{"id":455113,"date":"2025-09-27T18:28:15","date_gmt":"2025-09-27T18:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/455113\/"},"modified":"2025-09-27T18:28:15","modified_gmt":"2025-09-27T18:28:15","slug":"offen-gesagt-jetzt-beginnt-die-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/455113\/","title":{"rendered":"Offen gesagt: Jetzt beginnt die Arbeit"},"content":{"rendered":"<p class=\"initial richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ist es Miriam Scherff oder ist es Matthias Nocke? Was die beiden in ihrer Politik unterscheidet, wissen die Leserinnen und Leser der Westdeutschen Zeitung sp\u00e4testens seit Freitag, als beide in gro\u00dfen Interviews Stellung zu den gro\u00dfen Fragen bezogen haben, vor denen Wuppertal steht. Es sind gewaltige Aufgaben. Es sind H\u00fcrden, die eine finanziell und strukturell gebeutelte Stadt vermeintlich nicht \u00fcberwinden kann. Es muss aber doch gehen und es geht. Daf\u00fcr muss die neue Rathausspitze wichtige Kriterien erf\u00fcllen. Das Amt verlangt die F\u00e4higkeit, Priorit\u00e4ten zu setzen, es erfordert gro\u00dfe F\u00fchrungsqualit\u00e4t, Verl\u00e4sslichkeit, Beharrlichkeit und gr\u00f6\u00dfte Moderationsf\u00e4higkeit, Geschick darin, \u00fcber Parteigrenzen hinweg B\u00fcndnisse zu schmieden \u2013 wenn schon nicht dauerhaft, dann zumindest daf\u00fcr, die wichtigsten Themen zu bearbeiten, die wichtigsten Fragen zu beantworten. F\u00fcr Selbstverst\u00e4ndnis und Lebensgef\u00fchl etwa braucht Wuppertal ein anderes Konzept, vor allem f\u00fcr die Elberfelder Innenstadt. Die Dinge einfach laufen zu lassen, hat sich als falsch erwiesen, das ist seit Langem un\u00fcbersehbar. Wuppertal braucht Wirtschaftswachstum, damit Menschen aus dem Sozialsystem in Arbeit kommen k\u00f6nnen, zum eigenen Nutzen, aber auch zur Entlastung der Stadtfinanzen. Wuppertal braucht die Umsetzung seiner Leuchtturmprojekte Pina Bausch Zentrum, Bundesgartenschau und zirkul\u00e4r errichtete Eventarena. Sie sind kein Schmuck, nicht die Befriedigung bestimmter mehr oder weniger gro\u00dfer Interessengruppen. Sie sind ein Bekenntnis dazu, dass diese Stadt \u00fcberzeugt davon ist, eine Zukunft zu haben. Dieses Signal sendet nach au\u00dfen wie nach innen. Es ist \u00fcberlebenswichtig f\u00fcr Wuppertal. Das klingt so dramatisch, wie es ist. Deshalb kommt es darauf an, wer an der Spitze des Rathauses steht. Und doch ist das nicht das allein Wichtige.<\/p>\n<p>Nach der Wahl beginnt die Arbeit. Das ist f\u00fcr Amts- und Mandatstr\u00e4ger ge\u00fcbte Praxis. F\u00fcr W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler leider noch nicht. Bei den meisten ersch\u00f6pft sich die Aus\u00fcbung von Demokratie darin, auf Papier Kreuze hinter Parteik\u00fcrzeln und Namen zu machen. Mit mehr sind B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger im Grunde nicht beauftragt. Und \u00fcber viele Jahrzehnte hat das ja auch gereicht. Aber die Zeiten sind andere geworden. Die Aufgaben der Politikerinnen und Politiker wiegen heute schwerer denn je, und sie treffen auf Personal, das anscheinend nicht immer entscheidungssicher ist oder dem es einfach nicht gelingen will, \u00fcber den eigenen Parteischatten zu springen, um im Sinne aller vern\u00fcnftige, pragmatische Wege zu beschreiten.<\/p>\n<p>Deshalb ist es dringend geboten, Demokratie etwas anders zu interpretieren. Deshalb sollte Demokratie heute \u00fcber die Wahlentscheidung an Sonntagen hinausgehen. Politik braucht konstruktive Begleitung, sie braucht Korrektiv. Deshalb sind W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler eigentlich aufgefordert, die Parteien und Personen nicht aus den Augen zu lassen, denen sie ihre Stimmen gegeben haben. Das hei\u00dft: Hinzugehen und an Wahlversprechen sowie an Bed\u00fcrfnisse beispielsweise im eigenen Wohnquartier zu erinnern, kann zu einer besseren, zielorientierteren und erfolgreicheren Politik f\u00fchren. Ja, das ist nat\u00fcrlich mit Arbeit verbunden, und wer als Journalist genau daf\u00fcr bezahlt wird, hat leicht reden. Aber die Zeiten sind so, dass Demokratie von interessierten Kreisen grunds\u00e4tzlich infrage gestellt wird. Und seri\u00f6se Medien sind allein nicht mehr durchg\u00e4ngig in der Lage, den absurden Kampagnen, dem politischen Wahnsinn in den sozialen Medien gen\u00fcgend entgegenzusetzen. Deshalb ist der Kampf f\u00fcr die Demokratie und die Forderung nach besserer Politik und besseren Politikern inzwischen eine gesellschaftliche Aufgabe geworden. Sie ist dann l\u00f6sbar, wenn sich viele B\u00fcrger dazu bereitfinden, Politik in ihrer Stadt, kritisch, aber konstruktiv und wertsch\u00e4tzend zu begleiten. Das kostet ein paar Stunden im Monat, aber den Versuch ist es allemal wert. Weiter wie bisher ist auf die Dauer garantiert anstrengender. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ist es Miriam Scherff oder ist es Matthias Nocke? 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