{"id":451396,"date":"2025-09-26T07:25:16","date_gmt":"2025-09-26T07:25:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/451396\/"},"modified":"2025-09-26T07:25:16","modified_gmt":"2025-09-26T07:25:16","slug":"erbschaftsteuer-wo-eine-reform-ansetzen-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/451396\/","title":{"rendered":"Erbschaftsteuer: Wo eine Reform ansetzen k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 26.09.2025 07:35 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Gr\u00fcne und Linke wollen Erben gro\u00dfer Verm\u00f6gen st\u00e4rker in die Pflicht nehmen. Das fordert auch die SPD, die Union ist skeptisch. Das Thema k\u00f6nnte zur Belastung f\u00fcr Schwarz-Rot werden &#8211; oder Perspektiven er\u00f6ffnen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/mario-kubina-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Mario Kubina\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/kubina-mario-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auf den ersten Blick scheinen die Zahlen eine klare Sprache zu sprechen. 13,3 Milliarden Euro hat der Fiskus im vergangenen Jahr an Erbschaft- und Schenkungsteuer festgesetzt. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/verbraucher\/erbschaftsteuer-schenkungsteuer-rekordhoch-100.html\" title=\"Erbschaft- und Schenkungssteuer erreicht 2024 Rekordwert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nach Angaben des Statistischen Bundesamts handelt es sich um einen H\u00f6chstwert<\/a>. Auf die Erbschaftsteuer entfielen 8,5 Milliarden Euro &#8211; ein Plus von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Steuerstatistik zeigt aber auch: Rund 460-mal haben in den vergangenen zehn Jahren Verm\u00f6gen den Besitzer gewechselt, die sich auf mindestens 100 Millionen Euro belaufen. Und in mehr als der H\u00e4lfte dieser F\u00e4lle wurden keine Steuern f\u00e4llig. Das geht aus Daten der Bundesregierung hervor, die die Linkspartei angefragt hat.<\/p>\n<p>    Linke und Gr\u00fcne fordern Reform der Erbschaftsteuer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Ich finde, dass diese Zahlen nochmal den Auftrag klarmachen&#8220;, sagte der Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch (Die Linke) dem ARD-Hauptstadtstudio. Nach seinen Worten gibt es viele F\u00e4lle, in denen selbst &#8222;bei Riesenverm\u00f6gen&#8220; keine Steuern bezahlt werden. &#8222;Diese Schlupfl\u00f6cher m\u00fcssen geschlossen werden&#8220;, so Bartsch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch die Gr\u00fcnen im Bundestag sehen ein Problem bei der Erbschaftsteuer. Das machte Katharina Beck deutlich, die finanzpolitische Sprecherin der Fraktion: &#8222;Wer unfassbar viel erbt, zahlt weniger, als jemand, der mittelviel erbt.&#8220; Sie spricht von einer Gerechtigkeitsl\u00fccke.<\/p>\n<p>    Kritik an Ausnahmen f\u00fcr Erben von Unternehmen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung sieht \u00c4nderungsbedarf. Sein Pr\u00e4sident Marcel Fratzscher begr\u00fcndet das damit, dass bei kleineren Erbschaften ein drei- bis viermal h\u00f6herer Steuersatz f\u00e4llig werde als bei sehr gro\u00dfen Erbschaften.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Grund daf\u00fcr liegt in den Regelungen zum sogenannten Betriebsverm\u00f6gen, wie der Wirtschaftswissenschaftler ausf\u00fchrte. &#8222;Wenn [\u2026] Sie von den Eltern ein Unternehmen erben, dann k\u00f6nnen Sie dieses Unternehmen unter bestimmten Umst\u00e4nden komplett steuerfrei bekommen.&#8220; Das gilt zum Beispiel, wenn man die Steuerschuld nicht begleichen kann, weil das geerbte Verm\u00f6gen im Betrieb steckt und nicht auf Konten herumliegt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und genau das ist auch das zentrale Argument der Bef\u00fcrworter solcher Ausnahmen: In ihren Augen geht es darum, bei einem Generationenwechsel an der Firmenspitze Arbeitspl\u00e4tze zu sichern.<\/p>\n<p>    Spahn zeigt sich bei Reform gespr\u00e4chsbereit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ausgel\u00f6st hat die aktuelle Erbschaftsteuer-Diskussion jemand, von dem man es nicht unbedingt erwartet h\u00e4tte. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/spahn-vermoegensverteilung-100.html\" title=\"Spahn prangert ungleiche Verm\u00f6gensverteilung in Deutschland an \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Es ist ein Problem: die Verm\u00f6gensverteilung&#8220;, sagte Jens Spahn vor Kurzem im ZDF.<\/a> In der Sendung zeigte sich der Unionsfraktionschef mit Blick auf eine Reform der Erbschaftsteuer grunds\u00e4tzlich gespr\u00e4chsbereit. Unter der Bedingung, dass Firmen nicht in ihrem Fortbestand gef\u00e4hrdet werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das wiederum bef\u00fcrchten die Gegner einer Reform. Gerade erst <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/erbschaftssteuer-reiche-100.html\" title=\"Reiche spricht sich gegen h\u00f6here Erbschaftssteuer aus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU vor negativen Folgen f\u00fcr Unternehmen gewarnt<\/a>.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und auch die CSU lehnt h\u00f6here Steuers\u00e4tze ab. Parteichef Markus S\u00f6der fordert stattdessen, die Erbschaftsteuer zu regionalisieren. &#8222;Dann k\u00f6nnen die SPD-L\u00e4nder erh\u00f6hen und wir Bayern werden die Erbschaftsteuer massiv senken&#8220;, sagte S\u00f6der unl\u00e4ngst im ARD-Interview. Ein Vorschlag, der bei der Schwesterpartei CDU auf wenig Gegenliebe st\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>    AfD spricht schon von einem &#8222;Raubzug&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Union d\u00fcrfte in der Diskussion auch im Blick haben, wie sich die AfD positioniert. Deren Fraktionschefin Alice Weidel formulierte es vergangene Woche im Bundestag so: &#8222;Das n\u00e4chste CDU-Umfallen k\u00fcndigt sich bei der Erbschaftsteuer an.&#8220; Forderungen nach einer Reform laufen nach ihren Worten auf einen &#8222;neuen Raubzug gegen den unternehmerischen Mittelstand&#8220; hinaus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die SPD aber bleibt dabei: Sie will \u00c4nderungen bei der Erbschaftsteuer &#8211; mit dem Ziel, die &#8222;breiten Schultern&#8220; und die &#8222;gro\u00dfen, gro\u00dfen Verm\u00f6gen&#8220; mehr als bisher an der Finanzierung des Gemeinwesens zu beteiligen, wie es SPD-Fraktionschef Matthias Miersch vergangene Woche im Bundestag deutlich machte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei Freibetr\u00e4gen f\u00fcr nahe Verwandte oder Ausnahmen f\u00fcr Erben von selbstgenutztem Wohneigentum soll es aber offenbar bleiben.<\/p>\n<p>    ARD-Deutschlandtrend: Knappe Mehrheit f\u00fcr Reform<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sollten die Steuern auf hohe Erbschaften angehoben werden? 51 Prozent der Befragten <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutschlandtrend\/deutschlandtrend-3488.html\" title=\"ARD-DeutschlandTrend: Mehrheit f\u00fcr h\u00f6here Steuern - auch bei Unionsanh\u00e4ngern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im aktuellen ARD-Deutschlandtrend<\/a> sagen, eine solche Ma\u00dfnahme w\u00fcrde in die richtige Richtung gehen. 42 Prozent hielten dies f\u00fcr falsch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Besonders gro\u00df ist der R\u00fcckhalt f\u00fcr eine solche Erbschaftsteuer-Reform unter Anh\u00e4ngern von Gr\u00fcnen, Linken und SPD. Bei Unionsanh\u00e4ngern entspricht die Zustimmung dem Durchschnitt der Befragten, unter AfD-Anh\u00e4ngern ist sie am niedrigsten.<\/p>\n<p>    Verfassungsgericht befasst sich mit Erbschaftssteuer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Klar ist: L\u00f6cher im Bundeshaushalt lie\u00dfen sich auf diesem Weg eher nicht stopfen. Denn die Erbschaftsteuer steht den L\u00e4ndern zu, nicht dem Bund. Dennoch k\u00f6nnte bald Bewegung in die Sache kommen, weil sich mit der Erbschaftsteuer auch das Bundesverfassungsgericht besch\u00e4ftigt &#8211; und eine Entscheidung dazu steht noch aus. Je nach Ausgang k\u00f6nnten die Sozialdemokraten den erwarteten Beschluss aus Karlsruhe nutzen, um den Druck auf die Union zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aus den Reihen der SPD ist in diesen Tagen immer wieder zu h\u00f6ren, etwaige Sozialk\u00fcrzungen seien an h\u00f6here Abgaben f\u00fcr Verm\u00f6gende oder Spitzenverdiener gekn\u00fcpft. Es brauche ein ausgewogenes Gesamtpaket.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der &#8222;Herbst der Reformen&#8220;: Eine Ank\u00fcndigung, die sich aus SPD-Sicht nicht auf den Sozialstaat beschr\u00e4nken sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 26.09.2025 07:35 Uhr Gr\u00fcne und Linke wollen Erben gro\u00dfer Verm\u00f6gen st\u00e4rker in die Pflicht nehmen. 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