{"id":451661,"date":"2025-09-26T09:57:11","date_gmt":"2025-09-26T09:57:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/451661\/"},"modified":"2025-09-26T09:57:11","modified_gmt":"2025-09-26T09:57:11","slug":"lg-berlin-ii-afd-muss-bundesgeschaeftsstelle-raeumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/451661\/","title":{"rendered":"LG Berlin II: AfD muss Bundesgesch\u00e4ftsstelle r\u00e4umen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t<strong><\/p>\n<p>Mit einer Wahlparty hatte die AfD ihre Vermieterin so ver\u00e4rgert, dass diese ihr fristlos k\u00fcndigte. Das LG Berlin II hat nun entschieden: Die fristlose K\u00fcndigung ist unwirksam, die Gesch\u00e4ftsstelle r\u00e4umen muss die Partei aber trotzdem.<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Die AfD muss ihre Bundesgesch\u00e4ftsstelle in Berlin im Herbst 2026 r\u00e4umen \u2013 gut ein Jahr fr\u00fcher als es der Mietvertrag vorsah. Mit einer Party nach der Bundestagswahl im Innenhof des B\u00fcrogeb\u00e4udes habe die Partei gegen Vertragspflichten versto\u00dfen, entschied das <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/gerichte\/aktuelle-urteile-und-adresse\/landgericht-berlin-ii\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" title=\"LTO Gerichtsinformation: Landgericht Berlin II\" rel=\"noopener\">Landgericht (LG) Berlin II<\/a>. Eine fristlose K\u00fcndigung rechtfertige dies allerdings nicht, erkl\u00e4rte Richter Burkhard Niebisch (Urt. v. 26.09.2025, Az. 3 O 151\/25).<\/p>\n<p>Nach der Wahlparty am 23. Februar 2025, bei der die AfD die Fassade des Geb\u00e4udes unter anderem mit dem Parteilogo bestrahlt hatte, hatte die Eigent\u00fcmergesellschaft der Immobilie im Bezirk Reinickendorf der Partei fristlos gek\u00fcndigt und sie <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/nachrichten\/n\/raeumungsklage-wegen-wahlparty\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"noopener\">auf R\u00e4umung verklagt.<\/a> Die Vermieterin war der Auffassung, die Hoffl\u00e4chen und die Au\u00dfenfassade seien nicht vom Mietvertrag erfasst. Ein Festhalten am Mietvertrag sei ihr wegen des Verhaltens der Partei nicht zumutbar.<\/p>\n<p>Fristlose K\u00fcndigung war voreilig<\/p>\n<p>Dem schloss sich das LG Berlin II an. Die AfD h\u00e4tte sich eine Genehmigung der Vermieterin f\u00fcr die Wahlparty einholen m\u00fcssen. Die au\u00dferordentliche K\u00fcndigung sei allerdings trotzdem unwirksam. Der Grund: Nach \u00a7 543 Abs. 3 BGB h\u00e4tte die Vermieterin die Partei vorher abmahnen m\u00fcssen. \u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lto.de\/index.php?eID=tx_cms_showpic&amp;file=813564&amp;md5=1e5b020f3b148ebc47c32809604fedfe3f991a44&amp;parameters%5B0%5D=eyJ3aWR0aCI6IjgwMG0iLCJoZWlnaHQiOiI2MDBtIiwiYm9keVRhZyI6Ijxib2R5&amp;parameters%5B1%5D=IHN0eWxlPVwibWFyZ2luOjA7IGJhY2tncm91bmQ6I2ZmZjtcIj4iLCJ3cmFwIjoi&amp;parameters%5B2%5D=PGEgaHJlZj1cImphdmFzY3JpcHQ6Y2xvc2UoKTtcIj4gfCA8XC9hPiJ9\" data-window-url=\"https:\/\/www.lto.de\/index.php?eID=tx_cms_showpic&amp;file=813564&amp;md5=1e5b020f3b148ebc47c32809604fedfe3f991a44&amp;parameters%5B0%5D=eyJ3aWR0aCI6IjgwMG0iLCJoZWlnaHQiOiI2MDBtIiwiYm9keVRhZyI6Ijxib2R5&amp;parameters%5B1%5D=IHN0eWxlPVwibWFyZ2luOjA7IGJhY2tncm91bmQ6I2ZmZjtcIj4iLCJ3cmFwIjoi&amp;parameters%5B2%5D=PGEgaHJlZj1cImphdmFzY3JpcHQ6Y2xvc2UoKTtcIj4gfCA8XC9hPiJ9\" data-window-target=\"thePicture\" data-window-features=\"width=800,height=533,status=0,menubar=0\" target=\"thePicture\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/csm_522525650_63503b01de.jpg\" width=\"400\" height=\"267\" title=\"Die Bundesgesch\u00e4ftsstelle der AfD in Berlin. Foto: picture alliance\/dpa | J\u00f6rg Carstensen\" alt=\"Die Bundesgesch\u00e4ftsstelle der AfD in Berlin. Foto: picture alliance\/dpa | J\u00f6rg Carstensen\" loading=\"lazy\"\/><\/a><\/p>\n<p>Die Klage auf fr\u00fchere R\u00e4umung hat das Gericht daher abgewiesen. Stattdessen muss die AfD den Gro\u00dfteil ihrer R\u00e4ume zum 30. September 2026 r\u00e4umen. Den restlichen Bereich muss sie sp\u00e4testens zum 31. Dezember 2026 verlassen haben. Diese Fristen beruhen auf der Aus\u00fcbung eines vertraglichen Sonderk\u00fcndigungsrechts der Vermieterin, das die AfD anerkannt hat. Die Mietvertr\u00e4ge laufen eigentlich noch bis Ende 2027.<\/p>\n<p>Gegen das Urteil kann innerhalb eines Monats Berufung beim Berliner Kammergericht eingelegt werden. Die Kl\u00e4gerin lie\u00df zun\u00e4chst offen, ob sie das Urteil akzeptiert. &#8222;Zum Urteil selbst k\u00f6nnen wir, gleichg\u00fcltig wie dieses ausf\u00e4llt, erst nach Vorlage der Ausfertigung und Analyse der Urteilsbegr\u00fcndung Stellung nehmen&#8220;, teilte der \u00f6sterreichische Investor Lukas Hufnagl, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Eigent\u00fcmergesellschaft, bereits am Donnerstag mit.<\/p>\n<p>Die AfD verbucht das Urteil als Erfolg: &#8222;Ein gro\u00dfer Tag f\u00fcr meine Partei. Sie sehen mich sehr gl\u00fccklich&#8220;, sagte der stellvertretende AfD-Bundessprecher und Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk, der seine Partei in der m\u00fcndlichen Verhandlung vertrat. Die Partei w\u00fcrde gerne bereits Ende Juni 2026 ihre Bundesgesch\u00e4ftsstelle verlassen, so Gottschalk, und sei bereits auf der Suche nach einer neuen Parteizentrale.<\/p>\n<p>Vermieterin erstattet auch Strafanzeige<\/p>\n<p>Hufnagl berichtete vor Gericht au\u00dferdem von Erpressungsversuchen und Bedrohungen durch den AfD-Bundesschatzmeister Carsten H\u00fctter und Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hans-Holger Malcome\u00df. Gegen beide hat Hufnagl nach eigenen Angaben Anfang Juli bei der Berliner Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen versuchter Erpressung und N\u00f6tigung erstattet.\u00a0<\/p>\n<p>Ein Sprecher der Beh\u00f6rde best\u00e4tigte den Eingang. Es werde noch gepr\u00fcft, ob ein Anfangsverdacht vorliege, teilte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Die AfD weist die Anschuldigungen zur\u00fcck. &#8222;Die Vorw\u00fcrfe sind frei erfunden&#8220;, sagte Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Malcome\u00df der dpa. Die Strafanzeige sei &#8222;prozesstaktisch motiviert&#8220; und erst zu einem sp\u00e4ten Zeitpunkt erfolgt. H\u00fctter erg\u00e4nzte: &#8222;Die Vorw\u00fcrfe entspringen seiner Fantasie.&#8220;<\/p>\n<p>dpa\/lmb\/LTO-Redaktion<\/p>\n<p>Zitiervorschlag<\/p>\n<p id=\"citeArticleContent\">\n<p>\t\t\t\t\tLG Berlin II best\u00e4tigt R\u00e4umung bis Ende 2026:<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t. In: Legal Tribune Online,<br \/>\n\t\t\t\t\t26.09.2025<br \/>\n\t\t\t\t\t, https:\/\/www.lto.de\/persistent\/a_id\/58248 (abgerufen am:<br \/>\n\t\t\t\t\t26.09.2025<br \/>\n\t\t\t\t\t)\n\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\tKopieren<br \/>\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.lto.de\/rechtliches\/zitierhinweise\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infos zum Zitiervorschlag<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einer Wahlparty hatte die AfD ihre Vermieterin so ver\u00e4rgert, dass diese ihr fristlos k\u00fcndigte. 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