{"id":455776,"date":"2025-09-28T00:55:11","date_gmt":"2025-09-28T00:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/455776\/"},"modified":"2025-09-28T00:55:11","modified_gmt":"2025-09-28T00:55:11","slug":"neue-elends-bekaempfung-in-hamburg-sanfter-druck-auf-stoerende-obdachlose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/455776\/","title":{"rendered":"Neue Elends-Bek\u00e4mpfung in Hamburg: Sanfter Druck auf st\u00f6rende Obdachlose"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Hamburg taz | Eine neue Ma\u00dfnahme zur Elendsbek\u00e4mpfung hat die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschlossen. K\u00fcnftig soll ein Team aus Sozialarbeitern, <a href=\"https:\/\/taz.de\/Neue-Massnahme-am-Hamburger-Hauptbahnhof\/!6003687\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sozialrauml\u00e4ufern<\/a> und dem bezirklichen Kontrolldienst regelm\u00e4\u00dfig \u201ePr\u00e4senzg\u00e4nge\u201c durch den Stadtteil St. Georg machen, um Drogenabh\u00e4ngige und Obdachlose anzusprechen und \u201eaktiv\u201c in eine Hilfseinrichtung zu begleiten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Besonders an \u201esensiblen Orten\u201c wie etwa dem Spielplatz St. Georgs Kirchhof oder weiteren Pl\u00e4tzen vor Kitas und Schulen, aber auch auf dem \u00f6ffentlichen Hansa-Platz sollen diese Teams erscheinen. So eine Zusammenarbeit von Sozialarbeit und Ordnungskr\u00e4ften kann das Vertrauen erschweren und ist fachpolitisch umstritten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Der <a href=\"https:\/\/bv-hh.de\/hamburg-mitte\/documents\/sozialraeumliche-praesenz-zur-staerkung-der-hilfsangebote-in-st-georg-antrag-der-spd-fraktion-gruene-fraktion-und-fdp-gruppe-206828\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Antrag<\/a> f\u00fcr die \u201eSozialstreifen\u201c, wie der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/903\/bezirk-mitte-praesenzgaenge-in-st-georg-geplant,audio-287368.html\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">NDR sie titulierte<\/a>, wurde mit Stimmen von SPD, Gr\u00fcnen und FDP verabschiedet. Sie taten dies vor dem Hintergrund, dass in diesen Tagen <a href=\"https:\/\/taz.de\/Hilfe-am-Hamburger-Hauptbahnhof\/!6054743\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in der Repsoldstra\u00dfe 27<\/a> in der N\u00e4he des Hauptbahnhofs eine gro\u00dfe Hilfeeinrichtung ihre Pforten \u00f6ffnet, mit der die Stadt das Elend im Quartier in den Griff bekommen m\u00f6chte.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">In dem ehemaligen B\u00fcrohaus mit 6.500 Quadratmetern Fl\u00e4che direkt neben der Drogenhilfeeinrichtung Drob Inn stehen seit September 30 Notschlafpl\u00e4tze f\u00fcr Obdachlose bereit; weitere Angebote wie Beratung, medizinische Versorgung. und tagesstrukturierende Angebote sollen folgen.<\/p>\n<p>      Kontrolldienst kann mehr Druck machen<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Der Vorsitzende des SPD-Fraktion in Mitte, Oliver Str\u00e4ter, sieht hier neuen Handlungsbedarf: \u201eWir haben seit langer Zeit in den Quartieren St. Georgs ein starkes Aufkommen von Menschen, die offen Drogen konsumieren\u201c, sagt er zur taz. Gleichzeitig habe man mit dem Drob Inn und der Repsoldstra\u00dfe gute Angebote. Doch es gebe eine kleine Regelungsl\u00fccke bei der Frage, wie die Menschen dorthin kommen. \u201eInsbesondere, wenn es um offenen Drogenkonsum vor einer Kita geht, finden wir es angemessen, mit sanftem Druck daf\u00fcr zu sorgen, dass der Drogenkonsum nicht dort stattfindet\u201c, sagt Str\u00e4ter.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Die neuen Streifen sollen dem Antrag zufolge \u201edurch sichtbare direkte Ansprache zur Entlastung der Wohnquartiere\u201c beitragen. Bereits vor zwei Jahren wurden am Hauptbahnhof spezielle \u201eSozialrauml\u00e4ufer\u201c eingef\u00fchrt, das sind Security-Kr\u00e4fte in roten Jacken. Doch diese arbeiteten nur in einem sehr engen Radius um den ZOB und den Hauptbahnhof, sagt Str\u00e4ter. Zudem weiche die Zielgruppe aus, wenn am Bahnhof der Kontrolldruck erh\u00f6ht werde.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Die Sozialrauml\u00e4ufer h\u00e4tten nur Jedermannrechte und k\u00f6nnten sagen: \u201eGeh da mal weg\u201c. Der bezirkliche Kontrolldienst, der 2021 im Bezirk wieder eingef\u00fchrt wurde und etwa f\u00fcr Kontrollen auf Veranstaltungen und in der Gastronomie zust\u00e4ndig ist, habe mehr Kompetenzen, sagt Str\u00e4ter. Entscheidend sei, dass die Menschen erreicht w\u00fcrden, erg\u00e4nzt die Gr\u00fcnen-Fraktionschefin Julia Brinkmann. Gleichzeitig entlaste man Kitas und Spielpl\u00e4tze und st\u00e4rke das Wohlbefinden von Eltern und Kindern in St. Georg.<\/p>\n<p>      Fachverb\u00e4nde warnen vor Vertrauensverlust<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"10\">Hamburgs Sozialbeh\u00f6rde wird nun gebeten, mit dem Bezirksamt Mitte die n\u00f6tigen Ressourcen bereitzustellen und ein Konzept vorzulegen. Str\u00e4ter geht davon aus, dass der bezirkliche Kontrolldienst aufgestockt werden m\u00fcsste.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">Fachpolitisch ist dieser Vorsto\u00df umstritten. Der Antrag passt gut in das 35-seitige <a href=\"https:\/\/www.hamburg.de\/resource\/blob\/1067216\/129735e6381a08c74af35b36ea9f7235\/konzept-strassensozialarbeit-data.pdf\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Konzept der Sozialbeh\u00f6rde f\u00fcr Stra\u00dfensozialarbeit<\/a> vom Mai, das von den Stra\u00dfensozialarbeitern eine \u201everbindliche Zusammenarbeit mit den Ordnungs- und Sicherheitsbeh\u00f6rden\u201c fordert und mehr beharrliche Ansprache und schnelle Lebenslagenver\u00e4nderung verlangt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"12\">Die <a href=\"https:\/\/bag-streetwork.de\/2025\/08\/21\/stellungnahme-straso-hamburg\/\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Bundesarbeitsgemeinschaft der Streetworker<\/a> warnte daraufhin vor dem Verlust fachlicher Standrads. Denn in der Stra\u00dfensozialarbeit seien Prinzipien wie Freiwilligkeit, Parteilichkeit und Vertraulichkeit \u201ekeine optionale Haltung, sondern professionelle Notwendigkeit\u201c. Auch die <a href=\"https:\/\/www.agfw-hamburg.de\/AGFW\/Detail.aspx?id=25434\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege<\/a> (AGFW) warnte, dass Vertrauensverh\u00e4ltnis zu den Betroffenen nehme Schaden.<\/p>\n<p>      Die Linke bef\u00fcrchtet weitere Verelendung<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"14\">Gegen den Antrag in Mitte stimmte <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion-hamburg-mitte.de\/fileadmin\/lcmslfhamburgmitte\/dateien\/Pressemitteilungen\/PM_250923_Praesenzstreifen_St-Georg.pdf\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">die Linksfraktion<\/a>. \u201eEs ist der falsche Weg, wenn man mit Druck arbeitet und die Stra\u00dfensozialarbeit mit Ordnungskr\u00e4ften zusammen auftritt\u201c, sagt die Linken-Fraktionsvorsitzende in Mitte, Nora St\u00e4rz. Ihr sei auch nicht klar, welche Kompetenzen genau der Kontrolldienst habe. \u201eIch bef\u00fcrchte eine noch st\u00e4rkere Verelendung rund um die Wohnviertel direkt an Drob Inn und Repsoldstra\u00dfe und eine Verdr\u00e4ngung in andere Stadtteile.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"15\">\u201eGemischte Pr\u00e4senzstreifen sind kein soziales Konzept\u201c, sagt auch die Linken-B\u00fcrgerschaftsabgeordnete Olga Fritzsche. \u201eDie Idee, Leute in Bewegung zu halten, die keinen Ort haben, wo sie hin k\u00f6nnen, l\u00f6st kein Problem. Sie schafft welche\u201c, sagt Fritzsche. N\u00f6tig seien mehr Stellen in der Stra\u00dfensozialarbeit und zus\u00e4tzliche Wohnangebote.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-18\" pos=\"16\">Brinkmann dagegen versichert: \u201eUns Gr\u00fcnen geht es gerade nicht um Verdr\u00e4ngung, sondern um echte Entlastung im Quartier, f\u00fcr Kon\u00adsum\u00adent*innen genauso wie f\u00fcr Anwohnende.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg taz | Eine neue Ma\u00dfnahme zur Elendsbek\u00e4mpfung hat die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschlossen. K\u00fcnftig soll ein Team aus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":455777,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692],"class_list":{"0":"post-455776","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115279201936035764","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/455776","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=455776"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/455776\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/455777"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=455776"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=455776"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=455776"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}