{"id":454822,"date":"2025-09-27T15:43:11","date_gmt":"2025-09-27T15:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/454822\/"},"modified":"2025-09-27T15:43:11","modified_gmt":"2025-09-27T15:43:11","slug":"parlamentswahl-in-moldau-russland-und-die-eu-ringen-um-moldau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/454822\/","title":{"rendered":"Parlamentswahl in Moldau: Russland und die EU ringen um Moldau"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 27.09.2025 17:16 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Bei der Parlamentswahl morgen in Moldau entscheiden die Menschen, ob das Land weiterhin einen proeurop\u00e4ischen Kurs f\u00e4hrt &#8211; oder ob es sich Russland zuwendet.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Silke Diettrich und Bj\u00f6rn Blaschke, ARD Moskau, zzt. Chisinau\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Osten teilt es eine mehr als 1.000 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine, ansonsten grenzt es nur an Rum\u00e4nien: Moldau. Rund drei Millionen Wahlberechtigte im In- und Ausland sind aufgefordert, \u00fcber die Zukunft der Republik abzustimmen. Laut Pr\u00e4sidentin Maia Sandu ist die Parlamentswahl &#8222;die wichtigste in der Geschichte&#8220; des kleinen Landes.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Moldauer m\u00fcssen sich entscheiden: Zwischen einer weiteren Ann\u00e4herung an die EU und einer R\u00fcckorientierung Richtung Russland. Das Thema stand w\u00e4hrend des Wahlkampfes im Vordergrund der 23 Parteien, Parteib\u00fcndnisse und unabh\u00e4ngigen Kandidaten, die sich um die 101 Sitze im Parlament bewerben.<\/p>\n<p>    Einmischung Russlands beklagt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kein Auftritt von Moldaus Pr\u00e4sidentin Maia Sandu oder Regierungschef Dorin Recean, bei dem sie nicht Russlands Einmischung in die Parlamentswahl beklagten. Russland heuere Menschen an, um Falschnachrichten zu produzieren und zu verbreiten, so Sandu erst vor wenigen Tagen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcberhaupt hei\u00dft es in der Republik Moldau allenthalben, Moskau gebe viel Geld f\u00fcr seinen hybriden Krieg in Moldau aus. Erst vor Kurzem wurde ein neuer Fall bekannt. Auf der Internetseite des Polizeidirektorats hei\u00dft es, ein staatlicher russischer Konzern habe f\u00fcr eine Million Euro Vertr\u00e4ge abgeschlossen, Schein-Vertr\u00e4ge.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Fernsehen f\u00fchrte der Generaldirektor der Polizei von Moldau, Viorel Cernauteanu, das aus und sagte, das Nationale Zentrum f\u00fcr Korruptionsbek\u00e4mpfung habe Vertragsf\u00e4lschungen bei gro\u00dfen Wirtschaftsakteuren dokumentiert. &#8222;Mit Schein-Vertr\u00e4gen haben sie sich die Finanzierung eines moldauischen Medienkonzerns gesichert, um Desinformation und prorussische Propaganda zu betreiben.&#8220;<\/p>\n<p>    Desinformationen aufgedeckt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Ziarul de Gard\u0103&#8220; &#8211; zu Deutsch: &#8222;Zeitungsw\u00e4chter&#8220; &#8211; ist ein unabh\u00e4ngiges Medienteam, das eine Wochenzeitung auf Russisch und Rum\u00e4nisch herausbringt. Dazu produzieren die Medienschaffenden in ihrem kleinen Studio Internet-, TV- und Radioprogramme. Gerade haben sie eine Investigativ-Dokumentation ver\u00f6ffentlicht, die zeigt, wie Desinformation funktioniert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwei Journalistinnen der Redaktion hatten eine sogenannte Troll-Farm unterwandert. Eine von ihnen: Natalia Zaharescu. Sie beschreibt in einer Dokumentation, was sie zum Beispiel vor dem Jahreswechsel 2024\/2025 leisten sollte: &#8222;Eine der der ersten Aufgaben war, ein TikTok-Video zu produzieren &#8211; mit einer speziellen Melodie, zu der wir neben einem Weihnachtsbaum tanzen sollten.&#8220;<\/p>\n<p>    60 Euro pro Monat<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dazu, so Zaharescu weiter, sollte sie vier W\u00fcnsche f\u00fcr das neue Jahr posten: &#8222;H\u00f6here Renten, faire Wahlen, billiges Gas und dass LGBTQ in der Republik Moldau verboten werden m\u00fcsse.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Neben Zaharescu waren mehrere hundert weitere Trolle angeheuert. F\u00fcr gut 60 Euro im Monat sollten sie die EU schlecht reden &#8211; oder behaupten, Br\u00fcssel wolle Moldau in einen Krieg f\u00fchren. Gleich dem, der in der Ukraine tobt. Das wichtigste Ergebnis der Recherche: Das Geld, das f\u00fcr die Kampagnen zur Verf\u00fcgung gestellt wurde, sollte direkt aus Moskau \u00fcberwiesen werden.<\/p>\n<p>    Hybride Angriffe geplant?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch nicht nur mit Online-Kampagnen versucht Russland, Einfluss auf die Wahl in der Republik Moldau zu nehmen: Am vergangenen Montag kam es im Land zu einem Gro\u00dfeinsatz der Polizei. Im ARD-Interview \u00e4u\u00dferte sich Regierungschef Dorin Recean dazu:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Es hat 250 Durchsuchungen gegeben, 74 Leute wurden verhaftet, weil sie Destabilisierungsaktionen planten. Sie wurden in einem Lager in Serbien ausgebildet. Dabei haben sie trainiert, wie sie die Polizei und \u00f6ffentliche Einrichtungen angreifen &#8211; und wie sie zu Unruhe stiften. Das ist Teil der hybriden Angriffe Russlands auf Moldau.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Prorussische Aktivisten und Politiker widersprechen derlei Erkl\u00e4rungen. Und einer der Hauptgegner von Sandu, der Patriotische Block, wirft der Regierungspartei vor, durch den Bruch mit Moskau die wirtschaftliche Lage verschlechtert und die Gaspreise in die H\u00f6he getrieben zu haben. Die Partei pl\u00e4diert f\u00fcr eine Entspannung der Beziehungen zu Russland und verspricht h\u00f6here Renten.<\/p>\n<p>    Diskussion \u00fcber Geld aus dem Ausland<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Anwalt Sergey Mishin, der einigen Politikern des Patriotischen Blocks nahe steht, sagt von sich, er sei parteilos. Parteiisch ist er dennoch: Mishin sagt von sich, es gebe niemanden in Moldau, der prorussischer ist als er selbst.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Anwalt nutzt den Kurznachrichtendienst Telegram zu offener Kritik an der EU und ihren F\u00fcrsprechern in Moldau. Und: Mishin bestreitet, dass Russland sich in Moldau einmische: &#8222;Sie denken, wenn die Regierung, der Regierungschef, die Pr\u00e4sidentin, ein Parlamentspr\u00e4sident so etwas sagt, dann sei es wahr &#8230; . Es stimmt aber hundertprozentig nicht. Die haben keinen Beweis daf\u00fcr, dass Russland Geld hierher bringt. Nein! Null! Ich glaube der Polizei nicht. Ich sehe viel Geld aus Europa.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich hat Br\u00fcssel Moldau einen Wachstumsplan versprochen: 1,8 Milliarden Euro. Davon wurden in diesem Jahr rund 300 Millionen ausgesch\u00fcttet, f\u00fcr den Bau von Krankenh\u00e4usern, Schulen, Infrastrukturma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Gegner der Regierungspartei behaupten jedoch, das Geld sei \u00fcberwiegend in den Taschen von Pr\u00e4sidentin Sandu und ihren Pro-EU-Mitstreitern verschwunden. Dabei ist Korruption ein Problem, das laut Transparency International die gesamte Gesellschaft betrifft.<\/p>\n<p>    Stimmen der Wahlberechtigten im Ausland wohl entscheidend<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Russland und die EU: Sie ringen um Moldau &#8211; und der Ausgang der Parlamentswahl Sonntag ist v\u00f6llig ungewiss. Laut Experten des Think Tanks Watchdog liegt Maia Sandus Regierungspartei PAS in den letzten Umfragen vorne. F\u00fcr eine Mehrheit reiche es aber m\u00f6glicherweise nicht. Die Stimmen der Wahlberechtigten im Ausland w\u00fcrden entscheidend.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei allem Ringen um Moldau sei eines jedoch klar, so Andrej Curararu von Watchdog: &#8222;Der Unterschied ist die Rechtsstaatlichkeit. Die EU nimmt nicht mit illegalen Mitteln in Moldau Einfluss. Wir sehen auch keine verdeckten Aktionen europ\u00e4ischer Geheimdienste, die von russischen dagegen schon.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese und weitere Reportagen sehen Sie im Europamagazin &#8211; am Sonntag um 12.45 Uhr im Ersten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 27.09.2025 17:16 Uhr Bei der Parlamentswahl morgen in Moldau entscheiden die Menschen, ob das Land weiterhin einen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":454823,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,548,13,845,14,15,853,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-454822","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-headlines","12":"tag-moldau","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-parlamentswahl","16":"tag-russia","17":"tag-russian-federation","18":"tag-russische-foederation","19":"tag-russland","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115277031248539514","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/454822","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=454822"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/454822\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/454823"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=454822"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=454822"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=454822"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}