u00e4nglich gemacht werden \u2013 und auch die Mitarbeitenden gewarnt werden, wenn es zu einem Kontakt mit einem Erreger kam, der eventuell weitere Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Mitarbeitenden erforderlich macht (zum Beispiel Meningitis, Tbc).<\/p>\n<p><strong>Ausweitung auf die Zentrale Notaufnahme<\/strong><\/p>\n<p>Ein Live-Tracking in der zentralen Notaufnahme zeichnet zudem derzeit die Laufwege von Patient*innen und Personal auf. \u201eWir sammeln und analysieren fortlaufend die Work-Flow-Daten und konnten bereits Abl\u00e4ufe optimieren, zum Beispiel Laufwege f\u00fcr das Personal reduzieren\u201c, sagt Aljoscha Sponsel, zust\u00e4ndig f\u00fcr das Consulting bei Siemens Healthineers. \u201eWelche Betten sind betroffen? Welche Materialien m\u00fcssen ausgetauscht werden? Worauf m\u00fcssen Pflege und Reinigung achten? Wo muss z.\u00a0B. das Ger\u00e4t etwa f\u00fcr die Blutgasuntersuchung in der ZNA stehen, um schnell und optimal zug\u00e4nglich zu sein?\u201c Bei Fragestellungen dieser Art ist ein Fortschritt zu erkennen \u2013 oder, wie Sponsel es ausdr\u00fcckt: \u201eWir kommen da deutlich voran.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Infection Control System (ICS) Team am Rollout-Tag im KRH Klinikum Siloah (hinten v. l.): Dr. Karin Kobusch,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":447823,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1836],"tags":[3364,29,30,46,115835,115836,115838,111970,115837,38000,37999,1411],"class_list":{"0":"post-447822","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hannover","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-hannover","12":"tag-ics","13":"tag-infection-control-system","14":"tag-krankenhaus-it","15":"tag-krankenhaushygiene","16":"tag-krankenhauszukunftsgesetzes","17":"tag-krh","18":"tag-krh-klinikum-region-hannover","19":"tag-niedersachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115261346337401096","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/447822","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=447822"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/447822\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/447823"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=447822"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=447822"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=447822"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}