{"id":456271,"date":"2025-09-28T05:55:10","date_gmt":"2025-09-28T05:55:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/456271\/"},"modified":"2025-09-28T05:55:10","modified_gmt":"2025-09-28T05:55:10","slug":"fortuna-opfert-sich-fuer-thioune-entgeisterte-fans-rechnen-mit-dem-vfl-bochum-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/456271\/","title":{"rendered":"Fortuna opfert sich f\u00fcr Thioune: Entgeisterte Fans rechnen mit dem VfL Bochum ab"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der VfL Bochum rutscht in der 2. Fu\u00dfball-Bundesliga immer tiefer in die Krise: Gegen Fortuna D\u00fcsseldorf muss die Mannschaft die f\u00fcnfte Niederlage in Serie einstecken. Bei den G\u00e4sten sind die Emotionen nach dem Spiel dagegen gro\u00df.<\/strong><\/p>\n<p>In der 95. Minute gibt es noch einmal Ecke f\u00fcr den VfL Bochum. D\u00fcsseldorfs Torwart Florian Kastenmeier hatte einen wuchtigen Schuss von Francis Onyeka \u00fcber die Latte gelenkt. Das Ruhrstadion erhebt sich, Hoffnung. Ein Punkt, das w\u00e4re was. Das Mindeste an diesem Samstagabend. An der Eckfahne legt sich Maximillian Wittek den Ball zurecht &#8211; und schie\u00dft ihn ins Nirwana. Wie so oft in den vergangenen Monaten. Standardsituationen sind in Bochum ein Mittel zur Gefahrenverhinderung, nicht nur Gefahrenerzeugung.<\/p>\n<p>Der Ball fliegt meilenweit \u00fcber alle K\u00f6pfe hinweg, die Hoffnung schneller aus dem Stadion als ein Gasluftballon aus Kinderh\u00e4nden. Sie ist Sinnbild f\u00fcr den Zustand des VfL. Es klappt nichts. Kurz danach ist Schluss. Fortuna D\u00fcsseldorf gewinnt das Krisenduell der 2. Fu\u00dfball-Bundesliga mit 1:0 (1:0). Es brechen gro\u00dfe Emotionen frei.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/plus.rtl.de\/themenwelt\/bundesliga?utm_campaign=textlink&amp;utm_source=ntv&amp;utm_medium=owned&amp;utm_position=article\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\"><b>Die Highlights des Spiels sehen Sie hier bei RTL+<\/b><\/a><\/p>\n<p>Der Trainer der G\u00e4ste, Daniel Thioune, wird umringt von seinem ganzen Team. Assistenten, Betreuer, sie alle h\u00e4ngen sich um ihn. Thioune hat an diesem Abend wohl vorerst seinen Job gerettet. Spitz auf Knopf stand es f\u00fcr den beliebten Trainer, der so viel R\u00fcckendeckung aus der Mannschaft erhalten hatte. Vor allem von Spielern wie Kastenmeier oder Tim Oberdorf, der das 1:0 nach bereits vier Minuten erzielt hatte. Was f\u00fcr eine Erleichterung.<\/p>\n<p>Ein Lied, das wie blanker Hohn klingt<\/p>\n<p>Es waren Bilder f\u00fcrs Herz. Da hatte sich eine Mannschaft f\u00fcr ihren Trainer geopfert. Und der war danach tief bewegt: &#8222;Mich freuen der Zusammenhalt und der R\u00fcckhalt, den ich genie\u00dfe. Es war eine sehr anspruchsvolle Woche f\u00fcr mich. Daher tut es mir unheimlich gut, zu sehen, dass ich vielleicht doch nicht am falschen Ort bin und mich doch viele wertsch\u00e4tzen.&#8220; <\/p>\n<p>Es waren Bilder, die indes die meisten Fans im Stadion nicht sehen wollten. Oder eben auf der anderen Seite, auf ihrer Seite. Wenn es um die D\u00fcsseldorfer vor diesem Spiel schlecht stand, dann stand es um die Bochumer katastrophal. Und die Lage hat sich keinen My verbessert. Sieben Spiele, sechs Niederlagen. So schlecht ist der VfL in der 2. Bundesliga noch nie gestartet, so desastr\u00f6s wurde ein Absteiger in der neuen Heimat noch nie begr\u00fc\u00dft. Es gehen die Lichter aus &#8222;anne Castroper&#8220;. Im Wortsinn. Mitte der ersten Halbzeit verabschiedete sich einer der Flutlichtmasten (sp\u00e4ter leuchtete er indes wieder).<\/p>\n<p>In der Halbzeit hatte der Stadion-DJ wieder den Journey-Klassiker &#8222;Don&#8217;t stop believin'&#8220; aufgelegt. Das Lied l\u00e4uft seit Monaten im Stadion. Doch mittlerweile klingt es wie blanker Hohn. Woran sollen sie noch glauben? Was soll ihnen noch Hoffnung machen? Eine Antwort gibt es nicht. Kevin Vogt sagt Dinge, aus denen die ganz gro\u00dfe Leere spricht: &#8222;Wir sind der VfL und der VfL gibt nicht auf. Wir m\u00fcssen weitermachen und d\u00fcrfen nicht aufgeben.&#8220; Da steckt viel Wahrheit drin, die Abmeldung vom Spielbetrieb ist, soweit man wei\u00df, keine Option f\u00fcr die Bochumer.<\/p>\n<p> Was wird aus Coach Siebers?<\/p>\n<p>Die durften sich beim Gang vor die Fans erneut einiges anh\u00f6ren, wie schon vergangene Woche in N\u00fcrnberg (1:2). Dieses Mal konnten sie den Gang allerdings immerhin in dem Bewusstsein antreten, als reingeworfen zu haben. Das hatten sie bei den Franken vielleicht auch getan, aber das Gef\u00fchl kam nicht auf den Trib\u00fcnen an. An diesem Samstagabend offenbarte sich allerdings eine viel bittere Erkenntnis: All das Engagement reicht einfach nicht. Der VfL taumelt bedenklich und die Ausfahrt 3. Liga, die denkbar gr\u00f6\u00dfte Katastrophe, ist bereits ausgeschildert.<\/p>\n<p>Der Klub steht wieder vor gro\u00dfen Entscheidungen. \u00dcber die neue sportliche F\u00fchrung soll m\u00f6glichst zeitnah entschieden werden, hatte Klubboss Andreas Luthe vergangene Woche im Interview mit RTL\/ntv gesagt. Eine weitere Entscheidung k\u00f6nnte aber wom\u00f6glich noch viel schneller anstehen: Wie geht es weiter mit David Siebers, dem U19-Coach, der drei Spiele bekommen sollte, um sich zu beweisen. Zwei sind gespielt, beide wurden verloren. Krachend in N\u00fcrnberg, weniger krachend gegen D\u00fcsseldorf. <\/p>\n<p>Ein Tor aus dem Spiel? Fast utopisch<\/p>\n<p>Es gab Fortschritte, zum ersten Mal seit langer Zeit war eine offensive Idee erkennbar. Sie erinnerte an die guten Zeiten des VfL. Es wurde aggressiv gepresst, es wurde viel \u00fcber die Fl\u00fcgel gespielt. Hier machte vor allem der erst 18 Jahre alte Kacper Koscierski m\u00e4chtig Eindruck. Er warf sich in jeden Zweikampf, spielte mutige P\u00e4sse, suchte selbst immer wieder die Tiefe und hatte in der 44. Minute eine gute Chance, doch sein Schuss wurde aus kurzer Distanz geblockt. Koscierski ist die Hoffnung, die noch geblieben ist. Und der ein Jahr \u00e4ltere Cajetan Lenz, der in der zweiten Halbzeit \u00fcberall war, Ball um Ball gewann und antrieb. Aber die Durchschlagskraft fehlte. Bei allem Bem\u00fchen fehlte mal die Wachsamkeit, mal das Selbstvertrauen. Gute Ans\u00e4tze verpufften beim letzten Kontakt. &#8222;Im Moment sieht man ein bisschen die Unsicherheit. Die letzte \u00dcberzeugung fehlt. Irgendwie will im Moment der Ball nicht rein. Wir haben gut gespielt, aber am Ende z\u00e4hlt das Ergebnis&#8220;, befand St\u00fcrmer Philipp Hofmann.<\/p>\n<p>Die wenigen Chancen, die sie hatten, wurden von Kastenmeier stark pariert. Einmal gegen den unerm\u00fcdlichen Gerit Holtmann, der sich die Seele aus dem Leben rannte, aber auch nicht effektiv war. Einmal gegen Fardi Alfa-Ruprecht, noch so ein 19-J\u00e4hriger, der nach seiner Einwechslung Hoffnung machte. Und am Ende eben gegen Onyeka. Sonst war nichts. Zu wenig, um die Stimmung zu drehen. Zu wenig, um eine Statement zu setzen. Und zu wenig, um Siebers im Amt zu halten? Der abermals gl\u00fccklose Hofmann sprach sich f\u00fcr den Trainer aus, sah eben die Fortschritte. Aber es braucht keine Baby-Steps, es braucht Weltrekordspr\u00fcnge. Ein herausgespieltes Tor, das w\u00e4re mal was. Doch die Forderung danach klingt so utopisch wie die Eroberung einer neuen Galaxie.<\/p>\n<p>Wer soll es machen? Hofmann, der zumindest in der zweiten Halbzeit mal ein paar Situationen bekam? Von der Bank kommt kaum Schlagkraft. Mathis Clairicia versucht alles, aber er ist limitiert. Ibrahima Sissoko, eigentlich ein Herausforderer f\u00fcr Hofmann im Sturmzentrum, ist derzeit nicht mal das. Da sitzen Spieler drau\u00dfen, die v\u00f6llig au\u00dfer Form sind oder nicht die Qualit\u00e4t haben. Man kann das teilweise gar nicht beurteilen. Der sommerliche Kaderplan fliegt dem Klub gnadenlos um die Ohren. Der am letzten Transfertag verpflichtete Michael Obafemi, der ersehnte &#8222;mobile striker&#8220;, stand nicht einmal im Spieltagsaufgebot.<\/p>\n<p>&#8222;Solange es im Rahmen bleibt &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Mit dem Schlusspfiff wich jede Emotion aus den Bochumer Gesichtern. Maximilian Wittek guckt ins traurige Nichts. Er, der im vergangenen Jahr beim Relegationswunder noch einer der gro\u00dfen Helden war, k\u00e4mpft seit Monaten mit sich. Jetzt k\u00e4mpfte er mit den Tr\u00e4nen. Und h\u00f6rte geduldig zu, als die Fans ihnen den gro\u00dfen Unmut entgegenschrien. Ob er etwas verstanden hatte? Wittek wirkte so abwesend, wie man nur abwesend sein kann. Die, die mitbekamen, was ihnen gesagt wurde, zeigten Verst\u00e4ndnis: &#8222;Das geh\u00f6rt dazu. Die Fans haben ihren Unmut ge\u00e4u\u00dfert&#8220;, sagte Vogt. &#8222;Sie kriegen auch seit zwei Jahren immer auf den Deckel. Es ist auch schwer f\u00fcr die Fans. Solange es im Rahmen bleibt, und das war im Rahmen, ist es auch in Ordnung. Da m\u00fcssen wir durch.&#8220;<\/p>\n<p>Holtmann wollte die Stimmung richtig eingeordnet wissen: &#8222;Das ist doch nur nach dem Spiel, wenn das Resultat nicht stimmt.&#8220; Wenn man sehe, was vor und in dem Spiel los war, dann sei die Mannschaft nicht ausgepfiffen, sie sei motiviert worden. Tats\u00e4chlich hatte das Publikum wieder Fingerspitzengef\u00fchl bewiesen. &#8222;Das, was die nach dem Spiel zu uns gesagt haben \u2013 die k\u00f6nnen sagen, was sie momentan wollen. Wir sind 17. Dass die uns nicht an die Gurgel gehen, ist gro\u00dfer Respekt. Ich kann alles verstehen. Aber trotzdem stehen die immer noch hinter uns und wir m\u00fcssen in Kaiserslautern mal Resultate bringen.&#8220; Don&#8217;t stop believin&#8216;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der VfL Bochum rutscht in der 2. 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