{"id":450029,"date":"2025-09-25T18:18:13","date_gmt":"2025-09-25T18:18:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/450029\/"},"modified":"2025-09-25T18:18:13","modified_gmt":"2025-09-25T18:18:13","slug":"falco-hommage-in-planung-falcos-weggefaehrten-sind-sich-ueber-sein-leben-einig-aber-nicht-ueber-seinen-tod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/450029\/","title":{"rendered":"Falco-Hommage in Planung: Falcos Weggef\u00e4hrten sind sich \u00fcber sein Leben einig, aber nicht \u00fcber seinen Tod"},"content":{"rendered":"<p>40 Jahre nach dem Hit \u201eRock Me Amadeus\u201c kommt die Show \u201eFalco in Concert\u201c nach Stuttgart. Vorher \u00e4u\u00dfern sich Weggef\u00e4hrten \u00fcber das Leben und Sterben von \u00d6sterreichs gr\u00f6\u00dftem Popstar.<\/p>\n<p>Sieben Wochen vor seinem Tod spielte Falco am 18. Dezember 1997 auf der Weihnachtsfeier der Lauda-Air in den Wiener Sophiens\u00e4len sein damals noch unver\u00f6ffentlichtes Lied \u201eOut oft he Dark\u201c. Seine Mimik explodierte grotesk Richtung Ver\u00e4chtlichkeit, als er die Zeile sang, die sp\u00e4ter Anlass f\u00fcr Spekulationen bieten sollte: \u201eMuss ich denn sterben, um zu leben?\u201c Bei seinem vorletzten \u00f6ffentlichen Auftritt trug \u00d6sterreichs gr\u00f6\u00dfter Popstar einen viel zu gro\u00dfen Anzug.<\/p>\n<p>Der Anzug geh\u00f6rte Thomas Rabitsch, Falcos Bandleader, der auch beim \u00dcberraschungsauftritt in den Sophiens\u00e4len Keyboard spielte. Falco hatte seine Garderobe zu Hause in Gars am Kamp im Waldviertel vergessen, also lieh Rabitsch ihm zwecks Vermeidung einer unn\u00f6tigen Autofahrt seinen neuen Anzug, den ihm Falcos Mutter kurz nach dessen Beerdigung frisch gereinigt in die Hand dr\u00fcckte. \u201eAls letzten Gru\u00df, das war schon ein bisschen arg f\u00fcr mich\u201c, sagt Thomas Rabitsch 27 Jahre sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Eine Geburtstagsfeier f\u00fcr \u201eRock Me Amadeus\u201c <\/p>\n<p>Der Wiener Musiker spricht jetzt wieder viel \u00fcber Falco, weil er demn\u00e4chst mit Falcos alter Band und vielen neuen S\u00e4ngern mit einer neuen Live-und-Konserve-Produktion namens \u201eFalco in Concert\u201c auf Tournee geht. Falcos Stimme wird samt den Bewegtbildern vom legend\u00e4ren Konzert beim Donauinselfest 1993 duetthaft zur Live-Darbietung der Band gemischt: \u201eEr platzt dann auf seine eigene Art immer rein\u201c, sagt Thomas Rabitsch zu der Show, der das 40-Jahre-Jubil\u00e4um von Falcos Welterfolg \u201eRock Me Amadeus\u201c als Anlass dient: Im M\u00e4rz 1986 erklomm die wegweisende Mozart-Hommage als erster deutschsprachiger Song Platz eins der amerikanischen Billboard-Charts.<\/p>\n<p>Den Hit hat 1985 Ferdi Bolland mit seinem Bruder Rob unter dem Namen Bolland und Bolland produziert \u2013 so wie das dazugeh\u00f6rige Album \u201eFalco 3\u201c, das Falco endlich den Erfolg bescherte, den er immer f\u00fcr sich beansprucht hatte. Der Absturz kam sp\u00e4ter, und am 6. Februar 1998 starb er in der Dominikanischen Republik, nachdem unweit von Puerto Plata sein Gel\u00e4ndewagen bei der Ausfahrt vom Parkplatz einer Bar frontal mit einem Bus kollidiert war. Offenbar hatte Falco, der sein Album \u201eOut of the Dark\u201c bereits fertig aufgenommen aber noch nicht ver\u00f6ffentlicht hatte, weder versucht zu bremsen, noch auszuweichen. Stattdessen fand die Polizei viel Kokain, viel Alkohol und etwas Marihuana in seinem Blut.<\/p>\n<p>\u201eEr war in einer sehr dunklen Periode\u201c, sagt Ferdi Bolland, der Produzent seines erfolgreichsten Albums. Der Veranstalter der \u201eFalco in Concert\u201c-Tournee, die am 3. November im Stuttgarter Apollo-Theater gastiert, hat diesen Sommer \u00fcber Telefongespr\u00e4che mit Falcos einstigen Weggef\u00e4hrten vermittelt, und Ferdi Bolland hat eine klare Meinung zu Falcos Tod: \u201eIch denke, es war Selbstmord. Ich denke, er hat mitten am Tag in extremer Hitze bei dieser Bar darauf gewartet, dass der Bus kommt. Weil er ein guter Mensch war, muss er vorher gepr\u00fcft haben, ob er nur sich selbst verletzt.\u201c<\/p>\n<p>Thomas Rabitsch, einst Falcos Bandleader \u2013 und jetzt in gewisser Weise wieder \u2013, widerspricht entschieden: \u201eEs war kein Selbstmord, weil er ziemliche Angst vor dem Tod gehabt hat\u201c, sagt er. Der \u201eVerkehrsunfall\u201c sei \u201esicher nicht mit Absicht\u201c passiert, denn Falco sei kurz vor seinem Tod \u201evoller Pl\u00e4ne\u201c gewesen. \u201eEr war ziemlich dr\u00fcber, es ist dumm gelaufen\u201c, sagt Rabitsch, \u201eer hat ned g\u2019schaut, und dann kam der Bus.\u201c<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/media.media.f5bf2bef-f2b8-40ca-bf1c-df297b5356ca.original1024.media.jpeg\"\/>     Ferdi Bolland, Thomas Rabitsch und Hannes Rossacher (von links) machen sich Gedanken \u00fcber Falcos Tod.    Foto: Bolland\/Semmel\/Imago\/\u00a0    <\/p>\n<p>Dass der zu schnell gefahren sei, vermutet Hannes Rossacher, der gemeinsam mit Rudi Dolezal einst unter der Marke DoRo bei \u201eRock me Amadeus\u201c und vielen anderen Musikvideos von Falco Regie gef\u00fchrt hat. Auch Rossacher, der mit Rabitsch befreundet ist, wurde vom Tourneeveranstalter der neuen Falco-Show gebeten, \u00fcber den viel zu fr\u00fch gestorbenen Popstar zu sprechen: \u201eEr war ein sauschlechter Autofahrer\u201c, so erinnert sich der Filmemacher, der aus einem verzweifelten Anruf Falcos um 2 Uhr nachts in den Achtzigerjahren zitiert: \u201eIch bin grad am Naschmarkt in ein Auto hineingefahren.\u201c Am Tag seines Todes habe der Popstar sein Fahrzeug wahrscheinlich \u201edusselig\u201c gelenkt, glaubt Rossacher: \u201eDass der Wunsch irgendeine Rolle gespielt haben k\u00f6nnte, sein eigenes Leben zu beenden, das war aus meiner Perspektive hundert Prozent nicht der Fall.\u201c<\/p>\n<p>So unterschiedliche Theorien Falcos einstige Weggef\u00e4hrten bez\u00fcglich seines Ablebens vertreten, so \u00fcbereinstimmend beschreiben sie Hans H\u00f6lzel, den Mann hinter der \u00fcberdrehten Kunstfigur: \u201eIn der Arbeit war er unglaublich angenehm und pr\u00e4zise\u201c, sagt Hannes Rossacher, sein Regisseur. \u201ePrivat war er sehr still und introvertiert\u201c, erinnert sich Ferdi Bolland, sein Produzent. \u201eEin penibel genauer, fokussiert arbeitender Mensch\u201c sei \u00d6sterreichs erster international erfolgreicher Popstar gewesen, erz\u00e4hlt Thomas Rabitsch, sein Bandleader: \u201eLustig, easy, gem\u00fctlich\u201c im privaten Umgang, \u201eman hat nur aufpassen m\u00fcssen, dass er nicht zu viel Alkohol bekommt.\u201c<\/p>\n<p> Falco w\u00fcrde bald 70 Jahre alt <\/p>\n<p>Doch offenbar wurde nicht genug aufgepasst: \u201eDie Figur Falco ist eine Kunstfigur, die sehr wohl\u00fcberlegte Facetten hatte, die der Hans genau erf\u00fcllt hat\u201c, wei\u00df Hannes Rossacher. Und Ferdi Bolland pr\u00e4zisiert: \u201eEr hat einen destruktiven Lifestyle mit Drogen und Alkohol geschaffen, der zu seinem Alter Ego gepasst hat.\u201c<\/p>\n<p>Der zur Ma\u00dflosigkeit tendierende \u00dcberschwang, der das Werk des ersten global erfolgreichen Rappers auf Deutsch so faszinierend machte, riss im Leben von Hans H\u00f6lzel, wie er eigentlich hie\u00df, offenbar Leerstellen auf, die zu f\u00fcllen ihm schwerfiel. Er w\u00fcrde bald 70 werden. Er k\u00f6nnte \u201eRock me Amadeus\u201c, \u201eJunge R\u00f6mer\u201c, \u201eOut of the Dark\u201c und wom\u00f6glich Dutzende neue Lieder in Fu\u00dfballstadien singen oder alleine zur Gitarre in mittlerweile rauchfreien Caf\u00e9s. Er k\u00f6nnte mit seiner Uferlosigkeit nach wie vor zur Relativierung von allt\u00e4glichen Problemen beitragen. Aber er ist seit 27 Jahren tot, und deshalb muss man sich, wenn man seine Musik live erleben m\u00f6chte, neben diversen Musicals mit einer neuen Show begn\u00fcgen. Falls sie Falcos Genie neuen Leuten n\u00e4herbringt, ist sie sehr zu begr\u00fc\u00dfen. Falls sie Falco-Fans G\u00e4nsehaut beschert, ist sie hoch willkommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"40 Jahre nach dem Hit \u201eRock Me Amadeus\u201c kommt die Show \u201eFalco in Concert\u201c nach Stuttgart. 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