{"id":4560,"date":"2025-04-03T08:38:10","date_gmt":"2025-04-03T08:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/4560\/"},"modified":"2025-04-03T08:38:10","modified_gmt":"2025-04-03T08:38:10","slug":"trumps-zoelle-sind-zum-scheitern-verurteilt-was-die-schweiz-tun-sollte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/4560\/","title":{"rendered":"Trumps Z\u00f6lle sind zum Scheitern verurteilt \u2013 was die Schweiz tun sollte"},"content":{"rendered":"<p>  Trumps Z\u00f6lle sind zum Scheitern verurteilt \u2013 was die Schweiz jetzt tun sollte <\/p>\n<p class=\"headline__lead\">US-Pr\u00e4sident Trump hat seinen Zollhammer niedersausen lassen. Dass er die Schweiz \u00fcberdurchschnittlich stark trifft, zeigt den Irrwitz seines Vorgehens.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1int2fqhm1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text\">Ausgerechnet Amerika, Inbegriff der freien Welt, Vorreiter der Globalisierung, will zur\u00fcck zum Protektionismus. Zur\u00fcck in die \u00c4ra vor dem Zweiten Weltkrieg. Dabei ist nicht nur, aber gerade Amerika reich geworden durch Freihandel. Das ist Konsens unter \u00d6konomen, vielleicht abgesehen von ein paar sehr linken, staatsgl\u00e4ubigen Aussenseitern.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1int3g9ul0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Nun, Trump hat mit den Z\u00f6llen Wahlkampf gemacht, das Wort \u00abTariff\u00bb als das sch\u00f6nste \u00fcberhaupt bezeichnet. Der Hammer kam deshalb mit Ansage. Erstaunlich bleibt zweierlei: dass ein US-Pr\u00e4sident ungehindert und im Alleingang, ohne Parlament, solch weitreichende Entscheide bis auf den Prozentpunkt genau treffen und exekutieren kann. Und dass er die Z\u00f6lle sehr breitfl\u00e4chig einsetzt, gegen Freund und Feind.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1int4jfh11\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Wenn Trump China, den \u00abSystemgegner\u00bb der USA, mit hohen Tarifen belegt, hat das durchaus seine Richtigkeit. US-Unternehmen sollen einen Anreiz haben, nicht dort zu produzieren. Trump bestraft aber auch die EU, das Nicht-EU-Land Grossbritannien und sogar Argentinien, das von seinem Buddy Milei regiert wird.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1int3l01c0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Zu den Freunden der USA z\u00e4hlt zweifellos die Schweiz. Sie wird mit einem Strafzoll von 31 Prozent belegt. Die Zahl ist Hokuspokus, ein typischer Trump-Pfusch: Seine Beamten haben das Handelsdefizit der USA gegen\u00fcber der Schweiz durch den Wert der G\u00fcter geteilt, welche die Schweiz aus Amerika importiert. Diese Quote diente dann als Basis zur Zollberechnung.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"1536\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/950011a8-8b4e-433b-ab2a-66f2499f6f68.png\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    <\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1int7n1us0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Diese \u00abLogik\u00bb gilt auch bei der Zollberechnung f\u00fcr andere L\u00e4nder. Sie ergibt aber wenig Sinn, unter anderem deshalb, weil sie die Art der gehandelten G\u00fcter nicht ber\u00fccksichtigt. Im Fall der Schweiz ist das Vorgehen besonders widerspr\u00fcchlich: Pharmaprodukte \u2013 die mit Abstand wichtigsten Exportg\u00fcter \u2013 werden offenbar von den Z\u00f6llen ausgenommen. In die Hokuspokus-Formel mit den 31 Prozent fliessen sie aber trotzdem ein.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1int5075m1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Abgesehen davon schaden die Z\u00f6lle allen. Auch und gerade den USA. Man kann dies an einem einfachen Beispiel illustrieren. Die Schweiz produziert die beste Schokolade der Welt und die Amerikaner kaufen sie, weil sie sie lieben. Das macht das Leben der Amerikaner reicher. Jede Alternative ist schlechter: Wenn die Amerikaner die Schweizer Schokolade weiterhin kaufen, aber 31 Prozent mehr bezahlen. Oder wenn sie auf amerikanische Schokolade umsteigen, die sie weniger gut m\u00f6gen. Die Konsumenten sind so oder so schlechter gestellt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1intcboms1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Genauso wenig wie im Kleinen kann sich im Grossen die vermeintliche \u00abGoldene \u00c4ra\u00bb entfalten, die Trump mit den Z\u00f6llen einl\u00e4uten will.<\/p>\n<p>Produktionsverlagerungen nach Amerika sind unrealistisch<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1int575f10\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Es ist unrealistisch, dass die Schweizer Schokoladenhersteller ihre Produktion in die USA verlagern. Ebenso, dass die Schweizer Maschinenindustrie jetzt Fabriken dort aufbaut. Solche unternehmerischen Entscheide werden nicht f\u00fcr eine Phase von dreieinhalb Jahren getroffen, die Trump im Amt noch bevorstehen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1int5bt4n1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Mit hoher Sicherheit werden die Z\u00f6lle aber bei weitem nicht einmal seine Amtszeit \u00fcberleben. Wie schon in der Coronapandemie, die zu seiner Abwahl f\u00fchrte, wird Trump auch bei den Z\u00f6llen nicht an den Fakten vorbeiregieren k\u00f6nnen. Nichts macht in den USA unpopul\u00e4rer als hohe Inflation, geschweige denn eine Rezession. Wenn Trumps Z\u00f6lle die Wirtschaft dorthin f\u00fchren, wird die Stimmung schnell gegen den Pr\u00e4sidenten kippen. Denn die \u00abkleinen Leute\u00bb, deren F\u00fcrsprecher er zu sein vorgibt, sp\u00fcren die Inflation am schnellsten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1int5dj3l0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Die \u00abunsichtbare Hand des Marktes\u00bb, auf welche die Kapitalisten immer vertraut haben, wird wohl auch das Problem der Z\u00f6lle l\u00f6sen. Steigt die Inflation, sinkt die Zustimmung zu Trump, und dieser ist in einer Disziplin unschlagbar: Entscheide wieder umzudrehen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1int5i8rc0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Der Bundesrat sollte deshalb vorerst nichts \u00fcberst\u00fcrzen. In den Handelskrieg einzusteigen und hohe Gegenz\u00f6lle auf US-Produkte auszurufen, w\u00fcrde wenig bewirken. Die Schweizer Diplomatie muss schlauer vorgehen. \u00abThe Art of the Deal\u00bb, Trumps Buch, wurde in den Berner Departementen hoffentlich bereits gelesen. Hilfreich ist auch, sich im Umgang mit Narzissten weiterzubilden.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1inta1kbp1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Wenn die Beziehungen der Schweiz zur US-Administration so gut sind, wie in Bern immer behauptet wird, m\u00fcssen L\u00f6sungen gefunden werden, um die 31 Prozent runterzubringen. Idealerweise, bevor die \u00abunsichtbare Hand des Marktes\u00bb Trump zur Aufgabe bewegen wird.<\/p>\n<p>Aktuelles aus dem Bereich Wirtschaft  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trumps Z\u00f6lle sind zum Scheitern verurteilt \u2013 was die Schweiz jetzt tun sollte US-Pr\u00e4sident Trump hat seinen Zollhammer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4561,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,4029,508,106,13,871,14,15,16,12,293,4017,4018,4016,64,4019,4020,615],"class_list":{"0":"post-4560","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-bundesrat","11":"tag-diplomatie","12":"tag-donald-trump","13":"tag-headlines","14":"tag-inflation","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-politik","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-schweiz","20":"tag-united-states","21":"tag-united-states-of-america","22":"tag-us","23":"tag-usa","24":"tag-vereinigte-staaten","25":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika","26":"tag-zoll"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4560","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4560"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4560\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}