{"id":456124,"date":"2025-09-28T04:23:11","date_gmt":"2025-09-28T04:23:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/456124\/"},"modified":"2025-09-28T04:23:11","modified_gmt":"2025-09-28T04:23:11","slug":"nato-general-ukraine-verbessert-angriffe-tief-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/456124\/","title":{"rendered":"Nato-General: Ukraine verbessert Angriffe tief in Russland"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (dpa) &#8211; Der Koordinator der Nato-Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine, Generalmajor Maik Keller, bescheinigt dem Land deutlich zunehmende Fertigkeiten f\u00fcr den Gegenangriff auch tief in Russland. \u00abDie Ukrainer werden besser darin, gezielt milit\u00e4risch relevante Ziele auch in der russischen Tiefe zu erreichen. Das ist eine F\u00e4higkeitsfrage und F\u00e4higkeit ist Personal, Material und Ausbildung\u00bb, sagt Keller im Gespr\u00e4ch mit der Deutschen Presse-Agentur.\u00a0<\/p>\n<p>Um die Ukraine weiter zu st\u00e4rken, w\u00fcrden R\u00fcstungskooperationen mit dem Land ausgebaut. Weitreichende Waffen seien unter den Projekten, sagt Keller, der stellvertretender Kommandeur der Nato-Initiative zur Unterst\u00fctzung der Ukraine (NSATU) ist.\u00a0<\/p>\n<p>Die Ukraine zielt auf russische Raffinerien<\/p>\n<p>Die Bundesregierung hatte j\u00fcngst angek\u00fcndigt, der Ukraine 300 Millionen Euro f\u00fcr die Produktion weitreichender Drohnen zu geben. Erkl\u00e4rtes Ziel ist die Herstellung mehrerer Tausend dieser Waffensysteme. Die Ukraine hatte j\u00fcngst zudem ihren Marschflugk\u00f6rper Flamingo vorgestellt und zuletzt Schl\u00e4ge gegen Raffinerien in Russland sowie die industrielle Infrastruktur f\u00fcr Diesel und Benzin verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Wer den Gro\u00dfraum der Nato-Stelle in der Lucius-D.-Clay-Kaserne in Wiesbaden betritt, dem wird der nun schon mehr dreieinhalb Jahre w\u00e4hrende Verteidigungskampf der Ukraine gegen die russischen Angreifer sehr pr\u00e4sent.\u00a0<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftig arbeiten eng an eng Experten aus 30 Nationen, darunter auch der Ukraine selbst sowie Australien und Neuseeland als Nicht-Nato-Staaten daran, dass der Bedarf an Waffen, Munition, Ersatzteilen und Ausr\u00fcstung weiter gedeckt werden kann. Die Ukrainer werden auch beraten und an Nato-Standards herangef\u00fchrt. In der Praxis ist Lernen aber keine Einbahnstra\u00dfe.\u00a0<\/p>\n<p>Auch die Nato-Staaten lernen von der Ukraine<\/p>\n<p>\u00abDrohnentechnologie ist das beste Beispiel. Bei Drohnen k\u00f6nnen den Ukrainern wenige auf der Welt etwas vormachen. Da sprechen wir nicht nur von der kinetischen Wirkung der Drohnen, sondern von der Art des Krieges, die sich ge\u00e4ndert hat. Davon lernen auch wir\u00bb, sagt Keller.<\/p>\n<p>\u00dcber Kampfdrohnen hinaus haben sich in der Ukraine auch unbemannte Systeme f\u00fcr logistische Aufgaben und f\u00fcr den Verwundetentransport etabliert. Es gibt Drohnen zur See. Die deutsche Industrie kann technisch dazulernen. Die Bundeswehr und andere Nato-Staaten lernen, was Abl\u00e4ufe und Doktrin angeht.<\/p>\n<p>\u00abDer Kernauftrag ist die Koordination der Ukraine-Unterst\u00fctzung. Wir w\u00e4ren aber bescheuert, wenn wir die ganzen Informationen nicht f\u00fcr unsere Weiterentwicklung nutzen w\u00fcrden\u00bb, sagt Keller. \u00abWenn wir nicht in der Lage sind, unseren Soldatinnen und Soldaten bestimmte Erfahrungen zu ersparen, die die Ukrainer gemacht haben, haben wir als milit\u00e4rische F\u00fchrer unseren Auftrag nicht erf\u00fcllt.\u00bb<\/p>\n<p>Die Bundeswehr selbst beschafft sich gerade Kamikazedrohnen \u2013 sogenannte Loitering Munition \u2013 f\u00fcr den Angriff und will auch m\u00f6glichst schnell neue Waffensysteme zur Abwehr von Drohnen einf\u00fchren.<\/p>\n<p>Ukrainischer Drohnen-Befehlshaber verdeutlicht Warnungen<\/p>\n<p>\u00abWas milit\u00e4risch Sinn macht, ist, f\u00fcr den Kampf, auf der jeweiligen milit\u00e4rischen Ebene, eine Drohnenf\u00e4higkeit zu etablieren, die diesen Kampf reflektiert\u00bb, sagt Keller. \u00abZug, Kompanie, Bataillon, Brigade und oberhalb haben unterschiedliche Reichweiten in der Tiefe und f\u00fcr diese Reichweite muss es auch eine F\u00e4higkeit mit Drohnen geben.\u00bb<\/p>\n<p>Im Juli hatte die Nato Robert \u00abMagyar\u00bb Brovdi zu Gast bei einer Konferenz. Der fr\u00fchere Gesch\u00e4ftsmann ist Chef der Drohnenkr\u00e4fte und kann als Vater des Drohnenkrieges in der Ukraine gelten.<\/p>\n<p>\u00abOhne auch nur bis auf zehn Kilometer hier ranzukommen, k\u00f6nnen vier Teams ukrainischer Drohnenpiloten diese Liegenschaft in 15 Minuten zu einem weiteren Pearl Harbor machen\u00bb, warnte er. \u00abIch will niemanden Angst machen. Aber diese Technologien sind nun leicht zug\u00e4nglich und billig.\u00bb Gemeinsame Anstrengungen seien jedenfalls im gegenseitigen Interesse.\u00a0<\/p>\n<p>Es kommt auf Menge und Durchhalteverm\u00f6gen an<\/p>\n<p>Die Wirkung der Milit\u00e4rhilfe f\u00fcr die Ukraine komme durch die Summe der Unterst\u00fctzung und das konsequente Weiterf\u00fchren, sagt Keller. Die Erwartung: \u00abDann kann man die Russen in eine Position dr\u00e4ngen, irgendwann mal zu \u00fcberlegen: Okay, das hier f\u00fchrt zu nichts. Wir m\u00fcssen verhandeln.\u00bb<\/p>\n<p>Dagegen sieht Keller Eigenarten der Debatte in Deutschland skeptisch. \u00abWir hatten in Deutschland die Diskussion, dass Kampfpanzer Leopard geliefert werden m\u00fcssen. Dann hatten wir die Taurus-Diskussion. Man glaubt, dass die Waffe, die gerade diskutiert wird, der Gamechanger ist. Das ist aus milit\u00e4rischer Sicht Quatsch\u00bb, sagt er.<\/p>\n<p>Es gebe nicht das eine System, das den Verlauf signifikant ver\u00e4ndern k\u00f6nne. Immer sei es die Summe der unterschiedlichen Dinge. \u00abUnd weitreichendes Feuer ist ein Aspekt, der den Russen \u2013 auf Deutsch gesagt \u2013 das Leben schwerer machen kann. Denn man kann entweder den Pfeil abschie\u00dfen \u2013 mit Patriot und Iris-T \u2013 oder man kann den Bogensch\u00fctzen ausschalten.\u00bb<\/p>\n<p>Keine Anzeichen f\u00fcr ein Zusammenbrechen der Front\u00a0<\/p>\n<p>Seit mehr als drei Jahren h\u00e4lt die Ukraine mit westlicher Unterst\u00fctzung dagegen. Die Russen versuchen mit gro\u00dfen Verlusten sich vorw\u00e4rtszuk\u00e4mpfen, was aber nur langsam und teilweise gar nicht gelingt.<\/p>\n<p>\u00abWir haben dort jetzt einen statischen Verlauf. Die 20 Kilometer vor und hinter der Front werden im Prinzip durch die Drohnen beherrscht. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass der Kampfpanzer in dieser aktuellen Gefechtsphase nicht mehr die Bedeutung hat, die er vorher hatte\u00bb, sagte Keller. Beide Seiten gehen demnach hin zu kleineren Gefechtsformationen \u2013 auf Motorr\u00e4dern und Quads \u2013 und versuchen so durchzusickern. Das Bild kann sich aber auch wieder \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Alles, was der Ukraine zur Unterst\u00fctzung geben werde, helfe der Nato letztlich auch selbst. Keller sagt: \u00abEs kann aber nicht alles nach vorne gehen, da wir leider auch damit rechnen m\u00fcssen, dass Russland uns austesten wird. Das sieht man ja aktuell bereits in Polen und Estland. Da gilt es, abschreckungsf\u00e4hig zu sein und das gelingt nur \u00fcber eigene zus\u00e4tzliche F\u00e4higkeiten. Wir haben \u00fcber die Jahre gesehen: Wenn es zum Schwur kommt, versteht Putin nur St\u00e4rke.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wiesbaden (dpa) &#8211; Der Koordinator der Nato-Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine, Generalmajor Maik Keller, bescheinigt dem Land deutlich zunehmende&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":456125,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[685,3364,29,30,8221,4046,8970,1159,1209,307,317,4961],"class_list":{"0":"post-456124","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-bundeswehr","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-konflikte","13":"tag-krieg","14":"tag-muenster","15":"tag-nato","16":"tag-nordrhein-westfalen","17":"tag-russland","18":"tag-ukraine","19":"tag-verteidigung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115280020182444993","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/456124","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=456124"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/456124\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/456125"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=456124"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=456124"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=456124"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}