{"id":453304,"date":"2025-09-27T01:25:12","date_gmt":"2025-09-27T01:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/453304\/"},"modified":"2025-09-27T01:25:12","modified_gmt":"2025-09-27T01:25:12","slug":"manga-aus-chemnitz-warum-david-fueleki-die-japanischen-comics-so-liebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/453304\/","title":{"rendered":"Manga aus Chemnitz: Warum David F\u00fcleki die japanischen Comics so liebt"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nEr war schon immer ein Optimist. <a name=\"David\">David<\/a> F\u00fcleki hat nicht nur an seine Zukunft als K\u00fcnstler geglaubt, sondern immer auch an die St\u00e4rke des Mangas: &#8222;Es sind ja nicht immer nur diese stereotypen, gro\u00dfen Augen, kleine Nasen, kleine M\u00fcnder&#8220;, so der K\u00fcnstler. &#8222;Man kann ja ganz viel mit Manga transportieren \u2013 Emotionen und so weiter. Wenn das der Markt erkennt, kann man damit doch alles bespielen.&#8220;\n<\/p>\n<p>Manga \u2013 Begegnung mit dem Unbekannten<\/p>\n<p class=\"text\">\nDavid hat das Genre f\u00fcr sich entdeckt, als das Wort Manga in Deutschland noch komplett unbekannt war. Undeutlich erinnert er sich an einen Band, den er in einem Kiosk gefunden hatte. Und er habe gleich gef\u00fchlt, &#8222;das ist was ganz Gro\u00dfes, was du hier hast&#8220;. Erst nach und nach hat er die Kunstform wirklich verstanden \u2013 warum so wenig Farbe genutzt wird und warum sp\u00e4tere B\u00e4nde andersherum gelesen wurden. Erst allm\u00e4hlich haben die Verlage dem <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/buchmesse\/sachsen-anhalt-thueringen-leipzig-buch-verlag-sorgen-kultur-news-100.html\" title=\"Leipziger Buchmesse: Damit k\u00e4mpfen Verlage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">deutschen Publikum<\/a> alle Eigenheiten des <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/leipzig-leipzig-land\/manga-uebersetzer-branche-honorare-brief-kultur-news-100.html\" title=\"Offener Brief von Manga-\u00dcbersetzern: Zwischen Arbeitsflut und Honorarflaute\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">japanischen Kulturimports<\/a> zugemutet.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Man kann ja ganz viel mit Manga transportieren.<\/p>\n<p>David F\u00fcleki, Mangaka<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDie Faszination bei David F\u00fcleki war geweckt. Gemeinsam mit einigen Freunden organisierte er sich immer neuen Nachschub \u2013 im fr\u00fchen Internet-Zeitalter noch eine echte Herausforderung. Sie planten, wer vom Dorf in die n\u00e4chste Stadt f\u00e4hrt und den neuen Band kauft. Einer hatte sogar Kontakt zu einem Mann in Spanien aufgebaut, der DVDs schickte. Auch die Eltern von David F\u00fcleki sollten die Geschichten mitlesen oder die <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/kino-und-film\/beste-anime-filme-ueberblick-tipps-104.html\" title=\"Leipziger Buchmesse: Die 8 besten Anime-Filme f\u00fcr Einsteiger\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Animes<\/a> mitschauen.\n<\/p>\n<p><a name=\"Der\">Der<\/a> Traum von K\u00fcnstlerleben<\/p>\n<p class=\"text\">\nF\u00fcleki hatte schon immer gerne gemalt und gezeichnet. Anfangs immer im Stil der Werner-Comics von R\u00f6tger Feldmann. Doch nun wusste er, er will Mangas zeichnen. Das machte er zun\u00e4chst vor allem in der Schule, w\u00e4hrend des Mathe- oder Deutschunterrichts. Irgendwann h\u00e4tten die Lehrerinnen und Lehrer akzeptiert, dass bei ihm immer alles vollgekritzelt war, erinnert sich der K\u00fcnstler. Die Noten seien auch gut genug gewesen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEine gro\u00dfe Inspiration war f\u00fcr ihn <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/leipzig-leipzig-land\/manga-comic-con-tod-toriyama-kultur-news-100.html\" title=\"Trauer um Akira Toriyama bei Manga-Comic-Con Leipzig\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Akira Toriyama<\/a>, der Erfinder der Kultserie &#8222;Dragon Ball&#8220;. Bei Mangas ist es oft \u00fcblich, dass die Kunstschaffenden in kleinen Comicstrips am Rand der eigentlichen Erz\u00e4hlung auch etwas aus ihrem Alltag berichten. So hat Toriyama beispielsweise erz\u00e4hlt, wie er die fertigen Manga-Seiten an den Verlag in die gro\u00dfe Stadt schickt.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer junge David F\u00fcleki dachte sich: &#8222;Wenn der das in seiner Pr\u00e4fektur Aichi in Japan hinbekommt, von dort aus dieses Imperium zu leiten, dann kann ich doch auch aus dem Erzgebirge, aus der K\u00fcche meiner Neubauwohnungen ein Imperium leiten.&#8220; F\u00fcr den jungen K\u00fcnstler war das nur eine Frage der Zeit.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEin wenig Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung geh\u00f6rt bei David F\u00fcleki offenbar dazu. Er war auch immer \u00fcberzeugt, dass seine Zeichnungen schon perfekt waren. &#8222;Dann guckst du nach einem halben Jahr nochmal auf diese Zeichnungen und merkst: Das war ja sehr schlecht!&#8220; Aber David blieb dran, er wollte unbedingt an seinem Traum festhalten. Bis heute tr\u00e4umt er davon, \u00fcber viele B\u00e4nde eine gro\u00dfe Geschichte erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p>Kritik am deutschen Manga<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie erste Bewerbung schickte tats\u00e4chlich seine Mutter ab, erz\u00e4hlt F\u00fcleki. Heimlich habe sie einige Kopien an den Carlsen Verlag geschickt, der wohlwollend absagte. Sp\u00e4ter suchte David auch selbst immer wieder den Kontakt zu Verlagen. Er nahm an Wettbewerben teil, schaffte 2003 in <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/buchmesse\/manga-comic-con-leipzig-zweitausendfuenfundzwanzig-best-of-video-highlights-102.html\" title=\"Buchmesse &amp; Manga-Comic-Con: Die sch\u00f6nsten Momente im exklusiven Video \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Leipzig<\/a> einen dritten Platz. Bald folgten auch offizielle Ver\u00f6ffentlichungen. 2009 erschien schlie\u00dflich sein erster gro\u00dfer Erfolg in dem noch jungen Manga-Verlag Tokyopop: &#8222;Struwwelpeter: Die R\u00fcckkehr&#8220;.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAllerdings ist David F\u00fcleki nie nach Japan gegangen, um dort seinen Zeichenstil zu verbessern, um an der Quelle zu lernen. F\u00fcr Manga-Fans war das damals noch ein gro\u00dfes Problem: Manga sollte japanisch sein, alles andere eine Beleidigung. \u00d6ffentliche Kritik und Anfeindungen f\u00fcr nicht-japanische Kunstschaffende waren die Folge.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch f\u00fcr David ging es bei Manga nie <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/leipzig-leipzig-land\/audio-2769758.html\" title=\"Manga-\u00dcbersetzerin: zwischen Auftragsflut und Honorarflaute\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">um das Japanische<\/a>, sondern um den &#8222;Mut zu \u00fcbertreiben&#8220;, erkl\u00e4rt er. &#8222;Manga muss sich alles trauen d\u00fcrfen, das muss immer so noch ein Schritt weiter gehen, als es sich andere Comic-Kulturen erlauben.&#8220; Au\u00dferdem hat ihn von Anfang an das Filmische am Manga gereizt. Die Seiten sind dynamischer gestaltet als etwa beim franko-belgischen Comic. Es wird mehr mit Close-Ups gearbeitet als beim US-amerikanischen Comic.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEine weitere wichtige Inspiration war der Mangaka Eiichir\u014d Oda, der mit <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/buchmesse\/comics-japan-manga-108.html\" title=\"Manga-Comic-Con 2025: 5 Mangas, die Kult sind\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;One Piece&#8220;<\/a> einen Riesenhit landete. Unter anderem, weil der K\u00fcnstler so anders zeichnete, riesige Nasen statt feine Gesichtsz\u00fcge. Wie Oda nutzt auch David F\u00fcleki alles zur Inspiration, seien es Filme oder alte ungarische Comics von seinem Vater.\n<\/p>\n<p>David F\u00fclekis Rolle auf dem <a name=\"Markt\">Markt<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nSchlie\u00dflich studierte David F\u00fcleki Medienwissenschaften in <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/chemnitz\/anime-manga-convention-cosplay-stadthalle-102.html\" title=\"Anime- und Manga-Fans zur &quot;ShiroCo&quot;: Cosplayer am Wochenende in Chemnitz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chemnitz<\/a>. Denn es ging ihm nicht nur um den richtigen Strich, sondern auch darum, wie man am besten Geschichten erz\u00e4hlt, wie die Produktion l\u00e4uft und wie man sein Werk an das Publikum herantr\u00e4gt. W\u00e4hrend seines Studiums ver\u00f6ffentlichte er viel im Eigenverlag. In Nacht-und-Nebel-Aktionen druckte er Zeichnungen aus, <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/buecher-buchherstellung-umweltfreundlich-100.html\" title=\"Warum nachhaltiges Publizieren auch an uns h\u00e4ngt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">heftete sie zusammen<\/a> und verkaufte sie auf Comic-Messen. F\u00fcr viele ist das heute noch der Weg, um ihre Werke unter die Leute zu bringen und Geld zu verdienen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nF\u00fcr j\u00fcngere Kunstschaffende ist David inzwischen auch ein Mentor, der gerne Abl\u00e4ufe erkl\u00e4rt und f\u00fcr bessere Bedingungen k\u00e4mpft. &#8222;Im Prinzip hangelt man sich immer nur von von einer Deadline zur n\u00e4chsten und das muss man auch mental abk\u00f6nnen, weil man eigentlich nie eine entspannte Phase hat&#8220;, erz\u00e4hlt der Illustrator. Er schlafe selten l\u00e4nger als f\u00fcnf Stunden in der Nacht, oft auch gar nicht. Phasen der Ersch\u00f6pfung m\u00fcsse man einplanen. Zeichnen sei eine unglaublich langwierige Arbeit, erkl\u00e4rt David. Zwei Seiten an einem Tag zu schaffen, sei f\u00fcr ihn das Maximum.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nF\u00fcnf oder sechs B\u00fccher stellt David jedes Jahr fertig \u2013 so k\u00f6nne man gut von dem <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/manga-zeichner-uebersetzer-arbeitsbedingungen-gehalt-102.html\" title=\"Manga: \u00dcbersetzer und Zeichner klagen \u00fcber Stress, Burnout und Verletzungen \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Einkommen<\/a> leben. Er arbeitet jedoch nicht nur an Mangas, sondern \u00fcbernimmt unterschiedliche Auftr\u00e4ge: Er zeichnet Comics f\u00fcr Kinder oder illustriert Unternehmenskampagnen. Er scheint es zu lieben, sich dort auszuprobieren, den Sachen seinen F\u00fcleki-Manga-Stempel aufdr\u00fccken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Er war schon immer ein Optimist. 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