{"id":45064,"date":"2025-04-19T19:06:14","date_gmt":"2025-04-19T19:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/45064\/"},"modified":"2025-04-19T19:06:14","modified_gmt":"2025-04-19T19:06:14","slug":"exporthuerden-fuer-seltene-erden-chinas-superwaffe-im-handelskrieg-zielt-auf-die-ganze-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/45064\/","title":{"rendered":"Exporth\u00fcrden f\u00fcr seltene Erden: Chinas Superwaffe im Handelskrieg zielt auf die ganze Welt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Zollstreit mit den USA feuert Peking erstmals seine m\u00e4chtigste Waffe ab: Peking beschr\u00e4nkt die Ausfuhr unersetzlicher Mineralien f\u00fcr die Hightech-Industrie. Der Testlauf f\u00fcr den Rohstoffkrieg gef\u00e4hrdet potenziell die Versorgung von Schl\u00fcsselindustrien weltweit.<\/strong><\/p>\n<p>China macht Ernst: Im Zollkrieg mit den USA setzt Peking erstmals das gr\u00f6\u00dfte Druckmittel ein, das die Volksrepublik hat. Als Vergeltung f\u00fcr die astronomischen Strafz\u00f6lle von 125 Prozent, die Donald Trump im Zuge des &#8222;Liberation Day&#8220; verk\u00fcndet hat und die, anders als f\u00fcr den Rest der Welt, nicht wieder ausgesetzt wurden, hat Peking neue <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/China-stoppt-Export-seltener-Erden-article25702782.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">Exportkontrollen f\u00fcr sogenannte seltene Erden<\/a> eingef\u00fchrt. Die Mineralien sind f\u00fcr die Herstellung von Lasern, Batterien, Magneten, Bildschirmen, Satelliten und vielen anderen Hightech-Produkten unersetzlich. Autokonzerne und Maschinenbauer brauchen sie genauso f\u00fcr die Produktion von Elektromotoren, Robotern und Turbinen wie R\u00fcstungsfirmen f\u00fcr die Herstellung von Smart Bombs und Drohnen. Und mit mehr als 90 Prozent der Produktion hat China faktisch ein weltweites Monopol auf die Versorgung.<\/p>\n<p>Mit dem Schritt dreht Peking noch einmal deutlich an der Eskalationsschraube im Wirtschaftskrieg mit den USA. Die Attacke hatte sich lange angek\u00fcndigt: Schon in Trumps erster Amtszeit hatte China immer wieder gedroht, den Export der unverzichtbaren Mineralien zu drosseln. Bereits seit Dezember sind \u00e4hnliche Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr Gallium, Germanium und Wolfram in Kraft, das zur Herstellung panzerbrechender Munition gebraucht wird. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/China-setzt-seine-Superwaffe-im-Handelskrieg-ein-article25410019.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">China hat also jahrelang mit dem Einsatz seiner Superwaffe im Handelskrieg gedroht und bereits vor Trumps Amtsantritt pr\u00e4ventiv eskaliert, um ein Signal nach Washington zu senden.<\/a> Doch da all diese Warnungen dort ungeh\u00f6rt verhallt sind, feuert Peking sie nun erstmals ab. Das k\u00f6nnte schwerwiegende Folgen f\u00fcr Schl\u00fcsselbranchen wie E-Mobilit\u00e4t, Elektronikindustrie und Verteidigung auf der ganzen Welt haben.<\/p>\n<p>Testlauf f\u00fcr den Rohstoffkrieg mit dem Westen<\/p>\n<p>Auf dem Papier hat China zwar noch keinen Exportstopp verh\u00e4ngt, sondern zun\u00e4chst nur ein Verfahren eingef\u00fchrt, \u00fcber das der Export in naher Zukunft potenziell massiv begrenzt werden k\u00f6nnte. Denn ab sofort sind f\u00fcr die Ausfuhr bestimmter seltener Erden Genehmigungen n\u00f6tig. Dabei werden Chinas Exporteure wohl darlegen m\u00fcssen, an welche westlichen Firmen und zu welchen Zwecken sie die seltenen Erden liefern wollen. Ob und in welchem Umfang diese von der chinesischen Regierung dann weiter erteilt werden, ist die gro\u00dfe Frage. Es ist ein strategischer Warnschuss an Trump &#8211; und auch an den Rest der Welt.<\/p>\n<p>Mehrere Szenarien sind m\u00f6glich: Vielleicht ger\u00e4t der Export nur vor\u00fcbergehend ins Stocken, bis der neue Papierkram eingef\u00fchrt und erledigt ist. Zumindest theoretisch k\u00f6nnte er auch einfach ungehindert weitergehen. Oder die Chinesen drosseln ihn nun unter Verweis auf b\u00fcrokratische, technische oder auch ganz ohne Gr\u00fcnde. Als Wladimir Putin Deutschland nach dem \u00dcberfall auf die Ukraine im Sommer 2022 den Gashahn zudrehte, sch\u00fctzte er schlie\u00dflich auch Wartungsarbeiten an der Nordstream-Pipeline und eine angeblich kaputte Siemens-Turbine als Begr\u00fcndung vor.<\/p>\n<p>Mit genau dieser Ungewissheit will Peking ein strategisches Umdenken in Washington erzwingen. Denn kurzfristig wirken die neuen Regeln bereits jetzt de facto als Exportbeschr\u00e4nkung: Laut &#8222;New York Times&#8220; sind die Lieferungen an mehreren chinesischen H\u00e4fen zum Erliegen gekommen, w\u00e4hrend die Exporteure \u00fcber den neuen Exportkontrollen br\u00fcten. China geht hier nach dem gleichen Prinzip vor wie bei den \u00e4hnlich kritischen Mineralien Gallium, Germanium und Wolfram zuvor. Auch hier wurde ein System von Exportgenehmigungen eingef\u00fchrt, das die Exporte faktisch abw\u00fcrgte. Diese Logik weitet Peking nun auf seltene Erden aus. <\/p>\n<p>Dennoch beh\u00e4lt sich China wie bei seinen bisherigen Schritten auch weitere Eskalationsm\u00f6glichkeiten vor. Denn betroffen sind zun\u00e4chst nicht alle 17, sondern nur sieben sogenannte schwere seltene Erden: Dysprosium, Terbium, Yttrium, Gadolinium, Samarium, Lutetium und Scandium. Laut dem Fachportal rohstoff.net werden sie vor allem bei der Herstellung von LEDs, in der Medizintechnik, in Kernreaktoren und f\u00fcr besonders hitzebest\u00e4ndige Hochleistungsmagneten und hochfeste Aluminiumlegierungen verwendet, die man f\u00fcr milit\u00e4rische Anwendungen, in der Luftfahrtindustrie und f\u00fcr Drohnen braucht. <\/p>\n<p> Hat Trump den letzten Warnschuss geh\u00f6rt?<\/p>\n<p>Die Botschaft ist also unmissverst\u00e4ndlich. Trotzdem l\u00e4sst China dabei wie auch bei seinen fr\u00fcheren Eskalationsschritten die T\u00fcr f\u00fcr Verhandlungen offen, mit denen im Handelskrieg auch wieder abger\u00fcstet werden k\u00f6nnte, weil ein vollst\u00e4ndiger Exportstopp bislang noch ausgespart bleibt. Klar ist aber auch: China hat derzeit weltweit ein faktisches Monopol auf die Produktion der seltenen Erden. Mittelfristig d\u00fcrfte kein Weg an Peking vorbeigehen. <\/p>\n<p>Denn eigentlich sind seltene Erden zwar gar nicht so selten: Thulium etwa kommt h\u00e4ufiger in der Erdkruste vor als Gold oder Platin. Weil die Mineralien aber nicht in Reinform vorliegen, ist der Abbau der meisten Lagerst\u00e4tten kaum wirtschaftlich. Und weil die Verarbeitung extrem umweltsch\u00e4dlich ist, hat sich die Produktion fast vollst\u00e4ndig nach China verlagert. <\/p>\n<p>Doch die Superwaffe im Handelskrieg, die Peking deshalb in der Hand h\u00e4lt, l\u00e4sst sich nicht zielgenau abfeuern. Sie streut massiv: China kann die USA damit nicht treffen, ohne auch dem Rest der Welt zu schaden. Denn weil die Produktion so stark im Reich der Mitte konzentriert ist, ist die Lieferkette lang und global verworren: Sowohl die USA als auch Deutschland beziehen nur einen Bruchteil ihres Bedarfs direkt aus dem Reich der Mitte. Der L\u00f6wenanteil kommt aus anderen Importl\u00e4ndern, die wiederum in China einkaufen. Um Washington zu treffen, muss Peking also auch auf Berlin und Tokio schie\u00dfen. <\/p>\n<p>2010 kappte China im Streit um Hoheitsgew\u00e4sser im Ostchinesischen Meer schon einmal die Exporte seltener Erden an seinen gr\u00f6\u00dften Abnehmer Japan. Daraufhin stiegen die Preise f\u00fcr bestimmte seltene Erden laut IW K\u00f6ln in der Spitze auf das 35-Fache. Die Frage ist, ob Trump den Warnschuss diesmal geh\u00f6rt hat. Es d\u00fcrfte wohl der letzte sein, bevor Peking auf Dauerfeuer umschaltet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Zollstreit mit den USA feuert Peking erstmals seine m\u00e4chtigste Waffe ab: Peking beschr\u00e4nkt die Ausfuhr unersetzlicher Mineralien&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":45065,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,227,170,169,29,106,30,171,174,9861,105,173,172,55,211],"class_list":{"0":"post-45064","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-china","10":"tag-companies","11":"tag-companies-markets","12":"tag-deutschland","13":"tag-donald-trump","14":"tag-germany","15":"tag-markets","16":"tag-maerkte","17":"tag-rohstoffhandel","18":"tag-seltene-erden","19":"tag-unternehmen","20":"tag-unternehmen-maerkte","21":"tag-wirtschaft","22":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114366197635436666","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45064","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45064"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45064\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45065"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45064"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45064"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45064"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}