{"id":450328,"date":"2025-09-25T21:06:12","date_gmt":"2025-09-25T21:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/450328\/"},"modified":"2025-09-25T21:06:12","modified_gmt":"2025-09-25T21:06:12","slug":"verbraucherzentrale-versus-wirte-streit-um-gebuehren-truebt-den-start-des-cannstatter-volksfestes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/450328\/","title":{"rendered":"Verbraucherzentrale versus Wirte: Streit um Geb\u00fchren tr\u00fcbt den Start des Cannstatter Volksfestes"},"content":{"rendered":"<p>Nicht immer ist das Vergn\u00fcgen auf dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Cannstatter_Wasen\" title=\"Cannstatter Wasen\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cannstatter Wasen<\/a> g\u00fcnstig. Mitunter fallen die Kosten h\u00f6her aus als erlaubt \u2013 ein Vorwurf, den die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Verbraucherzentrale\" title=\"Verbraucherzentrale\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verbraucherzentrale<\/a> Baden-W\u00fcrttemberg erhebt, w\u00e4hrend die Wirte widersprechen. Bereits im April startete die gemeinn\u00fctzige Organisation eine umfassende Pr\u00fcfung von Geb\u00fchren \u2013 erstmals seit zehn Jahren in diesem Umfang. P\u00fcnktlich zum Beginn des <a href=\"https:\/\/www.cannstatter-volksfest.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Volksfests<\/a> liegen nun die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.cannstatter-volksfest-verbraucherzentrale-verklagt-wasen-wirte-wegen-gebuehren.2cf225d1-4941-45bb-8056-71d221ec1696.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ern\u00fcchternden Ergebnisse vor<\/a>.<\/p>\n<p>Drei Wirte unterschreiben Unterlassungsklage <\/p>\n<p>Die Festwirte schneiden dabei schlecht ab, was f\u00fcr gro\u00dfe Aufregung unter den Betroffenen sorgt. Zun\u00e4chst wurden alle sieben Festzelte sowie die Almh\u00fctte Royal, insgesamt also acht Betriebe, abgemahnt, wie Sabine Holz\u00e4pfel von der Verbraucherzentrale unserer Redaktion mitteilt. Drei Wirte \u2013 Marcel Benz, Nina Renoldi sowie Klauss &amp; Klauss \u2013 h\u00e4tten daraufhin eine Unterlassungserkl\u00e4rung unterschrieben und sich bereit erkl\u00e4rt, die Verst\u00f6\u00dfe zu beseitigen. Gegen f\u00fcnf Zeltbetreiber wurde nun Klage eingereicht.<\/p>\n<p>Die Verbrauchersch\u00fctzer bem\u00e4ngeln insbesondere \u00fcberh\u00f6hte Zusatzkosten bei der Reservierung. F\u00fcr den Versand von Unterlagen wie B\u00e4ndel verlangten die Wirte zwischen 10 und 18 Euro, bei f\u00fcnf Zelten kam zus\u00e4tzlich eine Bearbeitungsgeb\u00fchr von 5 bis 15 Euro hinzu. \u201eAnbieterinnen und Anbieter d\u00fcrfen nur die tats\u00e4chlichen Kosten weitergeben\u201c, erkl\u00e4rt Sabine Holz\u00e4pfel. \u201eDiese lagen jedoch deutlich \u00fcber den regul\u00e4ren Brief- und Paketpreisen der Post.\u201c<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus kritisiert die Projektleiterin des \u201eMarktchecks\u201c, dass Wertgutscheine nach Ende des Volksfests verfielen \u2013 ein Vorgehen, das ihrer Ansicht nach nicht zul\u00e4ssig sei.<\/p>\n<p>Wie die Festwirte reagieren <\/p>\n<p>Die Wirte sind ver\u00e4rgert dar\u00fcber, dass die Verbraucherzentrale ein noch laufendes Verfahren \u00f6ffentlich gemacht hat, bevor ein Urteil vorliegt. Dies komme einer Vorverurteilung gleich, ist zu h\u00f6ren. \u201eHier verdienen vor allem Abmahnanw\u00e4lte, die auf Kosten der Wirte Geld kassieren\u201c, kritisiert Festwirt Michael Wilhelmer. Bei ihm habe sich in all den Jahren jedenfalls noch kein Besucher wegen der Geb\u00fchren beschwert. <\/p>\n<p>Werner Klauss, der Sprecher der Festwirte, spricht von \u201ereiner Geldmacherei\u201c. Wenn ein Wirt die Vorgaben nicht gleich umsetzen k\u00f6nne, werde er bestraft. Die hohen Kosten f\u00fcr den Versand erkl\u00e4rt Klauss unter anderem mit den Versicherungsgeb\u00fchren. Wenn ein Paket abhandenkomme, bek\u00e4men die Zeltbetriebe nur dann Ersatz. Noch nie habe es in 26 Jahren, in denen er dabei ist, deswegen \u00c4rger gegeben. <\/p>\n<p>Versteckt seien die Kosten nicht, sagen die Wirte, weil die transparent auf der Homepage zu lesen sind. Die G\u00e4ste h\u00e4tten bei der Buchung also freie Wahl \u2013 entweder sie klicken auf Reservierung oder sie lassen es. <\/p>\n<p>Sabine Holz\u00e4pfel widerspricht der Kritik, man habe in einem laufenden Verfahren zu fr\u00fch Stellung bezogen: Die Verbraucherzentrale sei gesetzlich verpflichtet, die Namen der betroffenen Betriebe bei Klagen \u00f6ffentlich zu machen. \u201eEs war uns klar, dass sich die Wirte dar\u00fcber nicht freuen w\u00fcrden\u201c, sagt sie. Den Vorwurf, man wolle mit Abmahnungen Profit machen \u2013 die praktisch t\u00e4glich erfolgen \u2013 weist Holz\u00e4pfel entschieden zur\u00fcck: \u201eWir sind gemeinn\u00fctzig, unsere Arbeit ist nicht gewinnorientiert.\u201c<\/p>\n<p> \u00dcberpr\u00fcfung und Folgen  <\/p>\n<p>Nach zahlreichen Beschwerden von Volksfestbesuchern \u00fcber zu hohe Geb\u00fchren hat die Verbraucherzentrale eine umfassende \u00dcberpr\u00fcfung f\u00fcr 2025 beschlossen. Dabei wurden \u00fcberh\u00f6hte Kosten und aus Sicht der Verbrauchersch\u00fctzer rechtswidrige Gutscheinregelungen festgestellt. Die Kontrollen der Wirte-Homepages deckten unzul\u00e4ssige Praktiken auf. Dass man dagegen nun vorgeht, soll der Abschreckung dienen, damit solche Verst\u00f6\u00dfe k\u00fcnftig unterbleiben.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/media.media.6b584c56-943e-4ef5-b8f2-fb9dbef99a6a.original1024.media.jpeg\"\/>     Das Bier flie\u00dft wieder.    Foto: Lichtgut\/Leif Piechowski    <\/p>\n<p>Die drei Wirte, die die Unterlassungserkl\u00e4rung unterschrieben haben, werden w\u00e4hrend des Festes kontrolliert, ob sie die Verst\u00f6\u00dfe tats\u00e4chlich abgestellt haben. Sollte dies nicht der Fall sein, k\u00f6nnen Vertragsstrafen in vierstelliger H\u00f6he erfolgen, die genaue Summe h\u00e4ngt jedoch vom Einzelfall ab. Wird keine Unterlassungserkl\u00e4rung unterschrieben, kann es zur Klage kommen, wor\u00fcber sp\u00e4ter ein Gericht entscheidet. Dann k\u00f6nnen die Wirte gewinnen \u2013 oder sie werden verurteilt. <\/p>\n<p> Argumente der Festwirte vs. Verbraucherzentrale <\/p>\n<p>Die Festwirte argumentieren, dass Organisation, Logistik und Personalaufwand bei Reservierungen zus\u00e4tzliche Kosten verursachten, die sich nicht allein durch Porto abdecken lie\u00dfen. Zudem litten sie selbst unter steigenden Preisen f\u00fcr Energie, Personal und Waren. Die Verbraucherzentrale sieht dies anders: F\u00fcr Besucher seien die Geb\u00fchren schwer nachvollziehbar, zumal neben den Reservierungsgeb\u00fchren ohnehin ein erheblicher Mindestverzehr anfalle.<\/p>\n<p>Sollten die Gerichte den Verbrauchersch\u00fctzern Recht geben, m\u00fcssten die Zeltbetreiber ihre Preisgestaltung \u00fcberh\u00f6hte Geb\u00fchren k\u00fcnftig streichen. F\u00fcr die G\u00e4ste des Volksfests k\u00f6nnte dies mittelfristig zu Entlastungen f\u00fchren \u2013 wenn auch in begrenztem Umfang. F\u00fcr die Festwirte geht es jedoch um mehr als ein paar Euro: Sie f\u00fcrchten, dass die \u00f6ffentliche Kritik ihrem Ruf schadet und das Vertrauen der Besucher beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nicht immer ist das Vergn\u00fcgen auf dem Cannstatter Wasen g\u00fcnstig. 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