{"id":453036,"date":"2025-09-26T22:50:25","date_gmt":"2025-09-26T22:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/453036\/"},"modified":"2025-09-26T22:50:25","modified_gmt":"2025-09-26T22:50:25","slug":"streit-um-erste-wurstbude-vier-faeuste-fuer-die-bratwurst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/453036\/","title":{"rendered":"Streit um erste Wurstbude: Vier F\u00e4uste f\u00fcr die Bratwurst"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fchlhausen (dpa) &#8211; Lange Zeit war der Streit um die \u00e4lteste Bratwurstk\u00fcche ein bayerischer, doch nun haben Th\u00fcringen und Franken die Frage ausgeboxt &#8211; vor rund 300 Zuschauern. Ort des Spektakels: Das Bratwurstmuseum im th\u00fcringischen M\u00fchlhausen, n\u00f6rdlich des K\u00fcmmel-\u00c4quators, der bekanntlich am Rennsteig verlaufen soll.\u00a0<\/p>\n<p>Der Amateurboxer Daniel Bertz siegte im Ring in der vierten Runde durch technisches K.O. vorzeitig gegen Hasan Arli, der f\u00fcr eine N\u00fcrnberger Bratwurstk\u00fcche antrat. Bertz boxte f\u00fcr das Bratwurstmuseum M\u00fchlhausen, wo der Showkampf stattfand. Angesetzt waren urspr\u00fcnglich f\u00fcnf Runden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gabs f\u00fcrs Publikum Bratw\u00fcrste<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr den Kampf war eine neu entdeckte Urkunde und die Frage, welche Region sich des \u00e4ltesten Bratwurststandes r\u00fchmen kann. Bei der Siegerehrung gab es einen Kompromiss: Den Kampf gewann Bertz, aber N\u00fcrnberg soll weiter die \u00e4lteste Bratwurstk\u00fcche haben d\u00fcrfen. Th\u00fcringen darf sich daf\u00fcr mit der \u00e4ltesten Erw\u00e4hnung einer Bratwurst aus dem Jahr 1404 r\u00fchmen. Bertz erkl\u00e4rte sich bereit f\u00fcr einen m\u00f6glichen R\u00fcckkampf in N\u00fcrnberg. Ob es dazu kommt, ist noch unklar.\u00a0<\/p>\n<p>Es war auch schon jetzt ein Kampf \u00abmit Augenzwinkern\u00bb, wie Thomas M\u00e4uer vom Bratwurstmuseum sagte. Dazu gab es Bier, Musik und Volksfeststimmung und nat\u00fcrlich jede Menge Bratw\u00fcrste.<\/p>\n<p>Vor dem Kampf riefen Besucher rhythmisch \u00abRost-Brat-Wurst, Rost-Brat-Wurst\u00bb. Mit im Publikum: Th\u00fcringens Bratwurstk\u00f6nig Nobert I. und das Maskottchen des Bratwurstmuseums namens \u00abWurschti\u00bb. Auch aus Franken waren Zuschauer angereist und verfolgten die Show in M\u00fchlhausen.<\/p>\n<p>Showdown im Wurst-Konflikt<\/p>\n<p>Es ging um nichts Geringeres, als \u00abden traditionsreichen Titel der \u00e4ltesten Bratwurstk\u00fcche der Welt endg\u00fcltig zu kl\u00e4ren\u00bb, wie es die Veranstalter in einer Ank\u00fcndigung schrieben. Es sollte der Showdown eines Wurstkonflikts werden, der zuletzt eine \u00fcberraschende Wendung genommen hatte. Was war geschehen?<\/p>\n<p>Bislang schm\u00fcckt sich das Regensburger Lokal \u00abWurstkuchl\u00bb mit dem Titel \u00ab\u00c4lteste Bratwurststube der Welt\u00bb. Die erste urkundliche Erw\u00e4hnung eines Kochs an der Stelle stammt von 1378. Vor rund 25 Jahren war schon einmal ein Streit mit der Bratwursthochburg N\u00fcrnberg um das \u00e4lteste Lokal entbrannt. Damals konnten die Regensburger die \u00e4lteste Erw\u00e4hnung vorlegen.<\/p>\n<p>N\u00fcrnberger Gastronomin forderte Boxkampf<\/p>\n<p>Vor kurzem fanden Erfurter Forscher allerdings Hinweise, dass der \u00e4lteste Bratwurststand m\u00f6glicherweise in Th\u00fcringen liegt. In einer Urkunde von 1269 sei von einer H\u00fctte und einem Br\u00e4ter an der bekannten Kr\u00e4merbr\u00fccke die Rede, teilten der Projektleiter Welterbe der Th\u00fcringer Landeshauptstadt, Martin Sladeczek, und der emeritierte Historiker Karl Heinemeyer mit. Die Urkunde wurde durch Zufall bei Nachforschungen \u00fcber die Geschichte der Br\u00fccke gefunden.<\/p>\n<p>Die Entdeckung ging durch die Medien. Schlie\u00dflich forderte die N\u00fcrnberger Gastronomin Sofia Hilleprandt das Bratwurstmuseum zu einem Kampf um die Wurst mit F\u00e4usten heraus &#8211; mit einem Augenzwinkern. Nun gibt es eine Entscheidung.<\/p>\n<p>S\u00f6der und Voigt witzeln \u00fcber Wettessen\u00a0<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich hatten sich auch Th\u00fcringens Ministerpr\u00e4sident Mario Voigt (CDU) und Bayerns Regierungschef Markus S\u00f6der (CSU) in den Streit eingeschaltet. Beide witzelten in einem gemeinsamen Interview \u00fcber ein m\u00f6gliches Bratwurst-Wettessen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abMario w\u00e4re sicher ein harter Gegner gewesen\u00bb, hatte S\u00f6der in einem Gespr\u00e4ch mit der Verlagsgruppe Hof, Coburg, Suhl, Bayreuth (HCSB) gesagt. Voigt erwiderte, dass er sich den Wettbewerb zutraue, schlie\u00dflich habe er im Wahlkampf-Sommer vergangenes Jahr 104 Bratw\u00fcrste gegessen.\u00a0<\/p>\n<p>Das Bratwurstmuseum signalisierte am Rande des Boxkampfes Bereitschaft, den Wettbewerb auszutragen. \u00abMarkus, Mario, wir haben geliefert\u00bb, schallte es bei der Siegerehrung aus dem Ring.\u00a0<\/p>\n<p>Auch Streit um Ursprung der Currywurst\u00a0<\/p>\n<p>Der Bratwurststreit zwischen N\u00fcrnberg, Regensburg und Erfurt ist nicht der einzige. So wird beispielsweise der Ursprung der Currywurst in verschiedenen deutschen St\u00e4dten verortet, etwa in Berlin, Hamburg oder Duisburg.<\/p>\n<p>Grob oder fein, mit Majoran oder Knoblauch, mit und ohne K\u00fcmmel: Es gibt unz\u00e4hlige Bratwurstvarianten in Deutschland. N\u00f6rdlich des Th\u00fcringer K\u00fcmmel-\u00c4quators kann sich das Gew\u00fcrz in den W\u00fcrsten finden, s\u00fcdlich eher nicht.\u00a0<\/p>\n<p>Aus Th\u00fcringen soll die \u00e4lteste Bratwurst kommen. Im Jahr 1404 wurde in Arnstadt \u00ab1 Groschen f\u00fcr Bratwurstd\u00e4rme\u00bb ausgegeben, wie aus einem Rechnungseintrag eines Klosters hervorgeht. Aus Sicht von Thomas M\u00e4uer vom Deutschen Bratwurstmuseum ist diese Rechnung der erste Nachweis f\u00fcr die Bratwurst \u00fcberhaupt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fchlhausen (dpa) &#8211; Lange Zeit war der Streit um die \u00e4lteste Bratwurstk\u00fcche ein bayerischer, doch nun haben Th\u00fcringen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":453037,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[17274,772,3364,29,4974,22935,30,702,8970,1209,37075,7490],"class_list":{"0":"post-453036","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-brauchtum","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-essen-und-trinken","13":"tag-fest-kultur","14":"tag-germany","15":"tag-lebensmittel","16":"tag-muenster","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-thringen","19":"tag-vermischtes"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115273047911451833","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/453036","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=453036"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/453036\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/453037"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=453036"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=453036"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=453036"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}