{"id":454330,"date":"2025-09-27T11:00:13","date_gmt":"2025-09-27T11:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/454330\/"},"modified":"2025-09-27T11:00:13","modified_gmt":"2025-09-27T11:00:13","slug":"atomstreit-was-wuerden-die-un-sanktionen-fuer-den-iran-bedeuten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/454330\/","title":{"rendered":"Atomstreit: Was w\u00fcrden die UN-Sanktionen f\u00fcr den Iran bedeuten?"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faq<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 27.09.2025 11:33 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>In den Verhandlungen zu Irans Atomprogramm gibt es bisher keine L\u00f6sung, ab kommender Nacht k\u00f6nnten deshalb wieder UN-Sanktionen gegen das Land gelten. Wie hart w\u00fcrden die Strafma\u00dfnahmen den Iran treffen &#8211; und droht damit die Eskalation?<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Konflikt um das iranische Atomprogramm haben Deutschland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien Ende August den Mechanismus zur Wiedereinf\u00fchrung von UN-Sanktionen gegen die Islamische Republik ausgel\u00f6st. Nachdem eine diplomatische L\u00f6sung bislang ausgeblieben ist, sollen ab Sonntag um 2:01 Uhr mitteleurop\u00e4ischer Zeit erneut Strafma\u00dfnahmen aus den Jahren 2006 bis 2010 gelten. Was w\u00fcrden diese Sanktionen f\u00fcr den Iran bedeuten? Ein \u00dcberblick.<\/p>\n<p>    Welche Folgen haben die UN-Sanktionen gegen den Iran?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bereits jetzt ist der Iran mit harten Sanktionen belegt, die vor allem auf den Energiesektor des \u00f6l- und gasreichen Landes zielen. Zudem ist das Land weitgehend vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten. Die Sanktionen haben den Staat mit knapp 90 Millionen Einwohnern in eine schwere Wirtschaftskrise gest\u00fcrzt. Sie trifft vor allem die arme Bev\u00f6lkerung und eine schwindende Mittelschicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die reaktivierten Sanktionen umfassen ein allgemeines Waffenembargo sowie zahlreiche Strafma\u00dfnahmen gegen Einzelpersonen und Organisationen. Laut einer Analyse des Washington Institute d\u00fcrften die wirtschaftlichen Folgen begrenzt bleiben, da Teheran bereits einer Vielzahl weitreichender US-Sanktionen unterliegt. Viele internationale Unternehmen meiden den Iran seit langem aus Sorge vor US-Strafma\u00dfnahmen. F\u00fcr Familien mit geringem und mittlerem Einkommen d\u00fcrfte der finanzielle Druck jedoch weiter zunehmen.<\/p>\n<p>    Warum ist das iranische Atomprogramm international so umstritten?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit Jahrzehnten liegt der Westen im Streit mit der Islamischen Republik \u00fcber deren Atomprogramm. Israel, die USA und europ\u00e4ische Staaten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Die iranische F\u00fchrung weist dies zur\u00fcck und verweist auch auf ein religi\u00f6ses Rechtsgutachten von Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei, demzufolge Massenvernichtungswaffen verboten sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Westliche Staaten zeigten sich insbesondere wegen der zuletzt stark gestiegenen Urananreicherung besorgt. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde (IAEA) verf\u00fcgte der Iran vor Beginn des israelischen Kriegs gegen das Land \u00fcber mehr als 400 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. F\u00fcr den Bau von Atomwaffen sind mehr als 90 Prozent n\u00f6tig. IAEA-Chef Rafael Grossi betonte wiederholt, der Iran sei der einzige Staat ohne Atomwaffen, der nahezu waffenf\u00e4higes Material produziere.<\/p>\n<p>    Warum wurden die Sanktionen jetzt wieder eingef\u00fchrt?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Europ\u00e4er hatten Ende August <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/iran-snapback-mechanismus-100.html\" title=\"Atomstreit: Europ\u00e4ische L\u00e4nder wollen weitere Iran-Sanktionen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">den sogenannten Snapback-Mechanismus<\/a> aktiviert, der im Wiener Atomabkommen von 2015 verankert war. Er diente dazu, den Iran bei Nichteinhaltung seiner Verpflichtungen im Rahmen des Wiener Atomdeals wieder mit Sanktionen belegen zu k\u00f6nnen. Deutschland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien sind neben den USA, Russland und China Mitunterzeichner des Deals. Dieser sah eine Begrenzung der iranischen Urananreicherung auf maximal 3,67 Prozent sowie eine strenge \u00dcberwachung vor. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In seiner ersten Amtszeit hatte US-Pr\u00e4sident Donald Trump die Vereinbarung einseitig aufgek\u00fcndigt. Zugleich lie\u00df Trump neue und h\u00e4rtere Sanktionen gegen den Iran verh\u00e4ngen. Erhoffte Lockerungen von Sanktionen und ein wirtschaftlicher Aufschwung blieben aus. In der Folge hielt sich auch die iranische F\u00fchrung nicht mehr an die Auflagen des Deals. Seit Jahren bereits wird er faktisch nicht mehr umgesetzt. Teheran hat die Wiedereinf\u00fchrung der Sanktionen daher als illegitim kritisiert.\u00a0<\/p>\n<p>    Wie steht es um die iranische Wirtschaft?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die landeseigene W\u00e4hrung Rial war bereits vor Inkrafttreten der fr\u00fcheren UN-Sanktionen auf ein Rekordtief gest\u00fcrzt. Ein Euro kostete auf dem freien Devisenmarkt 1,27 Millionen Rial, wie aus Daten iranischer W\u00e4hrungsportale hervorging. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren, als der Wiener Atomdeal Hoffnungen auf \u00d6ffnung und Aufschwung weckte, lag der Kurs bei 40.000 Rial. Damit hat die W\u00e4hrung rund 97 Prozent ihres Werts gegen\u00fcber dem Euro eingeb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>    Eskaliert nun der Atomstreit mit dem Iran?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Israel hatte im Juni zw\u00f6lf Tage lang Krieg gegen den Iran gef\u00fchrt und <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/iran-reaktion-usa-angriffe-102.html\" title=\"JD Vance: &quot;F\u00fchren keinen Krieg gegen Iran, sondern gegen Atomprogramm&quot;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gemeinsam mit den USA<\/a> zentrale Einrichtungen des Atomprogramms bombardiert, darunter auch die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/iran-fordo-102.html\" title=\"Krieg gegen den Iran: Fordo - ein Problem f\u00fcr Israel und f\u00fcr Trump\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">unterirdische Anlage Fordo<\/a>. Zum Ausma\u00df der Zerst\u00f6rungen an den Atomanlagen <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/iran-atomanlagen-angriffe-100.html\" title=\"Angriffe auf Irans Atomanlagen: Zerst\u00f6rung oder nur geringe Sch\u00e4den?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gibt es unterschiedliche Angaben<\/a>.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">US-Pr\u00e4sident Trump sagte wiederholt, dass die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/usa-angriff-iran-atomanlagen-100.html\" title=\"Trump verk\u00fcndet vollst\u00e4ndige Zerst\u00f6rung iranischer Atomanlagen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nuklearen F\u00e4higkeiten Irans &#8222;ausgel\u00f6scht&#8220;<\/a> worden seien. Irans Regierung sprach von schweren Sch\u00e4den. Teheran hat dem Westen f\u00fcr den Fall einer Wiedereinf\u00fchrung der UN-Sanktionen mit Gegenreaktionen gedroht. Konservative Kr\u00e4fte im Iran forderten etwa den<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/iran-atomwaffen-sperrvertrag-100.html\" title=\"Iran droht mit Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag<\/a>. Ob die F\u00fchrung diesen Schritt tats\u00e4chlich geht, ist jedoch unklar. Beobachter erwarten in diesem Fall ein deutlich erh\u00f6htes Eskalationsrisiko mit dem Westen sowie die Gefahr neuer israelischer Angriffe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der iranische Sicherheitsrat k\u00fcndigte f\u00fcr den Fall einer Reaktivierung der Sanktionen an, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/iran-iaea-atomprogramm-100.html\" title=\"Iran und IAEA vereinbaren Rahmen f\u00fcr neue Atominspektionen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein vor knapp drei Wochen mit der IAEA geschlossenes Abkommen<\/a> zur Wiederaufnahme von Inspektionen aufzuk\u00fcndigen. Nach dem Krieg hatte die Regierung die Zusammenarbeit ausgesetzt. Die IAEA gab auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa bekannt, dass in dieser Woche bereits Inspektionen stattgefunden h\u00e4tten. Nach Angaben aus diplomatischen Kreisen handelt es sich dabei aber um keine umfassende Wiederaufnahme von \u00dcberwachungsma\u00dfnahmen, wie sie westliche Staaten gefordert hatten. Neue Inspektionen und ein Bericht \u00fcber den Verbleib des hochangereicherten Urans waren zentrale Forderungen der Europ\u00e4er f\u00fcr eine diplomatische L\u00f6sung, um die Sanktionen noch abzuwenden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im UN-Sicherheitsrat stimmten derweil am Freitagabend neun von 15 Mitgliedern gegen einen von Irans Verb\u00fcndeten China und Russland eingebrachten Resolutionsentwurf, der Teheran mehr Zeit f\u00fcr Verhandlungen \u00fcber sein Atomprogramm verschaffen sollte, um die Wiedereinf\u00fchrung der Sanktionen doch noch abzuwenden. Teheran beorderte daraufhin laut Staatsmedien seine Botschafter in Berlin, Paris und London zu Konsultationen zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faq Stand: 27.09.2025 11:33 Uhr In den Verhandlungen zu Irans Atomprogramm gibt es bisher keine L\u00f6sung, ab kommender&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":454331,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[782,13,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-454330","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-faq","9":"tag-headlines","10":"tag-nachrichten","11":"tag-news","12":"tag-schlagzeilen","13":"tag-top-news","14":"tag-top-meldungen","15":"tag-topmeldungen","16":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115275918551229864","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/454330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=454330"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/454330\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/454331"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=454330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=454330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=454330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}