{"id":454476,"date":"2025-09-27T12:25:12","date_gmt":"2025-09-27T12:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/454476\/"},"modified":"2025-09-27T12:25:12","modified_gmt":"2025-09-27T12:25:12","slug":"faq-wie-es-um-die-russische-wirtschaft-steht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/454476\/","title":{"rendered":"FAQ: Wie es um die russische Wirtschaft steht"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faq<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 27.09.2025 13:24 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Steuererh\u00f6hungen und Warnungen vor einer Rezession: Die Kriegsindustrie h\u00e4lt Russland zwar wirtschaftlich noch am Laufen, doch viele andere Bereiche schw\u00e4cheln. Ein \u00dcberblick. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Warnzeichen f\u00fcr die russische Volkswirtschaft werden mehr. Selbst hochrangige Regierungsmitglieder warnen vor einem deutlichen R\u00fcckgang der Wachstumszahlen. Nun muss das Kabinett auch noch <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/russland-krieg-mehrwertsteuer-100.html\" title=\"Russland will f\u00fcr Krieg Mehrwertsteuer erh\u00f6hen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mit einer \u00fcberraschenden Mehrwertsteuererh\u00f6hung<\/a> das Volk zur Kasse bitten, um die enormen Kriegsausgaben zu decken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">US-Pr\u00e4sident Donald Trump bezeichnete Russland zuletzt als &#8222;Papiertiger&#8220;, die Wirtschaft sei in einem &#8222;f\u00fcrchterlichen Zustand&#8220;. Droht dem Land tats\u00e4chlich eine Krise?<\/p>\n<p>    Welche Branchen kriseln aktuell?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In vielen zivilen Bereichen gibt es offensichtliche Probleme. &#8222;Eine schwierige Situation in einzelnen Sektoren&#8220;, sagte die russische Zentralbankchefin Elvira Nabiullina vor einer Woche dazu und f\u00fchrte als Beispiele die \u00d6lf\u00f6rderindustrie sowie Kohle und Stahl an. Daneben klagen auch die Autobauer \u00fcber sinkende Absatzzahlen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Wohnungsbau herrscht seit dem Wegfall staatlich gest\u00fctzter Hypothekenkredite schon l\u00e4nger Flaute. Und nun erh\u00f6ht sich auch noch der Druck auf den Einzelhandel durch eine Steuererh\u00f6hung.<\/p>\n<p>    Wie hoch d\u00fcrfte das Wachstum ausfallen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die <a href=\"https:\/\/www.ebrd.com\/home\/news-and-events\/news\/2025\/growth-in-ebrd-regions-to-hold-steady-under-global-pressures.html\" title=\"Europ\u00e4ische Bank f\u00fcr Wiederaufbau und Entwicklung\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Europ\u00e4ische Bank f\u00fcr Wiederaufbau und Entwicklung senkte ihre Wachstumsprognose<\/a> f\u00fcr Russland und erwartet f\u00fcr dieses Jahr nur noch eine um 1,3 Prozent h\u00f6here Wirtschaftsleistung. Zugleich liegt diese Erwartung immer noch \u00fcber den Zahlen f\u00fcr Deutschland oder den Euro-Raum, die mit weniger als einem Prozent Wirtschaftswachstum rechnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das russische Finanzministerium senkte seine Wachstumsprognose f\u00fcr 2025 von 2,5 Prozent auf 1,5 Prozent. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/weltwirtschaft\/leitzinsen-russland-100.html\" title=\"Russische Zentralbank senkt Leitzins weniger als erwartet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sberbank-Chef German Gref hatte gar vor einer Krise gewarnt<\/a>: Sollte die Zentralbank die Zinsen nicht drastisch senken, werde das Land in eine Rezession geraten.<\/p>\n<p>    Wie reagiert die russische Regierung?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Mehrwertsteuer soll zum Jahreswechsel von 20 auf 22 Prozent steigen. Mehr noch: Nun sollen auch kleinere Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als zehn Millionen Rubel (gut 100.000 Euro) diese Steuer zahlen &#8211; bisher lag die Grenze beim Sechsfachen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Anhebung kommt einerseits unerwartet: 2024 hatte Kremlchef Wladimir Putin noch versprochen, die Steuern bis 2030 nicht anzutasten. Andererseits galt der Schritt seit L\u00e4ngerem als unausweichlich wegen des gewaltigen Haushaltsdefizits &#8211; allein bis August sind es 43 Milliarden Euro.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Geld sei etwa f\u00fcr die Finanzierung von Verteidigung und Sicherheit n\u00f6tig, schreibt das Finanzministerium. Mit anderen Worten: f\u00fcr die weitere Kriegsf\u00fchrung.<\/p>\n<p>    Wie belastet der Krieg Russlands Wirtschaft?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Krieg gegen die Ukraine hat das Preisgef\u00fcge durcheinandergebracht. Viele Unternehmen au\u00dferhalb der R\u00fcstungsindustrie m\u00fcssen wegen Fachkr\u00e4ftemangels auch im Zuge der milit\u00e4rischen Mobilisierungskampagne hohe L\u00f6hne zahlen, um ihre Mitarbeiter zu halten oder neue zu gewinnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dazu kommen die Kosten f\u00fcr die Kriegsf\u00fchrung. Die sind schwer zu beziffern: Aber allein die Haushaltsausgaben f\u00fcr die Posten Verteidigung und Innere Sicherheit belaufen sich in diesem Jahr auf 135 Milliarden Euro &#8211; etwa 40 Prozent der Gesamtausgaben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nicht eingerechnet sind hier die vor allem langfristigen Kosten der Sanktionen, die sich wegen der Einfuhrbeschr\u00e4nkungen in technologischem R\u00fcckstand ausdr\u00fccken, und die Kriegssch\u00e4den. Denn auch die grenznahen russischen Gebiete und weiter im Hinterland vor allem die \u00d6lindustrie leiden schwer unter den Angriffen, mit denen die Ukraine ihren Abwehrkampf f\u00fchrt.<\/p>\n<p>    Wie schwer trifft es die russische \u00d6lindustrie?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Russlands \u00d6lindustrie leidet seit geraumer Zeit unter den Sanktionen. Moskau ist gezwungen, den Rohstoff mit Rabatt auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Vor allem Indien und China greifen hier noch zu.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Inzwischen wird aber auch die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/russland-raffinerie-brand-100.html\" title=\"Brand in russischer \u00d6lraffinerie nach Drohnenangriff\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wirkung der ukrainischen Drohnenangriffe<\/a> deutlich. Im europ\u00e4ischen Teil Russlands wurden Dutzende Raffinerien angegriffen, teils mussten sie monatelang den Betrieb einstellen. Die Krise hat nun auch die russische Regierung zugegeben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vizeregierungschef Alexander Nowak hat bis Jahresende das Exportverbot von Benzin und Diesel verl\u00e4ngert, weil es im Land selbst an Treibstoff mangelt. Moskaus Statthalter auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim, Sergej Aksjonow, sah sich in einem Video dazu gezwungen, die Einwohner zu beruhigen. Die Lage werde sich in zwei Wochen entspannen, versprach er.<\/p>\n<p>    Was steht hinter der &#8222;Papiertiger&#8220;-Aussage Trumps?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Russland sei schwach und wirke nach dreieinhalb Jahren Krieg ohne echte Erfolge &#8222;wie ein Papiertiger&#8220;, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er zeigte sich nach einem Treffen mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj sogar \u00fcberzeugt, dass Kiew &#8222;mit Unterst\u00fctzung der Europ\u00e4ischen Union in der Lage ist, die gesamte Ukraine in ihrer urspr\u00fcnglichen Form zur\u00fcckzugewinnen&#8220;. Wladimir Putin und Russland steckten in gro\u00dfen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, schrieb er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Damit \u00e4nderte Trump seinen sonst positiven Tonfall gegen\u00fcber Moskau. Sollte sich die Rhetorik in neuen Sanktionen gegen Russlands Wirtschaft oder einer st\u00e4rkeren milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine niederschlagen, w\u00e4re das f\u00fcr Russland tats\u00e4chlich ein schwerer Schlag. Gerade zus\u00e4tzlicher Druck auf den \u00d6l- und Gassektor w\u00fcrden Russlands Kriegskasse weiter zusetzen. Ob Trump aber tats\u00e4chlich handeln wird, gilt weiter als v\u00f6llig ungewiss.<\/p>\n<p>    Was passiert, wenn Russland den Krieg beendet?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Kriegsende w\u00fcrde den <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/russland-angriffe-kiew-selenskyj-fordert-reaktionen-100.html\" title=\"Selenskyj dr\u00e4ngt auf sch\u00e4rfere Russland-Sanktionen - Trump zeigt sich offen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sanktionsdruck<\/a> lindern und zur Beendigung der ukrainischen Angriffe auf die russische \u00d6lindustrie f\u00fchren. Zugleich ist die R\u00fcstungsindustrie angesichts der Probleme in den zivilen Sektoren diejenige Branche, die das Wirtschaftswachstum noch am Leben erh\u00e4lt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Sektor ist f\u00fcr acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich. Eine R\u00fcckumstellung auf eine Friedenswirtschaft w\u00fcrde einen massiven Einbruch bedeuten. Zudem ist unklar, was mit den R\u00fcckkehrern von der Front passieren soll. Es droht ein Anstieg der Arbeitslosigkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faq Stand: 27.09.2025 13:24 Uhr Steuererh\u00f6hungen und Warnungen vor einer Rezession: Die Kriegsindustrie h\u00e4lt Russland zwar wirtschaftlich noch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":454477,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13,871,14,15,307,12,10,8,9,11,103,3945,104,26781],"class_list":{"0":"post-454476","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-headlines","9":"tag-inflation","10":"tag-nachrichten","11":"tag-news","12":"tag-russland","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-top-news","15":"tag-top-meldungen","16":"tag-topmeldungen","17":"tag-topnews","18":"tag-welt","19":"tag-wirtschaftswachstum","20":"tag-world","21":"tag-zentralbank"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115276253133500804","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/454476","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=454476"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/454476\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/454477"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=454476"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=454476"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=454476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}