{"id":449914,"date":"2025-09-25T17:13:12","date_gmt":"2025-09-25T17:13:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/449914\/"},"modified":"2025-09-25T17:13:12","modified_gmt":"2025-09-25T17:13:12","slug":"buchhandlung-in-moers-entfernt-sticker-auf-buch-und-erntet-shitstorm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/449914\/","title":{"rendered":"Buchhandlung in Moers entfernt Sticker auf Buch \u2013 und erntet Shitstorm"},"content":{"rendered":"<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Ein kleines Bild hat auf Facebook eine kontroverse Diskussion ausgel\u00f6st. Zu sehen ist ein Haufen oranger, abgeknibbelter \u201eSpiegel\u201c-Sticker. Als Bild\u00fcberschrift dient der Satz: \u201eGef\u00fchlt auf jedem Buch ist er drauf \u2013 der Spiegel-Bestselleraufkleber, oder wie unser Herr Kott sagt: \u201aDas Arschgeweih der Literatur\u2018 \u2013 hat man, will aber niemand sehen\u2018 und wir haben uns ein Beispiel an der @buchhandlung.dietsch genommen und knibbeln jetzt flei\u00dfig die Kleber ab.\u201c <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\"><strong>Weitere aktuelle Nachrichten aus Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn:<\/strong><\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Gepostet hat den Beitrag Kathrin Olzog von der Barbara Buchhandlung Moers. Innerhalb weniger Tage sammelte der Post mehr als 230 Kommentare. Stellt sich die Frage, warum eine Buchhandlung sowohl die \u201eSpiegel-Bestseller\u201c- als auch die \u201eSpiegel-Bestseller-Autor\u201c-Sticker entfernt. Olzog und ihr Team lesen \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.nrz.de\/lokales\/moers-und-umland\/article409348428\/neue-moers-card-vor-dem-start-hier-ist-sie-einloesbar.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.nrz.de\/lokales\/moers-und-umland\/\" data-paid-status=\"default\" data-article-publish-date=\"1750927020\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">70 Prozent der B\u00fccher, die sie in den Verkauf aufnehmen<\/a> \u2013 ohnehin nur wenige mit Sticker. \u201eWir leben hier von den individuellen Empfehlungen\u201c, sagt die Buchh\u00e4ndlerin. Die Vorauswahl ist ihr wichtig: \u201eWir w\u00e4hlen aus, was wir im Laden haben, und wir sind es auch, die die Kunden sehen und beraten.\u201c Diese Eigenschaft findet sie in der Kaufberatung viel wichtiger als die Orientierung durch einen knallorangen Sticker. <\/p>\n<p>  Autor kritisiert Entfernung der Spiegel-Bestseller-Sticker<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">\u00dcber den \u201eArschgeweih\u201c-Vergleich ihres Mitarbeiters Marcel Kott habe sie sich pr\u00e4chtig am\u00fcsiert. Olzog findet, dass die Menge der Sticker schon lange nicht mehr als Orientierungsst\u00fctze dient: \u201eWo ist die Aussagekraft des Etiketts? F\u00fcr viele ist es kein Pr\u00e4dikat, sondern das Gegenteil. Dann ist es eben keine Orientierung mehr, sondern verwirrt.\u201c Auf zwei Aufstellern \u2013 einer f\u00fcr Belletristik, einer f\u00fcr Sachb\u00fccher \u2013 sind jeweils die zehn Spiegel-Bestseller aufgestellt; nur eben ohne den besagten Aufkleber. Dadurch bleibe die Orientierung im Laden. <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/410084528_1758815462_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full object-cover relative z-10 aspect-[16\/9] \" alt=\"Kathrin Olzog von der Barbara Buchhandlung in Moers\" title=\"Egal ob \u201eSpiegel-Bestseller\u201c oder \u201eSpiegel-Bestseller-Autor\u201c: Die Sticker werden rigoros entfernt. \" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Egal ob \u201eSpiegel-Bestseller\u201c oder \u201eSpiegel-Bestseller-Autor\u201c: Die Sticker werden rigoros entfernt.<br \/>\n      \u00a9 NRZ | Helena Wagner\n    <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Dennis Diel aus Kamp-Lintfort ist selbst Autor und hat es geschafft: Seine B\u00fccher d\u00fcrfen den Spiegel-Sticker tragen. Er hat unter den Post auf Facebook kommentiert und findet die Aktion gar nicht witzig. Auf Nachfrage der Redaktion erl\u00e4utert er seine Meinung: \u201eIch finde es albern und aktionistisch.\u201c Mitunter sei es sogar gesch\u00e4ftssch\u00e4digend, da der Sticker f\u00fcr manche eine kaufberatende Funktion habe. Er sieht die Sticker als stillen Hinweisgeber f\u00fcr den eigenen Geschmack. \u201eAls Autor kann ich der Aktion aber allein schon deshalb nichts abgewinnen, weil ich es als \u00fcbergriffig empfinden w\u00fcrde, wenn jemand den Sticker von meinem Buch kratzen w\u00fcrde\u201c, sagt er. <\/p>\n<p>  Meinungen \u00fcber Buchhandlung in Moers spalten sich<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Doch es gibt auch Zuspruch f\u00fcr die Aktion. Ein User kommentierte zum Beispiel: \u201eAufkleber verdecken so oft ein sch\u00f6nes Cover oder den Klappentext. Danke!\u201c Ein anderer schrieb: \u201eDiese inflation\u00e4ren Sticker halten mich inzwischen eher ab, ein Buch \u00fcberhaupt in die Hand zu nehmen. (Gab es ja fr\u00fcher auch nicht.)\u201c Und weiter: \u201eF\u00fcr mich sind unbefleckte B\u00fccher einfach interessant, unvorbelastet. Und da kann der Klappentext f\u00fcr sich werben. Macht mich mit Inhalt neugierig, nicht mit inflation\u00e4r bekleisterten Stickern!\u201c <\/p>\n<p>\n        Wie wird man \u201eSpiegel-Bestseller\u201c?<\/p>\n<p class=\"functional-copy-base-stable\">Um als Autor den \u201eSpiegel-Bestseller\u201c Sticker zu erhalten, muss das Buch auf der Spiegel-Bestsellerliste platziert sein. Im Auftrag des Spiegel ermittelt das Fachmagazin \u201eBuchmarkt\u201c die Bestsellerlisten. Gez\u00e4hlt werden die meistverkauften B\u00fccher pro Kategorie und Woche in Deutschland. Die Platzierung wird durch Verkaufszahlen ermittelt. Wenn ein Autor oder eine Autorin es einmal auf diese Liste geschafft hat, d\u00fcrfen gegebenenfalls die k\u00fcnftigen Werke mit dem Sticker \u201eSpiegel-Bestseller-Autor\u201c versehen werden. Die Lizenz f\u00fcr das \u201eSpiegel-Bestseller\u201c-Logo muss bei der zust\u00e4ndigen Vergabestelle (Buchmarkt Media, im Auftrag von Spiegel) offiziell beantragt und bezahlt werden. Das \u201eCover-Paket\u201c f\u00fcr die Nutzung auf einem Buchtitel kostet derzeit 250 Euro.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Autor Dennis Diel sagt \u00fcber die Menge der Sticker: \u201eLeider verstehen einige auch nicht, dass die subjektiv empfundene \u201aFlut an roten Stickern\u2018 daher r\u00fchrt, dass es sehr viele Bestseller-Autoren gibt, deren neue Werke \u2013 ganz gleich, ob sie sich gut verkaufen \u2013 diesen Sticker tragen d\u00fcrfen.\u201c Das d\u00fcrfe man nat\u00fcrlich kritisieren, sollte dabei laut Diel aber nicht vergessen, dass es immer noch sehr wenigen Autoren gelingt, jemals einen Bestseller zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Abgeknibbelte Sticker: Ist das \u00fcberhaupt erlaubt?<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Was sagt eigentlich der Spiegel selbst zum Entfernen seiner Aufkleber? Das Magazin \u201eBuchmarkt\u201c, das im Auftrag des Spiegels die Bestsellerlisten ermittelt, antwortet auf Anfrage der Redaktion: \u201eGrunds\u00e4tzlich steht es jedem frei, den\u00a0Sticker zu entfernen, wenn er denn st\u00f6ren sollte. Auf der anderen Seite\u00a0sch\u00e4tzen viele H\u00e4ndler den Sticker, denn er f\u00fchrt zu Orientierung in der Buchhandlung und f\u00fchrt zu Verk\u00e4ufen.\u201c Ein Verbot oder \u00e4hnliches gibt es also nicht. Auf der Webseite von Buchmarkt wird der Begriff \u201eSpiegel-Bestseller\u201c als \u201eMarketinginstrument\u201c bezeichnet. <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Kathrin Olzog wei\u00df um die Explosivit\u00e4t des Themas: \u201eDass das diskutiert wird, ist v\u00f6llig in Ordnung\u201c, betont sie. Inzwischen hat sie sich aber entschieden, die Kommentarfunktion sowohl auf Facebook als auch auf Instagram zu deaktivieren. Leider habe eine Vielzahl der User nicht nur konstruktive Kritik ge\u00e4u\u00dfert. \u201e<a href=\"https:\/\/www.nrz.de\/lokales\/moers-und-umland\/article407214984\/jury-hat-gewaehlt-ist-die-barbara-buchhandlung-die-beste.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.nrz.de\/lokales\/moers-und-umland\/\" data-paid-status=\"default\" data-article-publish-date=\"1725886798\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die kennen unseren Laden meistens gar nicht.\u201c <\/a>Kommentare ihrer Kunden gab es kaum. F\u00fcr den Fall, dass ihre Kunden die Aufkleber vermissen, hat sie eine andere Idee: \u201eWir \u00fcberlegen, ob wir einen eigenen Sticker f\u00fcr unsere Empfehlungen entwerfen sollen\u201c, scherzt sie. <\/p>\n<p>Schutz vor beleidigenden Kommentaren notwendig<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Sie habe es nicht \u00fcberrascht, dass gerade auf Facebook der Ton oft unter die G\u00fcrtellinie rutsche, habe sich nun jedoch vor der oft beleidigenden und \u00fcbergriffigen Wortwahl sch\u00fctzen m\u00fcssen: \u201eNach \u00fcber 200 Kommentaren denke ich, dass alles gesagt wurde. Ich muss mir auch nicht alles gefallen lassen\u201c, sagt die Buchh\u00e4ndlerin bestimmt. Ihr T-Shirt mit der Aufschrift \u201estay salty\u201c (zu Deutsch: bleib salzig) unterstreicht das.  <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\"><strong>Folgt der Redaktion Moers auch auf Social Media:<\/strong><\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Die sarkastische Frage eines Users, ob sie nicht genug im Laden zu tun h\u00e4tte, kontert Olzog gelassen: \u201eWir waren tats\u00e4chlich innerhalb von 15 Minuten mit dem Entfernen fertig.\u201c Nach dem ersten Abknibbeln hat sie bereits bei der n\u00e4chsten Lieferung weitergemacht: \u201eJetzt habe ich alle B\u00fccher schon so sch\u00f6n sauber, nun wird es auch fortgesetzt!\u201c Die Buchh\u00e4ndlerin stellt die nicht unberechtigte Gegenfrage, ob nicht die Leute, die den Hass im Netz verbreiten, diejenigen sind, die zu viel Zeit \u00fcbrig haben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein kleines Bild hat auf Facebook eine kontroverse Diskussion ausgel\u00f6st. 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