{"id":449788,"date":"2025-09-25T15:57:17","date_gmt":"2025-09-25T15:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/449788\/"},"modified":"2025-09-25T15:57:17","modified_gmt":"2025-09-25T15:57:17","slug":"schutzantrag-zurueckgezogen-doener-streit-in-der-eu-beendet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/449788\/","title":{"rendered":"Schutzantrag zur\u00fcckgezogen: D\u00f6ner-Streit in der EU beendet"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 25.09.2025 16:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der t\u00fcrkische Verband Udofed hat seinen Antrag auf EU-weit g\u00fcltige Regeln f\u00fcr D\u00f6ner Kebab zur\u00fcckgezogen. H\u00e4tte Br\u00fcssel dem Antrag stattgegeben, h\u00e4tten sich alle D\u00f6ner-Restaurants in der EU an Rezeptregeln halten m\u00fcssen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/kathrin-schmid-102.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Kathrin Schmid\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1756672455_43_kathrin-schmid-104.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der D\u00f6ner &#8211; in all seinen aktuellen Varianten &#8211; darf in Europa bleiben, wie er ist. Und dabei auch weiter D\u00f6ner hei\u00dfen. Dar\u00fcber besteht nun Klarheit, nach einem gut drei Jahre w\u00e4hrenden Streit. Die &#8222;International Doner Federation&#8220; (Udofed) mit Sitz in Istanbul zog ihren Antrag zur\u00fcck, womit sie den D\u00f6ner-Kebab in der EU als &#8222;garantiert traditionelle Spezialit\u00e4t&#8220; registrieren wollte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Der Antrag auf Registrierung von &#8218;D\u00f6ner&#8216; als garantiert traditionelle Spezialit\u00e4t wurde am 23. September 2025 zur\u00fcckgezogen. Dies bedeutet automatisch, dass das Registrierungsverfahren eingestellt wird&#8220;, best\u00e4tigte der zust\u00e4ndige EU-Kommissionssprecher dem ARD-Studio Br\u00fcssel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hei\u00dft konkret: Der D\u00f6ner r\u00fcckt nicht auf die EU-Schutzliste, auf der aktuell rund 90 Produkte stehen &#8211; wie Schw\u00e4bische Sp\u00e4tzle, Serrano-Schinken oder der italienische Mozzarella-K\u00e4se. F\u00fcr solche Produkte gilt: Sie d\u00fcrfen quasi \u00fcberall unter dem Namen hergestellt und verkauft werden, aber eben nur nach den Kriterien, die der Antragsteller von der EU hat absegnen lassen.<\/p>\n<p>    Kalbs- und Gem\u00fcsed\u00f6ner h\u00e4tten vor dem Aus gestanden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und diese Kriterien wollten die t\u00fcrkischen Unternehmer f\u00fcr Fleisch, Zubereitung und Marinade sehr eng fassen: Nur das Fleisch von L\u00e4mmern oder mindestens 16 Monate alten Rindern h\u00e4tte k\u00fcnftig f\u00fcr den D\u00f6ner verwendet werden d\u00fcrfen. Geschnitten in zwei bis f\u00fcnf Zentimeter dicken Streifen, mit einem 55 Zentimeter langen D\u00f6ner-Messer.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anders gesagt: Vieles, was auch in Deutschland \u00fcblich ist, h\u00e4tte nicht mehr D\u00f6ner hei\u00dfen d\u00fcrfen: von Kalbs- \u00fcber Gem\u00fcse- und H\u00fchnchenfleisch-D\u00f6ner bis hin zur Verwendung von Hackfleisch. Auch viele andere So\u00dfen und Zutaten w\u00e4ren tabu gewesen.<\/p>\n<p>    &#8222;Wir wollten mit dem Antrag niemandem schaden&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein harter Einschnitt &#8211; so sehen es jetzt offenbar auch die t\u00fcrkischen Antragsteller: Es sei lediglich darum gegangen, dass anerkannt werde, dass der D\u00f6ner aus der T\u00fcrkei komme, so die Verbandsberaterin Huriye \u00d6zener: &#8222;Wir wollten mit dem Antrag niemandem schaden, schon gar nicht dem deutschen Markt&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dort wurden bereits heftige Einbu\u00dfen bef\u00fcrchtet: 80 bis 90 Prozent aller D\u00f6ner-Buden in Deutschland w\u00e4ren von dem Schutzantrag aus der T\u00fcrkei betroffen gewesen. So lauten Sch\u00e4tzungen des Vereins T\u00fcrkischer D\u00f6nerhersteller in Europa (ATDID) mit Sitz in Berlin und des Deutschen Hotel- und Gastst\u00e4ttenverband (DEHOGA), die offizielle Einspr\u00fcche nach Br\u00fcssel gesendet hatten.<\/p>\n<p>    Deutschland ist Europas D\u00f6ner-Land Nummer eins<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Rund 400 Tonnen D\u00f6ner werden t\u00e4glich in Europa produziert. Ein Riesenmarkt mit 3,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Rund 2,5 Milliarden davon werden in Deutschland gemacht. Insofern hei\u00dft es nun Aufatmen beim DEHOGA: &#8222;Die Eintragung als ,garantiert traditionelle Spezialit\u00e4t\u2018 h\u00e4tte gravierende Folgen f\u00fcr Betriebe und Verbraucher gehabt &#8211; von neuen Bezeichnungen f\u00fcr D\u00f6ner-Gerichte \u00fcber Intransparenz und Abgrenzungsschwierigkeiten bis hin zu Rechtsunsicherheiten. Umso mehr freuen wir uns nun, dass die Vielfalt des D\u00f6ners in Deutschland erhalten bleibt &#8211; so, wie ihn Millionen Menschen lieben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die EU-Kommission kann nun ihr Verfahren kurz vor der Zielgeraden einstellen. Und zu dem Ergebnis kommen, dass viele Experten schon erahnt haben &#8211; wie Marion Walsmann, Rechts- und Verbraucherschutzexpertin der Christdemokraten im EU-Parlament: &#8222;Denn auch wenn die Urspr\u00fcnge des D\u00f6ners in der T\u00fcrkei liegen, ist er in Deutschland durch t\u00fcrkische Einwanderer eingef\u00fchrt worden und gerade bei uns in verschiedensten Varianten fast schon zu einem deutschen Nationalgericht geworden&#8220;.<\/p>\n<p>    D\u00f6ner hat sich weiterentwickelt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und gerade die Varianten h\u00e4tten den D\u00f6ner zu einem solchen Erfolg in Europa werden lassen, sagt Anna Anna Cavazzini, die Verbraucherschutzexpertin der Gr\u00fcnen im Europaparlament: &#8222;Es hat viel damit zu tun, dass klar wurde, dass der Antrag keine Chance hat. Der D\u00f6ner hat sich die letzten Jahre durch kreative Weiterentwicklungen stetig ver\u00e4ndert. Da jetzt ein Copyright drauf zu setzen, war sehr unrealistisch. Deswegen bin ich sehr froh, dass es jetzt endlich eine klare Entscheidung gibt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der langwierige D\u00f6ner-Fall sei aber auch deutlich mehr als eine Posse gewesen: Der EU-Schutzstatus f\u00fcr &#8222;garantiert traditionelle Spezialit\u00e4t&#8220; habe f\u00fcr viele Verbraucherinnen und Verbraucher einen hohen Wert, so Cavazinni. Denn er ist der Einzige, der ihnen quasi garantiert, dass sie gerade bei solch ber\u00fchmten traditionellen Produkten genau die Qualit\u00e4t bekommen, die sie erwarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 25.09.2025 16:32 Uhr Der t\u00fcrkische Verband Udofed hat seinen Antrag auf EU-weit g\u00fcltige Regeln f\u00fcr D\u00f6ner Kebab&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":449789,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[9655,548,13,14,15,12,10,8,9,11,143],"class_list":{"0":"post-449788","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-doener","9":"tag-eu","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-top-news","15":"tag-top-meldungen","16":"tag-topmeldungen","17":"tag-topnews","18":"tag-tuerkei"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115265762252252847","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/449788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=449788"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/449788\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/449789"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=449788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=449788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=449788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}