{"id":456317,"date":"2025-09-28T06:26:10","date_gmt":"2025-09-28T06:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/456317\/"},"modified":"2025-09-28T06:26:10","modified_gmt":"2025-09-28T06:26:10","slug":"phillip-b-williams-liest-bei-den-literaturtagen-in-duesseldorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/456317\/","title":{"rendered":"Phillip B. Williams liest bei den Literaturtagen in D\u00fcsseldorf"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der amerikanische Buchtitel erh\u00e4lt in der deutschen Ausgabe eine Erg\u00e4nzung: \u201eOurs \u2013 Die Stadt\u201c von Phillip B. Williams. Im kurzen Original liegt der Ausdruck einer Besitzergreifung. \u201eOurs\u201c bedeutet \u201edas geh\u00f6rt uns\u201c und wurde von den Bewohnern einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Stadt als deren Name gew\u00e4hlt. Lange Zeit hatte diesen Menschen \u00fcberhaupt nichts geh\u00f6rt, nicht einmal ihre eigene Geschichte. Denn als schwarze Plantagen-Sklaven waren sie mit Haut und Haaren Eigentum ihrer wei\u00dfen Besitzer.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der 1986 in Chicago geborene Schriftsteller Phillip B. Williams hat gerade eine sechsmonatige Gastprofessur in Leipzig beendet und konnte deshalb sein 700-Seiten-Werk bei den D\u00fcsseldorfer Literaturtagen vorstellen. Das Gespr\u00e4ch in der Zentralbibliothek moderierte Emily Grunert, die Leiterin des Literaturb\u00fcros NRW. F\u00fcr die \u00dcbersetzung vor Ort sorgte Alexander Konrad.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die von Williams imaginierte Stadt lag Mitte des 19. Jahrhunderts in Missouri, etliche Jahre bevor der amerikanische B\u00fcrgerkrieg die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/sklaverei\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sklaverei<\/a> beendete. Der Autor stellte von Beginn an klar, dass ein solches Gemeinwesen damals nie h\u00e4tte existieren k\u00f6nnen. Mit dichterischer Wortgewalt folgt Williams, der bisher vor allem als Lyriker bekannt war, den durch eine Art kultische Priesterin namens Saint befreiten Menschen. Ob es sich bei dem Roman um eine Form des magischen Realismus handele, wollte die Moderatorin wissen. Der Autor bevorzugt jedoch einen anderen Begriff: Schwarzer Surrealismus sei der literarische Motor f\u00fcr das \u00fcber 40-stimmige Figurenensemble. Dennoch spiele Magie eine beherrschende Rolle.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mehrere Jahre hat Williams in immer neuen Versionen am Klang dieses Romans gearbeitet, den ein Rezensent so beschrieb: \u201eEs ist ein L\u00e4rmen und Wispern und Singen und Trommeln, ein Duften und Stinken, ein Aufblitzen und Verschatten, eine F\u00fclle von Erscheinungen und Tr\u00e4umen und Verwandlungen, \u00fcberhaupt ein Zauber, wie man es selten liest.\u201c Beim \u00fcberaus lebendigen Gespr\u00e4ch war man sich einig, dass hier eine bewusste Unbestimmtheit herrscht \u2013 ein Wesenszug von \u201eOurs\u201c. Denn dort gibt es keinen B\u00fcrgermeister, keine Polizei und keine anderen Ordnungselemente. Ankerpunkt der Handlung ist laut Williams die Figur der Saint und ein nicht deutlich konturierter Begleiter. Saint hat ihre Stadt durch einen Zauber f\u00fcr Uneingeweihte unsichtbar gemacht. Anfangs stirbt sogar, wer dem Ort zu nahekommt. Daf\u00fcr sind die Tore f\u00fcr die Geister und Seelen der Verstorbenen weit ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr Emily Grunert ist besonders auff\u00e4llig, dass sich in dem Roman keine einzige explizite Gewaltdarstellung findet \u2013 obwohl doch alle Bewohner ihre furchtbaren Traumata aus der Sklavenzeit mit sich tragen. Hier\u00fcber \u201ein Sch\u00f6nheit zu schreiben\u201c, das sei die besondere Leistung von Phillip B. Williams.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der amerikanische Buchtitel erh\u00e4lt in der deutschen Ausgabe eine Erg\u00e4nzung: \u201eOurs \u2013 Die Stadt\u201c von Phillip B. 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