{"id":454776,"date":"2025-09-27T15:18:10","date_gmt":"2025-09-27T15:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/454776\/"},"modified":"2025-09-27T15:18:10","modified_gmt":"2025-09-27T15:18:10","slug":"eu-opfert-trump-die-alubranche-unsere-schrottexporte-in-die-usa-sind-blanker-wahnsinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/454776\/","title":{"rendered":"EU opfert Trump die Alubranche: &#8222;Unsere Schrottexporte in die USA sind blanker Wahnsinn&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Aluminium ist der versteckte Superstar des Alltags und unverzichtbar f\u00fcr Mobilit\u00e4ts- sowie Energiewende. Aluminium kann au\u00dferdem perfekt recycelt werden, unendlich oft und mit geringem Energieverbrauch. Niemand beherrscht den Prozess besser als Europa, der Technologievorsprung ist riesig. Doch die Werke stehen leer und die Jobs verschwinden: H\u00e4ndler verkaufen das Altmetall neuerdings lieber an die USA. &#8222;\u00dcber den Zolldeal kann man nur den Kopf sch\u00fctteln&#8220;, sagt Rob van Gils. Der Aluunternehmer beschreibt im <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/audio\/Podcast\/Klima-Labor\/\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Klima-Labor&#8220;<\/a> von ntv eine Branche, die f\u00fcr den Green Deal viele Millionen Euro in ihre Werke investiert hat, jetzt aber am Abgrund steht. Ihm zufolge l\u00e4sst sich Europa von den USA und auch von China \u00fcber den Tisch ziehen. &#8222;Die EU-Kommission lebt gerne in ihrer regelbasierten Welt, aber leider h\u00e4lt sich sonst niemand an diese Regeln&#8220;, sagt van Gils. Seine Warnung ist deutlich: Ohne Exportverbot steht die Branche vor dem Aus.<\/p>\n<p><b>ntv.de: Aluminium ist ein Allesk\u00f6nner. Wo steckt das \u00fcberall drin?<\/b><\/p>\n<p>Rob van Gils: Aluminium begegnet man im Alltag st\u00e4ndig, ohne es wahrzunehmen, weil es oft als Konstruktion dient. Im Auto wird Aluminium in der Struktur verbaut: in den Sto\u00dfstangen, im Seitenaufprallschutz und bei den Batteriebahnen. Das ist sicherheitsrelevant, das sch\u00fctzt Sie bei einem Unfall. Die E-Mobilit\u00e4t ist eine Anwendung, die in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Aluminium steckt in Z\u00fcgen, Flugzeugen, Handys, Fenstern \u2026<\/p>\n<p>  <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/d86b4559-fb09-476f-95ac-01da04624b4c.jpg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Rob van Gils ist Vorstandsvorsitzender von Hammerer Aluminium Industries, Pr\u00e4sident von Aluminium Deutschland und Vizepr\u00e4sident von European Aluminium.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/d86b4559-fb09-476f-95ac-01da04624b4c.jpg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Rob van Gils ist Vorstandsvorsitzender von Hammerer Aluminium Industries, Pr\u00e4sident von Aluminium Deutschland und Vizepr\u00e4sident von European Aluminium.<\/p>\n<p class=\"article__aside__copy\">(Foto: Hammerer Aluminium Industries)<\/p>\n<p><b>Vielleicht h\u00e4tten wir fragen sollen, wo es nicht drin steckt \u2026<\/b><\/p>\n<p>Das w\u00e4re einfacher gewesen. Aluminium wurde bewusst als kritisches Material eingestuft. Ohne geht nichts, auch in der Energiewende. Es ist wichtig f\u00fcr Solar und Wind.<\/p>\n<p><b>Was macht es so flexibel einsetzbar?<\/b><\/p>\n<p>Aluminium l\u00e4sst sich gut verformen. Man kann es pressen, walzen, gie\u00dfen und beliebig oft recyceln: Es ist kein Problem, wenn das Produkt nicht mehr ben\u00f6tigt wird. Man schmilzt alte Alufolie ein und macht neue daraus, und zwar mit sehr geringem Energieaufwand. Aluminium ist eines der nachhaltigsten Metalle \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p><b>Und wo kommt es her?<\/b><\/p>\n<p>Das ist in riesigen Mengen in der Erdkruste vertreten, nahe unter der Oberfl\u00e4che. Man muss nicht sehr tief gehen. Regionen wie Afrika, Australien oder Brasilien sind pr\u00e4destiniert f\u00fcr den Abbau. Das w\u00fcrde auch in Europa gehen, das Problem ist: Man baut Bauxit ab und gewinnt daraus Tonerde, das Aluminium liegt also gebunden vor und muss abgespalten werden. Dieser Prozess ist energieintensiv. Aufgrund der Energiekosten ist diese Prim\u00e4rerzeugung in Europa in den vergangenen Jahrzehnten stark geschrumpft. In Deutschland ist ein <a href=\"https:\/\/www.trimet.eu\/de\/\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">Unternehmen<\/a> \u00fcbrig. Stattdessen hat man sich eher in Richtung Recycling und Kreislaufwirtschaft bewegt.<\/p>\n<p> <strong class=\"article__aside__title\">Wo finde ich das &#8222;Klima-Labor&#8220;?<\/strong> <\/p>\n<p>Dieses Interview ist eigentlich ein Podcast, den Sie auch anh\u00f6ren k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Wo? Sie finden das &#8222;Klima-Labor&#8220; bei <a href=\"https:\/\/plus.rtl.de\/podcast\/klima-labor-von-ntv-wie-retten-wir-die-erde-s6g6gj4v6jnnz\" target=\"_blank\" rel=\"Follow noopener\">RTL+<\/a>, <a rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/music.amazon.de\/podcasts\/d2c0c2d1-32a2-4f14-8628-1cdf8ae023f0\/klima-labor-von-ntv-wie-retten-wir-die-erde\">Amazon Music<\/a>, <a rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/klima-labor-von-ntv-wie-retten-wir-die-erde\/id1583245007\">Apple Podcasts<\/a>, <a rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/2f1fH1zprRwjX9EqKE3hMJ\">Spotify<\/a> und als <a rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/audio\/Podcast\/Klima-Labor\/rss\">RSS-Feed<\/a>. Klicken Sie einfach die Links an. <\/p>\n<p>Sie haben eine Frage? Schreiben Sie uns eine E-Mail an klimalabor@ntv.de.<\/p>\n<p><b>Was ja nicht unbedingt schlecht sein muss, oder?<\/b><\/p>\n<p>In einer globalisierten Welt sollte man Produkte dort erzeugen, wo es \u00f6konomisch am meisten Sinn ergibt. Gleichwohl w\u00e4re es aus Gr\u00fcnden der Innovation, der Abh\u00e4ngigkeit und der Resilienz wichtig, die verbliebenen Prim\u00e4rkapazit\u00e4ten zu halten. In Kombination mit dem Recyclingsystem k\u00f6nnte man den europ\u00e4ischen Bedarf im Wesentlichen ohne Importe aus dem Ausland bedienen.<\/p>\n<p><b>Wie sieht das Recyclingsystem aus?<\/b><\/p>\n<p>Es gibt zwei Str\u00f6me: einmal eine geschlossene Anwendung, bei der Lieferanten und Kunden Produkte erzeugen. Bei dieser Produktion f\u00e4llt Schrott an, der sofort in den Kreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt wird, um mit derselben Qualit\u00e4t dasselbe Produkt herzustellen. Der andere Strom ist das klassische Recycling: Aludosen und Alufolie werden entsorgt, aufbereitet und ebenfalls wiederverwendet. Dieser Prozess ist etabliert, sprich: Aus der Dose wird eine neue Dose, aus der Folie eine neue Folie. Bei Bauschutt ist es nichts anderes: Das Material kommt in einen Ofen, bis es schmilzt. Dann gibt man wie beim Kochen verschiedene Zutaten hinzu, in diesem Fall verschiedene Schrotte. Am Ende kommt ein Produkt heraus, das der Kunde ben\u00f6tigt. Europa ist in dem Bereich weltweit f\u00fchrend. Das machen wir seit Jahrzehnten, der Vorsprung ist riesig.<\/p>\n<p><b>Nur mit Recycling kann man den europ\u00e4ischen Bedarf aber nicht decken?<\/b><\/p>\n<p>Kurzfristig nicht, das Gesch\u00e4ft w\u00e4chst zu stark. Solange das der Fall ist, ist man immer auf neues Prim\u00e4raluminium angewiesen. Man darf auch nicht vergessen: Die Aludose ist schnell zur\u00fcck im Kreislauf. Ein Auto f\u00e4hrt dagegen 15 oder 20 Jahre, ehe es verschrottet wird. Sobald der Markt ges\u00e4ttigt ist, w\u00e4re es zumindest technisch m\u00f6glich, den Bedarf komplett mit Recycling zu decken, aber das dauert noch einige Jahrzehnte.<\/p>\n<p><b>Die Lage ist aktuell aber: Europa f\u00fchrt beim Recycling, trotzdem wird immer mehr Aluminiumschrott exportiert. Warum das?<\/b><\/p>\n<p>Die kurze Antwort ist: Wir nehmen das in Kauf, weil wir Freihandel unterst\u00fctzen. Ausf\u00fchrlicher sieht es so aus: Manche Schrotte sind stark verunreinigt. Die kann man entweder sehr teuer oder sehr manuell separieren, sprich: Man bezahlt Leute daf\u00fcr, dass sie das von Hand erledigen. Das passiert zum Beispiel in Indien.<\/p>\n<p><b>Wo die Lohnkosten niedriger sind?<\/b><\/p>\n<p>Ein gutes St\u00fcck, ja. In Indien wird das au\u00dferdem unter Bedingungen gemacht, unter denen wir Menschen in Europa nie arbeiten lassen w\u00fcrden. Das braucht man nicht sch\u00f6nzureden. Wir haben uns in dem Bereich hohe Standards auferlegt. Das ist grunds\u00e4tzlich toll, aber nur, wenn andere L\u00e4nder mitziehen. Machen sie das nicht, k\u00f6nnen sie mehr f\u00fcr diesen Schrott bezahlen und ihn sp\u00e4ter trotzdem g\u00fcnstiger aufbereiten und mit Gewinn weiterverkaufen. Das zweite Problem ist ganz frisch: Einer unserer wichtigsten Handelspartner hat Aluminium auf die Liste der Rohstoffe gesetzt, die der nationalen Sicherheit dienen.<\/p>\n<p><b>Die USA?<\/b><\/p>\n<p>Ja. Aluminium wurde mit einem 50-prozentigen Zoll belegt. Auf Schrott gilt aber nur ein Zoll von 15 Prozent, der ist explizit davon ausgenommen. Damit entsteht ein Preisunterschied auf dem Aluminiummarkt, der ein sogenanntes Arbitragegesch\u00e4ft erm\u00f6glicht und diesen Schrott verst\u00e4rkt in die USA zieht. Das muss die EU unbedingt stoppen. Sonst waren alle Investitionen der Branche im Recyclingbereich f\u00fcr den Green Deal der EUumsonst. Unsere Anlagen stehen leer und Europa macht sich abh\u00e4ngig, weil man neues Prim\u00e4raluminium mit einem viel h\u00f6heren CO2-Abdruck importieren muss, um den Bedarf zu decken. Das kann nicht sein. Dar\u00fcber kann man nur mit dem Kopf sch\u00fctteln.<\/p>\n<p><b>Ihre Branche ist mit der Kritik am Zolldeal mit den USA <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Zoll-Deal-frustriert-deutsche-Unternehmen-article25947505.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">nicht<\/a> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Deutsche-Industrie-kritisiert-Zoll-Einigung-mit-den-USA-article25990188.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">allein<\/a>. Die EU-Kommission verteidigt sich, indem sie sagt: Das Abkommen schafft immerhin Stabilit\u00e4t. Das Argument zieht nicht?<\/b><\/p>\n<p>Welche Stabilit\u00e4t denn? Auf Schrott gilt ein Zoll von 15 Prozent, auf Aluminium 50 Prozent. Fertige Produkte? 15 Prozent. Beinhalten diese Produkte allerdings Aluminium, werden auf diesen Anteil ebenfalls 50 Prozent hinaufgeschlagen. Das ist ein Wirrwarr \u2026 Deshalb jammern <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Das-Worst-Case-Szenario-ist-laengst-eingetreten-article26007607.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">die Maschinenbauer<\/a> doch so, die haben de facto keine Planungssicherheit. Dazu kommt das erw\u00e4hnte Arbitragegesch\u00e4ft. Das ist das Worst-Case-Szenario. Uns kommt quasi unser Rohstoff abhanden, weil die Amerikaner deutlich mehr bezahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Wie muss man sich dieses Arbitragegesch\u00e4ft vorstellen? <\/b><\/p>\n<p>Ein Schrotth\u00e4ndler kann entscheiden, wem er seinen Schrott verkauft. In Europa zahlen wir einen Preis x. Der US-H\u00e4ndler kann den Schrott dank Z\u00f6llen f\u00fcr x plus 50 Prozent verkaufen und somit ein Vielfaches dessen verdienen, was er normalerweise bek\u00e4me. Der K\u00e4ufer kann sich das auch leisten, weil seine Kunden das Aluminium nat\u00fcrlich ben\u00f6tigen und den Aufschlag deshalb ebenfalls bezahlen. Ob das f\u00fcr die Inflation der USA so schlau ist, sei mal dahingestellt.<\/p>\n<p><b>Es gab die Hoffnung, dass sich die USA mit den Z\u00f6llen haupts\u00e4chlich selbst schaden, aber in diesem Fall ist die Strategie der Trump-Regierung perfekt aufgegangen: Die USA sichern sich diesen kritischen und sicherheitsrelevanten Rohstoff, w\u00e4hrend die EU sich ver\u00e4ppeln l\u00e4sst?<\/b><\/p>\n<p>Ich habe diese Strategie nie infragegestellt, denn ich kenne einige Firmenbosse in den USA mit direktem Kontakt ins Wei\u00dfe Haus. Die haben diesen Plan auf den Tisch gelegt und wurden geh\u00f6rt: Den Schrott sollte man niedrig besteuern, denn den ben\u00f6tigen wir. Bei den Produkten w\u00e4re ein hoher Zoll dagegen super, dann k\u00f6nnen wir lokale Kapazit\u00e4ten wieder hochfahren. <\/p>\n<p><b>Ausnahmsweise haben wir sehr wertvollen Schrott. Um diesen Schrott haben wir eine weltweit f\u00fchrende Branche aufgebaut, aber statt diese damit zu f\u00fcttern, verkaufen wir ihn f\u00fcr viel Geld ins Ausland, um ihn sp\u00e4ter noch teurer zur\u00fcckzukaufen?<\/b><\/p>\n<p>Wenn man so will, ist &#8222;Schrott&#8220; in diesem Fall wirklich der falsche Begriff. Das ist ein wertvoller Rohstoff, aus dem wir hochwertige Produkte herstellen, ohne dass man am Ende wei\u00df: War es Altmetall oder neues? Und beim Recycling wird nur f\u00fcnf Prozent des Energieverbrauchs ben\u00f6tigt, der bei der Prim\u00e4rerzeugung anf\u00e4llt. Wir werden in Europa immer vergleichsweise hohe Energiekosten haben. Den Schrott dann zu exportieren, ist blanker Wahnsinn. Fairerweise muss man sagen, dass China und Indien seit einigen Jahren ebenfalls gro\u00dfe Mengen einkaufen. Die USA eskalieren die Situation zus\u00e4tzlich. Damit muss Schluss sein. Die EU-Kommission lebt gerne in ihrer regelbasierten Welt. Leider h\u00e4lt sich sonst niemand mehr an diese Regeln. Deshalb ben\u00f6tigen wir dringend Exportrestriktionen, damit wir diesen wertvollen Rohstoff in Europa halten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Diese Nachteile bei den Energiekosten und Umweltstandards m\u00f6chte die EU eigentlich mit dem <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Sabine-Nallinger-Stiftung-Klimawirtschaft-Deutsche-Autobauer-werden-pleitegehen-article25056792.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">CBAM<\/a> ausgleichen. Das ist eine Art CO2-Steuer f\u00fcr energieintensive Importe, die vor gut zwei Jahren in Kraft getreten ist. Das bringt auch nichts?<\/b><\/p>\n<p>Der CBAM ist sicherlich gut gemeint, aber auch hier ist das Problem: Br\u00fcssel glaubt, dass wir in einer regelbasierten Welt leben und alle diese Regeln akzeptieren. Die Realit\u00e4t ist, dass globale Unternehmen immer einen Weg finden, diese Regeln zu umgehen. China hat seinen Marktanteil bei der Aluminiumproduktion in den vergangenen 20 Jahren von 10 auf fast 70 Prozent gesteigert. 90 Prozent dieses Aluminiums wird mit Kohlestrom hergestellt. Das ist das Schmutzigste, was man machen kann. Inzwischen betreiben die Chinesen aber auch Aluminiumh\u00fctten mit Wasserkraft. In Zukunft k\u00f6nnte China das Kohle-Aluminium einfach bei sich behalten und das Hydro-Aluminium nach Europa exportieren, dann ist das CBAM-Problem gel\u00f6st, ohne dass sich am globalen CO2-Fu\u00dfabdruck etwas ge\u00e4ndert h\u00e4tte.<\/p>\n<p><b>Und beim Recycling?<\/b><\/p>\n<p>Dort besteht dieses Problem durch den niedrigen Energieverbrauch gar nicht. Der chinesische CO2-Fu\u00dfabdruck ist auf oder sogar unterhalb des europ\u00e4ischen Niveaus. Sorry, aber unsere Regeln sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.<\/p>\n<p><b>Das ist keine Regulierungsl\u00fccke, die ganze Regulierung ist \u00fcberfl\u00fcssig?<\/b><\/p>\n<p>Die Regulierung hat auf jeden Fall so viele L\u00fccken, dass wir sie in dem zeitlichen Rahmen, der uns zur Verf\u00fcgung steht, nicht alle schlie\u00dfen k\u00f6nnen. Was machen wir denn mit fertigen Produkten wie einem E-Auto von BYD? Wie erw\u00e4hnt, Aluminium steckt \u00fcberall drin. Das ist ein Regulierungswahn \u2026 eine kurzfristige L\u00f6sung ist schlichtweg nicht realistisch.<\/p>\n<p><b>Von welchen Zeitr\u00e4umen sprechen wir?<\/b><\/p>\n<p>Die Schrottpreise gehen durch die Decke. Die Mengen, die in die USA exportiert werden, steigen stetig an. Sie haben sich allein in diesem Jahr verdoppelt. Es gibt in der Branche eine gewisse Hoffnung, Zur\u00fcckhaltung oder auch Angst, dass sich etwas an dem Zollabkommen \u00e4ndert. Aber wenn Europa jetzt keine Exportrestriktionen einf\u00fchrt, ist der Schrott weg und wird so schnell nicht wiederkommen.<\/p>\n<p><b>Die EU muss den Export von Aluminiumschrott verbieten?<\/b><\/p>\n<p>Den Export von dem, was noch \u00fcbrig ist. So ist es. Wenn sich die Nachfrage nicht erholt und wir weitere Recyclingkapazit\u00e4ten streichen, sprechen wir \u00fcber Werkschlie\u00dfungen. Wir haben unser Werk in Soest 2015 \u00fcbernommen und seitdem 75 Millionen in innovative Produkte f\u00fcr die Automobilindustrie und Maschinenbauer investiert. Die waren sehr erfolgreich im Export, wir waren auf Wachstumskurs. Das br\u00f6ckelt alles weg. Vor drei Jahren waren wir bei knapp 500 Mitarbeitern, aktuell bewegen wir uns in Richtung 400. Das sind 20 Prozent weniger.<\/p>\n<p><b>Nur wegen des Zollabkommens?<\/b><\/p>\n<p>Nein, die Probleme summieren sich. Die treibenden Faktoren sind die sinkende Nachfrage sowie die steigenden Energie- und Materialkosten. Die Personalkosten und der B\u00fcrokratieaufwand steigen ebenfalls. Das ist ein Gesamtpaket der Wettbewerbsf\u00e4higkeit, an das die Politik dringend ran muss.<\/p>\n<p><b>Die Nachfrage sinkt? Sie sollte doch wachsen?<\/b><\/p>\n<p>Die Automobilindustrie und die Solarwirtschaft sind zwei wichtige M\u00e4rkte, f\u00fcr unseren Standort ist die E-Mobilit\u00e4t sogar der wichtigste: Batterien machen die Autos schwerer, deshalb wird Leichtbau wichtiger. Ein E-Auto enth\u00e4lt deutlich mehr Aluminium als ein Verbrenner. Deswegen haben wir so viel Geld in Soest investiert und hatten weitere Ausbaupl\u00e4ne. Die liegen jetzt wieder in der Schublade, weil die Politik einen Zickzackkurs f\u00e4hrt, statt Planbarkeit herzustellen.<\/p>\n<p><b>Inwiefern?<\/b><\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/EU-Kommission-Klimaziele-fuer-2030-sind-erreichbar-article25797928.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">Green Deal<\/a> der EU-Kommission war Politik mit dem Vorschlaghammer. Es wurde massiv in den Markt eingegriffen. Trotzdem haben sich viele Unternehmen darauf verlassen und investiert. Beim E-Auto sieht man aber, dass der Markt nicht ausgereift war. Wir haben die Skalierung \u00fcbersprungen und jetzt das Dilemma.<\/p>\n<p><b>Die deutschen Autobauer dr\u00e4ngen darauf, das Verbrenner-Aus zur\u00fcckzunehmen. Das w\u00fcrde weiteren Schaden verursachen?<\/b><\/p>\n<p>Ja, das schadet uns und den meisten anderen Unternehmen wahrscheinlich auch. Ich bin im engen Austausch mit den Autobauern, das sind unsere Kunden: Die halten an E-Mobilit\u00e4t fest, aber man hat schwer untersch\u00e4tzt, wie lange der Wandel dauert. Jetzt m\u00fcssen wir f\u00fcr Europa gemeinsam eine wettbewerbsf\u00e4hige Lieferkette und Produktion aufbauen, damit wir uns gegen die Chinesen behaupten k\u00f6nnen. Das muss unser Anspruch sein.<\/p>\n<p><b>Jetzt muss man den Green Deal konsequent unterst\u00fctzen, auch wenn es ein zu starker Eingriff in den Markt war?<\/b><\/p>\n<p>Ja, alles andere w\u00e4re der Worst Case. Die Politik muss konsequent bleiben, dann wei\u00df jeder in der Lieferkette, wo die Reise hingeht. Es dauert nur l\u00e4nger, aber alle arbeiten gemeinsam daran. Ich traue uns und Europa zu, dass wir die Kurve kriegen und die Lage in zwei, drei Jahren deutlich positiver aussieht.<\/p>\n<p>Mit Rob van Gils sprachen <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/incoming\/Clara-Pfeffer-article22772720.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">Clara Pfeffer<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Christian-Herrmann-article21584372.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">Christian Herrmann<\/a>. Das Gespr\u00e4ch wurde zur besseren Verst\u00e4ndlichkeit gek\u00fcrzt und gegl\u00e4ttet. Das komplette Gespr\u00e4ch k\u00f6nnen Sie sich im Podcast <a href=\"https:\/\/plus.rtl.de\/podcast\/klima-labor-von-ntv-wie-retten-wir-die-erde-s6g6gj4v6jnnz\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Klima-Labor&#8220;<\/a> anh\u00f6ren.<\/p>\n<p> <strong class=\"article__aside__title\">Klima-Labor von ntv<\/strong> <\/p>\n<p>Was hilft wirklich gegen den Klimawandel? Funktioniert Klimaschutz auch ohne Job-Abbau und w\u00fctende Bev\u00f6lkerung? Das &#8222;Klima-Labor&#8220; ist der ntv-Podcast, in dem <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/incoming\/Clara-Pfeffer-article22772720.html\" rel=\"noopener\">Clara Pfeffer<\/a> und <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Christian-Herrmann-article21584372.html\" rel=\"noopener\">Christian Herrmann<\/a> Ideen, L\u00f6sungen und Behauptungen der unterschiedlichsten Akteure auf Herz und Nieren pr\u00fcfen. <\/p>\n<p>Ist Deutschland ein <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Deutschland-ist-kein-Strombettler-erklaert-Bruno-Burger-von-Energy-Charts-im-Klima-Labor-article24357979.html\" rel=\"noopener\">Strombettler<\/a>? Rechnen wir uns die Energiewende <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Klima-Labor-mit-Veronika-Grimm-Wir-rechnen-uns-die-Kosten-der-Energiewende-schoen-article25560360.html\" rel=\"noopener\">sch\u00f6n<\/a>? <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Wer-Staatshilfen-will-kann-gehen-Volkswirt-Reint-Gropp-im-Klima-Labor-article24738136.html\" rel=\"noopener\">Vernichten<\/a> erneuerbare Energien Arbeitspl\u00e4tze oder <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Klima-Labor-zum-Arbeitsmarkt-Einstellungen-nach-Kompetenz-sind-in-Deutschland-selten-article25651428.html\" rel=\"noopener\">schaffen<\/a> sie welche? Warum w\u00e4hlen St\u00e4dte wie Gartz die AfD &#8211; und gleichzeitig einen jungen <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Klima-Labor-mit-Luca-Piwodda-Gartz-waehlt-AfD-und-einen-jungen-Windkraft-Buergermeister-article25691630.html\" rel=\"noopener\">Windkraft-B\u00fcrgermeister<\/a>?<\/p>\n<p>Das Klima-Labor von ntv: Jeden Donnerstag eine halbe Stunde, die informiert, Spa\u00df macht und aufr\u00e4umt. Bei ntv und \u00fcberall, wo es Podcasts gibt: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/plus.rtl.de\/podcast\/klima-labor-von-ntv-wie-retten-wir-die-erde-s6g6gj4v6jnnz\">RTL+<\/a>, <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/music.amazon.de\/podcasts\/d2c0c2d1-32a2-4f14-8628-1cdf8ae023f0\/klima-labor-von-ntv-wie-retten-wir-die-erde\">Amazon Music<\/a>, <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/klima-labor-von-ntv-wie-retten-wir-die-erde\/id1583245007\">Apple Podcasts<\/a>, <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/2f1fH1zprRwjX9EqKE3hMJ\">Spotify<\/a>, <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/audio\/Podcast\/Klima-Labor\/rss\">RSS-Feed<\/a> <\/p>\n<p>Sie haben Fragen an uns? Schreiben Sie eine E-Mail an klimalabor@ntv.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aluminium ist der versteckte Superstar des Alltags und unverzichtbar f\u00fcr Mobilit\u00e4ts- sowie Energiewende. 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