{"id":451626,"date":"2025-09-26T09:39:18","date_gmt":"2025-09-26T09:39:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/451626\/"},"modified":"2025-09-26T09:39:18","modified_gmt":"2025-09-26T09:39:18","slug":"leipzig-fordert-eine-landesweite-katzenschutzverordnung-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/451626\/","title":{"rendered":"Leipzig fordert eine landesweite Katzenschutzverordnung + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal versteht man die Stadtr\u00e4t\/-innen der CDU einfach nicht. Da best\u00e4tigen sie in ihre Reden, dass ein eingebrachter Antrag nur zu berechtigt ist. Und dann behaupten sie trotzdem steif und fest, dass der Antrag aus ihrer Sicht sinnlos ist. Zum Beispiel der zu einer Forderung der Stadtr\u00e4t\/-innen Anne Vollerthun (Gr\u00fcne), Susanne Scheidereiter (Linke) und Andreas Geisler (SPD), der OBM solle sich in Dresden daf\u00fcr starkmachen, dass die Staatsregierung endlich eine landesweite Katzenschutzverordnung erl\u00e4sst. Denn was in Leipzig einged\u00e4mmt wurde, wird schon an den Stadtgrenzen zum Problem.<\/p>\n<p>Besonderer Anlass f\u00fcr den Antrag der drei, der auch im Tierschutzbeirat der Stadt eine klare Zustimmung erhielt, war ein Netzwerktreffen von Fachleuten, die sich im M\u00e4rz in Delitzsch trafen und wo das Problem mit Zahlen und Ursachen diskutiert wurde.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/83c510370c8949ef93b9a9827cd695df.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/09\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/09\/1\"\/><\/p>\n<p>Und Andreas Geisler wurde recht deutlich, als er am 24. September in der Ratsversammlung vom Leid der frei laufenden und der Streunerkatzen erz\u00e4hlte, die dann in der Regel von Tierfreunden zu Tier\u00e4rzten und in Tierheime gebracht werden.<\/p>\n<p>Doch man sieht diese leidenden Katzen in Leipzig kaum noch, denn seit 30 Jahren hat Leipzig ein eigenes Kastrationsprogramm f\u00fcr frei lebende Katzen, mit dem jedes Jahr bis zu 600 Kater kastriert werden k\u00f6nnen. <a href=\"http:\/\/www.leipzig.de\/newsarchiv\/news\/kastrationsprogramm-wirkt-sich-positiv-auf-katzenpopulation-aus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ein Programm, das tats\u00e4chlich Erfolg zeitigt,<\/a> wie auch CDU-Stadtrat Hans-J\u00fcrgen Raqu\u00e9 best\u00e4tigte, der selbst Tierarzt ist. Es g\u00e4be in Leipzig kein Katzenelend mehr, best\u00e4tigte er.<\/p>\n<p>Aber das Problem f\u00e4ngt nun einmal an den Leipziger Stadtgrenzen an, denn die Nachbargemeinden haben ein solches Programm nicht. Weshalb das Katzenelend in den Randlagen der Stadt eben doch sichtbar sei, wie Andreas Geisler betonte, weil es mit den unkastrierten Katzen aus dem Umland immer wieder zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<p>Weshalb Vollerthun, Scheidereiter und Geisler eben keine lokale Katzenschutzvorordnung allein f\u00fcr Leipzig beantragten, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025351&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2174073\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sondern eine Initiative, endlich (wie in anderen Bundesl\u00e4ndern auch) eine Katzenschutzverordnung f\u00fcr ganz Sachsen zu erwirken<\/a>.<\/p>\n<p>Erst dann macht das systematische Vorgehen Sinn, bei dem alle frei lebenden Katzen m\u00f6glichst registriert und kastriert werden, was eben nicht nur die Katzenpopulation einschr\u00e4nkt und Katzenleid vermindert, wie Anne Vollerthun betonte, sondern auch andere \u00f6kologische Folgen mindert \u2013 wie das Vogelsterben durch wildernde Katzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Stadtrat-Anne_Vollerthun-Gruene-00006284.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-634637 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Stadtrat-Anne_Vollerthun-Gruene-00006284.jpg\" alt=\"Frau Anne Vollerthun (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) im Leipziger Stadtrat am 24.09.25. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Anne Vollerthun (B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen) im Leipziger Stadtrat am 24.09.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>In ihrem Antrag betonen die drei Antragsteller\/-innen: \u201eEine Katzenschutzverordnung kann und wird (so belegt in allen L\u00e4ndern und Kommunen, die das umgesetzt haben) das Leid der Tiere massiv mindern und der \u00dcberlastung der Tierschutzeinrichtungen und der Tierheime entgegenwirken. Der Freistaat Sachsen ist nach unserer Kenntnis das einzige Bundesland, welches diese M\u00f6glichkeit aktuell nicht nutzt und damit die ehrenamtlichen Tiersch\u00fctzer nicht mit Rechtssicherheit bei ihrer T\u00e4tigkeit unterst\u00fctzt.\u201c<\/p>\n<p>Womit das Problem bei Namen genannt ist: die fehlende Katzenschutzverordnung auf Landesebene.<\/p>\n<p>Eine Insell\u00f6sung l\u00f6st das Problem nicht<\/p>\n<p>Und die Argumente von Hans-J\u00fcrgen Raqu\u00e9 und Sabine Heymann zur begrenzten Wirkung einer solchen Verordnung allein auf Leipziger Gebiet hatten sie schon im Antrag widerlegt: \u201eWeil eine Insell\u00f6sung keine wirkliche L\u00f6sung darstellt und sie die Probleme an den Gemarkungsgrenzen verst\u00e4rken w\u00fcrde, pl\u00e4dieren Tiersch\u00fctzer und viele Mitglieder des Tierschutzbeirates der Stadt Leipzig f\u00fcr eine Einf\u00fchrung einer sachsenweiten Katzenschutzverordnung des Landes.<\/p>\n<p>Es gibt viele Bundesl\u00e4nder, aber auch gro\u00dfe St\u00e4dte, die mit gutem Beispiel vorangehen und sich aufgemacht haben, dieses Tierleid zu beenden. Lassen Sie uns gemeinsam auch f\u00fcr Sachsen und Leipzig aktiv werden.\u201c<\/p>\n<p>Es hilft eben nicht, wenn allein in Leipzig in gr\u00f6\u00dferem Umfang kastriert wird. Die wild lebenden Katzen wandern \u00fcber die Stadtrandlagen immer wieder ein. \u201eSeit der Novellierung der Geb\u00fchrenordnung f\u00fcr Tier\u00e4rzte im Jahr 2022 sehen Tiersch\u00fctzer eine massive Zunahme unkastrierter Freig\u00e4nger Katzen und Kater, was zu einer massiven Zunahme der F\u00e4lle bei Tierschutzvereinen und den Tierheimen f\u00fchrt und nach Aussagen der Wildvogelhilfe und von Tier\u00e4rzten inzwischen zu einer Zunahme von Vogelnotf\u00e4llen f\u00fchrt\u201c, hei\u00dft es im Antrag.<\/p>\n<p>Rund 10.000 frei lebende Katzen gibt es in Leipzig, nannte Geisler die gesch\u00e4tzte Zahl zur Leipziger Population. Und das Leipziger Kastrastionsprogramm habe nach Einsch\u00e4tzung der Experten auch tats\u00e4chlich dazu gef\u00fchrt, dass die hiesige Population zur\u00fcckgeht. Das Problem sei ged\u00e4mpft, aber nicht beseitigt, betonte Susanne Scheidereiter.<\/p>\n<p>Die Staatsregierung spart auch beim Tierschutz<\/p>\n<p>Aber die Staatsregierung hat auch den Tierschutz in ihrem Haushalt drastisch zusammengestrichen, wie der Antrag feststellt: \u201eAu\u00dferdem sollen im Haushaltsentwurf des Freistaates die bereitgestellten Gelder f\u00fcr Tierschutz (Link siehe unten) um die H\u00e4lfte gek\u00fcrzt werden. Aus diesen Mitteln wurde bisher Kastrationen \u00fcber Tierheime und \u00fcber Tierschutzvereine finanziert und es droht ein massiver Kollaps aller Beteiligten.\u201c<\/p>\n<p>Wer also redet der Staatsregierung nun ins Gewissen? Und mit wem sollte eigentlich gesprochen werden? Dazu <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2026949&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schrieb die Freie Fraktion einen eigenen Antrag<\/a>, sehr wohl wissend, dass man in Dresden erst mit einer Menge Leute reden muss, bis sich tats\u00e4chlich was bewegt: \u201eDie Verantwortung f\u00fcr die Durchsetzung kommunaler Interessen im S\u00e4chsischen Landtag liegt in erster Linie bei den dort vertretenen Landtagsfraktionen.<\/p>\n<p>Der Einfluss der Leipziger Parteimitglieder auf die jeweiligen Landtagsfraktionen scheint so unzureichend zu sein, dass es offensichtlich die Unterst\u00fctzung des OBM bedarf. Durch seine Gespr\u00e4che mit den jeweiligen Landtagsfraktionen hoffen wir, dass Interessen der Stadt Leipzig, insbesondere die Interessen der Kreisverb\u00e4nde von Gr\u00fcnen, SPD und Linken, bei der Landesregierungen und im S\u00e4chsischen Landtag Geh\u00f6r finden, in diesem Fall bez\u00fcglich einer landesweiten Katzenschutzverordnung.\u201c<\/p>\n<p>Ein Anliegen, das Andreas Geisler gern mit in den Ursprungsantrag aufnahm.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Susanne Scheidereiter <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025550&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Stellungnahme der Stadt<\/a> geradezu als \u201eunsachlich\u201c bezeichnete. Was sich m\u00f6glicherweise darauf bezog, dass die Stellungnahme wieder nur auf Leipzig einging und nicht auf das Problem auf Landesebene. Die Zahlen in der Stellungnahme de Veterin\u00e4r- und Lebensmittelaufsichtsamtes jedenfalls best\u00e4tigen den Erfolg des Leipziger Kastrationsprogramms.<\/p>\n<p>Aber es geht eben nicht um Leipzig. Und so stellte Andreas Geisler eben doch den Ursprungsantrag mitsamt dem Antrag der Freien Fraktion zur Abstimmung. Und der bekam mit 34:22 Stimmen bei sechs Enthaltungen auch die n\u00f6tige Mehrheit. Denn manche Probleme sind nun einmal nur l\u00f6sbar, wenn man der Landespolitik auf die F\u00fc\u00dfe tritt und landesweite Regelungen fordert, wo Insell\u00f6sungen allein nicht reichen.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Manchmal versteht man die Stadtr\u00e4t\/-innen der CDU einfach nicht. 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