{"id":449786,"date":"2025-09-25T15:56:15","date_gmt":"2025-09-25T15:56:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/449786\/"},"modified":"2025-09-25T15:56:15","modified_gmt":"2025-09-25T15:56:15","slug":"tuerkei-gibt-im-doener-streit-mit-deutschland-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/449786\/","title":{"rendered":"T\u00fcrkei gibt im D\u00f6ner-Streit mit Deutschland auf"},"content":{"rendered":"<p>Drei Jahre lang forderte der Internationale D\u00f6nerverband einheitliche Regeln f\u00fcr die D\u00f6ner-Herstellung gefordert. Nun zog die t\u00fcrkische Organisation den Antrag zur\u00fcck \u2013 und bescherte der \u201eD\u00f6ner-Vielfalt\u201c so einen Sieg.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Streit um europaweit einheitliche Regeln f\u00fcr die Herstellung von D\u00f6nerfleisch ist nach mehr als drei Jahren vorerst beendet. Der Internationale D\u00f6nerverband (Udofed) zog nach Angaben einer Sprecherin der Europ\u00e4ischen Kommission seinen Antrag zur\u00fcck, D\u00f6ner auf die EU-Liste mit \u201egarantiert traditionellen Spezialit\u00e4ten\u201c aufzunehmen. \u201eT\u00fcrkei gibt im D\u00f6ner-Streit mit Deutschland auf\u201c, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bild.de\/leben-wissen\/food-essen-trinken-rezepte\/tuerkei-gibt-im-doener-streit-auf-keine-bevormundung-68d414a3f690fb3eb9735449\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bild.de\/leben-wissen\/food-essen-trinken-rezepte\/tuerkei-gibt-im-doener-streit-auf-keine-bevormundung-68d414a3f690fb3eb9735449&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kommentierte die \u201eBild\u201c<\/a>, die zuerst \u00fcber die Entscheidung berichtet hatte.<\/p>\n<p>H\u00e4tte sich der t\u00fcrkische Verband mit seinem Antrag durchgesetzt, h\u00e4tten D\u00f6nerspie\u00dfe k\u00fcnftig in der gesamten EU nach einheitlichen Regeln hergestellt werden m\u00fcssen. In Deutschland waren die Gastronomie und Fleischproduzenten deswegen alarmiert gewesen und hatten mit Unterst\u00fctzung der Bundesregierung Einspruch gegen die Initiative eingelegt.<\/p>\n<p>Ein zentraler Kritikpunkt war, dass die in der Bundesrepublik \u00fcbliche Verwendung von Kalb- und Jungrindfleisch sowie von Putenfleisch f\u00fcr die D\u00f6nerproduktion illegal geworden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Nach dem nun zur\u00fcckgezogenen Antrag aus der T\u00fcrkei hat D\u00f6ner n\u00e4mlich aus Fleisch von mindestens sechzehn Monate alten Rindern oder Keulen- und\/oder R\u00fcckenfleisch von mindestens sechs Monate alten Schafen zu bestehen. Einzige Alternative w\u00e4re demnach D\u00f6ner aus H\u00e4hnchenfleisch gewesen, der aus H\u00e4hnchenbrust und\/oder H\u00e4hnchenschenkeln hergestellt werden m\u00fcsste. Genau geregelt werden sollte zum Beispiel auch, welche Zutaten f\u00fcr die Marinade zul\u00e4ssig sind, wie dick die Fleischscheiben zu sein haben und wie lange mariniert werden muss.<\/p>\n<p>In Deutschland ans\u00e4ssige Produzenten zeigen sich deswegen nun erleichtert: \u201eWir freuen uns, dass die D\u00f6ner-Vielfalt in Deutschland erhalten bleibt und noch gr\u00f6\u00dfer werden kann\u201c, zitierte \u201eBild\u201c Erdogan Koc vom Verband der D\u00f6nerproduzenten Deutschlands (VDD).<\/p>\n<p>Warum der Internationale D\u00f6nerverband (Udofed) seinen Antrag zur\u00fcckzog, bleibt unklar. Nach Angaben aus EU-Kreisen wollte er mit dem Schritt m\u00f6glicherweise einer offiziellen Ablehnung zuvorkommen. In dem Pr\u00fcfverfahren hatte sich zuletzt abgezeichnet, dass es in der EU-Kommission und in den Reihen der Mitgliedstaaten kaum Unterst\u00fctzer gibt.<\/p>\n<p>Zu den prominenten deutschen Gegnern des t\u00fcrkischen Vorsto\u00dfes z\u00e4hlten Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der und der Gr\u00fcnen-Politiker Cem \u00d6zdemir. \u201eDer D\u00f6ner geh\u00f6rt zu Deutschland. Wie er hier zubereitet und gegessen wird, sollte jeder selbst entscheiden d\u00fcrfen. Da braucht es keine Vorgaben aus Ankara\u201c, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/kurioses\/article252917760\/Doener-Kebab-Streit-EU-prueft-Vorstoss-der-tuerkischen-Doenerlobby.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/kurioses\/article252917760\/Doener-Kebab-Streit-EU-prueft-Vorstoss-der-tuerkischen-Doenerlobby.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kritisierte \u00d6zdemir 2024<\/a>, als er noch Landwirtschaftsminister war.<\/p>\n<p>Neben dem Bundeslandwirtschaftsministerium hatten auch der Verein T\u00fcrkischer D\u00f6nerhersteller in Europa und der Deutsche Hotel- und Gastst\u00e4ttenverband (Dehoga) bei der EU Einspruch gegen den Antrag auf die Eintragung von D\u00f6ner als traditionelle Spezialit\u00e4t eingelegt.<\/p>\n<p>Der Dehoga argumentierte etwa, wenn dem Antrag stattgegeben werden w\u00fcrde, h\u00e4tte dies gravierende Konsequenzen f\u00fcr gastronomische Betriebe und Verbraucher und nannte neue Bezeichnungen f\u00fcr D\u00f6nergerichte, Abgrenzungsschwierigkeiten und Rechtsunsicherheiten als Beispiele. Auch Gem\u00fcsed\u00f6ner h\u00e4tte es nicht mehr geben d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Worum es neben symbolischen Dingen in dem Streit ging, zeigen Zahlen auf der Website des Vereins t\u00fcrkischer D\u00f6nerhersteller in Europa. Er geht davon aus, dass europaweit zuletzt etwa 400 Tonnen D\u00f6ner pro Tag produziert wurden und beziffert die Zahl der Besch\u00e4ftigten in der Branche auf circa 60.000. Die D\u00f6ner-Branche erziele in Deutschland j\u00e4hrlich etwa 2,4 Milliarden Euro Umsatz, europaweit circa 3,5 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Unklar war bis zuletzt auch, warum der Internationale D\u00f6nerverband den Antrag 2022 einreichte, obwohl er selbst von dem Verein T\u00fcrkischer D\u00f6nerhersteller in Europa abgelehnt wurde. Auf Anfragen der Deutschen Presse-Agentur gab es zu dem Thema keine klare Antwort und auch aus dem Antrag selbst war nicht ersichtlich, warum seit Jahrzehnten in Deutschland verbreitete Herstellungsmethoden k\u00fcnftig nicht mehr genutzt werden sollten.<\/p>\n<p>Dort wurde sogar darauf verwiesen, dass D\u00f6ner zu einem kulturellen Symbol der t\u00fcrkischen Einwanderung nach Deutschland geworden sei \u2013 vor allem die Variante, bei der D\u00f6ner mit Salat, Zwiebeln, Tomatenscheiben und So\u00dfe im Fladenbrot serviert wird.<\/p>\n<p>dpa\/dol<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Drei Jahre lang forderte der Internationale D\u00f6nerverband einheitliche Regeln f\u00fcr die D\u00f6ner-Herstellung gefordert. 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