{"id":45008,"date":"2025-04-19T18:36:22","date_gmt":"2025-04-19T18:36:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/45008\/"},"modified":"2025-04-19T18:36:22","modified_gmt":"2025-04-19T18:36:22","slug":"das-baumsterben-kann-fuer-eichenverjuengung-genutzt-werden-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/45008\/","title":{"rendered":"Das Baumsterben kann f\u00fcr Eichenverj\u00fcngung genutzt werden \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Die f\u00fcr den Leipziger Auwald und andere deutsche Eichenw\u00e4lder typischen Stieleichen k\u00f6nnen sich wegen Lichtmangels im Unterwuchs kaum noch verj\u00fcngen. Ein Grund daf\u00fcr sind fehlende \u00dcberflutungen in Auw\u00e4ldern. Forschende der Universit\u00e4t Leipzig und des Deutschen Zentrums f\u00fcr integrative Biodiversit\u00e4tsforschung (iDiv) haben in einem zweij\u00e4hrigen Eichenexperiment im Leipziger Auwald herausgefunden, dass das aktuelle Baumsterben in Folge von D\u00fcrren und Sch\u00e4dlingsausbreitung in Kombination mit einer Ausd\u00fcnnung bestimmter Arten im Unterwuchs f\u00fcr die Eichenverj\u00fcngung genutzt werden kann.<\/p>\n<p>Ihre Studie haben sie im Journal \u201eForest Ecology and Management\u201c ver\u00f6ffentlicht. Die Forschenden haben untersucht, wie sich diese aktuellen strukturellen Ver\u00e4nderungen im Auwald auf die Stieleichenverj\u00fcngung auswirken und sich mit Pflegema\u00dfnahmen kombinieren lassen. Dabei haben sie ausgewertet, welchen Einfluss verschiedene forstliche Pflegema\u00dfnahmen und die damit verbundene Verf\u00fcgbarkeit von Licht auf das Bestandsmikroklima und die Etablierung der Stieleiche haben.<\/p>\n<p>Sie legten auf Waldfl\u00e4chen mit einer relativ gesunden oberen Baumschicht und auf Waldfl\u00e4chen mit vielen toten und kranken B\u00e4umen im Leipziger Auwald jeweils acht Forschungsfl\u00e4chen an. Pro Forschungsfl\u00e4che wurden auf zwei Teilfl\u00e4chen kleinr\u00e4umig die \u00fcberflutungsintoleranten Baumarten Berg- und Spitzahorn sowie Holunder aus dem unteren Bewuchs entfernt. Die jeweils anderen zwei Teilfl\u00e4chen blieben unbehandelt.<\/p>\n<p>Auf diesen sowie auf acht aus dem Leipziger Forstmanagement bereits bestehenden Femelschl\u00e4gen (forstliche Auflichtungen von 0,13 bis 0,72 Hektar mit jungen Eichenanpflanzungen) haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Anfang 2022 insgesamt 1.200 einj\u00e4hrige Eichen in Verbissschutzgittern sowie 80 etwa f\u00fcnfj\u00e4hrige Eichen gepflanzt und diese \u00fcber zwei Jahre in ihrer Entwicklung beobachtet.<\/p>\n<p>Mehr Licht f\u00fcr junge Stieleichen durch gelichtete Baumwipfel<\/p>\n<p>\u201eEnde 2022 haben wir bereits abgestorbene Eichen mit neuen Pflanzungen ersetzt. Wir haben in beiden Jahren im Sommer den Kronendurchmesser und im Winter die H\u00f6he und den Wurzelhalsdurchmesser der Eichen gemessen, um ihr Wachstum berechnen zu k\u00f6nnen\u201c, beschreibt Annalena Lenk die Methodik. Zudem seien die Eichen anhand von Blattproben auf Trockenstress untersucht worden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2025-Eichenexperiment4-UL-67fcd4958d4e6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-622314 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2025-Eichenexperiment4-UL-67fcd4958d4e6.jpg\" alt=\"Eine Forschungsfl\u00e4che mit hoher Mortalit\u00e4t im Oberstand und artspezifischer Ausd\u00fcnnung im Unterstand. Foto: Christoph Doktor\/Universit\u00e4t Leipzig\" width=\"2250\" height=\"1497\"  \/><\/a>Forschungsfl\u00e4che mit hoher Mortalit\u00e4t im Oberstand und artspezifischer Ausd\u00fcnnung im Unterstand. Foto: Christoph Doktor\/Universit\u00e4t Leipzig<\/p>\n<p>Bei ihrem Eichenexperiment stellten die Forschenden fest: \u201eWaldfl\u00e4chen mit hoher Baumsterblichkeit im Oberstand k\u00f6nnen gut f\u00fcr die F\u00f6rderung von Stieleichenverj\u00fcngung genutzt werden \u2013 allerdings nur, wenn der Ahorn im Unterstand entfernt wird. Der Ahorn ist fl\u00e4chendeckend vorhanden. Weil sein Wachstum schneller anspringt, \u00fcberw\u00e4chst und beschattet er die Eichen\u201c, sagt Koautor Prof. Dr. Christian Wirth. Ohne die \u00fcberflutungsintoleranten Arten konnten die Eichen von der st\u00e4rkeren Lichteinstrahlung profitieren und sich gut entwickeln, da die Baumwipfel durch das Waldsterben gelichtet waren.<\/p>\n<p>\u201eIm Vergleich zu den Femelfl\u00e4chen zeigte sich, dass die Anpflanzungen auf den aufgelichteten Waldfl\u00e4chen weniger mit Trockenstress zu k\u00e4mpfen hatten, was vor allem auf die h\u00f6here Luftfeuchtigkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Die Eichen profitieren zwar von steigender Lichtverf\u00fcgbarkeit, dieser positive Zusammenhang wird aber durch Trockenstress abgeschw\u00e4cht\u201c, erl\u00e4utert Annalena Lenk.<\/p>\n<p>Die Lichtverh\u00e4ltnisse und mikroklimatischen Bedingungen auf den Fl\u00e4chen mit hoher Baumsterblichkeit im Oberstand und artspezifischer Ausd\u00fcnnung im Unterstand scheinen mit einer ausgewogenen Kombination aus ausreichend Licht und einem stabilen Waldmikroklima, auch in einem D\u00fcrrejahr, f\u00f6rderlich f\u00fcr die Eichenverj\u00fcngung zu sein.<\/p>\n<p>Waldmanagement an Klimawandel anpassen<\/p>\n<p>Die Forschungsergebnisse k\u00f6nnen in der Praxis f\u00fcr ein an den Klimawandel angepasstes Waldmanagement zur Biodiversit\u00e4tsf\u00f6rderung in Betracht gezogen werden, auch als erg\u00e4nzende Ma\u00dfnahme zu k\u00fcnftigen \u00dcberflutungen. Die Forschungsfl\u00e4chen sind als langfristige Beobachtungsfl\u00e4chen angelegt, sodass in den n\u00e4chsten Jahren weiterhin Daten aufgenommen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So soll im n\u00e4chsten Jahr eine Masterarbeit entstehen, die sich mit den Auswirkungen der verschiedenen Managementmethoden und damit Lichteinfl\u00fcsse auf die Krautschicht besch\u00e4ftigen wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2025-Eichenexperiment5-UL-67fcd440b8f7e.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-622315 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2025-Eichenexperiment5-UL-67fcd440b8f7e.jpg\" alt=\"Eiche in Verbissschutz, Juni 2024. Foto: Jessica Esser\/Universit\u00e4t Leipzig\" width=\"2250\" height=\"1497\"  \/><\/a>Eiche in Verbissschutz, Juni 2024. Foto: Jessica Esser\/Universit\u00e4t Leipzig<\/p>\n<p>Der Einfluss des Klimawandels auf Vegetationsprozesse und umgekehrt die Wirkung der Vegetation auf das Klima sind Gegenstand der <a href=\"http:\/\/www.uni-leipzig.de\/forschung\/exzellenz-in-der-forschung\/breathing-nature\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Exzellenzcluster-Bewerbung \u201eBreathing Nature\u201c<\/a> der Universit\u00e4t Leipzig. Der Leipziger Auwald ist in diesem Verbundprojekt eine wichtige Forschungsplattform.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichung in \u201eForest Ecology and Management\u201c: <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0378112725001860?via%3Dihub\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eElevated tree mortality as a regeneration niche for oak? Testing different management approaches in a meliorated floodplain forest\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die f\u00fcr den Leipziger Auwald und andere deutsche Eichenw\u00e4lder typischen Stieleichen k\u00f6nnen sich wegen Lichtmangels im Unterwuchs kaum&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":45009,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[19678,3364,29,30,22489,71,859,22082],"class_list":{"0":"post-45008","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-auwald","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-idiv","13":"tag-leipzig","14":"tag-sachsen","15":"tag-uni-leipzig"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114366079580967201","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45008"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45008\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45009"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}