{"id":452219,"date":"2025-09-26T15:11:11","date_gmt":"2025-09-26T15:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/452219\/"},"modified":"2025-09-26T15:11:11","modified_gmt":"2025-09-26T15:11:11","slug":"muenchen-frankfurt-sind-deutschlands-flughaefen-vor-drohnen-geschuetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/452219\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Frankfurt | Sind Deutschlands Flugh\u00e4fen vor Drohnen gesch\u00fctzt?"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen\/Frankfurt (dpa) &#8211; Nach wiederholten Drohnensichtungen an Flugh\u00e4fen in D\u00e4nemark und Norwegen w\u00e4chst auch in Deutschland die Sorge vor vergleichbaren Vorf\u00e4llen. In den vergangenen Tagen hatten Drohnen-Behinderungen etwa am Flughafen in Kopenhagen und Oslo f\u00fcr Aufsehen gesorgt. Ein Zusammenhang mit Provokationen aus Russland wurde von den d\u00e4nischen Beh\u00f6rden nicht ausgeschlossen. Derartige Vorkommnisse sind in Deutschland bisher nicht bekanntgeworden, gleichwohl besch\u00e4ftigen die unbemannten Flugobjekte auch hierzulande Flugh\u00e4fen und Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Gibt es eine ver\u00e4nderte Sicherheitslage an deutschen Flugh\u00e4fen?<\/p>\n<p>Nein &#8211; zumindest nicht wegen milit\u00e4rischer Drohnen. Gleichwohl haben aber St\u00f6rungen mit Drohnen an den Flugh\u00e4fen hierzulande nach Angaben der Deutschen Flugsicherung deutlich zugenommen. Die Bundespolizei spricht von einer \u00abzunehmenden Gef\u00e4hrdung des Passagierluftverkehrs\u00bb.<\/p>\n<p>In Zahlen der Flugsicherung hei\u00dft das: Im laufenden Jahr wurden bis Ende August bereits 144 Behinderungen durch Drohnen registriert, wie das Unternehmen meldete, das zu 100 Prozent dem Bund geh\u00f6rt.\u00a0Im Vorjahr seien es im selben Zeitraum 113 Vorkommnisse gewesen, im Jahr 2023 nur 99.\u00a0<\/p>\n<p>Allein am Flughafen Frankfurt am Main, dem gr\u00f6\u00dften deutschen Drehkreuz, wurden in diesem Jahr bereits 35 Behinderungen gez\u00e4hlt. Wer die Drohnen steuerte, geht aus dem Report nicht hervor. In vielen F\u00e4llen d\u00fcrften Hobby-Piloten die Ursache sein. In K\u00f6ln\/Bonn waren es 12, in D\u00fcsseldorf 9 und in Hamburg, Stuttgart und M\u00fcnchen jeweils 6. Am Berliner Hauptstadtflughafen waren es wie in Dresden je 5 Vorf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers des Anti-Drohnen-Spezialisten Aaronia GmbH, Stephan Kraschansky, kreisen \u00fcber Deutschland und anderen westlichen Staaten aber noch viel mehr Drohnen als bekannt. \u00abDie Drohnen \u00fcber d\u00e4nischen Flugh\u00e4fen, in Oslo oder \u00fcber Polen waren nur die Spitze eines Eisbergs\u00bb, sagte Kraschansky, der dpa. Es fehle oft die technische Ausr\u00fcstung, um die ferngesteuerten Luftger\u00e4te \u00fcberhaupt zu bemerken.<\/p>\n<p>Was wollen die Drohnenfl\u00fcge erreichen?<\/p>\n<p>Offenkundiges Ziel dieser Fl\u00fcge sei es, die verwundbaren Stellen der westlichen Infrastruktur genau auszukundschaften, betonte Kraschansky. Dazu geh\u00f6rten Stellwerke der Bahn, Umspannwerke der Energieversorger, Raffinerien, Flugh\u00e4fen, aber auch Kasernen und Truppen\u00fcbungspl\u00e4tze. \u00abAlles, was mit einem funktionierenden Leben zu tun hat.\u00bb<\/p>\n<p>Wer hinter diesen zahlreichen Drohnen-Eins\u00e4tzen stecke, sei nicht mit hundertprozentiger Sicherheit zu sagen. Zwar deute in Kopenhagen alles auf Russland hin, aber es sei auch denkbar, dass kriminelle Trittbrettfahrer Material zusammentr\u00fcgen, um Unternehmen zu erpressen, sagte Kraschansky weiter. Die Drohnen w\u00fcrden jedenfalls zumeist nicht in Russland gestartet, sondern von Unbekannten auf westlichem Boden gesteuert.<\/p>\n<p>Wie ist die Rechtslage in Deutschland?<\/p>\n<p>Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung werden Drohnenfl\u00fcge in Flughafenn\u00e4he in der Regel von Piloten startender oder landender Flugzeuge gemeldet, aber auch aus dem Tower des jeweiligen Flughafens beobachtet. Notfalls m\u00fcssten An- und Abfl\u00fcge vorsichtshalber eingestellt werden. Dies f\u00fchrt in der Regel zu gro\u00dfen Problemen im internationalen Luftverkehr. Drohnenfl\u00fcge sind im Umkreis von 1,5 Kilometer um Flugh\u00e4fen verboten und k\u00f6nnen mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren bestraft werden, so die Flugsicherung.\u00a0<\/p>\n<p>Im Januar hatte kurz vor der Bundestagswahl das damalige Bundeskabinett noch eine Versch\u00e4rfung des Luftsicherheitsgesetzes auf den Weg gebracht. Damit sollte die Bundeswehr bei einem drohenden besonders schweren Ungl\u00fccksfall eine Befugnis erhalten, illegal fliegenden Drohnen abzuwehren. Wegen der vorgezogenen Neuwahl wurde das Gesetz aber bis heute noch nicht vom Bundestag beschlossen &#8211; die amtierende Regierung m\u00fcsste hierzu einen neuen parlamentarischen Anlauf starten.<\/p>\n<p>Nach bisheriger Rechtslage ist ein Abschuss von Drohnen grunds\u00e4tzlich rechtlich m\u00f6glich, wie die Expertin Verena Jackson von der Universit\u00e4t der Bundeswehr in M\u00fcnchen betont. Jedoch m\u00fcsse dies verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sein und berge zudem erhebliche Gefahren &#8211; etwa durch herabfallende Tr\u00fcmmerteile oder explosive Ladung und werde deshalb bisher kaum in Betracht gezogen. Grunds\u00e4tzlich sei Deutschland nicht schlecht aufgestellt in der Drohnenabwehr.<\/p>\n<p>Wie sind die Flugh\u00e4fen derzeit gesch\u00fctzt?<\/p>\n<p>F\u00fcr die Drohnenabwehr an Flugh\u00e4fen ist in der Regel die Bundespolizei zust\u00e4ndig, im \u00fcbrigen Land ist es die Landespolizei. Ebenfalls involviert sind in die Beurteilung an den Verkehrsflugh\u00e4fen die Deutsche Flugsicherung (DFS), der Flugplatzbetreiber und die Landesluftsicherheitsbeh\u00f6rden. Die Flugh\u00e4fen selbst d\u00fcrfen nicht beurteilen, ob eine Drohne von einem Hobby-Piloten gesteuert wird oder ob es sich um eine hybride Bedrohung handelt. Vom Innenministerium in M\u00fcnchen hie\u00df es zudem, grunds\u00e4tzlich werde bei jeder Drohnensichtung eine m\u00f6gliche Strafbarkeit gepr\u00fcft.\u00a0<\/p>\n<p>In der Praxis &#8211; das zeigten auch die Vorf\u00e4lle in Kopenhagen &#8211; ist es aber alles andere als einfach, Drohnen vom Himmel zu holen. Aus einsatztaktischen Erw\u00e4gungen k\u00f6nnten keine detaillierteren Angaben zu den eingesetzten Systemen gemacht werden, hie\u00df es von der Bundespolizei. M\u00f6glich sind elektromagnetische Impulse, die St\u00f6rung von Funkverbindungen oder physische Einwirkung auf Drohnen etwa durch Fangnetze.<\/p>\n<p>Der Flughafenverband ADV fordert von der Politik eine gesetzlich gesicherte, staatliche Finanzierung von Systemen zur Drohnenerkennung und Abwehr. Der Schutz der Flugh\u00e4fen sei eine hoheitliche Aufgabe und bed\u00fcrfe modernster Technik und klarer Strukturen. Die Nachfrage nach technischer Ausr\u00fcstung zur Bek\u00e4mpfung von Drohnen sei riesig, sagte Kraschansky. Vorrangig w\u00fcrden aktuell europ\u00e4ische Staaten mit Systemen beliefert, die zivile, selbstgebaute oder milit\u00e4rische Drohnen entdecken und abwehren k\u00f6nnten. Es werde an vielen Stellen inzwischen etwas getan. Der Nachholbedarf sei immens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Frankfurt (dpa) &#8211; Nach wiederholten Drohnensichtungen an Flugh\u00e4fen in D\u00e4nemark und Norwegen w\u00e4chst auch in Deutschland die Sorge&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":452220,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1829],"tags":[772,29,5348,2050,2051,30,2052,1584,6760,4338],"class_list":{"0":"post-452219","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankfurt-am-main","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-educateme","11":"tag-frankfurt","12":"tag-frankfurt-am-main","13":"tag-germany","14":"tag-hessen","15":"tag-kriminalitaet","16":"tag-luftverkehr","17":"tag-notfall"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115271243116443418","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/452219","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=452219"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/452219\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/452220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=452219"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=452219"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=452219"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}