{"id":455841,"date":"2025-09-28T01:29:13","date_gmt":"2025-09-28T01:29:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/455841\/"},"modified":"2025-09-28T01:29:13","modified_gmt":"2025-09-28T01:29:13","slug":"reporterlegende-georg-stefan-troller-103-jaehrig-gestorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/455841\/","title":{"rendered":"Reporterlegende Georg Stefan Troller 103-j\u00e4hrig gestorben"},"content":{"rendered":"<p>Paris (dpa) &#8211; Er hat etwa 2.000 Interviews gef\u00fchrt und mehr als 170 Filme gedreht. Sein \u00abhuman touch\u00bb, den er als erster in das deutsche Fernsehen einf\u00fchrte, machte Georg Stefan Troller zu einer Reporterlegende. Nun ist der Journalist, Dokumentarfilmer, Drehbuchautor und Schriftsteller im Alter von 103 Jahren gestorben, wie seine Tochter Fenn Troller in Paris mitteilte.<\/p>\n<p>Einf\u00fchlsamer Beobachter menschlicher Schicksale<\/p>\n<p>Troller ging es immer\u00a0um Menschen und ihre Schicksale, gleich ob bekannte oder unbekannte Menschen, ob gro\u00dfe oder kleine Lebensgeschichten. In seinen Reportagen ging er an die Grenzen des journalistisch M\u00f6glichen: Er tastete sich an die Menschen heran, \u00fcber die er berichtete, fragte sie aus, ohne sie vorzuf\u00fchren, trat in ihr Leben, ohne sie blo\u00dfzustellen. Ein unverkennbarer Stil, der ihn zum Vorbild ganzer Journalistengenerationen werden lie\u00df.<\/p>\n<p>Die \u00abLiterarische Welt\u00bb, bei der Troller bis zuletzt als Kolumnist t\u00e4tig war, trauert um einen \u00abJahrhundertzeugen\u00bb.<\/p>\n<p>Flucht vor den Nationalsozialisten<\/p>\n<p>Troller wurde am 10. Dezember 1921 in Wien in eine j\u00fcdische Pelzh\u00e4ndlerfamilie geboren. 1938 fl\u00fcchtete seine Familie vor den Nazis zun\u00e4chst in die\u00a0Tschechoslowakei, dann nach Frankreich und von dort in die USA.\u00a0<\/p>\n<p>Im Jahr 1943 wurde er von der US-Armee zum Kriegsdienst eingezogen, nach Ende des Zweiten Weltkriegs begann er dort Theaterwissenschaft zu studieren, ehe er dank eines Stipendiums im Jahr 1950 an die Sorbonne nach Paris kam. Dort fand er seine Berufung als Kulturkorrespondent und Fernsehreporter.<\/p>\n<p>Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier w\u00fcrdigte Troller als \u00abgro\u00dfen Journalisten und Dokumentarfilmer, dessen Leben und Werk beispielhaft f\u00fcr die Kraft der Vers\u00f6hnung steht\u00bb. Die pr\u00e4gende Erfahrung von Vertreibung und Exil habe Trollers gesamtes Schaffen durchzogen und dessen journalistischen Arbeiten eine besondere Tiefe und Sensibilit\u00e4t verliehen. \u00abMit Deutschland gebrochen hat er trotzdem nie, vielmehr hat er uns Deutschen die Hand zur Vers\u00f6hnung gereicht\u00bb, schrieb Steinmeier.<\/p>\n<p>Fernsehkarriere zwischen Paris, K\u00f6ln und Mainz<\/p>\n<p>Seine Karriere begann Troller in den 60er Jahren mit der Sendung \u00abPariser Journal\u00bb im Westdeutschen Rundfunk (WDR) mit prominenten und weniger prominenten G\u00e4sten aus der franz\u00f6sischen Hauptstadt. Sp\u00e4ter setzte er sie mit der ZDF-Sendereihe \u00abPersonenbeschreibung\u00bb fort, die mit psychologischen Portr\u00e4ts von Menschen unterschiedlichster Herkunft neue Ma\u00dfst\u00e4be im Fernsehen setzte.<\/p>\n<p>Trollers Format \u00abPersonenbeschreibung\u00bb habe Fernseh- und Zeitgeschichte mitgepr\u00e4gt, hie\u00df es in einer Reaktion von ZDF-Intendant Norbert Himmler. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich WDR-Intendantin Katrin Vernau &#8211; und erg\u00e4nzte: \u00abEr hat den Menschen tief in die Seele geschaut und sich mit gro\u00dfem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen in seine Protagonistinnen und Protagonisten hineinversetzt und das ganz ohne Sensationslust. Damit wurde er zum Vorbild f\u00fcr viele Journalistinnen und Journalisten.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Paris (dpa) &#8211; Er hat etwa 2.000 Interviews gef\u00fchrt und mehr als 170 Filme gedreht. 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