{"id":4482,"date":"2025-04-03T08:19:12","date_gmt":"2025-04-03T08:19:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/4482\/"},"modified":"2025-04-03T08:19:12","modified_gmt":"2025-04-03T08:19:12","slug":"dassault-mirage-iv-frankreichs-atombomber-diente-32-jahre-lang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/4482\/","title":{"rendered":"Dassault Mirage IV: Frankreichs Atombomber diente 32 Jahre lang"},"content":{"rendered":"<p>Konzipiert in den 1950er-Jahren und im Dienst seit 1964, geh\u00f6rte der Deltafl\u00fcgler Dassault Mirage IV bis 1996 zur franz\u00f6sischen Nuklearstreitmacht. Dem Dienst als Teil der Abschreckung schlossen sich noch weitere neun Jahre als Aufkl\u00e4rer an. Erst 2005 ging das Modell in den Ruhestand.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die H\u00e4me war gro\u00df. Das Hamburger Magazin \u201eDer Spiegel\u201c konnte die Schadenfreude kaum zur\u00fcckhalten: \u201eAllerdings hat die Mirage IV (&#8230;) einen kleinen Sch\u00f6nheitsfehler\u201c, berichtete das Blatt <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/das-riesen-spielzeug-a-c9579230-0002-0001-0000-000043067763\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/das-riesen-spielzeug-a-c9579230-0002-0001-0000-000043067763&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Ende November 1960<\/a>: \u201eDer Bomber hat nur eine Reichweite von 1200 Kilometern, k\u00f6nnte also im Ernstfall nicht zu seinem Heimathafen zur\u00fcckkehren.\u201c <\/p>\n<p>In Wirklichkeit handelte es sich um eine bewusste Entscheidung: Tankkapazit\u00e4t war beim Entwurf des ersten franz\u00f6sischen Atombombers geopfert worden, um eine h\u00f6here Geschwindigkeit \u00fcber l\u00e4ngere Zeit zu erreichen \u2013 und um die Dienstreife mit Jettriebwerken aus franz\u00f6sischer Produktion zu erreichen, statt auf US-Technik angewiesen zu sein. <\/p>\n<p>Es gab auch eine Konzeptstudie f\u00fcr eine mehr als doppelt so gro\u00dfe Maschine, die mehr Treibstoff tanken k\u00f6nnen sollte als die ganze Dassault <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.dassault-aviation.com\/fr\/passion\/avions\/dassault-militaires\/mirage-iv\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.dassault-aviation.com\/fr\/passion\/avions\/dassault-militaires\/mirage-iv\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Mirage IV<\/a> startbereit wog. Doch weil das Auftanken in der Luft zu den bereits erprobten Techniken geh\u00f6rte, entschied sich die franz\u00f6sische Luftwaffe f\u00fcr einen deutlich kleineren Entwurf als die amerikanische <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article244575842\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article244575842&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B-58 \u201eHustler\u201c<\/a>, die tats\u00e4chlich eine hohe H\u00f6chstgeschwindigkeit von mehr als Mach 2 erreichte und bis zu 5000 Kilometer weit fliegen konnte, aber doppelt so gro\u00df und fast dreimal so schwer war. <\/p>\n<p>Dabei war auch die Mirage IV alles andere als klein. Im Kern handelte es sich um eine deutlich \u201egewachsene\u201c <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.dassault-aviation.com\/fr\/passion\/avions\/dassault-militaires\/mirage-iii\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.dassault-aviation.com\/fr\/passion\/avions\/dassault-militaires\/mirage-iii\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Mirage III<\/a> \u2013 mit zwei Triebwerken statt einem, zwei Besatzungsmitgliedern statt einem Piloten, 78 Quadratmetern Fl\u00fcgelfl\u00e4che statt 35 und einem maximalen Startgewicht von 33,5 statt zw\u00f6lf Tonnen. Beide Maschinen aber waren Deltafl\u00fcgler, hatten also das H\u00f6henruder integriert in die Tragfl\u00e4chen. <\/p>\n<p>Der erste Prototyp Mirage IV-01 absolvierte seinen Jungfernflug am 17. Juni 1959, und drei Tage sp\u00e4ter pr\u00e4sentierte der Hersteller diese Maschine auf der Pariser Luftfahrtschau Pr\u00e4sident Charles de Gaulle. Im September 1960 erreichte sie 1822 Kilometer pro Stunde und stellte dann w\u00e4hrend ihres 138. Fluges einen Rekord \u00fcber 500 Kilometer auf einem geschlossenen Rundkurs mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1972 Kilometern pro Stunde auf; dabei flog die Mirage IV erstmals mehr als Mach 2: doppelt so schnell wie der Schall.<\/p>\n<p>Um die k\u00fcnftige Flotte von Mirage IV in der Luft zu betanken, erwarb Frankreich 14 Tankflugzeuge des amerikanischen Typs Boeing C-135. Um im Falle eines Falles nicht von US-Technik abh\u00e4ngig zu sein, konnte die Mirage IV jedoch auch paarweise eingesetzt werden \u2013 eine mit der Nuklearbombe von Typ AN-11 (sp\u00e4ter AN-22), die andere mit zus\u00e4tzlichem Treibstoff, sodass sie ihre Partnermaschine auf dem Weg zum Ziel aufzutanken vermochte.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sollten 53 Bomber-Tanker-Versionen bestellt werden und 27 Hochgeschwindigkeitsaufkl\u00e4rer, doch dann reduzierte die Regierung in Paris auf zun\u00e4chst 50 Bomber, zu denen sp\u00e4ter noch zw\u00f6lf f\u00fcr beide Aufgaben geeignete Exemplare kamen. Die erste Staffel mit Mirage IV meldet sich 1964 einsatzbereit. <\/p>\n<p>Die vorgesehenen Ziele lagen im europ\u00e4ischen Teil der UdSSR. Die sowjetische Luftverteidigung bestand vorwiegend aus Boden-Luft-Raketen des Typs SA-2 und Jagdmaschinen der Modelle Su-9 , Su-15 , MiG-19 und MiG-21. Deren Leistung hinsichtlich Geschwindigkeit und Flugh\u00f6he h\u00e4tte nicht ausgereicht, um die schnell und hoch einfliegende Mirage IV abzufangen. Alternativ w\u00e4ren auch sehr niedrige Angriffsh\u00f6hen ebenfalls bei sehr hoher Geschwindigkeit m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<p> 1968 erreichten die Bombergeschwader mit Mirage IV ihre maximale St\u00e4rke: Von insgesamt 62 Jets befanden sich neun jederzeit in Einsatzbereitschaft und konnten innerhalb von f\u00fcnf Minuten mit Kernwaffen an Bord starten, der Rest innerhalb von einer Stunde. Der gro\u00dfe Deltafl\u00fcgler war nun der Kern der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255619604\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255619604&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Force de frappe<\/a>, der Abschreckungskapazit\u00e4t Frankreichs.<\/p>\n<p>Angesichts der Fortschritte der sowjetischen Luftabwehr, vor allem der neuen Raketen SA-3 und SA-6, musterten die USA ihre B-58 schon nach wenigen Dienstjahren 1970 aus. Die vom Einsatzprofil her \u00e4hnlichen, wenngleich nur halb so gro\u00dfen Mirage IV h\u00e4tten eigentlich 1976 folgen sollen. Doch der vorgesehene Nachfolger, eine zweisitzige Variante des Jagdbombers Mirage 2000, stand erst fr\u00fchestens 1983 zur Verf\u00fcgung. Also wurde die Mirage IV umger\u00fcstet f\u00fcr die neue Hauptwaffe, einen Marschflugk\u00f6rper mit Nuklearsprengkopf. Schlie\u00dflich kam die Mirage 2000 ab 1988 in den Dienst und l\u00f6ste die etwa dreimal so gro\u00dfe Mirage IV schrittweise bis 1996 ab. Als Aufkl\u00e4rer allerdings blieben mehrere der Jets bis 2005 aktiv. <\/p>\n<p>Von den insgesamt 62 gebauten Exemplaren gingen im Verlauf von insgesamt 41 Jahren Dienstzeit zw\u00f6lf verloren: Acht st\u00fcrzten aufgrund technischer Probleme oder Pilotenfehler ab, wobei zehn Besatzungsmitglieder umkamen; vier weitere wurden so schwer besch\u00e4digt, dass sich eine Reparatur nicht lohnte. Andererseits absolvierte die gesamte Flotte aus Mirage IV gesch\u00e4tzt 337.000 Flugstunden.<\/p>\n<p>Damit kamen, eine allerdings ziemlich zynische Rechnung, auf ein get\u00f6tetes Besatzungsmitglied 33.700 Flugstunden des Typs Mirage IV. Zum Vergleich: Beim als \u201eWitwenmacher\u201c ber\u00fcchtigten Starfighter der Bundeswehr starb alle etwa 13.500 Flugstunden ein Pilot oder ein Zivilist am Boden. Beim Hawker SeaHawk, einem Marinej\u00e4ger, lag dieselbe Quote sogar bei 2546 Stunden \u2013 eine desastr\u00f6se Bilanz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Konzipiert in den 1950er-Jahren und im Dienst seit 1964, geh\u00f6rte der Deltafl\u00fcgler Dassault Mirage IV bis 1996 zur&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4485,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,3984,548,663,3934,3980,156,13,3982,717,3983,14,15,12,45],"class_list":{"0":"post-4482","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-dassault","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-france","15":"tag-frankreich","16":"tag-headlines","17":"tag-kalter-krieg","18":"tag-kampfflugzeuge","19":"tag-kernwaffen","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-texttospeech"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4482"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4482\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}