{"id":455150,"date":"2025-09-27T18:51:12","date_gmt":"2025-09-27T18:51:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/455150\/"},"modified":"2025-09-27T18:51:12","modified_gmt":"2025-09-27T18:51:12","slug":"das-groesste-reisetheater-sachsens-in-radebeul-moechte-gruener-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/455150\/","title":{"rendered":"Das gr\u00f6\u00dfte Reisetheater Sachsens in Radebeul m\u00f6chte gr\u00fcner werden"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n\u201eEs wird zehn Minuten sp\u00e4ter losgehen\u201c, sagt die Dame am Einlass zu jenen Personen, die ein g\u00fcltiges Ticket besitzen. Andere d\u00fcrfen nicht hinein. Der Andrang ist enorm. Der 80. Geburtstag der Landesb\u00fchnen Sachsen in Radebeul zieht am Samstag vielen Theaterbegeisterte an. Im Theaterhof gibt es Fest f\u00fcr die Zuschauer, drinnen verschiedenen F\u00fchrungen und einzelne Auftritte zwischen dem Publikum.<\/p>\n<p>Der Intendant Manuel Sch\u00f6bel ist aber schon da am Treffpunkt &#8222;F\u00fchrungen Ausstellung&#8220; und f\u00e4ngt p\u00fcnktlich an. Dabei erkl\u00e4rt er den dicht gedr\u00e4ngt stehenden F\u00fchrungsteilnehmern das neue Credo seines Hauses. \u201eWir m\u00f6chten gr\u00fcner werden\u201c, sagt er. \u201eEinfach nachhaltiger.\u201c Weshalb eigentlich jetzt? Der gro\u00dfe Hype ist doch vorbei, oder? Sch\u00f6bel sagt, es gehe ihm um die Zukunft. Neue Inszenierungen werden jetzt auch unter dem Aspekt der Wiederverwendbarkeit konzipiert. Bei Dekorationen beispielsweise oder Kost\u00fcmen. Das wollte der Intendant auch mit dem 80. Jubil\u00e4um seines Theaters so handhaben. Eine tolle Auff\u00fchrung wie zum 75. ist schnell wieder vergessen. Eine Ausstellung, die dann ab November aber noch an den anderen Gastspielorte des Reisetheaters wie Mei\u00dfen, Freital oder Bad Elster in ganz Sachsen zu sehen sein wird, das ist doch sehr nachhaltig, oder? Eine wiederverwendbare Ausstellung.\u00a0<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nManuel Sch\u00f6bel fand schlie\u00dflich einen guten Verb\u00fcndeten f\u00fcr sein Projekt: Andreas Schwarze. Ein Experte f\u00fcr Theatergeschichte in der Region mit einem eigenen gro\u00dfen Archiv. Von April bis August arbeitet Schwarze an der Ausstellung zum 80. und k\u00e4mpft dabei mit allerlei Widrigkeiten von der technischen Wiedergabe sehr alter Fotos bis hin zur starken Komprimierung der Texte \u00fcber die lange Geschichte des Hauses. \u201eEr ist so ehrgeizig\u201c, sagt Sch\u00f6bel. \u201eEr macht es nicht irgendwie, sondern er macht es perfekt.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Grunde, so ist auf den ersten Tafeln zu sehen, beginnt die Geschichte der Landesb\u00fchnen Sachsen gar nicht erst im Jahr 1945, sondern schon vorher, kurz nach dem 1. Weltkrieg. In der Region gab es bereits Reisetheater, die mit Bussen \u00fcbers Land fuhren, um Theater zu spielen. \u201eAm wichtigsten waren die Busse\u201c, sagt Intendant Sch\u00f6bel. \u201eDas ist heute noch so.\u201c Die Landesb\u00fchnen verf\u00fcgen heute \u00fcber einen beachtlichen Fuhrpark mit drei gro\u00dfen hochmodernen Reisebussen, vier Kraftfahrern, zwei Lastern, drei Anh\u00e4ngern und sechs Transportern. Zur Freude der Kraftfahrer gibt es eine Ecke in der Ausstellung, die sich allein dem Thema Motorisierung widmet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/img-0336_TEXT.jpeg\"\/>\u00a0Landesb\u00fchnen-Bus: So sah es im Februar 1951 am Dresdner Postplatz aus.\u00a0<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nDie tats\u00e4chliche Gr\u00fcndung des Theaters erfolgte im August 1945 in Dresden-Gittersee. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter zog das Ensemble in sein heutiges Stammhaus nach Radebeul. Sch\u00f6bel erinnerte an eine Geschichte aus dem Jahr 1988. Old-Shatterhand-Darsteller Volker Graedke (die Landesb\u00fchne bespielt ja auch die Felsenb\u00fchne Rathen mit Winnetou-St\u00fccken) durfte famili\u00e4r in den Westen reisen und traf den ber\u00fchmten Winnetou-Darsteller Piere Brice. Er lud ihn nach Rathen ein, und Brice kam tats\u00e4chlich am 21. Juli 1988 ganz privat in Rathen an. Er wurde auf die B\u00fchne geholt und begeistert vom Publikum gefeiert. Die Beh\u00f6rden waren aber gar nicht begeistert. Graedtke hatte Gl\u00fcck und entging knapp einer Bestrafung, weil Brice Franzose war. Das war damals nicht so schlimm wie Westdeutscher.\u00a0<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nEin Jahr sp\u00e4ter traten die Schauspieler aus ihren Rollen, demonstrierten f\u00fcr Meinungsfreiheit. Zum ersten Mal ist 1990 ein Intendant frei von der Belegschaft gew\u00e4hlt worden. Manfred Haacke trat zur\u00fcck und der damals 34-j\u00e4hrige Opernregisseur Christian Schmidt wurde kommissarischer Intendant. Er blieb es f\u00fcr 21 Jahre. \u00a0<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nZu einer ernsten Krise kam es 2010\/2011. Nach der weltweiten Finanzkrise waren die Kassen klamm, auch und gerade in Sachsen. Es bestand die Forderung, das Orchester vom Theater abzutrennen. Das wollte Intendant Schmidt nicht und gab seinen Posten auf. Manual Sch\u00f6bel kam im Oktober 2011 als sein Nachfolger, \u00fcberf\u00fchrte die Landesb\u00fchnen von einem Staatsbetrieb in eine staatseigene GmbH und fusionierte das Orchester mit der Elblandphilharmonie Riesa. Das kostete einige Stellen, aber das Orchester spielte weiter. \u201eWenn es ein Problem im Theater gibt\u201c, so Sch\u00f6bel, \u201edann ist es geht es meistens ums Geld.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nTrotz beschr\u00e4nkter Mittel wurde dann viel gebaut: Kost\u00fcmwerkstatt, Dekorationswerkstatt und nicht zuletzt eine ganz neue Felsenb\u00fchne Rathen. \u00a0<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nTheatermann Sch\u00f6bel erinnerte dann noch an sein n\u00e4chstes Projekt als Regisseur: Hamlet, Prinz von D\u00e4nemark von William Shakespeare. Premiere ist am 18. Oktober. Irgendwie, sagt Sch\u00f6bel, habe er Ehrfurcht vor dem St\u00fcck. \u00a0<\/p>\n<p>Text: Ulf Mallek<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; \u201eEs wird zehn Minuten sp\u00e4ter losgehen\u201c, sagt die Dame am Einlass zu jenen Personen, die ein g\u00fcltiges&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":455151,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[117286,112458,3364,29,2386,30,28014,108749,117285,117287,859],"class_list":{"0":"post-455150","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-andreas-schwarze","9":"tag-christian-schmidt","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-dresden","13":"tag-germany","14":"tag-hamlet","15":"tag-landesbhnen-sachsen","16":"tag-manuel-schbel","17":"tag-reisetheater","18":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115277770568683632","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/455150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=455150"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/455150\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/455151"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=455150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=455150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=455150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}